xerox_now
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Hallo Freunde,
hier ein kleiner Bericht über die Revision (Neuverspiegelung) eine Celestron C8 orange von 1983.
Vielleicht habt Ihr Spass beim lesen oder nehmt es als Anregung.
Nach ca. 36 Jahren, stellte ich fest, dass die Bilder meines C8´s immer verwaschener wurden und massiv an Kontrast verloren hatten.
Bilder wie Levy-Shoemaker Einschläge oder Marsopposition 2003 mit scharfen Bildern im Okular, waren nicht mehr gegeben.
Zentrierung, Kollimation konnte immer wieder sehr gut hergestellt werden, aber ich erkannte, dass die defokusierten Beugungsbilder, intra- als auch extrafokal nicht gleichmäßig über das Beugungsbild ausgeleuchtet war. Es gab schwächere Bereiche, alles war furchtbar "scheckig".
Also Hauptspiegel und Fangspiegel bei Tag untersucht: HS hatte weiße, feine Punkte. Schmidt-Platte: sauber, keine bis minimal Kratzer oder Dreck. Noch mal am Stern getestet: Ja, wieder ungleichmäßig ausgeleuchtet.
Fazit und Entschluss: Neuverspiegelung.
Nachdem Beford zu teuer geworden ist, Orion mit 97% HiLUX schwer wiederbeschichtet werden kann, die Entscheidung: Hamburger Sternwarte Bergedorf. Liegt "quasi" vor der Haustür (1 1/2 Stunden Autofahrt quer durch Hamburg). Akzeptabler Preis und sehr Freundliche Mitarbeiter.
Ausbau der Spiegel:
Die Position der Schmitt-Platte und die kleinen Korkstückchen sind genau zu markieren. Auch die Position der Nummer auf der Platte ist festzuhalten. Platte und Spiegel müssen zueinander passen, das das ganze optische System ab Werk von Hand retuschiert ist!
Hauptspiegel.
Nicht so einfach wie gedacht! Ich hatte 2003 schon mal den Hauptspiegel gewaschen. Dazu trennte ich den HS von dem Träger. Fixiert wurde damals der Spiegel mit einer Art Paste zwischen Spiegel und Träger. Ist wahrscheinlich als Verdrehsicherung und oder Fixierung der Zentrierung des Hauptspiegels, gedacht gewesen. Ich hatte damals den schlimmen Fehler begangen und den Spiegel mit Silikon fixiert. Dieses Silikon hat mir den letzten Nerv gekostet beim zerlegen. (Bild: Silikon) Das Silikon war überall zwischen dem Träger und dem O-ring und zum Spiegel.
Mechanisch nur bedingt zu lösen. Also Silikonlöser aufgetragen und 3 Tage versucht den Spiegel runter zu bekommen. Am vierten Tag die Erlösung. Der Spiegel ließ sich mit einiger Kraft lösen.
Zuvor hatte ich aber genau die Position des Spiegels zum Träger markiert. (Bild: Markierung_HS)
Den Spiegel von den Resten des Silikons gesäubert und einmal nur mit dest. Wasser gespült. Fertig zum einpacken.
Fangspiegel.
Der Fangspiegel ist auf einer Platte aus Aluminium, flächig verklebt. Zwischen Spiegel und der Aluminiumplatte befindet sich wieder Kork. Als elastisches Material, um die unterschiedlichen Ausdehnungen bei Temperaturänderungen auszugleichen. (Bild: Fangspiegel)
Der Kork und die Platte müssen vom Spiegel getrennt werden, soll der Spiegel neu verspiegelt werden.
In der Vakuumanlage würde der Kork mit dem Klebstoff alles verunreinigen und die Verspiegelung wäre nicht sauber.
Wie also trennen? Nach zwei Tagen baden in Nitroverdünnung, wurde der alte Klebstoff endlich weich.
Ich entschloss mich beherzt mit einem Cuttermesser, mit langer Klinge, zwischen den Kork zu schneiden.
Das klappte erstaunlich leicht. Danach konnte man die Reste sauber abziehen.
Dabei entdeckte ich herrliche Kratzer auf dem Spiegel! Der Schreck saß tief. Hatte ich jetzt das Teleskop ruiniert, nach fast 4 Jahrzehnten? (Bild: Kratzer_FS).
Einen Versuch ist es wert. Hinterher stellte sich heraus, dass es nur die Verspiegelung, nicht der Träger war. Puh Glück gehabt.
Alles verpackt und persönlich zur Sternwarte Bergedorf gefahren. Sehr netter Kontakt und sehr interessant und sehenswert. Leider nicht genug Zeit gehabt und alles zu sehen.
Nach ca. drei Wochen bekam ich die Mail, das mein Spiegel fertig sei.
Die Arbeiten wurden auf Rechnung durchgeführt.
Zusammenbau und begleitende Tests.
Während die Spiegel neu belegt wurden, konnte ich mich um den Zusammenbau kümmern.
Welche Art Kork nimmt man für das Verkleben zwischen dem Spiegelträger und dem Spiegel.
