Ausrüstung Astrofotografie für Umsteiger

Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
Re: Zusammenstellung Ausrüstung Astrofotografie

Kurz nochmal zusammen gefasst:

-Fotoausrüstung bis ca. 1500 Euro soll herausgesucht werden um ausgedehntere Deep-Sky Objekte, Planeten und Piggy-Back zu Fotografieren.
- Als Kamera steht eine EOS 60D zur Verfügung
- es muss alles beschafft werden (Montierung, Optik, Autoguider, uvm. ;-) )
- Zur visuellen Beobachtung steht ein 8" Dobson zur Verfügung

So bauen wir das Haus mal von Unten auf.
Zu gut Deutsch: die Montierung.
Sternenfee123 du sprachst davon das eine EQ5 mit einem kleineren Refraktor + Fotoeq. noch verträglich wäre aber schnell an ihre Grenzen gerät. Würdest du dann doch nicht lieber einer HEQ5 oder gar eine EQ6 vorschlagen? Ist der Unterschied zwischen beiden in der Tragkraft so ausgeprägt, dass der Extrapreis lohnt? Sicherlich hört sich die EQ6 auf dem Papier deutlich besser an. Aber Papier ist geduldig und die Theorie grau. Was sagt die Praxis ?
 
Hi Stefan,

-Fotoausrüstung bis ca. 1500 Euro soll herausgesucht werden um ausgedehntere Deep-Sky Objekte, Planeten und Piggy-Back zu Fotografieren.

das sind 3 völlig unterschiedliche Anforderugen an Optik und Kamera für die Ziele.

a) 80/480 oder 65/420 für ausgedehnte DS-Objekte und DSLR
b) 8" (Newton oder SC) und mehr Öffnung für Planeten (mit Webcam oder besserer s/w Kamera + Filterrad + Filter)
c) Weitwinkel- bis Teleobjektiv für Übersichtsaufnahmen Piggy-Back

Bei 1500 Euro Gesamtbudget ist entweder a) + c) oder b) + c) machbar. Alle 3 zusammen geht nicht.

Würdest du dann doch nicht lieber einer HEQ5 oder gar eine EQ6 vorschlagen?

ja, damit hättest Du nach oben Luft, wenn es auch mal Objekte werden sollen, die ein schwereres Teleskop als so nen 80/480 verlangen. Aber wenn Du ca. 1200 Euro für Montierung + Steuerung (EQ-6 Klasse) ausgibst sowie ca. 250 Euro für den notwendigen Autoguider, dann ist kein Geld mehr für irgendein Teleskop, die Stromversorgung und den Laptop für das Autoguidingproggy mehr übrig. Ein Standalone Autoguider kostet sogar mehr als 500 Euro. Wäre also im Budget überhaupt nicht drinn...

Aber Papier ist geduldig und die Theorie grau. Was sagt die Praxis ?

kauf die stabilste Montierung, die Du alleine noch über Treppen ins Auto/Garten bekommst, die Du noch alleine Auf- und Abbauen kannst. Jedes Prozent an Stabilität mehr macht sich hinterher in den Bildern bemerkbar. Weniger Schwingungen bei leichtem Wind, geschmeidigere Nachführungskorrektur durch den Autoguider -> weniger Ausschuß -> weniger Frust.

Wenn Du für alle 3 Ziele eine Montierung haben willst und Luft nach oben, dann mußt mehr Geld in die Hand nehmen. Minimum 2.500 Euro bis 3.000 Euro.

Oder Du gehst weg von Neugeräten und kaufst gebraucht. Da kannst etwa 1/3 vom Neupreis sparen, wenn Du viel Geduld aufbringst.

Für Planetenfilmerei gibt es eine günstige Alternative: besorg Dir ne Nachführplattform für Deinen Dobson und steck ne Webcam samt Barlow rein. :)

Ich weiß, nicht unbedingt befriedigend, was ich grad geschrieben hab. Ich wollte ja auch alles auf einmal. Aber "wollen" und "kriegen" sind halt 2 Paar Stiefel. ;)

Ich halte es auch nicht für taktisch klug, gleich 3 Baustellen auf einmal aufzumachen. Entscheide Dich für eine davon. Und beschäftige Dich mit der Variante dann mal ein zwei Jahre. Wenn dann alles funzt, dann kannst die nächste Baustelle angehen...
 
Okay danke für die Info sowas in der Art habe ich mir fast schon gedacht.

