Beschädigte Schmidtplatte

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Re: Beschädigte Schmidtplatte: doch kleben?

Hallo Gerd,

stimmt, da ist mir beim 'tilt/decenter' im Lens File anscheinend etwas chaotisches passiert. Immerhin ist es beruhigend zu wissen, dass die Neigung der Korrektorplatte nicht so ultra-kritisch wie zunächst befürchtet ist.

Ich habe die Rechnung für die beschriebene 8" f/10 SC Optik noch mal durchgespielt und hänge die korrigierten Resultate unten an. Allerdings ganz so unkritisch wie bei Deinem Ergebnis für die 250mm f/10 SC Optik mit f/2,5 HS kommt es bei mir immer noch nicht raus. Für die hier untersuchte 8" f/10 Optik mit f/2 HS sollte man schon eine Ausrichtung auf besser als 0.5° anstreben.

Tut mir leid, dass die erste Rechnung so daneben gegangen ist. Und besten Dank für Deine Kontrollrechnung!

Ich hänge für Harrie auch noch einen screen shot vom ZEMAX Lens File an. Dann kann er das bei Gelegenheit vielleicht auch noch mal überprüfen:

Die verwendeten Einheiten sind Millimeter und Grad. Die asphärische Form des Korrektors wird über vier Parameter festgelegt, den Krümmungsradius wie üblich in der Radiusspalte (-9.708E+004) und die Parameter 2, 3 und 4 (6.065E-10 / 6.290E-16 / 1.026E-20). Der HS hat in dem übernommenen Design eine geringfügig asphärische Form (conic 0.077). Die ersten beiden Coordinate Breaks rahmen die 'tilt/decenter' Funktion für die Korrektorplatte ein. Die übrigen beiden rahmen den FS Spider ein.

Mit freundlichen Grüßen,
Peter
 

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Re: Beschädigte Schmidtplatte: doch kleben?

Hallo Harrie, liebe Mitleser,

...einem normalen zwei Komponentenkleber?

Deshalb sage ich: die Lage ist ernst und hoffnungslos. Das gelingt niemals, auch wenn man nur eine geringe Bildqualität akzeptieren will.

Ich lasse mich gerne überraschen und dann wenn es gelungen ist:

Gruß,

Harrie

das mit dem zwei Komponentenkleber war nur ein erster Versuch um zu sehen was überhaupt passiert beim zusammenkleben einer gebrochenen Glasplatte. Mit etwas Trixerei lässt sich derartiger Kleber fast beliebig dünn in die Klebefuge einbringen. Dann

a) ist die Schmidtplatte ist kein Spiegel. Insofern ist Dein Beispiel mit dem geworfenen Teller nicht voll treffend :D.

b) Der Einfluß durch leichte Verkippung scheint allem Anschein nach erheblich geringer zu sein als P-E-T-E-R in seinem ersten Versuch simuliert hat. Ich konnte mir auch nicht so recht vorstellen dass eine nur um 1/100° verkippte Schmidtplatte eines typischen 8" SC schon nennenswerte Aberrationen bewirkt.

c) Fazit: Die Chancen für eine akzeptable Klebereparatur sind in diesen Falle möglicherweise deutlich höher als Du vermutest.

d) Zur endgültigen Klärung müsste mir allerdings Peter (Langey) die Schmidtplatte samt Bruchstücken zur Verfügung stellen oder meinetwegen auch vorher selber kleben.

Gruß Kurt

 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Re: Beschädigte Schmidtplatte: doch kleben?

Hallo Gerd nochmal,

eine mögliche Erklärung für die immer noch etwas größere Empfindlichkeit gegenüber Verkippung der Korrektorplatte (beim Vergleich meiner korrigierten Resultate mit Deinen Resultaten) ist der nicht ganz sphärische HS bei dem von mir untersuchten 8" f/10 SC Design. In der verkürzten Bauform ist der verwendete CC-Wert von 0.077 anscheinend auch nicht mehr optimal.

