Beobachtungsbericht 03.10.2022

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Quanten

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Hallo zusammen
Gestern waren recht gute Bedingungen um die Planeten zu beobachten.
Beobachtet habe ich mit einem 12" Newton.
Angefangen habe ich schon mit der Dämmerung bzw. nach Sonnenuntergang, etwas den Mond zu beobachten, doch das Seeing war eher schlecht als recht.
Die Headley Rille war nur Momentweise zu erhaschen.
Als es dann dunkel wurde ging es zu Saturn, welcher auch ziemlich waberte und auf Jupiter waren nur die beiden Hauptwolkenbänder mit einer kleinen dunklen Ausbuchtung und zwei gräuliche Polkappen zu sehen.
Ich schaute mir noch an wie Io hinter Jupiter verschwand und dann habe ich für ca. 1h eine Pause gemacht.
Danach bin ich wieder raus und siehe da, Saturn war sehr gut zu sehen.
Der Ring konnte in verschiedene Farb-bzw. Graustufen (ABC) unterteilt werden, mit weislichen helleren Knoten in den Ansen zur Cassiniteilung hin.
bei 360x Vergrößerung stand Saturn majestätisch im Raum, ohne größere Seeingbewegungen.
Ich begann immer mal wieder einen Blick auf Jupiter zu werfen und auch dort wahren jetzt mehr Details zu erkennen.
So zeigte sich immer wieder einmal eine feine Marmorierung zwischen den Hauptwolkenbänder, ohne dabei jedoch sicher Details festmachen zu können und in den grauen Polbereichen zeigten sich momentweise weiße Einkerbungen und Ovale.
Das interessante in der Nacht war, wie der Kontrast auf Jupiter mit zunehmender Höhe immer besser wurde und immer mehr feine Farbdetails zum Vorschein kamen.
Später wurde das Bild immer ruhiger, die Details blieben nun ruhig stehen, die weißen Einkerbungen und Ovale wahren dann deutlich sichtbar und in der Marmorierung zwischen den Hauptwolkenbänder waren nun hellbraune und blau-graue Filamente zu sehen.
Auch in den dunkleren Hauptwolkenbänder waren nun verschiedene Farbstrukturen zu erkennen.
So konnte ich an Jupiter die Vergrößerung von Anfänglich 225x auf 295x und letztlich ebenfalls auf 360x erhöhen.
Der Mars stand mir noch zu tief, und kurz vor Mitternacht ging ich dann sehr zufrieden ins Bett.
So schläft man als Hobbyastronom doch am besten ;)

Gruß CS
 
Hallo zusammen

Hier noch ein kleiner Nachtrag von letzter Nacht am 04.10.2022.

In der Hoffnung, dass die Bedingungen genauso gut sein werden wie in der Nacht zuvor, habe ich meinen 16" Newton aufgebaut und ich bin dafür mit noch besseren Ausblicken belohnt worden.
Das Resümee der beiden Nächte mit 12" vs. 16", kann man vielleicht folgendermaßen festhalten.
Und zwar ist mir wieder einmal aufgefallen, dass man mit mehr Öffnung einfach eine bessere Farbsättigung und eine bessere Farbdifferenzierung bekommt.
Es waren zwar auch mehr Details zu erkennen, doch nicht so deutlich wie man es vielleicht bei solchen Öffnungen erwarten würde.
Oft sind es dabei relativ gesehen recht große Details von z.T. mehreren Bogensekunden Ausdehnung, welche jedoch einen schwachen Farbkontrast haben, oder sich Farblich schwach von der Umgebung abheben, wie z.B. die Polregion oder die Ringteilungen des Saturn.
Vielleicht ist das aber auch nur der Tatsache geschuldet, dass dieser "Vergleich" ja nicht in der gleichen Nacht, Seite an Seite stattgefunden hat, sondern nur aus dem Gedächtnis wiedergegeben werden kann.