Vorneweg einige Anmerkungen:

c) Weitwinkel- bis Teleobjektiv für Übersichtsaufnahmen Piggy-Back
Da ich eigendlich aus der "normalen" Fotografie komme sind hochwertige Objektive vorhanden

Beides durch die Fotografie, da ich öfters Zeitrafferaufnahmen mache schon vorhanden.


Nun das eigendliche:

b) 8" (Newton oder SC) und mehr Öffnung für Planeten (mit Webcam oder besserer s/w Kamera + Filterrad + Filter)

Wieso hier Webcam und keine DSLR ? Ich dachte DSLRs sind immer alleine schon aufgrund der größeren Sensorfläche und somit des besseren Lichtsammelvermögens und des besseren Rauschverhältnisses im Vorteil ?

a) 80/480 oder 65/420 für ausgedehnte DS-Objekte und DSLR
...
c) Weitwinkel- bis Teleobjektiv für Übersichtsaufnahmen Piggy-Back

Ganz dumme Frage: Wieso dann nicht einfach ein schönes Teleobjektiv an die DSLR und die dann auf eine Anständige Montierung ?

Aber wenn Du ca. 1200 Euro für Montierung + Steuerung (EQ-6 Klasse) ausgibst

Welche Version von den diversen Herstellern ist den die Beste ?


Oder Du gehst weg von Neugeräten und kaufst gebraucht. Da kannst etwa 1/3 vom Neupreis sparen, wenn Du viel Geduld aufbringst.

Worauf gilt da es speziell zu achten ?

Ich halte es auch nicht für taktisch klug, gleich 3 Baustellen auf einmal aufzumachen. Entscheide Dich für eine davon

Da hast du wohl recht. Da ich ja nun schon einiges an "normalen" fototechnischen Equit. habe, halte ich es für am sinnvollsten erst einmal eine Piggy-Back Lösung zu gehen. Später dann irgendeinmal an die entsprechende Optik Autoguider, etc. pp.

Bloß was nimmt man da als Grundstock ?
 
Hi Stefan
Zitat von Valdemar17:
Wieso hier Webcam und keine DSLR ? Ich dachte DSLRs sind immer alleine schon aufgrund der größeren Sensorfläche und somit des besseren Lichtsammelvermögens und des besseren Rauschverhältnisses im Vorteil ?

Wenn man nur wenige Meter Brennweite hat, landen Planeten nur in Stecknadelkopfgröße auf dem Sensor. Mehr als einzwei hundert Pixel pro Seite sind das selten. Große Sensoren bringen da daher nichts, was man braucht, sind möglichst kleine Pixel. Und da die dann möglichst empfindlich sein sollten, sind SW-Kameras im Vorteil. Ferner braucht man für gute Aufnahmen etliche Hundet Einzelbilder - man nimmt also Videos auf.
Geht allerdings in Webcamqualität auch mit der 60D - die hat einen Cropmodus, um Pixelgerecht zu filmen. Alternativ könnte man auch versuchen, per Okularprojektion zu filmen. Andernfalls wäre in jedem Fall eine Barlow notwendig - allein schon, um eine Chance zu haben, am Dobson in den Fokus zu kommen.


Zitat von Valdemar17:
Ganz dumme Frage: Wieso dann nicht einfach ein schönes Teleobjektiv an die DSLR und die dann auf eine Anständige Montierung ?
'Piggy-Back' hat sich als Begriff eben eingebürgert. Bei einer ordentlichen Motierung und Optiken bis ~300mm ist eine Nachführkontrolle selten erforderlich und somit auch kein Teleskop zur Nachführkontrolle.

cs
Jürgen
 
Hi Stefan,

Da ich eigendlich aus der "normalen" Fotografie komme sind hochwertige Objektive vorhanden

die Anforderungen für Nachts und Tageslichtfotografie unterscheiden sich leider etwas. Nicht jedes "gute" Fotoobjektiv macht am Rand schöne, runde, weiße Sterne. Das mußt einfach ausprobieren. Koscht ja nix, da schon vorhanden. :)

Stromversorgung für die Kamera, ok. Wie schauts aus mit Leistung? Für die Montierung, den Laptop und die Guidingcam?

Da brauchst für ne Nacht 40 Ah...

