Ausrüstung in der Stadt

Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.

Angellord

Neues Mitglied
Hallo Leute was brauche ich für eine Ausrüstung wenn ich nur
in der Stadt beobachten kann auf dem Ballkon, Himmelsrichtung
ist Süden ,Stadt ist Mannheim.Ich bin auch starker Brillenträger ohne Brille bin ich fast Blind,gibt es da extra Teleskope ?
 
Hallo Angellord,

dieser Artikel ist dazu interessant: http://www.svenwienstein.de/HTML/stadtastronomie.html

Ich selbst habe die Erfahrung gemacht, dass eine größere Öffnung sehr hilft vom Balkon aus. Bist Du Anfänger?
Die obige Seite ist auch sonst sehr lesenswert.

Ein Teleskop wird zum "Extra-Telekop", wenn Du Okulare verwendest, die einen genügend großen Augenabstand haben so daß Du mit Brille beobachten kannst.

CS

KLaus
 
Hallo Angellord,

ich bin in einer ähnlichen Situation wie Du, nur dass ich am rande eines Millionendorfs wohne ... ;)

Wenn Du mal einen Blick in den Thread
"Vielleicht-Einsteiger"

wirfst, erfährst Du schon mal 'ne ganze Menge über die Krux des Balkonspechtelns und was evtl. doch wie geht ... ;)

Einige der hier im Board tätigen "Intensivberater" :super: und auch etliche andere Kollegen haben sich dort mit viel Mühe meiner "Situation" angenommen.

Aber sicher werden die auch speziell von Dir aufgeworfene Fragen beantworten und Dir die entsprechenden Tipps (aber auch "Erwartungswarnhinweise") geben ...

Viel Erfolg!
 
Hallo Angellord,
nur Mut, ich machs auch so wie Du, sogar noch schlechter, habe nämlich nur einen Westbalkon und ´habe trotzdem meinen Riesenspaß! Mein Raumschiff heißt 10" Dobson und mit O-III Filter düst der mich überall hin. Es kommt aber drauf an, wie hoch Dein Balkon ist? Im ersten Stock, wie bei mir komme ich manchmal nicht mehr an die Planeten ran, weil der Dobs dann zu tief gelagert ist und auf die Brüstung knallt. Ich könnte ihn dann wohl auf einen Tisch hieven, dazu bin ich daber dann immer zu faul.....also, keine Scheu, Stadt geht auf jeden Fall aúch.....Grüssle von Anette
 
Hallo Angellord,

befolge den Rat von Ralf, das ist wohl auch Deine Situation.

Sag mal, WO Du in Mannheim wohnst. Ich bin Alt-Mannheimer und kenne die Situation aus mehreren Stadtteilen heraus und könnte Dir dann genaueres sagen.

Ein guter Dobson wäre das ideale Gerät, je nach Höhe des Balkongitters sogar 10-12" Öffnung, damit Du über das Gitter kommst und nicht gleich dran kleben bleibst, wenn es mal mehr in Horizontnähe geht. Dazu einen O-III Filter gegen die Lichtverschmutzung und 2 gute Okus für den Anfang.

CS
Winfried
 
Hallo Angellord,

von der Schwetzinger Vorstadt aus hast Du nach Westen hin ja schon das meiste an Dreck hinter Dir gelassen.
Habe mal in der Schwetzinger Straße gewohnt, damals aber ohne Scope.

Von Deinem Standpunkt aus geht einiges! Zumindest südlich der BASF wirdt du recht guten Himmel haben (stadtmäßig natürlich).

CS
Winfried
 
Hi Angellord,

falls Du den Einsatz von Nebelfilter in Erwägung ziehst, dann empfehle ich Dir auch noch den Thread
"Anfänger-Filter"
Dort haben sich dankbarerweise die "Intensivberater" und weitere Kollegen speziell mit dem Einsatz von Filter in der "Balkonspechtelsituation", in der ich mich (und Du?) befinde, befasst.
Das war für mich wieder sehr lehr- und aufschlussreich.
Vielleicht hilft's Dir ja auch a bisserl weiter ... :)

Viel Erfolg!
 
Zitat von KlausTietzel:
Hallo Angellord,

dieser Artikel ist dazu interessant: http://www.svenwienstein.de/HTML/stadtastronomie.html

Ich selbst habe die Erfahrung gemacht, dass eine größere Öffnung sehr hilft vom Balkon aus. Bist Du Anfänger?
Die obige Seite ist auch sonst sehr lesenswert.

...
Hallo,
ich bin ein Neueinsteiger. Habe aber gedacht/gelesen das Ein lichstarkes Gerät seine Stärken unter "lichtverseuchtem" Himmel überhaupt nicht ausspielen kann, da die Himmelhelligkeit durch besagte Lichtstärke mitverstärkt wird.

