Bequeme Beobachtung aus dem Dachfenster ja oder nein | Astronomie.de - Der Treffpunkt für Astronomie

Bequeme Beobachtung aus dem Dachfenster ja oder nein

Michael1

Mitglied
Hallo liebe Astrogemeinde,

zur Zeit bin ich auf der Suche nach einer einfacheren und bequemen Art mir Mond Planeten und etwas Deep Sky anzuschauen.:unsure:

Habe die Möglichkeit vom Garten aus zu spechteln aber ziehe auch neuerlich in Betracht, durch ein geöffnetes Dachfenster in Südausrichtung 128 cm Breite x 133 cm Höhe lichte Maße
zu beobachten, dadurch noch öfters zu spechteln.

Bin derzeit bei der Planung ein solches Fenster einbauen zu lassen, ich habe im Augenblick noch nicht die Möglichkeit so zu beobachten.

Hat einer von euch auf diese Weise schon aus einem Dachfenster beobachtet und praktische Erfahrungen gemacht (bei euch selbst oder bei Freunden)
ob das geht oder doch gleich zu setzen ist, wie eine Beobachtung durch Grenzluftschichten, d. h. als wenn man aus der warmen Stube - Teleskop steht komplett drinnen
und Tubusöffnung steht noch ca 30 cm im Wohnraum drinvor dem Fenster - nach draußen schaut?

Mir ist natürlich bekannt, dass eine Beobachtung des Sternenhimmels aus einem Gebäude heraus (drinnen relativ warm und draußen kälter) durch die
vorhandenen Grenzluftschichten nicht möglich ist ohne erhebliche Turbulenzen. Mit anderen Worten die Beobachtung kann man ganz vergessen, bringt nichts.

ABER => wenn man das Teleskop ganz dicht ans Fenster führt ragt das Teleskop mit der Öffnung ca 10-20 cm nach draussen (aufgrund der Dachfensterschräge) und ist widerrum von kalter Luft umspült.
Bei Verwendung einer Taukappe ragt die Öffnung des Teleskopes noch weiter raus (vlt. ca 50 cm), womit zumindest die Tubusöffnung - ich verwende geschlossene Teleskope demnächst SC,MAK,Frac-
schon recht weit aus dem Fenster ragt.
Ferner würde ich das Teleskop mit Isolierfolie umkleiden, nach voriger Aklimatisation des OTA ohne Isolation zuvor im Außenbereich.

In Beobachtungs-Kuppeln sind die Teleskope ja auch noch sozusagen in einer Behausung untergebracht und die Teleskopfront (Fronttubus) liegt je nach Ausführung
noch nicht mal im Freien.

VG u CS. Michael

P.S. Videoastronomie möchte ich nicht machen
 

maximilian

Mitglied
Hallo!

ABER => wenn man das Teleskop ganz dicht ans Fenster führt ragt das Teleskop mit der Öffnung ca 10-20 cm nach draussen (aufgrund der Dachfensterschräge) und ist widerrum von kalter Luft umspült.
Wenn es denn kalte Luft ist, die das Teleskop „umspült“. Wenn tagsüber die Sonne scheint, vor allem im Sommer, dauert es oft die halbe Nacht bis die warmen Dachziegel sich auf Umgebungstemperatur abgekühlt haben. Bis dahin wird es über dem Dach immer thermische Luftstömungen mit einer gewissen Luftunruhe geben.

Für mich wäre eine Beobachtung aus dem Dachfenster nur dann eine Alternative, wenn es keinen Garten gibt und Beobachtungsplätze weit entfernt sind. Oder wirklich nur für einen kurzen Blick auf irgendein ausgesuchtes Objekt, das dann auch noch zufälligerweise an der richtigen Stelle stehen muß.

Grüße
Maximilian
 
Hallo Michael,

vor Jahren, als ich noch im Schwarzwald wohnte, betrieb ich ein Dachfenster-Observatorium, siehe hier:


Mit geöffnetem Fenster hat das keinen Sinn, wenn Du nicht Deine ganze Bude auskühlen willst. Beschaffe Dir ein Fenster mit gutem Glas und beobachte durch die Scheiben - siehe meinen Beitrag. Es war echt cool, jedoch nicht kühl, bei -20°C Außentemperaturen im Morgenfrack und Pantoffeln zu spechteln. :cool:

Grüße, Gerd
 

Michael1

Mitglied
Danke euch, soweit so gut ist mir schon klar....alles ist besser als ein Dachfenster.... geht eigentlich gar nicht
und das meine ich nicht ironisch...
---aber so habe ich vor mehr als 50 Jahren mit dem Hobby als kleiner Junge angefangen aus der Stadt heraus
jahrelang. War nicht optimal hat dennoch spaß gemacht mit einem 4,5 " Newton, sah so ähnlich aus wie aus alten Astrobüchern die Abbildungen von Kepler und Galileo Galilei (mit Frac´s) und Konsorten.

