Barlow Linse

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SRUastro

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Moin,
Ich brauche mal euer Schwarmwissen. Ich habe einen 200/800mm Newton f4 mit Komakorrektor und dahinter nen OAG, ein Filterrad und meine Astrocam. Backfokus 55mm.
Wenn ich jetzt den Komakorrektor abschraube, kann ich da jede Barlowlinse dran schrauben? Haben die auch ein Backfokus Maß? Oder ist das nicht relevant, bei einer Barlowlinse?
Ich hatte mal die 3x 2“ Barlow von Explorer Scientific getestet. Da bin ich nicht in den Fokus gekommen. Die war irgendwie „zu lang“.

Freue mich auf eure Aufklärung ?
Thx
Stefan
 
Hallo Stefan,

ja das kann funktionieren, allerdings wird die Barlow Linse vermutlich ein Stück in den Okularauszug hinein müssen. So etwa dahin, wo vorher der Komakorrektor war.

Mit einer 1.25" Barlow sollte das kein Problem sein, ich würde für einen Newton die komakorrigierende Barlow Linse empfehlen. Mit einer 2" Barlow geht es dann, wenn sie über M48 Verlängerungen im Okularauszug versenkt werden kann. Die telezentrische 3x Explore Barlow wird aber mechanisch wohl nicht passen, ist aber auch für einen schnellen Newton mangels Komakorrektion nicht geeignet.

CS
Arnold
 
Hi!

Was zu beachten ist ist, dass eine Barlow nur in einem bestimmten Abstand den angegebenen Vergrößerungsfaktor hat. Je größer der Abstand, desto mehr Vergrößerung – Zoom-Okulare funktionieren ähnlich. Bei einer Telezentrik kann der Abstand in größerem Maß variieren, ohne dass es Probleme gibt.

Eine Formel dazu gibt's z.B. hier: https://www.baader-planetarium.com/...hiedenen_vergr_erungen_mit_der_vip_barlow.pdf
und mehr zum Verständnis hier: Über den Einsatz telezentrischer Systeme / Baader Planetarium Blog Beiträge

Beste Grüße,
Alex
 
Moin,
also die Explorer Scientific hätte ich tatsächlich in den OAZ schieben müssen.
Jetzt habe ich eine Omegon Oberon Barlowlinse 2,5x 2''. Die "scheint" einen Backfokus von mehr als 55mm zu haben. Hat da jemand eine Info, wo der Backfokus dieser Linse ist?
Gruß
Stefan
 
Vielleicht weiß das Omegon/Astroshop als "Hersteller"?
Wenn die Barlows für visuell ausgelegt sind, sollten sie die angegebene Vergrößerung mit Okularen erreichen (da ist die Feldblende und somit die Bildebene etwa auf Höhe des Übergangs vom Okularkörper zur Steckhülse – die Abweichungen sorgen dafür, dass nur wenige Okulare parfokal sind). Mit einer DSLR ist die Vergrößerung dann natürlich größer.
Bei fotografischen Modellen sollte das Hersteller eigentlich angeben oder zumindest wissen.

Beste Grüße,
Alex
 
Hallo Stefan,
die Komakorrektur brauchst du nicht bei f/4, oder machst du nur Planeten auf der optischen Achse?
LG
 
Moin. Ich habe bei Astroshop gekauft und die rätseln leider nur herum, welche Barlow passen könnte. Nachdem ich ketzt die Zweite nicht passende ausprobiert habe, geht auch die zurück. Bin jetzt soweit, dass ich verstanden habe, dass das Auflagemaß von der Barlow zum Sensor lediglich über die Vergrößerung entscheidet - nicht aber über die Schärfe. Also bleibt nur der OAZ, um in den Fokus zu kommen. Das hat mit beiden 2" Linsen nicht funktioniert. Ich bekomme jedes Mal ein graues Bild was wie ein BIAS ausschaut ;-). Ob da eine 1.25" Barlow besser wäre??? Eigentlich habe ich mit dem Skywatcher Quattro 200P kein untypisches Teleskop... irgendwie verstehe ich das nicht... Wo ist der Fehler?

@Quanten: nee, ich mache vorwiegend Deep Sky. Aber die ZWO ASI2600 löst auch in den Ecken gigantisch auf... da ist der Korrektor schon sinnvoll.
 
Hi!

Ja, der Abstand Barlow<=>Sensor/Feldblende bestimmt nur den Vergrößerungsfaktor.
Der Okularauszug muss weiter rein, weil die Barlow näher an das Objektiv muss.
Schau dir auch mal Barlowlinsen, ihre Vergrößerungsfaktoren und Abstände / Baader Planetarium Blog Beiträge an: Die Fokusveränderung schwankt da zwischen 4mm bei der Q-Barlow und 34mm bei einigen anderen Modellen (am Refraktor ohne Korrektor – keine Ahnung, wo man den Korrektor einbauen muss, wenn eine BArlow dazu kommt, und wie das dann mit den Abständen aussieht).