Ich habe das eben mal durchgespielt und finde eine starke Abhängigkeit der PSF Performance vom CC-Wert:

... CC ............. PSF peak height

corrector tilt: ... 0.000° ... 1.000°

0.072 ............... 0.28 ..... 0.26
0.073 ............... 0.37 ..... 0.33
0.074 ............... 0.48 ..... 0.41
0.075 ............... 0.61 ..... 0.48
0.076 ............... 0.73 ..... 0.56
0.077 ............... 0.83 ..... 0.63
0.078 ............... 0.90 ..... 0.67

0.079 ............... 0.93 ..... 0.69
0.080 ............... 0.92 ..... 0.67
0.081 ............... 0.86 ..... 0.62
0.082 ............... 0.75 ..... 0.55
0.083 ............... 0.62 ..... 0.46
0.084 ............... 0.47 ..... 0.36
0.085 ............... 0.33 ..... 0.27


Mit "CC = 0", also mit einem exakt sphärischen HS funktioniert dieses besondere SC System überhaupt nicht mehr.

Das erklärt vermutlich auch die unterschiedliche Empfindlichkeit gegenüber Verkippung der Korrektorplatte.

Mit freundlichen Grüßen,
Peter

 
Re: Beschädigte Schmidtplatte: doch kleben?

Hallo Kurt,

Bei 1/100° und einer Glasdicke 4,5 mm ist die Dickendifferenz der Klebeschicht nur 0.00079 mm! Anders gesagt 1/100 der Dicke eines gewönlichen Menschenhaar.

Viel Erfolg der es versuchen will.

Gruß, Harrie
 
Re: Beschädigte Schmidtplatte: doch kleben?

Hallo Kurt,

mein Vorschlag zu
Zitat von Kurt:
das mit dem zwei Komponentenkleber war nur ein erster Versuch um zu sehen was überhaupt passiert beim zusammenkleben einer gebrochenen Glasplatte. Mit etwas Trixerei lässt sich derartiger Kleber fast beliebig dünn in die Klebefuge einbringen.
wäre, es mit dünnflüssigem Sekundenkleber zu versuchen. Den läßt man durch Kapillarwirkung in die Fugen der bereits aneinandergefügten Glasteile ziehen und hat dann das Minimum, was an Klebstoffdicke möglich sein sollte.

Grüße

fquadrat
 
Re: Beschädigte Schmidtplatte: doch kleben?

Vorsicht das kein Staubteil unter dem Plattenteil liegt :cool:
 
Re: Beschädigte Schmidtplatte: doch kleben?

Hallo Peter,

ja jetzt sieht die Sache bei Dir ja schon ganz anders aus.
Aber so ganz passt es noch nicht zu meiner Simulation, nun ich will natürlich nicht prinzipiell davon ausgehen das nicht auch bei mir ein Fehler vorliegt, halte das aber für unwahrscheinlich da die Schmidtplatte ja wie in der gezeigten Grafik im Bild2 zu sehen eindeutig gekippt ist.
Die Grafik ist von Oslo erstellt und zeigt die Sache so wie diese auch in der Simulation berücksichtigt wird.

Das einzige was kritisch bei der Position einer Schmidtplatte ist ist ihre Zentrierung also die Laterale Position in Relation zum HS, hier bewirkt eine seitliche Verschiebung von 0,2mm bei meinem Design eine Strehlminderrung auf 0,96.
Eventuell ist in Deiner Simulation ein solcher Versatz enthalten, möglicherweise ja vom Programm automatisch vorgenommen wenn Du kippst?
Oslo bietet in der Beziehung verschiedene Optionen an.

Hast Du bei Zemax eine Importfunktion für Oslo Files?
Oslo bietet eine für Zemax Files an, aber leider nur in der Vollversion, bei meiner EDU Version ist das leider nicht aktiviert sonst hätte ich gesagt Du lässt mir mal das Zemax File zukommen.
Auf Deinen Screenshot kann ich leider nicht wirklich was erkennen, das ist alles zu winzig.

Aber vielleicht klappt ja der Import bei Dir ich stelle daher mal die Oslo Files für meine SC hier rein.
Kopiere die in den Editor und speichere sie mit der Endung .len auf Deinem PC ab, wenn Zemax eine Importfunktion hat was ich mal voraussetze solltest Du das File über diese Funktion mit Zemax öffnen können.
Ich weiß allerdings nicht ob es in bestimmten Dingen irgendwelche Konvertierungsunverträglichkeiten gibt und immer alles korrekt übernommen wird.
Bei Word kommt es ja zb. vor das die Formatierung bei der Konvertierung eines Fremdformates dann nicht mehr erhalten bleibt.


