Beobachtungsplanung

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Bigfoot_2k

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Moin!

Mal 'ne Frage zu einer Sache, die mir immer wieder Kopfzerbrechen macht.

Wie plant Ihr Eure Beobachtungsnächte?

Es gibt so viele tolle Objekte, die sich lohnen, aber wie entscheidet Ihr, welche Sachen Ihr in einer Nacht beobachtet oder fotografiert?

Entscheidungen, immer diese Entscheidungen..... :gutefrage:

CU&CS
Klaus
 
Hallo Klaus,

dann bastel doch mal an einem Projekt - z.b.: Wieviele Galaxien sehe ich im Wagenkasten, wieviele Galaxien sehe ich in Abell 1656, was sehe ich an Details in der Spirale M 51, welche Kugelsternhaufen in M 31 kann ich sehen, welches ist der weiteste Quasar, kann ich mehr als 4 Jupitermonde sehen oder gibt es interessante Veränderliche? Wenn man fotografisch unterwegs ist, geht natürlich noch viel mehr (Exoplaneten nachweisen, Cepheiden in Kugelsternhaufen).

Meine persönliche Objektwahl richtet sich nach astrophysikalischen Gesichtspunkten. Nach diesen Eigenschaften sammle ich meine Objekte in einer ToDo-Liste, so dass ich nur noch eine Aufsuchkarte erstellen muss und schließlich braucht es lediglich eine mondlose Nacht für meine Deep-Sky-Wunder. Und auch wenn ich nicht alles sehe, was die Radio- oder Röntgenaugen der Profis beobachten, hab ich doch immer mein Kopfkino dabei (siehe meine Signatur).

Soweit zu meinen Anregungen.
 
Moin Klaus,

sehr interessante Frage.

Ich sammle über die Zeit aus dem Netz Bilder von Objekten, die mich interessieren. Die versuche ich bei der nächsten Gelegenheit zu beobachten. Ansonsten gibt es Listen von interessanten Objekten - z. B. Galaxien in Kantenlage. Da schaut man halt nach denen, die gerade saisonal zu sehen sind und auf gehts...

Gerne schau ich auch auf die Sternkarte und suche nach mehrereren dicht beienander liegenden Galaxien, am liebsten mit ein paar helleren Sternen dierekt daneben. Das gibt oft hübsche Ensemble.

Sehr gern auch auffällig isoliert stehende Galaxien zwischen den Sternbildern. Etwas nach Zufallsprinzip also.

Am besten nimmt man da Sternkarten, die nicht gleich übelst in die Tiefe (niedrige scheinbare Helligkeiten) gehen, damit man auch sicher sein kann, dass die Chancen gut sind, das Abgebildete auch zu finden...

Man muss sich - zusammenfassend gesagt - Listen von Objekten besorgen, die einen interessieren und selbst Material solcher Objekte zusammenstellen. Da kommt man nicht drumrum.

Schöne Grüße,
Norman
 
Hallo.

Inspirationen für Objekte zum beobachten hole ich mir aus Zeitschriften wie Interstellarum und dem VdS Journal.

Auch aus veröffentlichten Beobachtungsberichten, die in den entsprechenden Foren veröffentlicht werden hole ich mir Anregungen zum beobachten.

Immer dabei auf meiner Beobachtungsliste sind aktuelle Kometen und auch Supernovae, sofern helle sichtbar sind.

Weitere Objekte suche ich mir mit dem Deep Sky Field Guide und dem Programm Eye & Teleskope heraus.

Ich nehme mir einen Satz ausgedruckter Karten mit hinaus, die Objekte suche ich mir so aus, das ich sie im laufe der Nacht jeweils im Meridian beobachten kann.

Viele Grüße
*entfernt*
 
Hi Klaus,

das hängt natürlich von vielen Fragen/Konstellationen ab.

- Welche Himmelsqualität hast du?
- Welche Objektvorlieben hast du?
- Welches Telskop hast du?
- Welche Beobachtungserfahrung hast du?
- Wie beobachtest du am liebtsen (alleine, Gruppe)?
- u.s.w.

Anregungen kann man sich aus Zeitschriften, Astroprogrammen und/oder Büchern holen und/oder von Sternfreunden und/oder aus dem Internet

Gruß
Lots
 
"Der Russki geht noch nichtmal ohne einen Plan aufs Klo" (Orginalzitat aus Film, keine persönliche Äusserung) heisst es so schön im Film "Jagd auf Roter Oktober"........