Ob das jetzt an der Konstruktion von Optik oder Gehäuse liegt, keine Ahnung.

Beste Grüße,
Alex
 
Danke Alex. Ich kann mir nur denken, dass es am OAZ liegt. Aber die Teile werden doch in Masse verkauft und ich habe nie gehört, dass es da Probleme gibt. Werde mir mal ne Skywatcher Barlow bestellen...
 
Hi!

Newtons machen ja immer gerne Probleme, wenn es um große Verstellwege geht. Und die Barlow verändert je nach Konstruktion die Fokuslage. Wenn du je nach Barlow 3 cm weiter rein musst, ragt halt auch das Auszugsrohr entsprechend weiter rein und ggf. in den Strahlengang.

Wenn du die 55 Backfocus von deinem Kamerasetup plus sagen wir 3,5 cm Worst Case für Barlow nmmst, bist du 9 cm weiter drin verglichen mit einem Okular. Dann gibt es entweder die ewig langen Okularauszüge mit Verlängerungshülsen für den visuellen Einsatz (es gibt immer wieder Threads, bei denen die Leute am Dobson nicht in den Fokus kommen, weil sie beim Okular die Hülse vergessen oder mit der DSLR dran lassen), oder das Okularauszugsrohr ragt ggf. weit in den Tubus.

Und es gibt vielleicht auch nicht zu viele, die mit 8" f/8 Deep Sky fotografieren wollen - und für die gibt's dann andere Teleskope ;)

Viel Erfolg,
Alex
 
Bei Verwendung der Explore Scientfic Focal Extender an den Quattros wird der Fokus weit nach außen gelegt. Focal Extender im OAZ klemmen und vor Filterrad und OAG 2" Verlängerungshülsen. Wie viel genau musst Du ermitteln, mit 50-70 mm Verlängerung oder mehr musst Du rechnen. Dazu kommt die Hülse, die den Image Train im Focal Extender hält.
Für DeepSky halte ich das vom Sampling her und der zu erwartenden Integrationszeit für Blödsinn.
Du rutschst damit massiv ins Oversampling, das Objekt wird größer, zeigt aber nicht mehr Details sondern matscht nur noch. Da ist ein Crop des Bildes mit Komakorrektur und ohne Barlow sinnvoller. Generell ist für die Nutzung des gesamten Feldes (APS-C) meiner Meinung nach die Verwendung eines Komakorrektors unverzichtbar.
Wenn es wirklich größer werden soll:
2" komakorrigierende Barlow von APM

Hier kann gerecht werden, ob das Sampling passt: Rechner Sampling

CS, Ralf
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Ralf,

ich habe meine daten in astronomy.tools eingegeben. Das Ergebnis ist als Bild anbei. Was ich aber nicht kapiere (bin wohl zu doof) ist, wie viel mm Distancehüöse ich zwischen die Barlow und meinem auf 55mm ausgerichteten Setup (ASI2600 + Filterrad + OAG = 55mm Backfocus) schrauben muss???
Könntest Du mir das bitte verraten???
Thx
Stefan
 

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    Barlow.png
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Man kann die erforderlichen Abstände mit dem Barlow Formalismus berechnen.

a = [(M - 1) / M] f ........................ Abstand der Barlow vor dem originalen Teleskopfokus
b = (M - 1) f .................................. Abstand der Barlow vor dem verschobenen Fokus
M = b / a ........................................ Vergrößerungsfaktor
Δ = b - a ......................................... Fokalverschiebung

Barlow.jpg

(Eigene Grafik)

Mit f = -62,9 mm für die Brennweite der APM/Düring Barlow erhält man (unter Weglassung negativer Vorzeichen):

Code:
   M      a      b      Δ

        (mm)    (mm)   (mm)

  1,75  27,0   47,2    20,2
  2,0   31,5   62,9    31,5
  2,25  34,9   78,6    43,7
  2,5   37,7   94,4    56,6
  2,7   39,6   106,9   67,3  (nominelle Konfiguration)
  3,0   41,9   125,8   83,9
  3,25  43,5   141,5   98,0
  3,5   44,9   157,2  112,3

Gruß, Peter
 
Danke Peter!!! Das probiere ich nachher mal aus. Werde also zu meinen 55mm Backfokus nochmal 52mm Distanzfülsen zwischen Barlow und OAG schrauben und schauen, ob ich mehr sehe, als nur graues Rauschen ;-)
 
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