Von mir gerechnetes 250mm SC alles perfekt

// OSLO 6.4 20586 0 58668
LEN NEW "SC 250/2500 HS2,5" 2530.7 6
EBR 125.0
ANG 0.6
DES "G.Duering"
UNI 1.0
// SRF 0
AIR
TH 1.0e+20
AP 1.0472358322e+18
NXT // SRF 1
GLA N-BK7
TH 5.0
DT 1
NXT // SRF 2
AIR
RD -1.7e+05
TH 485.0
AD 1.705e-10
AE 6.5e-17
DT 1
NXT // SRF 3
RFL
RD -1250.0
TH -460.0
NXT // SRF 4
RFL
RD -435.0
TH 664.0
NXT // SRF 5
AIR
NXT // SRF 6
AIR
RD -378.0
TH -0.4664155580286
CBK 1
WV 0.546 0.486 0.656
WW 1.0 1.0 1.0
END 6
SDSA On


_________________________________________________________________________

Selbiges SC aber Schmidtplatte 2° gekippt


// OSLO 6.4 13618 0 58668
LEN NEW "SC 250/2500 HS2,5" 2530.7 6
EBR 125.0
ANG 0.6
DES "G.Duering"
UNI 1.0
// SRF 0
AIR
TH 1.0e+20
AP 1.0472358322e+18
NXT // SRF 1
GLA N-BK7
TH 5.0
DT 1
TLA 2.0
BEN
NXT // SRF 2
AIR
RD -1.7e+05
TH 485.0
AD 1.705e-10
AE 6.5e-17
DT 1
TLA -2.0
BEN
NXT // SRF 3
RFL
RD -1250.0
TH -460.0
NXT // SRF 4
RFL
RD -435.0
TH 664.0
NXT // SRF 5
AIR
NXT // SRF 6
AIR
RD -378.0
TH -0.4565160169566
CBK 1
WV 0.546 0.486 0.656
WW 1.0 1.0 1.0
END 6
SDSA On


Grüße Gerd
 
Re: Beschädigte Schmidtplatte: doch kleben?

Hallo Kurt und Harrie,

zur Klebeproblematik.
Ob das funktioniert weis ich schlicht und ergreifend nicht da ich es wie schon erwähnt auch nicht simulieren kann.
Ich möchte daher weder in die eine noch in die andere Richtung spekulieren, ich sehe es 50/50
Manchmal muss man auch mal sagen ich weiß es schlicht nicht und nicht vorschnell etwas postulieren was man rein vom Bachgefühl her glaubt.

Zur konkreten Vorgehensweise bei der Klebeaktion möchte ich aber mal was hoffentlich Konstruktives beitragen.
Ich schätze mal die defekte Schmidtplatte ist wie üblich auf einer Seite Plan, das wäre ja eine große Hilfe.
Schön wäre jetzt man hätte eine Weitere exakte Planfläche, dann könnte man natürlich beide Planflächen aufeinanderlegen.
Jetzt würde ich unter monochromatischem Licht schauen und es sollte sich dann ja ein Interferenzmuster zeigen.
So könnte man recht exakt die korrekte Lage der Stücke überprüfen.
Inwieweit man es dann Praktisch hinbekommt, keine Ahnung, aber überprüfen könnte man die Lage der Stücke jedenfalls hinreichend genau.

Die Klebestellen als solche sehe ich nicht als Problem da deren Flächenanteil in Relation zur Gesamtfläche sehr klein ist, das Fällt nicht ins Gewicht.
Ich verweise da mal auf den ED120 mit der Inhomogenität den Kurt getestet hat das ist da ein gutes Beispiel.

Die Frage ist ob die trotz oeben genannter Kontrolle unvermeidbare Ungenauigkeit der Stücke zueinander die in Relation zur Wellenlänge natürlich sicher ganz erheblich ist ein Problem darstellt.
Finden wir es einfach mal im praktischen Versuch heraus.

Kurt wenn Du das SC von Peter nicht in die Finger bekommen solltest folgender Experiment Vorschlag.
Eventuell hast Du ja 2 planparallele Platten, wenn nicht schleifst Du sie halt.
Zerbreche dann eine und klebe sie wieder.
Am besten unter oben erwähnter Kontrolle gegen die 2. Planplatte bei monochromatischem Licht.
Ist der Kleber ausgehärtet kannst Du ja noch mal gegen die 2. Planplatte prüfen und das Interferenzmuster hier zeigen.

Grüße Gerd
 
Re: Beschädigte Schmidtplatte: doch kleben?

