AstroFritz
Aktives Mitglied
Moin,
schon länger verfolge ich die Entwicklung von Plattformen zum automatischen Einnorden.
Bis vor einigen Monaten gab es als fertige Lösung lediglich das Avalon UPAS.
Daneben existierten einige DIY Projekte auf GitHub, die jedoch nie wirklich überzeugend oder ansprechend waren.
Diese waren mir doch immer zu DIY.
Von OpenAstroTech gibt es außerdem schon länger die Möglichkeit, den OpenAstroTracker automatisch einnorden zu lassen.
Wenn man eine herkömmliche Montierung automatisch einnorden wollte, kam man also kaum am Avalon UPAS vorbei.
Mit den erforderlichen Adaptern landet man dabei jedoch schnell bei über 2000 €.
Diese Lösung war mir, insbesondere aufgrund der wenigen Informationen und Erfahrungsberichte im Netz, zu teuer.
Mittlerweile bringen immer mehr Hersteller eigene Plattformen auf den Markt.
JTW Astro wird voraussichtlich eine universelle Plattform anbieten.
Außerdem wird ML Astro in Kürze automatische Polwiegen für die SAL33 und die One auf den Markt bringen.
Für kleinere Montierungen und Tracker kann die Zenit Align Mini bereits vorbestellt werden.
Alle diese Produkte wurden erst in den vergangenen Wochen bzw. Monaten vorgestellt.
Durch Zufall bin ich auf YouTube auf Astrophilos aufmerksam geworden,
zunächst durch seine DIY OnStep HD Montierungen und später dann durch das AAPA.
Was ist das AAPA?
Das AAPA (Astrophilos Automatic Polar Alignment) ist eine Plattform zum automatischen Einnorden der Montierung, ähnlich wie das Avalon UPAS.
Zunächst wird mithilfe des NINA Three Point Polar Alignment (TPPA) der Ausrichtungsfehler ermittelt.
Anschließend korrigieren zwei Motoren in der Plattform diesen Fehler.
Zusätzlich dient das AAPA als Verlängerung zwischen Stativ und Montierung.
Das AAPA ist ein DIY Projekt.
Man „kauft“ (in Form einer Spende an den Ersteller) die Baupläne (CAD Dateien und PDF) und erhält dazu eine Teileliste.
Die Software für das AAPA ist mittlerweile Open Source.
Ich habe es gewagt und mir die Pläne für das AAPA gekauft.
Um die Plattform zu fertigen, gibt es verschiedene Möglichkeiten.
Am sinnvollsten ist es, die meisten Teile am Ende CNC fertigen zu lassen. In Deutschland ist eine solche Fertigung jedoch relativ teuer.
Anbieter wie JLCCNC aus China fertigen die benötigten Teile zu einem sehr guten Preis, sodass sich der Eigenbau der Plattform überhaupt lohnt.
Andernfalls könnte man sich auch direkt ein Avalon UPAS kaufen.
Theoretisch wäre es auch möglich, das AAPA zum Großteil oder sogar komplett aus 3D Druck Teilen zu fertigen.
Für kleine Tracker mag diese Variante ausreichend sein. Wer jedoch ein ausgewachsenes Setup montieren möchte, sollte das AAPA, bis auf wenige Teile, CNC fertigen lassen.
Ich habe mich für die CNC Variante entschieden.
Lediglich die Halterungen für die Motoren habe ich aus PETG gedruckt.
Für mein kleines Setup reicht diese Lösung aus. Es wäre jedoch sinnvoll, für den 3D-Druck ein hochwertigeres Material zu verwenden.
Weitere Teile habe ich auf Amazon und Aliexpress gekauft (Lager, Motoren, Schrauben und mehr).
Nach dem Zusammenbau sieht meine Plattform so aus:

Das Gehäuse für den Controller habe ich selbst designt.
Andernfalls würde der Controller außen „nackt“ angeschraubt werden.
Außerdem ermöglicht das Gehäuse den Anschluss eines herkömmlichen 12V Netzteils.
Später habe ich die Montage der Montierung noch etwas verbessert.
Dazu habe ich den oberen Ring meiner ZWO PE200 genommen und auf das AAPA geschraubt.
Dadurch lässt sich meine AM5 sehr einfach abnehmen.