Da demnächst das First Light ansteht (es ist sogar das First First Light *grins*) stehe ich vor dem selben Problem mich erstmal damit zu beschäftigen was ich überhaupt gucken will.

Ich hab mir jetzt zB. vorgenommen ganz nah anzufangen und mich dann in die Ferne vorzuarbeiten, also zunächst Mond und Planeten (und Sonne).
Wenn es dann etwas aktuelles gibt würde ich dann darauf gehen.
Aktuelle Ereignisse findet man auf den einschlägigen Seiten immer denke ich.
 
Hallo Jochen,
und so geht es mir auch, seit ich mein Teleskop habe.
Es gibt auch einen Sternatlas für Stadtbewohner (leider habe ich mir weder Titel noch Autor aufgeschrieben) und gute Planetarienprogramme. Mir helfen sie jedenfalls, aber mitten in der Stadt bleibt einem oft nur anzuschauen, was überhaupt durch die Lichtverschmutzung kommt. Das ist noch erstaunlich viel, nur Galaxien sehe ich einfach nicht. Dafür aber Sternhaufen. Der Mond macht süchtig, mich jedenfalls :)

clear skies,
Theres

 
Hallo Klaus!

Zitat von Bigfoot_2k:
Wie plant Ihr Eure Beobachtungsnächte?

Es gibt so viele tolle Objekte, die sich lohnen, aber wie entscheidet Ihr, welche Sachen Ihr in einer Nacht beobachtet oder fotografiert?

Ich plane in zwei Stufen: was will ich überhaupt mal irgendwann sehen (--> "Projekt") und was steht ganz konkret in der aktuellen Nacht an (--> "Plan") ?

Ideengeber für solche "Projekte" sind viele denkbare Quellen: Internetforen und Homepages von Beobachtern, Datenbanken mit Beobachtungen (z.B. deepskylog.org), die schönen Bücher in meinem Regal, Empfehlungen in Zeitschriften oder auch die Beobachtungsberichte meiner Astro-Bekannten.

Solche Projekte organisiere ich mir in meiner Software "Eye&Telescope". Deren Stärke ist, dass man ratzfatz herausfindet, was von den Objekten im Projekt dann unter gegebenen Umständen beobachtet werden könnte. Die Arbeit mit Projekten ist also vor allem für diejenigen interessant, die gerne systematisch vorgehen und im "Ernstfall" nicht gerne etwas vergessen wollen. Sonst ärgert man sich womöglich, denn die nächste Gelegenheit bietet sich bei unserem doofen Wetter oft erst nach langer Zeit.

Zusätzlich zur Verwaltung von Projekten gibt es in E&T auch einen Filter, mit dem man gezielt Beobachtungskandidaten aus einer großen Datenbank heraussuchen lassen kann. Das ist dann interessant, wenn man mal keine Lust auf eines der Projekte hat oder auch dann, wenn einen die Gelegenheit zur Beobachtung überrascht hat und man gar nichts vorbereitet hat. Zwar sollte letzteres besser nicht der Fall sein, aber es passiert halt schon mal. Dann lieber unvorbereitet rausfahren und das Beste aus der Gelegenheit machen (wie? kommt gleich!), als sie ungenutzt verstreichen zu lassen.

Was man auf dem Land sehen kann und was in der Stadt ist schnell beantwortet: einfach bei einem Projekt einen Schätzwert der Himmelshelligkeit einstellen und ratzfatz ist berechnet was gehen könnte und was eher nicht.

Oft gehe ich aber ganz anders heran: E&T zeigt mir eine Sternkarte einer Himmelsgegend an, die aktuell günstig zu beobachten ist. Dort hinein zeichnet mir das Programm sowohl alle schon gesehenen Objekte hinein als auch diejenigen, die eigentlich sichtbar sein müssten. Dazu berücksichtigt das programm die Himmelshelligkeit, die Objektdaten, die Optik und das Horizontprofil am Beobachtungsort.
Mit ein paar Mausklicks hat man dann die Informationen zu einem Kandidaten und entscheidet sich, hinzugucken oder auch nicht. Auf die x-te elliptische Galaxie ohne irgendwelche Details kann ich auch mal verzichten. Was ich sehe wird direkt im Logbuch eingetragen. In der Karte ist das gerade beobachtete Objekt dann sofort markiert. So kann man sehr effizient und mit viel Spaß den Himmel durchmustern und entdeckt dabei manchmal interessante Objekte die eher selten beobachtet werden. Ich finde diese spontane, rechnerunterstützte Beobachtung spannend und effizient ist sie auch: man bekommt ziemlich viel zu sehen. Vor allem vieles, an das man gar nicht gedacht hätte.