Zitat von Gerd_Duering:
Aber so ganz passt es noch nicht zu meiner Simulation ...
Hallo Gerd, meine Vermutung ist immer noch, dass die höhere Empfindlichkeit gegenüber Verkippung bei meiner SC Konfiguration von der leicht elliptischen HS Form (CC = 0,077) herrühren könnte. Hast Du gelesen, was ich dazu geschrieben habe?

Zitat von Gerd_Duering:
Das einzige was kritisch bei der Position einer Schmidtplatte ist ist ihre Zentrierung also die Laterale Position in Relation zum HS, hier bewirkt eine seitliche Verschiebung von 0,2mm bei meinem Design eine Strehlminderrung auf 0,96.
Eventuell ist in Deiner Simulation ein solcher Versatz enthalten, möglicherweise ja vom Programm automatisch vorgenommen wenn Du kippst? Oslo bietet in der Beziehung verschiedene Optionen an.
Ich habe in diesem Fall einen einfachen 'surface tilt' (ohne 'decenter') für Front- und Rückseite des Korrektors eingegeben. Das Symmetriezentrum der Korrektorkurve sollte dabei auf der Achse bleiben. Bei einer Plattendicke von 5.5 mm und einem tilt von 1° gibt es eh nur einen maximal möglichen seitlichen Versatz von 0.1 mm. Das taugt also kaum für eine Erklärung des Unterschieds.

Eigentlich war ich in meiner ZEMAX Library auf der Suche nach einem ganz gewöhnlichen kurzen SC Design, konnte bislang aber nur irgendwelche speziellen Designs, wie z.B. diesen langen SC mit etwas elliptischem HS finden. Anstatt jetzt nach möglichen Fileimportoptionen für Deinen Oslo Code zu suchen und diese zu verstehen, ist es einfacher für mich, die paar wenigen Parameter aus dem Lens Input File per Hand einzutragen.

Ich nehme mal an, dass 'SRF 1' bis 'SRF 5' für Surface 1-5 steht, wobei 1 und 2 den BK7 Korrektor, 3 HS, 4 FS, und 5 die Bildebene bezeichnen. Aber was ist 'SRF 6' und der zugeordnete Krümmungsradius von -378 mm ?

RD und TH bezeichnen offenbar die zugeordneten Krümmungsradien und Abstände zum folgenden Element. Aber wo finde ich die Öffnung oder den Halbradius vom FS ?

Wie ist die Konvention für die Beschreibung der Korrektorparameter bei Oslo? Da gibt es einmal einen Krümmungsradius: -1.5e+09, und des weiteren die Parameter AD = 1.705e-10 und AE = 6.5e-17. Das sieht sehr ähnlich zu den bei ZEMAX üblichen Beschreibungen für den Korrektor aus.

Bis auf den FS Halbradius und die Klärung der Bedeutung von 'SRF 6' hätte ich eigentlich alles, was ich für eine ZEMAX Simulation brauche.

Mit freundlichen Grüßen,
Peter

 
Re: Beschädigte Schmidtplatte: doch kleben?

Hallo Peter,

meine Vermutung ist immer noch, dass die höhere Empfindlichkeit gegenüber Verkippung bei meiner SC Konfiguration von der leicht elliptischen HS Form (CC = 0,077) herrühren könnte. Hast Du gelesen, was ich dazu geschrieben habe?

ja hab ich gelesen.
Ich habe unterschiedliche SC Versionen gerechnet, darunter auch eine mit elliptischem HS. Auch mit elliptischem HS bekomme ich bei reinem kippen der Schmidtplatte vergleichbare Ergebnisse wie oben.
Unterschiede zeigen sich in der Zentrierempfindlichkeit, die gleichen 0,2mm bewirken hier eine Srtehlminderrung auf 0,86 statt der 0,96 bei sphärischem HS.

Anstatt jetzt nach möglichen Fileimportoptionen für Deinen Oslo Code zu suchen und diese zu verstehen, ist es einfacher für mich, die paar wenigen Parameter aus dem Lens Input File per Hand einzutragen.

Ich dachte auch nicht nur einfach an die Übernahme der Systemdaten sondern vor allem die Übernahme der Einstellungen für die gekippte Schmidtplatte.
Deshalb die Files und nicht einfach ein Screenshot, den kannste natürlich auch bekommen, siehe Anhang.
Du solltest also trotzdem mal den Import versuchen, so könntest Du sehen wo der Unterschied Beim Kippen der Schmidtplatte liegt.
Das ist der Zweck des ganzen.
Ich hoffe das wird dann von Zemax richtig übernommen.