Dachziegel könnte man mit Gießkanne etwas wässern kühlen dann auch schneller ab im Sommer (Verdunstungskälte).

Hat denn nun einer von euch schon mal in der von mir beschriebenen Weise, sh mein Eingangspost, mit einem Teleskop aus einem Dachfenster geschaut ?
Also Tubus mit Taukappe rausragend aus dem Fenster ca 50 cm ? Mit Refraktor geht das Rohr noch weiter raus.

VG u CS Michael
 

Der_Peter

Mitglied
Klar geht immer was, egal wie weit der Tubus nach draußen ragt.
Man darf "halt" nicht zu hohe Erwartungen an Vergrößerung und ruhiges Bild haben, insbesondere solange die Temperturunterschiede groß sind. Nach 2-3 Stunden Auskühlen des Raumes fand ich es einigermaßen erträglich.
... und ganz ehrlich: Besser etwas unter schlechten Bedingungen beobachten als gar nicht.
 

Michael1

Mitglied
Hallo Peter,

kann ich gut nachvollziehen was Du sagst. Eine Dachfenster Sternwarte geht nicht bei allen Temperaturen und es wird
Einschränkungen haben.
Und außerdem
Zitat :
"und ganz ehrlich: Besser etwas unter schlechten Bedingungen beobachten als gar nicht" YES ! :giggle:


Die Sache ließe sich vielleicht auch etwas optimieren, wenn man um das Fenster 1,5 Meter im Quadrat herum noch
einen Vorhang nähen würde aus dicken Filz mit einer extra Lage flexiblen Isolationsstoff. Dieser Vorhang sollte von der Decke bis zum Boden reichen.
Man könnte dadurch das übrige Schlafzimmer vom Dachfenster Observatorium etwas abschotten und die Auskühlung des Schlafzimmers ginge nicht ganz so auf niedrige Temperaturen runter.

Im übrigen soll das keine General-Lösung sein, eher das man an diesem Ort ein Teleskop stehen hat 6-7" für gelegentliches spechteln als Ergänzung, wenn man keine Lust hat in den Garten zu gehen um das ganz große Rad zu drehen.

Für den Garten hat man dann das größere Gerät in der Garage für bessere Bedingungen.

Ich denke ich lasse mal ein Fenster einbauen und probiere aus ob es geht, manchmal muss man auch mal was ausprobieren.

VG u CS Michael

hier mal ein link:
equipment.htm
 
Zuletzt bearbeitet:

lunarus

Mitglied
Hallo Michael,

wir hier schon öfter besprochen ist das eigentlich aus den beschriebenen Gründen ein NoGo, A B E R... nachdem dieses Jahr
Saturn und Jupiter so tief standen, hatte ich auch nur die Möglichkeit die beiden vom Dachfenster aus zu beobachten. Mars steht dagegen so hoch, dass ich den nur von der Terasse aus beobachten kann. Bilder habe ich im Forum gepostet.

Mit der Qualität bin ich eigentlich ganz zufrieden, wobei mein Newton wegen dem Tubus Seeing hinten offen ist und deswegen
die schwerere kältere Luft hinten besser weg kann. Außerdem ist das Dachzimmer mein Arbeitszimmer, da darf es dann auch ein wenig kalt werden.

Beim Beobachten oder Fotografieren aus dem Dachfenster beschäftigt einen aber immer (so geht es mir jedenfalls) die Frage, was wäre unter besseren Bedingungen möglich gewesen.

Ansonsten bin ich der Meinung von meinem Namenskollegen und sage besser aus dem Dachfenster als gar nicht.

cs

Peter
 

schmitzac

Mitglied
Also prinzipiell geht das bis auf die sehr warmen Monate. Du solltest das Dach dann belüften. Du brauchst ein geeignetes Dachfenster , das so gross ist, dass das Teleskop im Fenster drehen kann.

Dann brauchsr Du ein Rollbrett, auf dem das Stativ steht, den Plan kann ich bei Bedarf ins Forum setzen, er steht in meiner noch nicht publizierten Arbeit über den Bau einer astrofotografischen Anlage. Es geht relativ einfach und kostengünstig.

Gruss

Andreas
 

Volker Eisen

Mitglied
Ja Michael 1 ,als ich noch ein junger Mann war habe ich auch durch ein Dachfenster geschaut .Der Tubus war mit einer Isoliermatte geschützt,ob Sommer oder Winter.Das Teleskop stand immer an der gleichen Stelle also wie gesagt bei mir hats geklappt und ich hatte Freude dran. Gruß Volker
 
Hallo Peter

"... Beim Beobachten oder Fotografieren aus dem Dachfenster beschäftigt einen aber immer (so geht es mir jedenfalls) die Frage, was wäre unter besseren Bedingungen möglich gewesen. .."

Das kann man sich immer fragen, auch draußen im Freien: "Was wäre an einem besseren Standort oder mit einem besseren Teleskop gewesen?

Macht irgendwie keinen Sinn. Ich genieße immer das, was ich situationsbedingt gerade vor dem Auge oder vor der Kamera habe.

Grüße, Gerd
 

lunarus

Mitglied
@Reverend_Coyote (Gerd)

Ich beende jede Beobachtungsnacht noch mit rein visueller Beobachtung und bin dann natürlich auch ganz "bei mir und meinen Eindrücken". Aber als drei Zoll Röhrchen Spechtler will man immer alles raus holen was möglich ist.

cs

Peter
 

schmitzac

Mitglied
Hallo Michael,

anbei das Kapitel "Rollbrett" vorab aus meiner Arbeit.

Kapitel .......Ein Rollbrett für Dachsternwarten und Fenstertüren.

Für Dachfenster- und Fenstertürsternwarten wird oft eine „fixierte Mobilität“ benötigt, um das Teleskop ohne großen Aufwand „in den Himmel“ positionieren und das Fenster/die Türe nach der Session schließen zu können. Neben professionellen Schienensystemen , die bisweilen nicht unter den Türholm gehen zeigt die nachfolgende Abbildung ein einfaches und platzsparendes Holzsystem, das man schnell selbst herstellen kann.




1603139624100.png



Wichtig ist die Wahl der Rollen. Es sollten Rollen mit festem Geradeauslauf genommen werden, die sowohl seitlich als auch unter der Platte fixiert sind, so dass die Laufrichtung stark vorgegeben wird. Diese Rollen kann man z.B. bei Bauhaus kaufen. Die Dicke der Grundplatte sollte 1,6 cm, die Dicke der Transportplatte 2 cm nicht unterschreiten. An jeder Seite wird ein Führungsholz aus Siebdruckplatte mittels Schrauben befestigt.

4 M10-Schrauben aus Edelstahl werden stativadaptiert rechtwinklig in eine Holzbohrung eingelassen und in eine von unten eingezogenen Einschlagmutter eingeschraubt. Man sollte die Einschlagmutter in ein eigenes Holzstück einziehen, das ist bequem bei eventuellen Reparaturen und bedingt eine zusätzliche Stabilisierung. Das Holzstück sollte mit mindestens einer Schraube am Brett fixiert werden.

Als Schraubenständer dienen kleine selbstgeschnittene Holzfüße aus Schichtholz, die eine größere 15 mm Bohrung aufweisen. So kann das Brett gering über Rollenniveau ausbalanciert fixiert werden. Diese Ständer müssen nach Jahren ausgetauscht werden, da die Schrauben sich beim Festdrehen etwas in da Holz einbohren. Das Einbohren bedingt eine gute Festigkeit.

Das Brett funktioniert einwandfreit. Eine Ratsche mit einhandverstellbarer Schraubrichtung leistet sehr gut Dienste bei der Fixierung der Trägerschrauben. Bei den empfehlenwerten Gummirollen sollte das System immer entlastet auf den Schraubenfüßen stehen, da die Gummirollen unter der hohen Belastung entrunden . Aus Stabilitätsgründen sollten auch keine höheren Rollen verwandt werden. Die Oberschrauben werden nach Ausbalancierung einfach mit der Hand angezogen, das reicht in der Regel für einen beeindruckend stabilen Stand. Man kann zusätzlich noch die oberen Muttern der Schraube festdrehen.

Die Grundplatte kann in einfacher Weise mit 2 Schrauben vorne vor dem Türrahmen im Boden fixiert werden.

Wichtig ist, dass man die Grund- und Trägerplatte in einem Arbeitsgang und mit gleicher Sägeeinstellung im Baumarkt anfertigen lässt. Das garantiert die gute Führung. Ich habe das von mir entwickelte Brett seit 10 Jahren im Betrieb und bis dato noch keine Probleme. Beim Schieben sollte man immer eine Hand an Führungsleiste derselben (li oder re )Seitenkante halten, das bedingt eine Konstanz der Führung. Mann sollte auch immer denselben Anschlagpunkt haben, bei mir ist es der Türholm, den das Schiebebrett um 10 cm überschreitet.

Das Schiebebrett wird mit einer großen Rundwasserwaage (ca. 5 cm) austariert. Nach der ersten Austarierung sollte auch das Stativ auf dem Schiebebrett mit der Rundwasserwaage austariert und austariert belassen werden, so dass bei einer neuen Session nur das Brett niveliert werden muss.

Ich habe die Ecken an meinem Brett abgeschnitten, da sie bei oft engen Verhältnissen und dunkler Nacht häufig versehentlich angestoßen werden.
 
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