Anette_Aslan
Aktives Mitglied
Hallo Astrogemeinde,
mit meiner "headline" hoffe ich, alle Profis und FH-Kritiker etwas herauszufiltern....ansonsten rate ich zum Abtreten, bevor Ärger hochkommt oder Zweifel.
Es klarte gestern gegen Abend auf und zwar auf höchst seltene Achtachtel total wolkenlos! Mit 15 Grad und Windstille wollte sich was offenbaren.
Darauf wollte ich mich denn auch wirklich vorbereiten, einen Plan machen, mich auf Karten orientieren, mir Ziele stecken.
So positionierte ich meinen Titan 152/1200 in den oberen Hangarten auf eine leider total durchweichten Wiese, meinen Dobsi aber ein Reisfeld weiter runter, weil mir die Rockerbox in diesem Swimmingpool Schaden genommen hätte.
Astrostuhl raus, Okutasche auf einer Platte abgelegt, Rotlichtlampe an einen Stab über meine STernkarten gehängt, mir den Karkoschka wieder und wieder zu Gemüte geführt und dann um 23:30h nix wie raus!
Wenn mir der Titan auf der schweren ADM Anfangs wie 10 wilde Hengste vorkam, hab ich ihn nun nach und nach gezähmt. Dieses Teleskop zu führen lässt stolze Gefühle in mir aufkommen und Assoziationen mit den "Hengstbändigerskulpturen" aus dem Dritten Reich bleiben nicht aus. Mit großer Kraft muß man es führen, wenn man seine Ballance für bequemes Schauen etwas verschiebt. Anfangs mit richtiger Angst und Bange, nun aber mit immer größer werdender Selbstsicherheit. Als führerscheinloses Wesen könnte ich mir vorstellen, das Motoradfäns einer schweren Maschine ähnlich empfinden müssen.
Doch nun zum Schauen!
Wenn Saturn so dirket vor einem steht, bietet der sich zuerst an: im 13er Hyp glasklar und ohne irgendwelche Farbfehler gefolgt von seinen Mondchen, plastisch auf tiefschwarzem Grund. Cassini konnte ich im 13er nicht wirklich sehen, doch den Schatten des Ringes auf der Kugel sehr deutlich. Ich kam nicht weg vom Okular, Schweigen stellte sich ein....wieder und wieder schob ich ihn an den Rand und lies ihn langsam durchs Gesichtsfeld schweben...es verging eine Ewigkeit!
Runter zum 10er Dobs, das 13ner rein...dort das Bild ein bissel größer doch die Ästhetik hat nicht die Qualität wie im FH. Der Stadthimmel macht sich hier bemerkbar. Schnell das Baader Hyp 5 rein.....man sieht Cassini in beiden doch kein Spaß kommt auf, weil mir mit diesem Oku was nicht stimmt, alle Objekte werden darin von einem Glorienschein begleitet.
Dann trenne ich erfolgreich Algieba mit dem FH im 7-21 Zoom, versuche mich an Regulus, sehe eindeutig zwei, aber ich bekomme sie nicht wirklich auseinander.
Den Doppelstern 78 Uma Majoris schaffe ich auch nicht ganz zu trennen, aber ich hab ihn mir auch nur im 13er angeschaut.
Plitsch Platsch machts auf der Wiese und ich führe den Titan auf M3. Mit dem 8x50 Sucher, der nun exakt eingestellt ist will das nicht so einfach gelingen wie mit dem Telrad. Im Dobs mit Telrad sofort gefunden, mit dem Sucher erstmal eine Weile herumgerührt doch auch hier werde ich immer zielsicherer. M3 macht sich in beiden bei allen Vergrößerungen nur sehr diesig aus, leicht gekörnt am Rande.
Die Freunde des Sommers kommen im Osten hoch, Wega schwebt in akzeptable Höhe, ich sehe den Schwan! Freude kommt auf.....als würde man alte Freunde nach einem Jahr wiedersehen! Auch wenn ich beta und gamm Lyra kaum erkennen kann, finde ich zunächst im 32ger 2" durch einen wohl gnädigen Zufall oder doch Intuiution den M57! Ein unscharfer Stern zwischen all den anderen Nadelfeinen! Ich vergrößere erst mit dem 13er und dann leider wieder mit dem 5er. Ich kann eindeutig den Ring erkennen, doch nicht so schön konstrastreich wie letzten Sommer im Dobs. Das Streulicht im Osten stört ungemein, aber ich ahne, was mir der Titan noch offenbaren kann. Das O-III bringt leider keinen Gewinn.