Wieso dann nicht einfach ein schönes Teleobjektiv an die DSLR und die dann auf eine Anständige Montierung ?

das geht ebenfalls wunderbar. Ich habe derzeit ein Orestegor 4/300 auf meiner Montierung im Einsatz. Auf 5.6 Abgeblendet macht es mir viel Freude. Und hat mich blos n Appel & Ei gekostet. ;)

Das Orestegor sitzt auf ner Prismenschine, die EOS hängt frei hinten dran. Daneben auf der Schine hab ich einen Sucherschuh draufgeschraubt, da rein den 8x50 Sucher, in den die Guidingcam. Dann kann ich 8 oder 10 Minuten am Stück damit fotografieren und hab trotzdem runde Sterne.

Gebraucht:

Holz- oder Stahlstativ, keine Plastikverbindungen an den Klemmen oder zwischen Fuß und Kopf. Bei den Steuerungen siderisch + 0,25 fache Nachführgeschwindigkeit und unbedingt Autoguidingbuchse (ST-4 Standard, Westernstecker).

Optimal wäre, wenn Du eine frisch gefettete und justierte gebrauchte Monti kriegst. Das Fett, was von der Produktion drinne ist, wird meist bei Kälte sehr schnell zäh und verharzt nach wenigen Jahren Betrieb.

Ich würde so vorgehen:

Montierung + Steuerung kaufen, Autoguidercam kaufen, Doppelbefestigung selber machen (ein paar Löcher in ne Aluschine zu bohren ist wirklich nicht schwer ;) ), 60D mit Tele und Sucher parallel mit Autoguidingcam draufsetzen.

Jede bezahlbare Montierung hat nen Schneckenfehler. Den guidet der Autoguider weg. Und auch eine kleine Ungenauigkeit bei der Poljustage. Daher würde ich gleich mit Autoguider loslegen. Du ärgerst Dich sonst blos über zu viel Ausschuß.

Bei Weitwinkelaufnahmen kannst eventuell auf den Autoguider verzichten. Aber bei 200 oder 300 mm Brennweite nicht.

Und dann lange auf ein hübsches Motiv draufhalten. :D Bildbearbeitung lernen. Und irgendwann später eventuell einen Refraktor mit doppelter Brennweite wie das Tele anschaffen.
 
Montierung + Steuerung kaufen, Autoguidercam kaufen, Doppelbefestigung selber machen (ein paar Löcher in ne Aluschine zu bohren ist wirklich nicht schwer ), 60D mit Tele und Sucher parallel mit Autoguidingcam draufsetzen.

So in der Art habe ich mir das auch schon gedacht.

Also Montierung wird dann ja in Richtung HEQ5 gehen. Welche von dieser Klasse hat das beste Preis/leistungsverhältniss ?

Steuerung ist ja bei einer HEQ5 doch schon dabei oder was meinst du mit Steuerung ?

Die Vielfalt an Autoguidercams ist ja auh nicht gerade klein was kann man da ohne bedenken nehmen ?

Wie hast du dir das mit der Aluschiene vorgestellt ? Konnte aus Mangel einer Suchfunktion hier im Forum noch kein Tutorial finden. Hast du da was ?
 
Hi Stefan,

Steuerung ist ja bei einer HEQ5 doch schon dabei oder was meinst du mit Steuerung ?

bei den einfachen 2-Achs Steuerungen hast keinen Autoguiding-Eingang.

Die Vielfalt an Autoguidercams ist ja auh nicht gerade klein was kann man da ohne bedenken nehmen ?

Z.B. die hier.

Wie hast du dir das mit der Aluschiene vorgestellt ? Konnte aus Mangel einer Suchfunktion hier im Forum noch kein Tutorial finden. Hast du da was ?

ja, ein Bild von meinem Aufbau. Aber das ist auf einem anderen Rechner. An den komm ich erst Montag ran...
 
bei den einfachen 2-Achs Steuerungen hast keinen Autoguiding-Eingang.

Und wie läuft das dann mit der Steuerung. Was nimmt man da und wie macht man es dran. Welche Montierungen haben einen Autoguiding Eingang ? Kann die CAMGoto sowas. Diese ist ja gerade bei den gängigen Händlern im Angebot.

Antwort auf:
Die Vielfalt an Autoguidercams ist ja auh nicht gerade klein was kann man da ohne bedenken nehmen ?


Z.B. die hier.

Und wie bekomme ich die bitte an den Sucher von einem Dobson den ich ja dann auf die parallaktische Montierung machen würde ?

ja, ein Bild von meinem Aufbau. Aber das ist auf einem anderen Rechner. An den komm ich erst Montag ran...

Na da freue ich mich ja schon drauf.
 
Nach etwas suchen im Forum habe ich mal eine kleine gebrauchte Ausrüstung zusammengestellt:

http://forum.astronomie.de/phpapps/...gonew/1/HEQ5_SynScan_GoTo_Selbstabhole#UNREAD

oder

http://forum.astronomie.de/phpapps/...567/NEQ6_Pro_inkl_Stativ_2x_4kg_Ge#Post982567

als Montierung. (Welche wohl eher ?)

http://forum.astronomie.de/phpapps/...wflat/Number/984597/gonew/1/Autoguider#UNREAD

ALCCD5.2 als Autoguider

http://forum.astronomie.de/phpapps/...832/gonew/1/TS_80_400_Teleskop_Guiding#UNREAD

als Leitrohr wo der Autoguider dran kommt.

Was hälst du davon. Sind die Montierungen brauchbar oder Schrott ?
 
Hi Stefan,

das mit dem Bild dauert noch, ist doch net auf dem anderen Rechner, muß ich ein neues machen... :(

Die HEQ-5 klingt gut. Läßt sich prima tragen und kann z.B. mit nem 6" f=5 Newton auch fotografisch mit Autoguiding für DS Objekte und Deiner 60D eingesetzt werden.

Ohne Polhöhenskala ist die HEQ6 knifflig zum einstellen der Polhöhe. An sonsten wäre die auch gut. Wie oft mußt Du denn die Polhöhe einstellen? Falls Du die Montierung aufgebaut irgendwo stehen hast und nicht zum Transport auseinandernehemen mußt, wäre das kein Hinderungsgrund...

Die ALCCD 5.2 wäre ok, das kleine Teleskop kenne ich aus eigener Erfahrung net, kann also zu seiner Qualität nix sagen. Aber im Prinzip wäre das die richtige Brennweite für erste Schritte (als Hauptinstrument), zum Guiden reicht wirklich ein 8x50 Sucher!
 
Nachtrag:

hol Dir nen 2. Sucher. Es ist doof, wenn Du nur 1 hast und immer zwischen Dobson und der Fotomontierung hin und her wechseln und dann auch noch die Platte tauschen mußt für den Anschluß der Guidingcam. Oder nimm nen Telrad für den Dobson...
 
Hi Stefan,

so hier die Bilder:

zuerst die einfache Prismenschine aus Vollalu. Da hab ich lediglich an 1 Seite 2 Löcher reingebohrt und ein Gewinde reingeschnitten, damit ich den Sucherschuh draufschrauben konnte.

Mit ner Fotoschraube auf der anderen Seite wird die 60D auf die Schine geschraubt, mit Weitwinkel- oder Normalobjektiv reicht so ne Befestigung. Die Prismenschine samt Gerödel kommt dann statt des Teleskopes auf die Montierung. So ne einfache Lösung hab ich bislang noch bei keinem Händler gesehen...

Wenn Du ein schweres Tele verwenden möchtest, wäre es sinnvoll, auf dieser Seite eine Prismenklemme draufzuschrauben, denn der Kamerabody kann sich auf dem blanken Metall bei Schwenks über den Himmel bewegen...

Mein Tele wiegt um die 3 kg, das habe ich mit seinem massiven Stativanschluß auf eine kurze Prismenschine gesetzt, die in die draufgeschraubte Prismenklemme und die Kamera einfach hinten an das Tele freischwebend rangemacht. Ist leider auf Bild 2 nicht besonders gut zu sehen. Solche Prismenklemmen solo gibt es bei TS in verschiedenen Varianten. Du kannst die günstigste nehmen, da kommt ja nicht viel Gewicht drauf.

Die Prismenschine muß so lang sein, daß Du die Kamera (oder auch mal einen kleinen Refraktor) draufmachen kannst und der Sucherschuh auch noch draufpaßt...

Bild 3 zeigt dann den Aufbau am Teleskop. Meine Spechtelkollegen haben herzhaft gelacht, als sie das Bild gesehen haben. Für die als Dobsonaut sah das echt witzig aus. Nachdem ich dann die so gewonnenen Bilder gezeigt hab, hat keiner mehr gelacht...

 

Anhänge

  • einfach.jpg
    einfach.jpg
    26,5 KB · Aufrufe: 907
  • kompliziert.jpg
    kompliziert.jpg
    41,3 KB · Aufrufe: 1.081
  • montierung.jpg
    montierung.jpg
    55,3 KB · Aufrufe: 1.210
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
Zurück
Oben