Ich nehme mal an, dass 'SRF 1' bis 'SRF 5' für Surface 1-5 steht, wobei 1 und 2 den BK7 Korrektor, 3 HS, 4 FS, und 5 die Bildebene bezeichnen. Aber was ist 'SRF 6' und der zugeordnete Krümmungsradius von -378 mm ?

SRF 1 bis 4 ist so wie Du vermutest.
SRF 5 ist lediglich deshalb eingefügt damit Oslo in der Grafik den Strahlengang bis zum Fokus darstellt, fehlt diese zusätzliche Fläche wird dieser nur bis kurz hinter dem FS gezeigt.
Optisch hat diese Fläche aber keinerlei Bedeutung.
Die Bildebene ist somit SRF6
Der Radius -378mm gibt die Bildfeldwölbung an, dieser hat logischerweise nur für das Feld Relevanz, ist dieser aktiviert wird die Bildfeldwölbung raus gerechnet.
Für die Achse hat das keine Bedeutung, Du musst diesen also nicht eingeben.

RD und TH bezeichnen offenbar die zugeordneten Krümmungsradien und Abstände zum folgenden Element.
Ja wobei das letzte TH die Fokuslage angibt, hier solltest Du am besten statt den Betrag einzugeben einfach neu fokussieren. Ich habe monochromatisch auf 546nm fokussiert.
Dafür hab ich das System gerechnet und es erreicht hier sein Optimum.
Also bitte nicht den Paraxialfokus wählen.

Aber wo finde ich die Öffnung oder den Halbradius vom FS ?

Die Öffnung als Radius findest Du unter EBR, also 125mm.
Ich habe die Automatik aktiv, hier wird der FS Radius vom Programm nach dem eingegebenen Feldwinkel (ANG 0,6°) automatisch berechnet weshalb im File kein Wert dafür auftaucht.
Wenn Du ihn benötigst siehe Anhang.

Wie ist die Konvention für die Beschreibung der Korrektorparameter bei Oslo? Da gibt es einmal einen Krümmungsradius: -1.5e+09, und des weiteren die Parameter AD = 1.705e-10 und AE = 6.5e-17. Das sieht sehr ähnlich zu den bei ZEMAX üblichen Beschreibungen für den Korrektor aus.

Ja das ist genauso wie in Zemax, der Krümmungsradius ist aber nicht -1,5e+09 sondern -1,7e+05
Wo hast Du die -1,5e+09 her?
Die Deformation hab ich nur über AD (Konstante 4. Ordnung) und AE (Konstante 6. Ordnung) festgelegt.
Eine Konstante 8. Ordnung wie von Dir oben angegeben erübrigt sich da die Deformation vollkommen ausreichend genau definiert ist ( das System hat schließlich Strehl 0,9999).


Ich hab mal versucht auf den Screenshot von Dir was an Zahlen zu erkennen und das Design mal in Oslo eingegeben.

Auch hier komme ich zu einem anderen Ergebnis.
Das geht schon los beim Strehl der perfekt justierten und korrekt fokussierten Optik, hier erhalte ich schon mal Strehl 0,989 wenn ich auf 546nm fokussiere.
Du hast offensichtlich den Paraxialfokus gewählt, dann komme ich auch auf Strehl 0,931
Es ist aber nicht Praxisgerecht den Paraxielfokus zu wählen denn da fokussiert man schließlich auch auf die bestmögliche Abbildung hin.
Ich wähle immer Minimum RMS monochromatisch als Fokus wobei ich natürlich auf Grün entweder 555nm oder 546nm fokussiere.

Grüße Gerd

 

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Hallo,
Peter, ich hatte schon eine Antwort unter Selbstbau gepostet, da hier weiter diskutiert wird, hier nochmal. Ich würde versuchen, die Teile mit Kanadabalsam zu kitten. Hier habe ich beschrieben, wie ich so ein Prisma repariert habe. Hier findest Du noch ein paar mehr Infos zum Kanadabalsam. Eine aktuelle Bezugsquelle kann ich zwar nicht nennen, aber im Mikroskopiebedarf wird man sicher fündig. Ich kann Dir natürlich keine Garantie geben, dass das Verfahren bei Dir funktioniert, der Aufwand ist aber nicht sehr hoch, ich würde es einfach versuchen. Kanadabalsam hat den Vorteil, dass man die Verklebung wieder lösen kann und neu verkleben kann.
Für ganz hoffnungslos halt ich den Versuch nicht. Glas erzeugt ja für gewöhnlich eine komlexe Bruchstruktur, die Teile passen wieder gut ineinander (natürlich nur, wenn nix dazwischen liegt). Ich kannte mal einen Sternfreund, dem ist bei einem selbstgeschliffenen Objektiv die BK7-Linse beim Einbau runtergefallen und in zwei Teile zerbrochen. Der hat die Linse so wieder verkittet. Das Ergebnis war gar nicht so schlecht. Allerdings hat er die Linse dann nochmal vorsichtig überpoliert. Versauen kannst Du eh nix mehr, durch Experimente wird man nicht dümmer.

CS. Frank
 
Re: Beschädigte Schmidtplatte: doch kleben?

Hallo Peter,

wenn Du etwas „Futter“ für Zemax brauchst, ich habe hier

http://www.astrotreff.de/topic.asp?TOPIC_ID=119141

eine umfangreiche Sammlung diverser SC Designs gezeigt, vom einfachem mit sphärischen Spiegeln in kurzer und langer Aufführung bis hin zum Astrografen mit geebnetem Bildfeld.
Alle sind von mir selbst gerechnet.

@Harrie

Schaus Dir doch bitte auch mal an.

Grüße Gerd
 
Re: Beschädigte Schmidtplatte: doch kleben?

Hallo Gerd,

vielen Dank, das ist sehr interessant.
Wird aber eine Zeit dauern, bis ich dazu komme.
Habe jetzt erst mal andere Prioritäten ...

Mit freundlichen Grüßen,
Peter

 
Re: Beschädigte Schmidtplatte: doch kleben?

Guten Abend,

hatte am Wochenende endlich Zeit, die Klebeaktion durchzuführen.
Verwendet habe ich einen Sekundenkleber von Pattex speziell für Glas. Das Kleben der drei Bruchkanten dauerte 2 Minuten, dann war alles bombemferst. Die Bruchkanten sind natürlich sichtbar. Das Glas der Schmidtplatte schaut aus wie normales Fensterglas. Das technologische Geheimnis dieses Kernstück der Optik erschließt sich dem Betrachter in keiner Weise.

Ergebnis der Klebeaktion:
1. Bei terrestischer Beobachtung keine Probleme.
2. Am Fixstern deutliches Koma mit strahlenförmigen Spitzen zu einer Seite.

Offen bleibt jetzt die Frage:
Wie würde das Ergebnis aussehen, wenn das Teleskop neu vermessen würde und das wäre auf jeden Fall erforderlich!!!
Interessant ist die schlichte mechanische Konstruktion.
Hinter den 6 Schräubchen an der Frontseite liegt ein runder Kunststoffring. Löst man die 6 Schrauben, ist die Schmidtplatte hinter diesem Ring frei drehbar und setlich verschiebbar. Hebt man den Ring ab sieht man, daß gegen das seitliche Verschieben der Schmidtplatte ein kleines Stück geknickter Pappe zwischen Alutubus und der Kante der Schmidtplatte eingefügt wurde. Nach Herausheben der Schmidtplatte viel mir dieses Stückchen Pappe entgegen!! Woher sollte ich wissen, daß dieses nur locker eingeklemmt wurde.
Zuvor hatte ich zwei Markierungen gegenüber den Bruchkanten auf dem Ring angebracht. Diese nützten beim späteren Zusammenbau wenig, da man die ursprüngliche Position der Schmidtplatte hinter dem Kunststoffring nur schätzen kann (freie Rotation der Schmidtplatte)!!

Vielen Dank für die vielen Anregungen in dieser Sache.
Werde mir eine neue Optik zulegen, wieder ein C8!

Beste Grüße
Peter
 
Re: Beschädigte Schmidtplatte: doch kleben?

Guten Abend,

ich kaufe wieder ein nagelneues C8 mit XLT-Vergütung. Nur so ist mein umfangreiches Zubehör weiterhin verwendbar.
Hat jemand Erfahrung mit den Teleskop-Spezialisten (Herr Kloss) in München gemacht? Er wirbt mit einer optischen und mechanischen Werkstatt, in der jedes Telekop vor Auslieferung geprüft und auf einer optischen Bank vermessen wird. Er liefert hierzu einen Prüfbericht (Ronchitest u.s.w.) Nicht gemessen wird der Strehlwert. Was ist das und wie wichtig ist dieser Parameter zur Beurteilung der Tauglichkeit eines Teleskops?

Beste Grüße
Peter
 
Re: Beschädigte Schmidtplatte: doch kleben?

Guten Abend,

hatte am Wochenende endlich Zeit, die Klebeaktion durchzuführen.
Verwendet habe ich einen Sekundenkleber von Pattex speziell für Glas. Das Kleben der drei Bruchkanten dauerte 2 Minuten, dann war alles bombemferst. Die Bruchkanten sind natürlich sichtbar. Das Glas der Schmidtplatte schaut aus wie normales Fensterglas. Das technologische Geheimnis dieses Kernstück der Optik erschließt sich dem Betrachter in keiner Weise.

Ergebnis der Klebeaktion:
1. Bei terrestischer Beobachtung keine Probleme.
2. Am Fixstern deutliches Koma mit strahlenförmigen Spitzen zu einer Seite.

Offen bleibt jetzt die Frage:
Wie würde das Ergebnis aussehen, wenn das Teleskop neu vermessen würde und das wäre auf jeden Fall erforderlich!!!
Interessant ist die schlichte mechanische Konstruktion.
Hinter den 6 Schräubchen an der Frontseite liegt ein runder Kunststoffring. Löst man die 6 Schrauben, ist die Schmidtplatte hinter diesem Ring frei drehbar und setlich verschiebbar. Hebt man den Ring ab sieht man, daß gegen das seitliche Verschieben der Schmidtplatte ein kleines Stück geknickter Pappe zwischen Alutubus und der Kante der Schmidtplatte eingefügt wurde. Nach Herausheben der Schmidtplatte viel mir dieses Stückchen Pappe entgegen!! Woher sollte ich wissen, daß dieses nur locker eingeklemmt wurde.
Zuvor hatte ich zwei Markierungen gegenüber den Bruchkanten auf dem Ring angebracht. Diese nützten beim späteren Zusammenbau wenig, da man die ursprüngliche Position der Schmidtplatte hinter dem Kunststoffring nur schätzen kann (freie Rotation der Schmidtplatte)!!

Vielen Dank für die vielen Anregungen in dieser Sache.
Werde mir eine neue Optik zulegen, wieder ein C8!

Beste Grüße
Peter
 
Re: Beschädigte Schmidtplatte: doch kleben?

Hallo Peter,

... Nicht gemessen wird der Strehlwert. Was ist das und wie wichtig ist dieser Parameter zur Beurteilung der Tauglichkeit eines Teleskops?

Den Strehlwert oder Strehlzahl kann man wahrscheinlich am besten mit der fokalen Sterbnabbildung erklären. Es ist das Verhältnis der tatsächlichen Intensität im Zentrum des Beugungsscheibchens zur theoretisch möglichen Intensität. Der theoretisch mögliche Wert würde bei völlig fehlerfreier Optik erreicht. D h. alle optischen Fehler mindern die Strehlzahl. Anders gesagt: eine gute Optik hat auch eine hohe Strehlzahl. Dabei gilt definitionsgemäß:

Strehlzahl >= 0,80 bedeutet "beugungsbegrenzt" und damit gut.

Die Restfehler sind in diesem Fall praktisch kaum wahrnehmbar.
Es gibt demnach kein Teleskop mit deutlich schlechterer Stehlzahl als 0,80 welches bei hoher Vergrößerung gut abbildet.

Üblicherweise wird die Strehlzahl aus Interferogrammen ermittelt. Man braucht also zur Messung ein Interferometer mit Auswerteprogrammen. Dabei ist es möglich dass nicht alle tatsächlich vorhandenen opt. Fehler mit hinreichender Genauigkeit erfasst werden. Üblicherweise wird dabei auch nur die Abbildungsqualität auf der opt. Achse ermittelt.
..Ergebnis der Klebeaktion:
1. Bei terrestischer Beobachtung keine Probleme.
2. Am Fixstern deutliches Koma mit strahlenförmigen Spitzen zu einer Seite.
Freut mich, dass Du es probiert hast.

