Bildbearbeitung mit Affinty Photo (Dualband Daten) Ein Beispiel

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fromfuture

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Moin zusammen,

hier zeige ich euch mal wie ich Dualband Daten von einem L-Extreme Filter mit Affinty Photo bearbeite.
Die Daten stammen von Peter aus dem Astrotreff Forum.

Danke an @GroßA'Tuin der mir diese Art der Bearbeitung gezeigt hat. Erfunden habe ich es jetzt nicht aber ich glaube er auch nicht :LOL:

Vielleicht hilft es dem ein oder andern.

Verbesserungsvorschläge oder Diskussionen erwünscht

Das ist das Ausgangsbild von Peter

Vorher.jpg


Teleskop: TsOptics Photon 10'' f4 Newton (250/1000 mm), EQ6-R-Pro, Svbony 60/200 mm, Zwo 120MM-S

Kamera: Canon 6D, iso 3200,

Belichtung: L-extreme (67x180s)

Software: N.i.n.a., PHD2, Astropixel-Prozessor, Starnet++, Affinity Photo 2



Ich habe folgende Software benutzt:
Astropixelprozessor
Starnet++
Affinty Photo
Topaz Denoise


Als gegeben setzte ich vorraus dass man jeweils Tiffs von OIII, Ha und einmal HA/OIII zusammen hat.
Ich habe die Daten mit Astropixelprozessor gestackt und die Lichverschmutzung entfernt.
Danach alle Tifs linear gespeichert, sanft mit der Gradationskurve gestretcht und
danach mit Starnet++ sternlos gemacht.


Als erste Ebene habe ich die Ha/OIII Kombi Sternlos Datei von der Ha/OIII Kombi Datei abgezogen um eine Ebene nur mit Sternen zu erhalten.

1.Ebene_Sterne.jpg


Danach setze ich als 2. Ebene OIII ein und stelle auf Negativ Multiplizieren.
Ich färbe per Umfärben oder Verlaufsumsetzung die OIII Ebene in Blau ein.
Dazu habe ich die Gradationskurve etwas angepackt wegen der Optik

2.Ebene_OIII.jpg


Nun folgt als 3. Ebenen HA
Ebenfalls auf Negativ Multiplizieren stellen und die Ebene in Rot einfärben.

3.Ebene_HA.jpg


Um nun dem OIII ein wenig mehr Kraft zu geben setze ich OIII als 4. Ebene ein aber färbe es in Rot wie die HA Ebene ein!

Diesmal stelle ich es aber nicht! auf Negativ Multiplizieren sondern auf Differenz.

Man sieht sofort wie das schöne OIII durchscheint.
Nun benutze ich die Gradationskurven um die Ebene so weit zu reduzieren das mir das im Bild gefällt.

4.Ebene_OIII_Differenz.jpg


Und so sieht es dann "fertig" aus.

1.jpg



Ich persönlich lasse jede Ebene einmal durch Topaz Denoise laufen und am Ende evtl nochmal beim fertigen Bild. Aber das hängt natürlich von den

Daten und das persönliche Empfinden ab ;)


Nun kann man noch jede Ebene nach Lust und Laune bearbeiten mit Kontrast, Schärfen oder was einem noch so alles gefällt.
Ich hoffe euch gefällt meine kleine Anleitung ....

Seelennebelneu.jpg
 
Zuletzt bearbeitet:
Hi,

sieht toll aus, aber das ist wohl Astro-Art. ;)

Das Blau für OIII finde ich schon extrem. Wie sieht es denn aus, wenn man mehr ein Blau-Grün benutzt?

Gruß
Peter
 
Hier geht es ja darum das OIII sichtbarer zu machen.
Wie stark man den Effekt haben möchte kann man selber steuern. Man kann die Deckkraft der 4. Ebene reduzieren oder
mit der Kurve spielen. Durch verändern der Farbe läßt sich natürlich auch eine Menge machen.
Ganz wie man möchte .
Seelennebel_V2.jpg


Hier nur minimal an den Farben verstellt.
 