Ich finde Albireo und nun kommt Enthusiasmus auf! Fantastisch! Mir wird ein wenig schwindelig, fast als sei ich seekrank! Ergehts euch manchmal auch so, wenn ihr in den Weiten des Weltraumes rumseegelt? Oder wars der literweise Tee am späten Nachmittag, der sich nun rächte?
Runter zum Dobs, dort konnte ich den Schwan nicht sehen, weil das Hausdach diesen verdeckte....wieder rauf zum Titan und mit diesem wollte ich nun der Großen Bärin auf die Schliche kommen. Ei, der Gaul will mir hochgehen, denn ich muß die Röhre ganz nach oben schieben und alles wird sowas von Kopflastig! Ich komme mir vor wie eine Rodeoreiterin...heidenei!!!!!So gelange ich nicht mehr an die Justierknöpfe, kaum an die Arretierungen.....und ganz zu schweigen an den Sucher! Ich müßte zuvor einen Schwimmanzug anziehen!
Runter zum Dobs und nachgeschaut, ob der Bär von da zu sehen ist....eta-Uma lugt so gerade am First hervor, dass ist ja toll, da habe ich Chancen auf die Whirlpoolgalaxie und bum ist sie schon drin im 32ger Oku! Hauchfein zwar, doch die beiden Kernpartien eindeutig zu erkennen. Ich hatte letzten Sommer mal das seltene Glück, die Brücke und Spiralansätze zu erkennen. Hier zeigte der Dobsi seine Stärken! Den FH muß ich noch mit einer Verlängerungssäule versehen.
Und nun nam ich mir keine Ziele mehr vor, ich machte einen ausgedehnten Spacewalk, ließ die unglaublich schöne Darstellung im FH auf mich wirken.....dass ich armes Vorstadtwürstel eines komatoten 4,5mag Himmels solch Kontraste erleben durfte beflügelte mich mehr und mehr. Es wurde 2h, die Temperatur sank auf 6 Grad runter, meine treue Mizie bewachte mich eisern und alles wurde langsam feucht und klamm...dann ließ ich mir den Tubus in die Arme gleiten und trug ihn liebevoll in den Schuppen......gewisse Leute, wenn sie es denn bis hier gelesen haben sollten, bitte abhusten.
Grüssle von Anette
mit meiner "headline" hoffe ich, alle Profis und FH-Kritiker etwas herauszufiltern....ansonsten rate ich zum Abtreten, bevor Ärger hochkommt oder Zweifel.
Es klarte gestern gegen Abend auf und zwar auf höchst seltene Achtachtel total wolkenlos! Mit 15 Grad und Windstille wollte sich was offenbaren.
Darauf wollte ich mich denn auch wirklich vorbereiten, einen Plan machen, mich auf Karten orientieren, mir Ziele stecken.
So positionierte ich meinen Titan 152/1200 in den oberen Hangarten auf eine leider total durchweichten Wiese, meinen Dobsi aber ein Reisfeld weiter runter, weil mir die Rockerbox in diesem Swimmingpool Schaden genommen hätte.
Astrostuhl raus, Okutasche auf einer Platte abgelegt, Rotlichtlampe an einen Stab über meine STernkarten gehängt, mir den Karkoschka wieder und wieder zu Gemüte geführt und dann um 23:30h nix wie raus!
Wenn mir der Titan auf der schweren ADM Anfangs wie 10 wilde Hengste vorkam, hab ich ihn nun nach und nach gezähmt. Dieses Teleskop zu führen lässt stolze Gefühle in mir aufkommen und Assoziationen mit den "Hengstbändigerskulpturen" aus dem Dritten Reich bleiben nicht aus. Mit großer Kraft muß man es führen, wenn man seine Ballance für bequemes Schauen etwas verschiebt. Anfangs mit richtiger Angst und Bange, nun aber mit immer größer werdender Selbstsicherheit. Als führerscheinloses Wesen könnte ich mir vorstellen, das Motoradfäns einer schweren Maschine ähnlich empfinden müssen.
Doch nun zum Schauen!
Wenn Saturn so dirket vor einem steht, bietet der sich zuerst an: im 13er Hyp glasklar und ohne irgendwelche Farbfehler gefolgt von seinen Mondchen, plastisch auf tiefschwarzem Grund. Cassini konnte ich im 13er nicht wirklich sehen, doch den Schatten des Ringes auf der Kugel sehr deutlich. Ich kam nicht weg vom Okular, Schweigen stellte sich ein....wieder und wieder schob ich ihn an den Rand und lies ihn langsam durchs Gesichtsfeld schweben...es verging eine Ewigkeit!
