Ausgebrannte Sterne?

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Recoxx

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Hallo erst mal ((o:

Ich mache mir gerade Gedanken, wie ich z. B. eine Galaxie aufnehmen kann. Ich meine, wie ich es verhindern kann, dass mir z. B. größere Stern, die auf dem Bild zu sind, nicht ausbrennen.
Die einzigste Idee, die ich habe, ist es mit der Aufnahmezeit "zu spielen". D. h. das ich mehrere Bildserien mit unterschiedlicher Belichtungszeit machen und dann diese Bilder z. B. in PI zusammen führe.
Z. B. 10 Bilder mit 1 min., damit die großen Sterne nicht ausbrennen.
Dann z. B. 10 Bilder mit 2 min., damit der Galaxien-Kern nicht ausbrennt.
Und dann z. B. 10 Bilder mit 5 min. um ein Feinheiten herauszubekommen.
Sollte/muss man das so machen?
Wie macht ihr das?
Ich habe in PI mal gelesen, dass man dort sich die Sternfarben z. B. mit der B2V-Methode (oder so ähnlich) "wieder herstellen lassen kann". Wenn dem so ist, dann könnte ich mir die Bilder für die Sterne sparen. Aber ist dem so? Ich bin mir nicht sicher!
Ich bin auch auf die Idee gekommen, den ISO-Wert zu senken, um den Dynamikbereich der Kamera zu erhöhen, aber ich weiß nicht, ob dass so eine Gute Idee ist, zumal man dann ja länger Belichten muss. Ist das eine gute Idee? Was denkt ihr?

Gruß
Andreas
 
Viele Wege führen zum ziel was dir am meisten liegt, musst du ausprobieren.
Das mit den unterschiedlichen Zeiten ist quasi die HDR Variante funktioniert und ist aufwendig. Ich vermute 2 Versionen reichen lang und kurz den Rest bringt die Dynamik.

Zweite Variante ist die durch genug Dynamik durch ISO Reduktion.
Mein Favorit, bedenke das du dadurch auch viel mehr tiefe rein bekommst.

Manchmal ist ein Stern auch nicht von Haus aus bereits ausgebrannt, sondern kommt erst in diesen Bereich durch Strecken.
Dazu kannst du ganz einfach die Sterne wieder klein machen mit Luminanz Masken dazu gibt es kostenlose Aktionen zum Auswählen. (Vorausgesetzt dein Programm arbeitet Zerstörungsfrei)
 
Moin,

da habe ich mir auch viel (zu viel) Gedanken drum gemacht, Andromeda, Orion und Co... und kam zum Schluß:
- eine Belichtungszeit (so, daß im Einzelframe vom Objekt was zu sehen ist, ohne daß einen die Sterne bereits "anbrüllen"),
- eine Iso (möglichst niedrig zur Erhaltung der Dynamik, je nach "Brutalität" des Objekts ab 200 bis 800, manchmal 1600 zB Kometen)

Man kann bestimmt sehr viel Aufwand betreiben, um die letzten paar % auszureizen. M.M.n. ist der Aufwand besser in (Gesamt-)Belichtungszeit investiert, das liefert bereits sehr befriedigende Ergebnisse. Nachteil ist eine rel. hohe Anzahl an Frames und entsprechend hohe Rechenzeit, Vorteil ist, daß die Dynamik erhalten werden kann und der Rauschabstand verbessert wird.

Damit gelingt auch eine Andromeda: zB hier (die Daten stehen immer dabei, kannst sie also leicht auf dein Equipment umrechnen)
Sogar der helle Rigel zusammen mit dem Reflexionsnebel Hexenkopf in einem Bild geht damit, siehe hier. Alles nur eine BZ und eine Iso ;)
Die am Ende alles entscheidende Größe ist die Gesamt-BZ. Besser ist nur: noch mehr BZ! :giggle:

Ganz kleine Sterne bekommt man leider nur über Schmalbandaufnahmen, was aber mit DSLRs weniger sinnvoll ist. Einen CLS- oder UHC-Filter kann man noch sinnvoll nutzen, der hat alle Schmalbandlinien auf einmal drin, um die RGB-Pixel bedienen zu können. Dann "beißen" einen die Sternfarben aber. Das wiederum kann man mit einigen filterlosen Aufnahmen wieder reinholen, indem man die magenta-Sterne durch die anderen ersetzt. Geht in PI ganz gut mit Masken und Pixelmath. Mit den "B2V" (?) Geschichten kenne ich mich nicht aus, aber guckmal beim Frank seinen Videos (@frasax ), da erklärt er diverse Methoden der Farbkalibrierung in PI.

Clear Skies!
Okke
 
Mit den "B2V" (?) Geschichten kenne ich mich nicht aus, aber guckmal beim Frank seinen Videos (@frasax ), da erklärt er diverse Methoden der Farbkalibrierung in PI.

Guten Tag,
ich unterschreibe Okkes Text! Bei ganz hellen Objekten wie M42 kann dieses HDR Stufenbelichten aber schon Sinn machen, aber nur da.
Das heißt B-V Kalibrierung (steht für den b-v Farbindex, Google). Die Referenz ist der G2V Stern (unsere Sonne) :-)

Ich bin auch auf die Idee gekommen, den ISO-Wert zu senken, um den Dynamikbereich der Kamera zu erhöhen, aber ich weiß nicht, ob dass so eine Gute Idee ist, zumal man dann ja länger Belichten muss.

Das stimmt aber nicht, du musst nicht länger belichten. Dazu erlaube ich mir direkt ein Video zu verlinken.


CS Frank
 
Hallo Andreas,

die Belichtungszeit bei niedriger ISO erhöht sich nicht, weil ja der Bildsensor immer der gleiche ist und bei hoher ISO nicht empfindlicher wird. Du siehst auf der Vorschau nur ein dunkleres Bild, was sich aber softwaremäßig dann wieder ausgleichen lässt. Ansonsten hat Frank ja schon sein hervorragendes Video zu diesem Thema verlinkt.

Zu den Sternfarben: bei nichtlinearem Strecken während der Bildbearbeitung verändern sich die Intensitätsverhältnisse der Farbkanäle zueinander, so dass die Farben verändert werden. Ich empfehle dazu, die Aufsätze über "NOLIGCRA" von Peter Riepe und Harald Tomsik zu lesen: Wissenschaftliche Artikel

Gruß
Christian
 
Hallo Sebastian, Okke, Frank und Christian,

erstmal vielen Dank für die klärenden Worte! ((o:
Das mit dem ISO-Wert hatte ich gar nicht auf dem Schirm. Ist aber klar, wenn man drüber nachdenkt.
Also werde ich jetzt eher mehr BZ machen bei eher kleinem ISO-Wert, wenn es nötig ist und nicht unterschiedliche lange belichtete Bilder. Das macht die Sache schonmal etwas leichter.
Das Video von Frank ist richtig gut und denn wissenschaftlichen Artikel werde ich mir auch noch durchlesen.

CS
Andreas
 
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