Hallo,
habe mir nun noch ein gebrauchtes Pentax PCF 8x40 geholt, da ich schon wissen wollte, wie und ob sich Unterschiede bemerkbar machen. Das knappe Fazit:
- Das 10x50 WF von Revue ist wirklich deutlich am Ende einzuordnen. Hier erkennt man bei normalen Tagbetrachtungen, dass das Bild flauer, abseits der Achse schnell unscharf und an den Rändern tatsächlich eckig auftretend abgeschattet ist. Trotzdem ist das Bild noch einigermaßen in Ordnung, fällt aber halt zu den anderen merklich ab.
- Das Vixen 7-21x40 Zoom ist für ein Zoomfernglas wirklich ganz ordentlich. Aber das kleine Feld und vermutlich die Zoomfunktion sorgen nicht gerade für Astrospaß. man sieht nicht viel und Randunschärfe ist auf jeden Fall merklich vorhanden, was eben durch das kleine Feld doppelt ins Gewicht fällt. Nur am Mond macht es sich wirklich gut; denn - mit Stativ - liefert auch die 21-fache Vergrößerung ein scharfes und erstaunlich farbfreies Bild auf der Achse. Tagsüber fallen Feld und Randunschärfe nicht so dolle ins Gewicht. Da ist halt schön, dass man an beobachtete Objekte (z.B. Vögel) schnell mal ranzoomen kann, um auch Details zu erkennen.
- Das Pentax 8x40 PCF hat mit 6,3° GF nicht ganz den WF-Charakter der Revuegläser. Die Abbildung ist jedoch sehr gut und das auch bis fast zum Rand. Sterne erscheinen wirklich sehr fein und auch am Mond zeigt es scharfe Details ohne wahrnehmbaren Farbfehler. Dazu hat es von allen den mit Abstand komfortabelsten Einblick; auch mit Brille!
- Das Revue 8x40 mit 9° Feld schneidet gerade gegen das ursprünglich deutlich teurere Pentax erstaunlich gut ab. Das Bild ist sehr ähnlich, ebenfalls schön scharf im größten Teil des Feldes und auch bei der Transmission erkenne ich helligkeitsmäßig keinen Unterschied. Lediglich der Kontrast schein minimal, aber wirklich minimal schlechter zu sein. Die Randunschärfe ist auch nicht sehr ausgeprägt, hat aber einen größeren Prozentsatz am Feld als beim Pentax. Da das Feld allerdings fast 3° größer ist, fängt beim Revue die Unschärfe erst an, wo beim Pentax schon Gehäuse ist. Ergo bleibt der scharfe Bereich bei beiden mindestens gleich auf.
Da beide letzten sehr ähnlich sind, bin ich noch am überlegen, welches ich behalte. Das pentax hat für mich als Brillenträger den entspannteren Einblick, das Revue das größere Feld...
Normalerweise reicht ein Blick ins Okular : wenn die Pupille eine viereckige Abschattung zeigt ist es wohl BK7. Das kommt aber haupsächlich bei sehr billigen Porros vor.
Eine Ausnahme sind Abbe - König - Dachkant, weil da die Reflexionswinkel in den Prismen so flach sind, daß BK7 ausreicht. (Abbe -König haben eine relativ lange Bauart zB Optolyth Royal 9 x 63 und ihre Klone.
Die Schmidt - Pechan Dachkant brauchen wie die Porros BAK 4 .
Felix
Hierzu: Das Revue 8x40 hat tatsächlich, wie schon mal geschrieben, einen austretenden Lichtkegel, der am Rand eckig verdunkelt wirkt. Das Pentax hingegen einen kreisrunden. Beim Durchblick sehe ich davon beim Revue allerdings nichts mehr. Ob das wirklich ein Hinweis auf Bak-7 ist, kann ich nicht beurteilen. Doch es ist ja durchaus anzunehmen, dass bei dem billigeren und älteren Revueglas diese Prismensorte verbaut wurde. Optisch sehe ich dann allerdings wirklich so gut wie keinen Unterschied von dem etwas schwächeren Kontrast mal abgesehen, der aber auch fast unter "Einbildung" fallen könnte (s.o.).
Gruß
Florian