Ich habe die Montierung mithilfe eines Kompasses grob nach Norden ausgerichtet.
Anschließend habe ich TPPA gestartet und das AAPA den Ausrichtungsfehler korrigieren lassen.
Nach etwa 5–6 Minuten (insgesamt zwei Durchläufen) sah das PA Ergebnis wie folgt aus:

Dabei habe ich an der Montierung selbst keine einzige Schraube gedreht.
Ich musste lediglich ein paar Buttons drücken, alles bequem vom PC aus.
Soweit so gut.
Funktionieren tut alles.
Die Software, die man bei GitHub herunterladen kann, liest den NINA Log aus und erhält daraus die benötigten Daten für die Korrektur.
Die Software ist eine Standalone Anwendung und somit kein Plugin o. Ä. für NINA.
Da ich es angenehmer finde, alles über eine Software zu steuern, habe ich KI gestützt ein Plugin entwickelt,
welches die Funktionen der Standalone Software aufgreift, meiner Meinung nach teilweise verbessert und so eine direkte Steuerung in NINA ermöglicht.
Außerdem habe ich die Firmware etwas angepasst.

Das Plugin greift ebenfalls auf das NINA Log zu, um anschließend die erforderlichen Anpassungen vorzunehmen.
Außerdem ist es möglich, das AAPA manuell zu bewegen und beispielsweise eine Homeposition zu setzen bzw. anzufahren.
Aktuell teste ich das Plugin noch.
Es sieht aber sehr vielversprechend aus und aktuell kann ich keine Fehler mehr finden.
Was kostet der Spaß?
Insgesamt habe ich etwa 700 € ausgegeben.
Wenn man bedenkt, dass man bei einem UPAS schnell bei 2000 € landet, ist das meiner Meinung nach ein guter Preis.
Besonders wenn man Spaß an DIY Projekten hat, lohnt sich der Eigenbau richtig.
Ich bin aktuell sehr zufrieden mit dem AAPA.
Für mich ist es eine große Erleichterung keine Polausrichtung mehr vornehmen zu müssen.
Was sagt ihr zu der Plattform?
Link zum AAPA:
astrophiloslab.com
Link zur Software:
github.com
Viele Grüße
Brian
schon länger verfolge ich die Entwicklung von Plattformen zum automatischen Einnorden.
Bis vor einigen Monaten gab es als fertige Lösung lediglich das Avalon UPAS.
Daneben existierten einige DIY Projekte auf GitHub, die jedoch nie wirklich überzeugend oder ansprechend waren.
Diese waren mir doch immer zu DIY.
Von OpenAstroTech gibt es außerdem schon länger die Möglichkeit, den OpenAstroTracker automatisch einnorden zu lassen.
Wenn man eine herkömmliche Montierung automatisch einnorden wollte, kam man also kaum am Avalon UPAS vorbei.
Mit den erforderlichen Adaptern landet man dabei jedoch schnell bei über 2000 €.
Diese Lösung war mir, insbesondere aufgrund der wenigen Informationen und Erfahrungsberichte im Netz, zu teuer.
Mittlerweile bringen immer mehr Hersteller eigene Plattformen auf den Markt.
JTW Astro wird voraussichtlich eine universelle Plattform anbieten.
Außerdem wird ML Astro in Kürze automatische Polwiegen für die SAL33 und die One auf den Markt bringen.
Für kleinere Montierungen und Tracker kann die Zenit Align Mini bereits vorbestellt werden.
Alle diese Produkte wurden erst in den vergangenen Wochen bzw. Monaten vorgestellt.
Durch Zufall bin ich auf YouTube auf Astrophilos aufmerksam geworden,
zunächst durch seine DIY OnStep HD Montierungen und später dann durch das AAPA.
Was ist das AAPA?
Das AAPA (Astrophilos Automatic Polar Alignment) ist eine Plattform zum automatischen Einnorden der Montierung, ähnlich wie das Avalon UPAS.
Zunächst wird mithilfe des NINA Three Point Polar Alignment (TPPA) der Ausrichtungsfehler ermittelt.
Anschließend korrigieren zwei Motoren in der Plattform diesen Fehler.
Zusätzlich dient das AAPA als Verlängerung zwischen Stativ und Montierung.
Das AAPA ist ein DIY Projekt.
Man „kauft“ (in Form einer Spende an den Ersteller) die Baupläne (CAD Dateien und PDF) und erhält dazu eine Teileliste.
Die Software für das AAPA ist mittlerweile Open Source.
Ich habe es gewagt und mir die Pläne für das AAPA gekauft.
Um die Plattform zu fertigen, gibt es verschiedene Möglichkeiten.
Am sinnvollsten ist es, die meisten Teile am Ende CNC fertigen zu lassen. In Deutschland ist eine solche Fertigung jedoch relativ teuer.
Anbieter wie JLCCNC aus China fertigen die benötigten Teile zu einem sehr guten Preis, sodass sich der Eigenbau der Plattform überhaupt lohnt.
Andernfalls könnte man sich auch direkt ein Avalon UPAS kaufen.
Theoretisch wäre es auch möglich, das AAPA zum Großteil oder sogar komplett aus 3D Druck Teilen zu fertigen.
Für kleine Tracker mag diese Variante ausreichend sein. Wer jedoch ein ausgewachsenes Setup montieren möchte, sollte das AAPA, bis auf wenige Teile, CNC fertigen lassen.
Ich habe mich für die CNC Variante entschieden.
Lediglich die Halterungen für die Motoren habe ich aus PETG gedruckt.
Für mein kleines Setup reicht diese Lösung aus. Es wäre jedoch sinnvoll, für den 3D-Druck ein hochwertigeres Material zu verwenden.
Weitere Teile habe ich auf Amazon und Aliexpress gekauft (Lager, Motoren, Schrauben und mehr).
Nach dem Zusammenbau sieht meine Plattform so aus:

Das Gehäuse für den Controller habe ich selbst designt.
Andernfalls würde der Controller außen „nackt“ angeschraubt werden.
Außerdem ermöglicht das Gehäuse den Anschluss eines herkömmlichen 12V Netzteils.
Später habe ich die Montage der Montierung noch etwas verbessert.
Dazu habe ich den oberen Ring meiner ZWO PE200 genommen und auf das AAPA geschraubt.
Dadurch lässt sich meine AM5 sehr einfach abnehmen.

Ich habe die Montierung mithilfe eines Kompasses grob nach Norden ausgerichtet.
Anschließend habe ich TPPA gestartet und das AAPA den Ausrichtungsfehler korrigieren lassen.
Nach etwa 5–6 Minuten (insgesamt zwei Durchläufen) sah das PA Ergebnis wie folgt aus:

Dabei habe ich an der Montierung selbst keine einzige Schraube gedreht.
Ich musste lediglich ein paar Buttons drücken, alles bequem vom PC aus.
Soweit so gut.
Funktionieren tut alles.
Die Software, die man bei GitHub herunterladen kann, liest den NINA Log aus und erhält daraus die benötigten Daten für die Korrektur.
Die Software ist eine Standalone Anwendung und somit kein Plugin o. Ä. für NINA.
Da ich es angenehmer finde, alles über eine Software zu steuern, habe ich KI gestützt ein Plugin entwickelt,
welches die Funktionen der Standalone Software aufgreift, meiner Meinung nach teilweise verbessert und so eine direkte Steuerung in NINA ermöglicht.
Außerdem habe ich die Firmware etwas angepasst.

Das Plugin greift ebenfalls auf das NINA Log zu, um anschließend die erforderlichen Anpassungen vorzunehmen.
Außerdem ist es möglich, das AAPA manuell zu bewegen und beispielsweise eine Homeposition zu setzen bzw. anzufahren.
Aktuell teste ich das Plugin noch.
Es sieht aber sehr vielversprechend aus und aktuell kann ich keine Fehler mehr finden.
Was kostet der Spaß?
Insgesamt habe ich etwa 700 € ausgegeben.
Wenn man bedenkt, dass man bei einem UPAS schnell bei 2000 € landet, ist das meiner Meinung nach ein guter Preis.
Besonders wenn man Spaß an DIY Projekten hat, lohnt sich der Eigenbau richtig.
Ich bin aktuell sehr zufrieden mit dem AAPA.
Für mich ist es eine große Erleichterung keine Polausrichtung mehr vornehmen zu müssen.
Was sagt ihr zu der Plattform?
Link zum AAPA:
AstrophilosLab | Astronomical Instruments You Can Build
Open, hackable astrophotography tools — automatic polar alignment, DIY mounts, and the AP-11. Tools you can understand, modify, and own.
Link zur Software:
GitHub - AstrophilosLab/AAPA: This is the github repository for the AAPA, all the firmware and software will be fully open source, the cad files will not be.
This is the github repository for the AAPA, all the firmware and software will be fully open source, the cad files will not be. - AstrophilosLab/AAPA
Viele Grüße
Brian
Zuletzt bearbeitet:

