Hallo Klaus!
Zitat von Bigfoot_2k:
Wie plant Ihr Eure Beobachtungsnächte?
Es gibt so viele tolle Objekte, die sich lohnen, aber wie entscheidet Ihr, welche Sachen Ihr in einer Nacht beobachtet oder fotografiert?
Ich plane in zwei Stufen: was will ich überhaupt mal irgendwann sehen (--> "Projekt") und was steht ganz konkret in der aktuellen Nacht an (--> "Plan") ?
Ideengeber für solche "Projekte" sind viele denkbare Quellen: Internetforen und Homepages von Beobachtern, Datenbanken mit Beobachtungen (z.B. deepskylog.org), die schönen Bücher in meinem Regal, Empfehlungen in Zeitschriften oder auch die Beobachtungsberichte meiner Astro-Bekannten.
Solche Projekte organisiere ich mir in meiner Software "Eye&Telescope". Deren Stärke ist, dass man ratzfatz herausfindet, was von den Objekten im Projekt dann unter gegebenen Umständen beobachtet werden könnte. Die Arbeit mit Projekten ist also vor allem für diejenigen interessant, die gerne systematisch vorgehen und im "Ernstfall" nicht gerne etwas vergessen wollen. Sonst ärgert man sich womöglich, denn die nächste Gelegenheit bietet sich bei unserem doofen Wetter oft erst nach langer Zeit.
Zusätzlich zur Verwaltung von Projekten gibt es in E&T auch einen Filter, mit dem man gezielt Beobachtungskandidaten aus einer großen Datenbank heraussuchen lassen kann. Das ist dann interessant, wenn man mal keine Lust auf eines der Projekte hat oder auch dann, wenn einen die Gelegenheit zur Beobachtung überrascht hat und man gar nichts vorbereitet hat. Zwar sollte letzteres besser nicht der Fall sein, aber es passiert halt schon mal. Dann lieber unvorbereitet rausfahren und das Beste aus der Gelegenheit machen (wie? kommt gleich!), als sie ungenutzt verstreichen zu lassen.
Was man auf dem Land sehen kann und was in der Stadt ist schnell beantwortet: einfach bei einem Projekt einen Schätzwert der Himmelshelligkeit einstellen und ratzfatz ist berechnet was gehen könnte und was eher nicht.
Oft gehe ich aber ganz anders heran: E&T zeigt mir eine Sternkarte einer Himmelsgegend an, die aktuell günstig zu beobachten ist. Dort hinein zeichnet mir das Programm sowohl alle schon gesehenen Objekte hinein als auch diejenigen, die eigentlich sichtbar sein müssten. Dazu berücksichtigt das programm die Himmelshelligkeit, die Objektdaten, die Optik und das Horizontprofil am Beobachtungsort.
Mit ein paar Mausklicks hat man dann die Informationen zu einem Kandidaten und entscheidet sich, hinzugucken oder auch nicht. Auf die x-te elliptische Galaxie ohne irgendwelche Details kann ich auch mal verzichten. Was ich sehe wird direkt im Logbuch eingetragen. In der Karte ist das gerade beobachtete Objekt dann sofort markiert. So kann man sehr effizient und mit viel Spaß den Himmel durchmustern und entdeckt dabei manchmal interessante Objekte die eher selten beobachtet werden. Ich finde diese spontane, rechnerunterstützte Beobachtung spannend und effizient ist sie auch: man bekommt ziemlich viel zu sehen. Vor allem vieles, an das man gar nicht gedacht hätte.
Wer lieber ohne Rechner beobachtet: alle Informationen zu einem Beobachtungsplan kann man zum Mitnehmen auch ausdrucken, samt Daten, Beschreibungen, Okularempfehlung, Aufsuchkarten und Bildern.
Damit man wirklich flexibel ist, läuft mein Programm auch installationsfrei von einem USB-Stick aus. So hat man seine Planung, die Karten und das Logbuch auf jedem Windows-Rechner zur Verfügung. Es reicht, den Stick oder eine Speicherkarte mitzunehmen, wenn am Zielort ein Rechner zur Verfügung steht.
Viele Grüße,
Tom