BAK 4 oder BK 7 erkennen

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lukeflo

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Moin,

noch eine kurze Frage an die FG-Expert:innen.
Gibt es eine Möglichkeit bei FG, deren innere Bauart man nicht genau kennt, herauszufinden, welche Art von Prismen verbaut wurden? Z.B. durch einen Test o.Ä.?

Gruß
Florian
 
Normalerweise reicht ein Blick ins Okular : wenn die Pupille eine viereckige Abschattung zeigt ist es wohl BK7. Das kommt aber haupsächlich bei sehr billigen Porros vor.
Eine Ausnahme sind Abbe - König - Dachkant, weil da die Reflexionswinkel in den Prismen so flach sind, daß BK7 ausreicht. (Abbe -König haben eine relativ lange Bauart zB Optolyth Royal 9 x 63 und ihre Klone.
Die Schmidt - Pechan Dachkant brauchen wie die Porros BAK 4 .
Felix
 
Gibt es eine Möglichkeit bei FG, deren innere Bauart man nicht genau kennt, herauszufinden, welche Art von Prismen verbaut wurden? Z.B. durch einen Test o.Ä.?
Vermutlich hast du gehört, dass Prismen aus BAK 4 teurer und deshalb vermutlich "besser" sind als solche aus BK 7 sind. Und dass Gläser mit solch "billigem" BK 7 an ihren unrunden viereckigen Austrittspupillen erkannt werden können.

Das muss aber nicht generell stimmen. Für die Funktion von Prismen in Ferngläsern ist es wichtig, dass sie die zur Bildaufrichtung erforderliche Strahlumlenkung möglichst frei von Aberrationen und insbesondere auch ohne Einschränkung der effektiven Eintrittspupille leisten. BAK 4 hat einen etwas höheren Brechungsindex und kann daher etwas steilere Einfallswinkel noch verlustfrei in Totalreflexion durch die Optik transportieren. Das ist dann bei kurzbauenden Optiken mit schellem Öffnungsverhältnis von Vorteil. Andererseits hat BAK 4 eine höhere Dispersion, erfordert also entsprechende Kompensation zur Vermeidung von Farbfehlern.

Wie gut ein Fernglas ist, hängt letztlich weniger davon ab, ob die Prismen aus BAK 4 oder BK 7 sind, sondern davon, ob das optische Konzept stimmig auf das verwendete Prismenmaterial ausgelegt ist. Bei schlecht ausgelegten Konstruktionen kann es passieren, dass ein Teil des im Objektiv einfallenden Lichts in den Prismen nicht mehr totalreflektiert wird, und das passiert bei BK 7 etwas früher als bei BAK 4. Das würde sich dann in einer unrunden und diffus begrenzten Austrittspupille offenbaren. Wichtig ist aber auch, dass die Prismen groß genug sind und nicht aufgrund von unzureichender Öffnung zu Lichtverlust führen.

Eine runde Austrittspupille beweist also nicht automatisch, dass BAK 4 verbaut wurde, sondern nur, dass solche Verluste nicht auftreten.

BAK 4 versus BK 7
 
Zuletzt bearbeitet:
Soweit ich das weiß (ich beziehe mich auf das Fernglasbuch von Holger Merlitz) funktioniert BK7 bis F/5 - so wie ich das verstanden habe aber nur auf der Achse da der Bildwinkel zum Öffnungswinkel oben drauf kommt. Die meisten Ferngläser haben aber F/4 oder schneller (mein altes Eschenbach 9 x 63 hat F/3) so daß ich kein Fernglas mit BK 7 und Porro mehr nehmen würde.
Es kommt bei besseren Ferngläsern auch praktisch nicht mehr vor. Der verlinkte Beitrag scheint mir in der Hinsicht veraltet.
Schon die besseren Chinagläser haben BAK 4. Richtig ist, daß diese Gläser sonst keine Vorteile haben. Sie haben etwas schlechtere Transparenz, sind schwerer und teurer. Das optimale Glas in der Hinsicht gibt es noch noch - oder doch - es wäre das Perger Fernglas. Es gibt bei Leica welche aber mit Entfernungsmesser welches aber nur Jäger, Sportschützen und James Bond brauchen und fast 3000 E kostet.
Felix
 
Moin,

Vermutlich hast du gehört, dass Prismen aus BAK 4 teurer und deshalb vermutlich "besser" sind als solche aus BK 7 sind.
so wird es ja zumindest beworben. Dass Werbung nicht gleich Wahrheit ist, ist mir natürlich bewusst. Es geht mir auch weniger darum möglichst nur Bak4 Gläser zu haben, sondern um Folgendes:

Ich besitze einige ältere FG von Revue - ein 8x40 9° WF, ein 7-21x40 Zoom (ziemlich eindeutig ein Revue gelabeltes Vixen Ascot) und es kommt noch ein 10x50 7° WF. Alle gebraucht gekauft zwischen 10 und 30 Euro.
Gerne würde ich sie mal mit teureren Gläsern vergleichen, um zu erkennen, ob bzw wie groß der subjektive Unterschied überhaupt ist. Leider habe ich dazu weder die finanzielle noch eine andere Möglichkeit. Da ich mal davon ausgehe, dass die billigen Gläser eher Bak7 haben (ausser das Zoom, da steht B 4 drauf), wollte ich halt wissen, ob es sonst Möglichkeiten gibt das eventuell zu erkennen.
Bin überhaupt nicht unzufrieden mit den Gläsern, ganz im Gegenteil sogar. Interessant finde ich aber halt auch, wie diese älteren Japan-Gläser mit vmtl. Bak7 Glas gegen moderne Einsteigergeräte bis etwa 100 Euro aus China abschneiden, die Bak4 verbaut haben (z.B. von Bresser, Meade, Celestron usw.). Und ob sich der unglaubliche Mehrpreis von mehreren hunderten Euro bei hochwertigeren Gläsern im Vergleich zu den älteren lohnt. Da hat ja möglicherweise jemand schon Erfahrungen.