Zu 2.
Man kann ohne genauere Prüfung oder zumindest Abbildung des Sterntests (fokal, intrafokal, extrafokal) nicht beurteilen ob diese „ strahlengförmigen Spitzen“ wg. genereller Fehljustage oder wg. der hier diskutierten „Unmöglichkeit“ der Klebeaktion entstehen. Beides ist zweifellos möglich. Ich hab ja bereits meine Bereitschaft zur kostenlosen interferometrischen Messung kundgetan. Dazu müsste allerdings das Teleskop zu mir auf den Prüfstand kommen…

..Er liefert hierzu einen Prüfbericht (Ronchitest u.s.w.)?...
Mit etwas Erfahrung könnte man an Hand solcher Prüfberichte schon abschätzen ob ein Teleskop „beugungsbegrenzt“ bis „sehr gut“ ist oder nicht.

Gruß Kurt
 
Re: Beschädigte Schmidtplatte: doch kleben?

Es gibt demnach kein Teleskop mit deutlich schlechterer Stehlzahl als 0,80 welches bei hoher Vergrößerung gut abbildet.
Wobei man vielleicht, um Missverständnisse auszuschließen, hinzufügen sollte, dass "hohe Vergrößerung" mit der Öffnung skaliert, was zur Folge hat, dass ein 8-Zöller mit einem mittelhochprächtigen Strehl von 0.8 einen 4-Zöller mit perfektem Strehl von 1.0 wegputzt, jedenfalls solange die Luftunruhe das zulässt.

 
Re: Beschädigte Schmidtplatte: doch kleben?

Hallo Kurt,

vielen Dank für Dein Angebot, daß beschädigte Teleskop vermessen zu wollen. Ich wohne in Ebermannstadt in der "Fränkischen Schweiz".
Der Aufwand erscheint mir nicht angemessen, da ich nicht auf eine beschädigte Schmidtplatte schauen möchte. Werde mir jetzt eine neue C8-Optik bei Herrn Kloss von den Teleskop-Spezialisten bestellen. Damit ist gewährleistet, daß ich mein umfangreiches Zubehör auch weiterhin benutzen kann. Konnte nur so meine Frau von einem notwendigen Neukauf überzeugen, da sie auf dem Geld hockt.

Habe im Forum "Astro-Equipment für Einsteiger" eine Anfrage gestartet und bekam nur positive Meinungen zu Herrn Kloss zu lesen.
Vielleicht schaust Du dir die Kommentare in diesem Forum mal an.

Vielen Dank für die Unterstützung!!!

Beste Grüße
Peter
 
Re: Beschädigte Schmidtplatte: doch kleben?

Hallo Peter,

Ergebnis der Klebeaktion:
1. Bei terrestischer Beobachtung keine Probleme.
2. Am Fixstern deutliches Koma mit strahlenförmigen Spitzen zu einer Seite.

Gut das Du es probiert hast. Schade das es nicht soo gelungen ist wie Du vielleicht erhofft hattest.

Was Deine Beobachtung zeigt ist wie schwierig es ist ein Teleskop an terristische Objekte zu testen und wie empfindlich der Sterntest ist.

Noch empfindlicher als der Sterntest am Himmel ist der Laborsterntest, da kann man die Luftunruhe weitgehenst "ausschalten".

Warum hattest Du eigenlicht die Schmidtplatte rausgenommen?

Gruß,
Harrie
 
Re: Beschädigte Schmidtplatte: doch kleben?

Hallo Harrie,

nur so konnte ich die zwei Bruchstücke wieder einfügen. Siehe den Anfang der Diskussion.

Gruß
Peter
 
Re: Beschädigte Schmidtplatte: doch kleben?

Guten Morgen,

stehe vor der Entscheidung einen neuen optischen Tubus zu kaufen.
Hat jemand Erfahrung mit C5 und C8 von Celestron zur visuellen Beobachtung?
Bietet ein C8 bei der visuellen Beobachtung Vorteile im Vergleich zu einem C5? Sollte dies der Fall sein: Bei welchen Beobachtungsobjekten macht sich dies bemerkbar und somit die Mehrausgabe für ein C8 lohnend?
Möchte das Zubehör, das ich bisher an meiner inzwischen unbrauchbar gewordenen C8-Optik verwendet habe, auch weiterhin nutzen wollen.
Vielen Dank für Eure Hilfe

Beste Grüße
Peter
 
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