Demnach also ein Gerät mit nicht zu großer Öffnung zu empfehlen ist. Stimmt das?

MFG Dan
 
Hallo Dan,

im Prinzip: ja
ein großes Öffnungsverhältnis braucht man vor allem für die Fotografie. Bei der visuellen Beobachtung ist mehr Öffnung des Teleskops immer besser, aber nicht die s.g. Lichtstärke.

Durch einen 12" Newton sieht man erheblich mehr als durch einen 8" Newton mit gleicher Lichtstärke, da der Spiegel ein größeres Lichtsammelvermögen hat.

Bei 8" wählt man normalerweise f6, maximal f5, bei größeren Geräten ab 10" fast immer f5, da ansonsten das Gerät (f6) zu lang ausfallen wird. Ab 18" dann f4-4,8, da man ansonsten eine Leiter benötigen würde, um zu beobachten.

Da Du Neueinsteiger bist, möchte ich Dich nicht mit Formeln und Tabellen maletrieren. Ich hoffe, Du dast diese Ausführungen auch so verstanden.

Gruß und CS
Winfried
 
Hallo Dan,

nein, das stimmt überhaupt nicht. Die Lichtstärke ist eine fotografische Eigenschaft, das heißt eine lichtstarke Optik hat fotografisch kurze Belichtungszeiten. Bei der visuellen Beobachtung jedoch wählt man eine Vergrößerung (indem man ein Okular passender Brennweite hernimmt). Dann kommt es nur noch auf die Öffnung des Teleskopes an und aus Öffnung und Vergrößerung ergibt sich dann eine "Bildhelligkeit", die im Begriff AP (Austrisstpupille) widergespiegelt wird. Man kann maximal eine AP von 7mm nutzen (bzw. genauer eine AP so groß, wie die Iris Deines Auges aufgehen kann). Im Prinzip kann jedes Teleskop mit dem passenden Okular diese AP liefern, nur kann man bei manchen Teleskopen keine passenden Okulare bekommen. Mehr dazu hier: http://www.svenwienstein.de/HTML/okulare1.html#Gesichtsfelder

Letztendlich also kommt es nicht auf das Teleskop an, das Teleskop kann einen höchstens einschränken.
Was unter streulichtverseuchtem Himmel aber wichtig ist, ist die Wahl einer passenden Bildhelligkeit (über die passende Vergrößerung). Wenn durch ein zu helles Bild der Himmelshintergrund zu hell wird, dann saufen schwache Nebel darin ab - das Auge kann nämlich dann die Helligkeitsunterschiede nicht mehr so gut wahrnehmen, weil sich grau in grau schlechter erkennen lässt, als "ganz schwach dunkelgrau vor pechschwarz".
Wenn man also nicht gerade Filter einsetzt, um den Himmelshintergrund dunkler zu machen (Nebelfilter für Emissionsnebel, nicht einfach Graufilter), dann muss man eine höhere Vergrößerung wählen, um dadurch den Himmelshintergrund abzudunkeln.
Mit der passenden Vergrößerung aber kann jede Optik beliebiger Öffnung auch unter schlechtem Himmel ihre Vorzüge ausspielen. Solange das gewünschte Objekt dann noch ins Bild passt, geht alles in Ordnung.
Nebel aber, die so schwach sind, dass man sie unter guten Bedingungen nur bei niedriger Vergrößerung (und hellem Bild) gerade eben erkennen kann, wird man aus der Stadt nie sehen. Das ist eben das Problem z.B. für Galaxienbeobachter. Bei Glaxien helfen eben auch keine Filter.

Clear Skies
Sven
 
Sorry, zu früh abgeschickt...
Muss mir die Beiträge erstmal in Ruhe durchlesen und Gedanken machen.
Schonmal Danke für die Antworten.

MFG Dan
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo,

einen Gruß aus dem linksrheinischen Altrip, quasi schräg gegenüber *grins*

Die Rheinebene ist, was die Beobachtungssituation betrifft, ja nun nicht gerade Deep Sky Country. Als Terassenspechtler hoffe ich immer auf die paar Nächte im Jahr in denen sich der Dauerdunst mal weniger bemerkbar macht und wenigstens die hellsten Deep Sky Objekte der jeweiligen Saison überhaupt zu Identifizieren sind.
Lasst mich daher, bezogen auf die lokale Bobachtungsituation, mal eine Lanze für die kleinen Optiken brechen.