Gruß
 
Also das 10x50 ist heute gekommen. Sowohl dieses als auch das 8x40 haben eckige Austrittspupillen. Wobei es bei dem 10x50 deutlich stärker hervortritt. Da sieht man die eckigen Abschattungen auch recht deutlich beim Durchblick, was beim 8x40 nicht der Fall ist.
Jetzt interessiert mich natürlich schon, wie im Vergleich ein günstiges sowie ein teureres Bak 4 Glas abschneiden...
 
Hallo Florian,

an meinem Jenoptem 10x50w ist die Austrittspupille kreisrund. Man erkennt aber die eckigen Prismenformen in etwas Abstand von der Austrittspupille.
Eine eckige AP verschenkt sicher Lichtleistung und Schärfe.
Ich würde dir empfehlen in ein höherwertiges FG zu investieren, das dich ein Lebenlang begleitet!
VG Frank
 
Hallo Ralf,
interessanter Artikel! Verkaufsargumente zielen sicher auf höheren Umsatz und entbehren der Optik und der Lehre vom Licht! VG Frank
 
Hallo,

habe mir nun noch ein gebrauchtes Pentax PCF 8x40 geholt, da ich schon wissen wollte, wie und ob sich Unterschiede bemerkbar machen. Das knappe Fazit:

- Das 10x50 WF von Revue ist wirklich deutlich am Ende einzuordnen. Hier erkennt man bei normalen Tagbetrachtungen, dass das Bild flauer, abseits der Achse schnell unscharf und an den Rändern tatsächlich eckig auftretend abgeschattet ist. Trotzdem ist das Bild noch einigermaßen in Ordnung, fällt aber halt zu den anderen merklich ab.
- Das Vixen 7-21x40 Zoom ist für ein Zoomfernglas wirklich ganz ordentlich. Aber das kleine Feld und vermutlich die Zoomfunktion sorgen nicht gerade für Astrospaß. man sieht nicht viel und Randunschärfe ist auf jeden Fall merklich vorhanden, was eben durch das kleine Feld doppelt ins Gewicht fällt. Nur am Mond macht es sich wirklich gut; denn - mit Stativ - liefert auch die 21-fache Vergrößerung ein scharfes und erstaunlich farbfreies Bild auf der Achse. Tagsüber fallen Feld und Randunschärfe nicht so dolle ins Gewicht. Da ist halt schön, dass man an beobachtete Objekte (z.B. Vögel) schnell mal ranzoomen kann, um auch Details zu erkennen.
- Das Pentax 8x40 PCF hat mit 6,3° GF nicht ganz den WF-Charakter der Revuegläser. Die Abbildung ist jedoch sehr gut und das auch bis fast zum Rand. Sterne erscheinen wirklich sehr fein und auch am Mond zeigt es scharfe Details ohne wahrnehmbaren Farbfehler. Dazu hat es von allen den mit Abstand komfortabelsten Einblick; auch mit Brille!
- Das Revue 8x40 mit 9° Feld schneidet gerade gegen das ursprünglich deutlich teurere Pentax erstaunlich gut ab. Das Bild ist sehr ähnlich, ebenfalls schön scharf im größten Teil des Feldes und auch bei der Transmission erkenne ich helligkeitsmäßig keinen Unterschied. Lediglich der Kontrast schein minimal, aber wirklich minimal schlechter zu sein. Die Randunschärfe ist auch nicht sehr ausgeprägt, hat aber einen größeren Prozentsatz am Feld als beim Pentax. Da das Feld allerdings fast 3° größer ist, fängt beim Revue die Unschärfe erst an, wo beim Pentax schon Gehäuse ist. Ergo bleibt der scharfe Bereich bei beiden mindestens gleich auf.

Da beide letzten sehr ähnlich sind, bin ich noch am überlegen, welches ich behalte. Das pentax hat für mich als Brillenträger den entspannteren Einblick, das Revue das größere Feld...

Normalerweise reicht ein Blick ins Okular : wenn die Pupille eine viereckige Abschattung zeigt ist es wohl BK7. Das kommt aber haupsächlich bei sehr billigen Porros vor.
Eine Ausnahme sind Abbe - König - Dachkant, weil da die Reflexionswinkel in den Prismen so flach sind, daß BK7 ausreicht. (Abbe -König haben eine relativ lange Bauart zB Optolyth Royal 9 x 63 und ihre Klone.
Die Schmidt - Pechan Dachkant brauchen wie die Porros BAK 4 .
Felix
Hierzu: Das Revue 8x40 hat tatsächlich, wie schon mal geschrieben, einen austretenden Lichtkegel, der am Rand eckig verdunkelt wirkt. Das Pentax hingegen einen kreisrunden. Beim Durchblick sehe ich davon beim Revue allerdings nichts mehr. Ob das wirklich ein Hinweis auf Bak-7 ist, kann ich nicht beurteilen. Doch es ist ja durchaus anzunehmen, dass bei dem billigeren und älteren Revueglas diese Prismensorte verbaut wurde. Optisch sehe ich dann allerdings wirklich so gut wie keinen Unterschied von dem etwas schwächeren Kontrast mal abgesehen, der aber auch fast unter "Einbildung" fallen könnte (s.o.).

Gruß
Florian
 
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