Re: Auch die Dispersion spielt eine Rolle
Hallo Frank,
ich kann alles unterschreiben, was Du zu BaK4 und BK7 geschrieben hast, aber möchte noch einen Aspekt ergänzen. Ich bestätige also, daß es letztlich auf die optimale Gesamtabstimmung ankommt. Wenn aufgrund des Öffnungsverhältnisses und der Prismenart der Grenzwinkel der Totalreflexion auch beim BK7 mit dem etwas niedrigeren Brechungsindex (1,51872 gegenüber 1,57125 bei BK4) nicht unterschritten wird, bringt BK4 keinen Vorteil, sondern sogar einen Nachteil: BK4 hat nämlich eine kleinere Abbesche Zahl (55,85 gegenüber 63,96 bei BaK7), also die größere Dispersion. Dispersion aber bedeutet Farbaufspaltung, aus der sichtbare Farbsäume resultieren können.
Sowohl BaK4 als auch BK7 sind Qualitätsgläser, die sich von namenlosen Gläsern schon mal positiv abheben. Ob BaK4 oder BK7 besser ist, kann man also nicht pauschal ohne Kenntnis aller Konstruktionsdetails sagen. Abgesehen davon sind die Güte der Grenzflächen (der durchlassenden und reflektierenden Flächen), bei bestimmten Prismenformen auch die Winkelgenauigkeit und nicht zuletzt die Güte der Objektiv- und Okularkonstruktion sowie die Qualität der tatsächlichen Ausführung (die bei vielen Billiggläsern weit hinter dem theoretisch erzielbaren Optimum des jeweiligen Designs weit zurückbleiben kann) inklusive der Justage wichtig. Die Entscheidung für oder gegen ein Fernglas allein oder auch nur weitgehend vom Prismenglas abhängig zu machen, wäre sicher falsch!
MfG Walter E. Schön