Saturn konnte ich bis 443x vergrößern er erschien mir nun insgesamt weißlicher und nicht so gelb wie im 12" auch war ich der Meinung, dass die Ringe farblich noch besser in ihrer ABC-Teilung zu erkennen wahren.
Auch war die Cassini-Teilung deutlicher/breiter zu erkennen.
Ein Detail was mir mit 12" nicht aufgefallen war, welches jedoch im 16" eindeutig zu sehen gewesen ist, war die dunklere Polkappe.
Einfach ein fantastischer Anblick bei dem man Minuten um nicht zu sagen Stundenlang hinsehen kann.
Bei dem man immer wieder zwischen den Details hin und her blickt und dabei denkt, fantastisch das man das live erleben kann.

Jupiter ließ sich erwartungsgemäß wieder nicht so hoch vergrößern, hier ist meiner Meinung nach Saturn einfach gutmütiger, wobei ich Jupiter auch eine Zeitlang bei 443x beobachtete, jedoch habe ich keinen großen Unterschied bzw. keine Verbesserung gegenüber 384x gesehen.
Ich wechselte ein paarmal hin und her und hatte dann den besseren Schärfeeindruck bei 384x.
Diesmal war auch der GRF mit seiner Augenbraue zu sehen, etliche Ovale und feine Grauabstufungen.
Das SEB sah kurioser weiße aus wie ein breites graues Band mit einer feinen hellbraunen Teilung welche sich bis zum GRF zog.
In den Hauptwolkenbänder waren mehrere Filamente in unterschiedlichen Farbtönungen zu erkennen.
Insgesamt erschien Jupiter im 16" ebenfalls weißlicher als im 12".

Gruß
CS
 
Hallo zusammen

Hier noch einmal ein kleiner Nachtrag von gestern Nacht 07.10.2022

Gestern hatte ich noch mal Gelegenheit mit dem neugebauten 12" Newton zu beobachten.
Es war zwar locker bewölkt, was total nervig war weil man immer wieder mehrere Minuten lang warten musste, bis die Planeten und der Mond zu sehen waren, doch das Seeing war wieder sehr gut.
Dabei lag unser Augenmerk auf Jupiter.

Die Objekte ließen sich auf 300x und 432x vergrößern.
Mir persönlich gefielen die 300x an Jupiter am besten und der Mond war auch bei 432x noch schön scharf.
Jupiter präsentierte sich von seiner schönsten Seite mit GRF, einigen Ovalen, Farbfilamenten usw.
Das High Light waren die kleinen dunklen Flecken im STrZ neben dem GRF.
Diese wahren wie eine kleine Perlenkette als kleine braune Pünktchen zu sehen.
Darunter noch die weißen Ovale und auch das hellbraune Oval in der NPR war zu sehen.

Am Mond konzentrierte sich die Beobachtung auf Aristarchus und seine Umgebung.
Aristarchus zeigte feine Terrassenabstufungen mit gleisend hellen, weißen pixeligen Aufhellungen.

Gruß
CS
 
Hallo,

ähnliche Ergebnisse - öffnungsbeding mit 4" f6.5- und 5" f6-Triplets natürlich detailärmer - habe ich in den letzten Nächten bei sehr gutem seeing erzielen können.

Saturn kam am besten in und kurz nach der Dämmerung, bis ca. 200x. Danach zu viel Luftunruhe und atmosphärische Dispersion.

Jupiter ging besser, bei höherem Stand und im Meridian. Teilweise über 200x möglich. Am besten aber mit 6mm Radian sowie 5mm und 7mm BGO. Sehr viele Details.

(ich war im September mit dem 4" f6.5 in der Provence: ein solches seeing hatte ich vorher kaum erlebt, soviel Details an Jupiter und Saturn noch nie gesehen, auch mit größeren Öffnungen zu Hause nicht. Es kommt also maßgeblich auf das seeing an... :))
 
Ja, Seeing ist alles, auf den Rest hat man ja weitestgehend Einfluss.
Die letzten Tage/Nächte hatten wir relativ warme Luft Einstömung zwar mit etwas Wolken, jedoch mit relativ gutem Seeing.
Für die nächsten Tage kommt wieder kältere Polarluft eingeströmt und Tagsüber mit viel Sonneneinstrahlung.
Da ist das Seeing bei mir eher wieder schlechter.

Gruß
CS
 
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