Runter zum 10er Dobs, das 13ner rein...dort das Bild ein bissel größer doch die Ästhetik hat nicht die Qualität wie im FH. Der Stadthimmel macht sich hier bemerkbar. Schnell das Baader Hyp 5 rein.....man sieht Cassini in beiden doch kein Spaß kommt auf, weil mir mit diesem Oku was nicht stimmt, alle Objekte werden darin von einem Glorienschein begleitet.
Dann trenne ich erfolgreich Algieba mit dem FH im 7-21 Zoom, versuche mich an Regulus, sehe eindeutig zwei, aber ich bekomme sie nicht wirklich auseinander.
Den Doppelstern 78 Uma Majoris schaffe ich auch nicht ganz zu trennen, aber ich hab ihn mir auch nur im 13er angeschaut.
Plitsch Platsch machts auf der Wiese und ich führe den Titan auf M3. Mit dem 8x50 Sucher, der nun exakt eingestellt ist will das nicht so einfach gelingen wie mit dem Telrad. Im Dobs mit Telrad sofort gefunden, mit dem Sucher erstmal eine Weile herumgerührt doch auch hier werde ich immer zielsicherer. M3 macht sich in beiden bei allen Vergrößerungen nur sehr diesig aus, leicht gekörnt am Rande.
Die Freunde des Sommers kommen im Osten hoch, Wega schwebt in akzeptable Höhe, ich sehe den Schwan! Freude kommt auf.....als würde man alte Freunde nach einem Jahr wiedersehen! Auch wenn ich beta und gamm Lyra kaum erkennen kann, finde ich zunächst im 32ger 2" durch einen wohl gnädigen Zufall oder doch Intuiution den M57! Ein unscharfer Stern zwischen all den anderen Nadelfeinen! Ich vergrößere erst mit dem 13er und dann leider wieder mit dem 5er. Ich kann eindeutig den Ring erkennen, doch nicht so schön konstrastreich wie letzten Sommer im Dobs. Das Streulicht im Osten stört ungemein, aber ich ahne, was mir der Titan noch offenbaren kann. Das O-III bringt leider keinen Gewinn.
Ich finde Albireo und nun kommt Enthusiasmus auf! Fantastisch! Mir wird ein wenig schwindelig, fast als sei ich seekrank! Ergehts euch manchmal auch so, wenn ihr in den Weiten des Weltraumes rumseegelt? Oder wars der literweise Tee am späten Nachmittag, der sich nun rächte?
Runter zum Dobs, dort konnte ich den Schwan nicht sehen, weil das Hausdach diesen verdeckte....wieder rauf zum Titan und mit diesem wollte ich nun der Großen Bärin auf die Schliche kommen. Ei, der Gaul will mir hochgehen, denn ich muß die Röhre ganz nach oben schieben und alles wird sowas von Kopflastig! Ich komme mir vor wie eine Rodeoreiterin...heidenei!!!!!So gelange ich nicht mehr an die Justierknöpfe, kaum an die Arretierungen.....und ganz zu schweigen an den Sucher! Ich müßte zuvor einen Schwimmanzug anziehen!
Runter zum Dobs und nachgeschaut, ob der Bär von da zu sehen ist....eta-Uma lugt so gerade am First hervor, dass ist ja toll, da habe ich Chancen auf die Whirlpoolgalaxie und bum ist sie schon drin im 32ger Oku! Hauchfein zwar, doch die beiden Kernpartien eindeutig zu erkennen. Ich hatte letzten Sommer mal das seltene Glück, die Brücke und Spiralansätze zu erkennen. Hier zeigte der Dobsi seine Stärken! Den FH muß ich noch mit einer Verlängerungssäule versehen.
Und nun nam ich mir keine Ziele mehr vor, ich machte einen ausgedehnten Spacewalk, ließ die unglaublich schöne Darstellung im FH auf mich wirken.....dass ich armes Vorstadtwürstel eines komatoten 4,5mag Himmels solch Kontraste erleben durfte beflügelte mich mehr und mehr. Es wurde 2h, die Temperatur sank auf 6 Grad runter, meine treue Mizie bewachte mich eisern und alles wurde langsam feucht und klamm...dann ließ ich mir den Tubus in die Arme gleiten und trug ihn liebevoll in den Schuppen......gewisse Leute, wenn sie es denn bis hier gelesen haben sollten, bitte abhusten.
Grüssle von Anette
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