Ausgewählte Optik? Selektiert? Handverlesen? ... Und der Rest?

daher sehe ich keinen Grund die Messprotokolle nicht dem Kunden mitzugeben.
Astronomics in den USA macht genau das nicht (Die bewahren die Zertifikate, die über Seriennummern eindeutig zuzuordnen sind unter Verschluss), weil das dabei rausgekommen ist:
Ich kann mir vorstellen, dass es für die Händler ganz schön ärgerlich ist, wenn da ein Kunde 5 x 12" Spiegel bestellt, den besten behält und die Restlichen zurückgehen lässt. Das zahlen ja die anderen Kunden mit.

Gruß Horst
 
Du hast Deinen Standpunkt sehr deutlich gemacht und ich respektiere Deine Argumente. Daher ist es in meinen Augen nicht notwendig sie zu wiederholen. Respektiere bitte auch meine Ansichten, auch wenn sie mit Deinen nicht im Einklang sind. Wir sind da halt unterschiedlicher Meinung.

Persönlich glaube ich, würden die Hersteller Deiner Forderung nachkommen, hätten wir hier schneller einen Thread mit Diskussionen über die Glaubwürdigkeit der Messwerte als Du 'Qualitätssicherung' sagen kannst.

Viele Grüße
Michael
Das gab's ja schon vor einigen Jahren. Orion legte zu jedem Newtonspiegel ein Messprotokoll mit Strehlangabe. Aufgrund einiger Unstimmigkeiten wurden die Werte von Orion stark angezweifelt. Ein Fall war hier ganz gut dokumentiert zu einem Orion 12" f4 Spiegel. Ein damals sehr aktives Forenmirglied glaubte das sei ein super Spiegel über Strehl 0,9 laut Zertifikat. Eine Nachmessung nach einigen Jahren ergab aber tatsächlich einen Strehl von 0,6... :eek:

Zertifikate und Messprotokolle sind eben auch nur Papier. ;)
 
Astronomics in den USA macht genau das nicht (Die bewahren die Zertifikate, die über Seriennummern eindeutig zuzuordnen sind unter Verschluss), weil das dabei rausgekommen ist:


Gruß Horst
Wie bereits geschrieben, wäre auch ein generelles Datenblatt zu jedem Produkt ausreichend. Dann hat man wenigstens Rechssicherheit bezüglich der Qualitätstoleranz und muss nicht nachmessen lassen.

Wie sind doch in Deutschland, warum ist es hier so schwierig Professionalität und Qualität einzufordern? Das muss doch eigentlich selbstverständlich für eine hochentwickelte Industrienation sein, gerade bei Produkten aus Fernost, auf deren guten Willen man ja restlos ausgesetzt ist, wenn etwas nicht zufriedenstellend ist. Pfeifft ihr auf "Made in Germany"?

Zum guten Willen habe ich jedoch auch deswegen Kopfschmerzen, was meint ihr hierzu:
Das ist zwar jetzt Politik und hier eigentlich nicht ganz passend, aber ist die Mitbestimmung des Kunden bei der Produktqualität und das Recht auf Umtausch nicht auch ein bisschen eine Art von Demokratie?
Schließlich stellt der Initiator dieser Diskussion die Gleichbehandlung der Kunden in Frage und vermutet eine Kostenverschiebung auf den unkritischen Käufer.

Ich habe mir kürzlich einen gebrauchten Newton von Skywatcher gekauft, nur mal um zu sehen, was das Teil so kann. Ich muss sagen, dass ich da viele ernsthafte Mängel gefunden habe und ich bin ja noch Astrofoto-Novize. Einige Mängel sind schlichte Designfehler un hätten ohne zusätzliche Kosten vermieden werden können. Das finde ich schon sehr eigenartig bei einer so großen Firma, die doch das Potential zu Besserem haben sollte. Das alles in Ordnung zu bringen kostet locker 5-6 Stunden unbezahlte Arbeitszeit. Ich schätze dass man einen tausender reinstecken müsste. Die Optik habe ich unterdessen noch nicht genauer untersuchen können, da ich kein Interferometer habe. Hier muss ich erst einmal abwarten, bis die Mechanik halbwegs stabil ist, sonst macht eine Prüfung am Stern einfach keinen Sinn. Wenn aber die Optik Schrott ist, lohnt sich diese Investition in die Mechanik auf keinen Fall.