Kork gibt es viel: Bastelkork, Kork mit Gummi, mit verschiedenen Anteilen von Gummi. Die werden als Ölwannendichtung für Oldtimer angboten.
Welchen Klebstoff soll man verwenden? Als Klebstoff verwendete ich Pattex Repair Extreme.
Dieser Klebstoff hat den breitesten Temperaturbereich für den Einsatz.
Bei dem Kork machte ich einfache Zugversuche mit einfachen Bastelkork und zwei unterschiedlichen "Gummikorkproben". Geklebt auf Alu und einige Tage mit 1kg auf Scherung belastet. (Bild: Zugtest)
Die Wahl fiel auf den roten Gummikork, da der "Bastelkork" leichte Risse aufwies und der schwarze Kork extrem nach Gummi roch. (Bild: Kork)
Da der Fangspiegel auf der Aluplatte zentriert war, musste ich das wieder so hin bekommen. Die Frage dazu im Forum: Zentrierung Spiegel beim Cassegrain, Classic oder Schmidt...
Dazu diente die zentrale Bohrung der Aluplatte als Referenz. Drei Anschläge mit 120° und Spaxschrauben als Anschläge. Gemessen wurde mit einem digitalen Meßschieber. (Bild: Zentr_FS).
Den Hauptspiegel habe ich mit einem neuen Gummi O-Ring wieder auf dem Spiegelträger und dem "Überwurfring", mit neuem Kork verschraubt und leicht angezogen. Zuvor den Spiegel mit Papierstreifen so gut wie möglich zu zentrieren. Sicherlich nicht optimal aber ausreichend. (Bild: Spiegelträger)
Alles wieder zusammengesetzt, Spiegelträger auf Blendrohr, Gewindestange der Fokussierung eingeschraubt und gesichert, Korrektorplatte eingesetzt und über Kreuz verschraubt.
Justage und Abschluß.
Nachdem grob mit Laser und Christbaumkugel im Keller "vorkollimiert" wurde erfolgte die genaue Ausrichtung der optischen Achsen am Stern.
Der erste Eindruck:
Beugungsbilder wieder gleichmäßig ausgeleuchtet, Kollimation sauber zentriert und Bilder intra- und extrafokal fast gleich.
Sternabbildung ohne Tadel. Als Testplanet musste Uranus herhalten, das Jupiter zu tief. Ja, schönes Scheibchen und so wie ich es mal in Erinnerung hatte.
Hier ein Bild von M93. Direktfokus mit C8 auf CGX, kein Guiding, Canon 5dMk2, 6400ISO, 16x 30s und 5 Darks in DDS.
hier ein kleiner Bericht über die Revision (Neuverspiegelung) eine Celestron C8 orange von 1983.
Vielleicht habt Ihr Spass beim lesen oder nehmt es als Anregung.
Nach ca. 36 Jahren, stellte ich fest, dass die Bilder meines C8´s immer verwaschener wurden und massiv an Kontrast verloren hatten.
Bilder wie Levy-Shoemaker Einschläge oder Marsopposition 2003 mit scharfen Bildern im Okular, waren nicht mehr gegeben.
Zentrierung, Kollimation konnte immer wieder sehr gut hergestellt werden, aber ich erkannte, dass die defokusierten Beugungsbilder, intra- als auch extrafokal nicht gleichmäßig über das Beugungsbild ausgeleuchtet war. Es gab schwächere Bereiche, alles war furchtbar "scheckig".
Also Hauptspiegel und Fangspiegel bei Tag untersucht: HS hatte weiße, feine Punkte. Schmidt-Platte: sauber, keine bis minimal Kratzer oder Dreck. Noch mal am Stern getestet: Ja, wieder ungleichmäßig ausgeleuchtet.
Fazit und Entschluss: Neuverspiegelung.
Nachdem Beford zu teuer geworden ist, Orion mit 97% HiLUX schwer wiederbeschichtet werden kann, die Entscheidung: Hamburger Sternwarte Bergedorf. Liegt "quasi" vor der Haustür (1 1/2 Stunden Autofahrt quer durch Hamburg). Akzeptabler Preis und sehr Freundliche Mitarbeiter.
Ausbau der Spiegel:
Die Position der Schmitt-Platte und die kleinen Korkstückchen sind genau zu markieren. Auch die Position der Nummer auf der Platte ist festzuhalten. Platte und Spiegel müssen zueinander passen, das das ganze optische System ab Werk von Hand retuschiert ist!
Hauptspiegel.
Nicht so einfach wie gedacht! Ich hatte 2003 schon mal den Hauptspiegel gewaschen. Dazu trennte ich den HS von dem Träger. Fixiert wurde damals der Spiegel mit einer Art Paste zwischen Spiegel und Träger. Ist wahrscheinlich als Verdrehsicherung und oder Fixierung der Zentrierung des Hauptspiegels, gedacht gewesen. Ich hatte damals den schlimmen Fehler begangen und den Spiegel mit Silikon fixiert. Dieses Silikon hat mir den letzten Nerv gekostet beim zerlegen. (Bild: Silikon) Das Silikon war überall zwischen dem Träger und dem O-ring und zum Spiegel.
Mechanisch nur bedingt zu lösen. Also Silikonlöser aufgetragen und 3 Tage versucht den Spiegel runter zu bekommen. Am vierten Tag die Erlösung. Der Spiegel ließ sich mit einiger Kraft lösen.
Zuvor hatte ich aber genau die Position des Spiegels zum Träger markiert. (Bild: Markierung_HS)
Den Spiegel von den Resten des Silikons gesäubert und einmal nur mit dest. Wasser gespült. Fertig zum einpacken.
Fangspiegel.
Der Fangspiegel ist auf einer Platte aus Aluminium, flächig verklebt. Zwischen Spiegel und der Aluminiumplatte befindet sich wieder Kork. Als elastisches Material, um die unterschiedlichen Ausdehnungen bei Temperaturänderungen auszugleichen. (Bild: Fangspiegel)
Der Kork und die Platte müssen vom Spiegel getrennt werden, soll der Spiegel neu verspiegelt werden.
In der Vakuumanlage würde der Kork mit dem Klebstoff alles verunreinigen und die Verspiegelung wäre nicht sauber.
Wie also trennen? Nach zwei Tagen baden in Nitroverdünnung, wurde der alte Klebstoff endlich weich.
Ich entschloss mich beherzt mit einem Cuttermesser, mit langer Klinge, zwischen den Kork zu schneiden.
Das klappte erstaunlich leicht. Danach konnte man die Reste sauber abziehen.
Dabei entdeckte ich herrliche Kratzer auf dem Spiegel! Der Schreck saß tief. Hatte ich jetzt das Teleskop ruiniert, nach fast 4 Jahrzehnten? (Bild: Kratzer_FS).
Einen Versuch ist es wert. Hinterher stellte sich heraus, dass es nur die Verspiegelung, nicht der Träger war. Puh Glück gehabt.
Alles verpackt und persönlich zur Sternwarte Bergedorf gefahren. Sehr netter Kontakt und sehr interessant und sehenswert. Leider nicht genug Zeit gehabt und alles zu sehen.
Nach ca. drei Wochen bekam ich die Mail, das mein Spiegel fertig sei.
Die Arbeiten wurden auf Rechnung durchgeführt.
Zusammenbau und begleitende Tests.
Während die Spiegel neu belegt wurden, konnte ich mich um den Zusammenbau kümmern.
Welche Art Kork nimmt man für das Verkleben zwischen dem Spiegelträger und dem Spiegel.
Kork gibt es viel: Bastelkork, Kork mit Gummi, mit verschiedenen Anteilen von Gummi. Die werden als Ölwannendichtung für Oldtimer angboten.
Welchen Klebstoff soll man verwenden? Als Klebstoff verwendete ich Pattex Repair Extreme.
Dieser Klebstoff hat den breitesten Temperaturbereich für den Einsatz.
Bei dem Kork machte ich einfache Zugversuche mit einfachen Bastelkork und zwei unterschiedlichen "Gummikorkproben". Geklebt auf Alu und einige Tage mit 1kg auf Scherung belastet. (Bild: Zugtest)
Die Wahl fiel auf den roten Gummikork, da der "Bastelkork" leichte Risse aufwies und der schwarze Kork extrem nach Gummi roch. (Bild: Kork)
Da der Fangspiegel auf der Aluplatte zentriert war, musste ich das wieder so hin bekommen. Die Frage dazu im Forum: Zentrierung Spiegel beim Cassegrain, Classic oder Schmidt...
Dazu diente die zentrale Bohrung der Aluplatte als Referenz. Drei Anschläge mit 120° und Spaxschrauben als Anschläge. Gemessen wurde mit einem digitalen Meßschieber. (Bild: Zentr_FS).
Den Hauptspiegel habe ich mit einem neuen Gummi O-Ring wieder auf dem Spiegelträger und dem "Überwurfring", mit neuem Kork verschraubt und leicht angezogen. Zuvor den Spiegel mit Papierstreifen so gut wie möglich zu zentrieren. Sicherlich nicht optimal aber ausreichend. (Bild: Spiegelträger)
Alles wieder zusammengesetzt, Spiegelträger auf Blendrohr, Gewindestange der Fokussierung eingeschraubt und gesichert, Korrektorplatte eingesetzt und über Kreuz verschraubt.
Justage und Abschluß.
Nachdem grob mit Laser und Christbaumkugel im Keller "vorkollimiert" wurde erfolgte die genaue Ausrichtung der optischen Achsen am Stern.
Der erste Eindruck:
Beugungsbilder wieder gleichmäßig ausgeleuchtet, Kollimation sauber zentriert und Bilder intra- und extrafokal fast gleich.
Sternabbildung ohne Tadel. Als Testplanet musste Uranus herhalten, das Jupiter zu tief. Ja, schönes Scheibchen und so wie ich es mal in Erinnerung hatte.
Hier ein Bild von M93. Direktfokus mit C8 auf CGX, kein Guiding, Canon 5dMk2, 6400ISO, 16x 30s und 5 Darks in DDS.
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