Sicher sind grosse Öffnungen, entsprechende Filter etc. eine Hilfe beim Auffinden und Identifiziern. Spaß macht die Sache aber doch eigentlich erst wenn man das Entdeckte unter besserem Himmel, ausserhalb der Rheinebene, wesentlich detaillierter und genussvoller betrachten kann. Zurück auf dem heimischen Balkon ist das Objekt zwar auch noch zu sehen, aber der Spassfaktor nimmt ob der nun sichbaren Qualtät doch deutlich ab. Diese Überlegung hielt zumindest mich bisher davon ab mich zu "vergrössern".
Was unter den lokalen Bedingungen fast immer geht, sind eben die grossen Objekte, Sonne, Mond und die hellen Planeten. Hier ist meistens eine Detailerkennung möglich und lohnend.
Ohne nun technische Details anzuschneiden, darf ich mit Bezug auf die lokalen Bedingungen und dem Spaßfaktor evtl. einen kleinen Refraktor (Montierung Balkongeländertauglich) und einen Feldstecher empfehlen.





 
Hallo und Gruß aus Hockenheim,

ich schließe mich Klaus an. In unserer Ecke der Rheinebene macht das Beobachten wirklich keinen Spaß - zumindest ab dem Abend, an dem man mal unter einem richtig guten Himmel gestanden hat. Ich würde ein rel. kleines Teleskop enpfehlen. Neben dem angesprochenen Refraktor machen auch kleinere Reflektoren wie der gute alte 4,5" oder ein 6" (z.B. f/5) Sinn.
Wenn es irgendwie möglich ist, würde ich mit der Ausrüstung raus unter besseren Himmel. Schau mal in der Yahoo-group "astro-hd" vorbei. Wir treffen uns regelmäßig zum Spechteln im Odenwald und bilden dabei auch Fahrgemeinschaften. Mit einem 6"er ist die Chance auf eine Mitfahrgelegenheit deutlich höher als mit einem 10"er :-)
Du solltest auch nicht die Größe und das Gewicht eines Teleskopes ab 8" unterschätzen. Das beste Teleskop ist das oft genutzte!

Grüße

Wolf
 
Hallo Sven,

Bezüglich der Helligkeit:

Wenn man die Objektivbrennweite (f) durch den Objektivdurchmesser (D) teilt, erhält man das Öffnungsverhältnis f/D.
Und dieses gibt doch dann über die Lichtsstärke des Teleskopes auskunft, oder?

Also je kleiner der Wert f/D ist, desto lichtstörker ist das Teleskop.
Ein Teleskop mit f/D = 4 ist viel Lichtstärker als eines mit f/D=12.


Folgendes habe ich gelesen:
"Ein Gerät mit einem kleinen f/D nennt man auch "kurzbrennweitig"; man wird es eher für die Beobachtung lichtschwacher Himmelsobjekte einsetzten. Ein langbrennweitiges Instrument (mit f/D von 12 bis 15) eignet sich besonders dür die Beobachtung von Mond und Planeten"

Ohne jetzt erstmal auf die Okulare einzugehen, spielt die Lichtstärke bei der Stadtbeobachtung also nicht so sehr eine Rolle?

(Auf den 2. Teil deiner Antwort würde ich später nochmal eingehen)

MFG Dan
 
Hallo,

zum Thema Lichtstärke und visuelle Beobachtung:

Zitat:
"Ein langbrennweitiges Instrument (mit f/D von 12 bis 15) eignet sich besonders dür die Beobachtung von Mond und Planeten"
-> Das stimmt im allgemeinen so, da

1. bei Refraktoren (Achromaten) der Farbfehler durch das langsame Öffnungsverhältnis minimiert wird.
2. Bei obstruierten Spiegeloptiken die zentrale Abschattung direkt abhängig vom Öffnungsverhältnis ist.
3. mit "langsamen" Objektiven kommen auch die "einfacheren" Okulardesigns zurecht
4. Man muss bei langsamen Optiken zum Erreichen der sinnvollen maximal-Vergrösserung nicht extrem kurzbrennweitige Okulare (teuer, wenn der Augenabstand angenehm sein soll) oder Barlow-Kombis verwenden.
5. Die Fokussierung ist wesentlich leichter
6. auch Zusatzoptiken wie Binoansätze können verwendet werden (vor allem bei einem Mak-Cassegrain mit Hauptspiegelfokussierung)

Genau das war der Grund, mir als Zusatzoptik einen 127er f/12 MAK-Cassegrain anzuschaffen. Diesen ziehe ich dem Dobson bei der Mond und Planetenbeobachtung in jedem Fall vor. (Nachführkomfort, weniger Tubusseeing und keine Fangspiegelspikes)


Gruß Norbert
 
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
Zurück
Oben