INzwischen verstehe ich die Käufer, die zum Händler fahren und das beste Gerät rauspicken.
 
Zuletzt bearbeitet:
Das gab's ja schon vor einigen Jahren. Orion legte zu jedem Newtonspiegel ein Messprotokoll mit Strehlangabe. Aufgrund einiger Unstimmigkeiten wurden die Werte von Orion stark angezweifelt. Ein Fall war hier ganz gut dokumentiert zu einem Orion 12" f4 Spiegel. Ein damals sehr aktives Forenmirglied glaubte das sei ein super Spiegel über Strehl 0,9 laut Zertifikat. Eine Nachmessung nach einigen Jahren ergab aber tatsächlich einen Strehl von 0,6... :eek:

Zertifikate und Messprotokolle sind eben auch nur Papier. ;)
Ja, aber es gibt Rechtssicherheit und man kann das ja wenigstens denunzieren. Das Management ist dann am Zug und muss reagieren, wenn es den Markt nicht verlieren möchte.
 
Hallo zusammen,

Meßwerte und Protokolle müssen selbstverständlich glaubwürdig sein. Hält sich ein Hersteller bewußt nicht daran und „frisiert“, hat er es nicht verdient, weiter am Markt Geschäfte zu machen. Früher oder später werden unseriöse Praktiken auffliegen. Mehrere solcher unseriöser Machenschaften wurden hier und im Nachbarforum ja bereits in der Vergangenheit ausführlich abgehandelt. Eine Optik eines solchen Herstellers ist bei mir definitiv unten durch, völlig egal wie nett später die Produkte beworben werden.

Ansonsten hatte ich bereits oben angemerkt, dass es absolut o.k. ist, für entsprechend nachweislich sehr gute Qualität eben mehr zu bezahlen. Man kann dies in geeigneten, klugen Abstufungen vornehmen. Dann gibt es auch keine Probleme damit, dass eine erhöhte Anzahl von Optiken wieder zurück geschickt wird.

Es wäre beispielsweise ziemlich egal, ob ich nun eine 0,975 Strehl oder 0,98 Strehl Optik bekomme. Wenn allerdings besser 0,98 versprochen und entsprechend bezahlt wurde, jedoch keine 0,9 geliefert wird, steht das natürlich auf einem völlig anderen Blatt. ;)

Viele Grüße
Werner
 
Im ersten Moment spricht vielleicht nichts dagegen das Händler besonders gute Exemplare zu höheren Preisen verkaufen. Dann sollten sie das aber meiner Meinung offen kommunizieren und ihre Preise im Shop nach Strehlwerten staffeln. Das ist wahrscheinlich schwierig und auch von den Herstellern nicht gewünscht.

Solange das im "geheimen" stattfindet finde ich das nicht gut. Wenn ich z.b. hören würde, dass ein Kunde von einem Händler X eine "selektierte" Optik erhalten hat, wäre dieser Händler bei mir raus. Ich werde bei so einem Händler nicht kaufen.
Denn das würde ja bedeuten, dass ich als "normaler" Kunde eine Optik aus dem Bodensatz, also mit unterdurchschnittlicher Qualität erhalte.

Also Werner, bei welchem Händler hast Du Deine selektierte Optik gekauft?

Viele Grüße
Jürgen
 
Die Frage die sich mir dann stellen würde wäre: auf wieviel Strehl verzichte ich denn dann wenn überhaupt? Ist der "Bodensatz" wirklich so viel schlechter oder halt nur nicht vermessen?


Viele Grüße Felix
Das sind gute Fragen Felix, die ich genau dem Händler stellen würde, der die besten Optiken schon "herausselektiert" hat.
Da wäre ich auf die Antworten gespannt, könnte unangenehm sein für den Händler...
Wie gesagt, ich würde bei dem nicht kaufen.