Wer lieber ohne Rechner beobachtet: alle Informationen zu einem Beobachtungsplan kann man zum Mitnehmen auch ausdrucken, samt Daten, Beschreibungen, Okularempfehlung, Aufsuchkarten und Bildern.

Damit man wirklich flexibel ist, läuft mein Programm auch installationsfrei von einem USB-Stick aus. So hat man seine Planung, die Karten und das Logbuch auf jedem Windows-Rechner zur Verfügung. Es reicht, den Stick oder eine Speicherkarte mitzunehmen, wenn am Zielort ein Rechner zur Verfügung steht.

Viele Grüße,
Tom
 
@*entfernt*
Danke schön - genau der war es und ich habe ihn mir bestellt.
Bücher oder Sternkarten sind doch praktischer als der Laptop.
 
Ich habe das Buch heute erhalten und muss sagen, das es mir als Anfänger sicher mehr helfen wird als meine Drehbare Sternenkarte. Das Verfasser erklärt alles sehr gut und verständlich.

Ich hab mir jetzt direkt auch ein 10 mal 50 Fernglas bestellt. Ich freu mich schon auf meine ersten eigenen DeepSky Erfahrungen:)
 
Hallo.

Bücher oder Sternkarten sind doch praktischer als der Laptop.

Eine Sternkarte kann man auch direkt mit zum Teleskop nehmen, um die Sterne im Okular mit denen auf der Karte abzugleichen. Ein Laptop kann da durchaus sehr unpraktisch sein...

Viele Grüße und immer genug Sterne vor Linsen oder Spiegeln!
*entfernt*
 
Das "Sterne beobachten in der Stadt" habe ich mir gestern angeschaut, ein schönes Buch.
Mir reichen für den Anfang die Beschreibungen aus dem Teleskopführerschein und der praktischen Astronomie, hab gestern Abend bei schönen Wetter mal mit die ersten Gehversuche mit dem Fernglas gewagt. Will sagen: Venus, Grosser Bär zB.

Sternenkarte ist sicher wichtig aber ich finde die Einzelbeschreibungen der Sternbilder in diesen drei Büchern gerade für den Anfang echt gut.

Ich hab noch Skysafari und Starwalk auf dem Tablet aber für den Anfang ist das so lala, da sind teilweise so viele Elemente das man erstmal sich in die Programme einsehen muss, für den Anfang die Bücher reicht, die sind gut.
 
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Off Topic:
Lieber *entfernt*, ich klicke mich soeben durch die Homepage http://www.gerd-kohler.eu/ (eine sehr schöne Webseite! Glückwunsch dazu) und bin unter anderen bei http://www.reinervogel.net/ gelandet und von dort aus bei den Franzosen mit den 1 Meter ATM Dobsons, der absolute Wahnsinn.....
sry fürs Off Topic ;)

PS: Danke für die Links, sehr hilfreich
 
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@*entfernt*
Da soeben mein Netz wieder geht, kann ich dir endlich ein Kompliment wegen deiner Webseite machen ... wollte ich eigentlich gestern schon.
Die Links helfen ebenfalls weiter, vielen Dank ... nur nicht dem Wetter in Berlin ;)
Der Laptop mit Redshift 7 ist zuhause ja klasse, nicht ideal, aber okay, doch Carte du Ciel ist angenehmer im Nachtmodus und braucht weniger Ressourcen.
Unterwegs (war ich bisher nur dreimal mit meinem großen Fernglas) meide ich jedes Gramm Gewicht zu viel. Ich bin zu Fuß unterwegs - und es werden mit Teleskop, Stuhl und allem eh ungefähr zehn Kilo. Das reicht. Zudem sind Batterien immer dann leer, wenn man sie bräuchte ;) Die Drehbare hat mir wenig geholfen, eher ausgedruckte Karten, die ich laminiert habe. Ist praktisch.
 
Hallo.

@ Ina:
Danke für das Feedback!

@ all:
Ein weiteres Tool für die Planung und Information:
Der CalSky Astronomiekalender.
In der Kalenderfunktion lassen sich viele Ereignisse am Himmel filtern und anzeigen.

Viele Grüße
*entfernt*
 
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