Viele Grüße
Jürgen
 
Hallo Jürgen,

bis auf ein Gerät waren das bei mir alles Gelegenheiten, bei denen mir die optischen Werte vorher bekannt waren, ich diese aber vor dem Kauf am Stern ausgiebig testen konnte.

Viele Grüße
Werner
Hallo Werner,

ich verstehe Dich schon und ab einer bestimmten Preislage ist das z.B. bei Apos oder großen teuren Spiegeln auch etwas anderes als bei Teleskopen der unteren Preisklassen. Bei meinem TMB war sowieso ein Messprotkoll von LZOS dabei, aber ausgesucht nach Strehlwerten haben ich den nicht, alles was oberhalb von 0,95 liegt ist mir sowieso egal.
Aber wo es mit z.B. sauer aufgestoßen ist, war eine zeitlang bei den Celestrons. Da wurden dann hier die tollsten Planetenfotos gezeigt und auf Nachfrage hieß es dann, ja das war ein besonders selekiertes Celestron vom Händler und das wurde auch noch mit allen Schikanen optimiert und temperiert und gehudelt und aufgedödelt. Und dann sieht das der noch unerfahrene Neuling und kauft sich erwartungsvoll ein C8, C9 oder C11 und ist dann enttäuscht. Ja, er hat leider eine der Gurken bekommen, welches dann auch noch nie auskühlt (aber das ist ein anderes Thema) und dann visuell am Planeten weniger zeigt als ein 4" FH Refraktor. Er hat aber auch einen stolzen Preis für das C8 gezahlt, aber er war leider nicht einer der best buddys vom Händler.

Viele Grüße
Jürgen
 
Im ersten Moment spricht vielleicht nichts dagegen das Händler besonders gute Exemplare zu höheren Preisen verkaufen. Dann sollten sie das aber meiner Meinung offen kommunizieren und ihre Preise im Shop nach Strehlwerten staffeln. Das ist wahrscheinlich schwierig und auch von den Herstellern nicht gewünscht.
Ich denke nicht, dass bei ausreichend Transparenz größere Probleme entstehen würden. Optiken mit etwas geringeren Strehlwerten sind dann entsprechend preiswerter, andere mit höheren bzw. extrem hohen Werten gestaffelt teurer. Welche Preisdifferenzen jeweils zustande kämen, muss der Händler eben weitsichtig kalkulieren.

Ein „Bodensatz“ entsteht dadurch nicht zwangsläufig. Natürlich besteht eine gewisse Gefahr, etwas geringwertigere Optiken mit geschönten Zertifikaten als Topp anzubieten, aber ich schrieb ja bereits, dass ein solches Gebaren auf eher wackligen Füßen steht, zumal unseriöse Praktiken früher oder später auffliegen. ;)

Viele Grüße
Werner
 
Sorry, jetzt hatte ich gleichzeitig geantwortet...
 
Aber wo es mit z.B. sauer aufgestoßen ist, war eine zeitlang bei den Celestrons. Da wurden dann hier die tollsten Planetenfotos gezeigt und auf Nachfrage hieß es dann, ja das war ein besonders selekiertes Celestron vom Händler und das wurde auch noch mit allen Schikanen optimiert und temperiert und gehudelt und aufgedödelt. Und dann sieht das der noch unerfahrene Neuling und kauft sich erwartungsvoll ein C8, C9 oder C11 und ist dann enttäuscht. Ja, er hat leider eine der Gurken bekommen, welches dann auch noch nie auskühlt (aber das ist ein anderes Thema) und dann visuell am Planeten weniger zeigt als ein 4" FH Refraktor. Er hat aber auch einen stolzen Preis für das C8 gezahlt, aber er war leider nicht einer der best buddys vom Händler.
Genau das sollte nicht passieren und ich gehe da mit dir mit. Ein Grund übrigens, warum ich mir in den ganzen Jahrzehnten keines dieser Optiken angeschafft habe. Es gab eine Zeit, da musste man schon etwas mehr Glück haben, ein wirklich gutes Gerät dieses Herstellers zu bekommen.

P.S.: Ja hat sich überschnitten. :giggle:

Viele Grüße
Werner
 
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