Zuletzt bearbeitet:
Danke für die Anregung es mal in Photoshop durchzuspielen

Stichwort: Astro-Art

Wir kennen hier sicherlich alle die üblichen Verrenkungen um für Bi–Color ein synthetisches Grün zu erzeugen
zB G: (0.4*HA)+(0.6*OIII)

…aber so leuchtend farbenfroh wird es halt nicht ?

Jedes NB Falschfarbenbild ist auch Kunst und keine farbgenaue Abbildung.
Siehe die Hubble Palette
 
@fromfuture
das Astro-Wetter in Berlin ist seit einem Monat unterirdisch, aber ich hatte am Sonntag Abend in einer Wolkenlücke mit Dunst und Mond den IC443 (Jellyfish Nebula) mit einer 1h Ha und 1h Oiii greifen können.
2h sind mit 102mm Öffnung und ASI183 definitiv viel zu wenig für ein brauchbares Bild aber eine gute Gelegenheit deinen Vorschlag "Astro-Art" in Affinity Photo durchzuspielen.

Hinweise:
danach mit Starnet++ sternlos gemacht.
Als erste Ebene habe ich die Ha/OIII Kombi Sternlos Datei von der Ha/OIII Kombi Datei abgezogen um eine Ebene nur mit Sternen zu erhalten.
Starnet++ mit Schalter "Create Starmask" erstellt genau dieses Bild (dh eine exakte Substraktion).
Durch diese Subtraktion wird der Hintergrund jedoch zu 0.
Ich habe deshalb eine Ebene mit einem tiefen Grauton hinzuaddiert, damit der Hintergrund nicht absäuft (siehe Screenshot)
Dadurch habe ich die Möglichkeit im stark verrauschten Ha und Oiii in der Gradiationskurve den Hintergrund zu Null zu ziehen und dadurch nur die stärkeren Signalanteile der NB-Filter dem RGB hinzuzufügen.

Mein Fazit zu Astro-Art mit Dual-Band Images:
  • Dein Vorschlag macht Spaß und man kann schnell und sauber an den Farben drehen. Diese Kombination aus "Umfärben" und "Gradiationskurve" hat mir gut gefallen.
  • In den Ebenen die NB-Filter-Farben vorher verschieben ist wesentlich besser, als nachträglich am fertigen Bild (R=Ha | G=Synthetic Green | B=Oii) in Photoshop in RGB die Farbpalette zu schupsen. Das erzeugt dann schnell auffällige Farbabrisse/-sprünge.
  • Bei deiner Methode werden leider schnell viele feine Signalanteile verschluckt und den neutralen Bildhintergrund (Grauton) beizubehalten ist auch schwierig. (Deshalb meine hinzuaddierte Grauton-Ebene)
  • Bei ordentlichen Bildmaterial (dh wenig rauschen!!!) würde ich immer klassisch in PI mit Synthetic Green arbeiten und sauber die RGB-Farben entwickeln. Dadurch gehen im fertigen Bild wirklich keine Information verloren (dh Nebeldetails).
  • Aber für stark verrauschtes Bildmaterial ist Astro-Art ein schöner quick and dirty Ansatz, den Hintergrund zu beruhigen

im Screenshot ist trotz Dark noch etwas Amp Glow vom ASI183 stehen geblieben.
mein Swamp Factor war bei 120s Belichtung irgendwie unter 2, da gewinnt das Amp Glow der ASI183 (im Sensor Hotspot ca. 4 e- / Minute)

IC443.jpeg
 
Zuletzt bearbeitet:
in hier das ganze in Photoshop
ich habe hier den Grauton einfach durch Anhebung des Grundpegels von StarMask erzeugt (siehe Screenshot)
Gamma der Kurve regelt gleich die Größe der Sterne im fertigen Bild
Photoshop.jpeg
 
@fromfuture
das Astro-Wetter in Berlin ist seit einem Monat unterirdisch, aber ich hatte am Sonntag Abend in einer Wolkenlücke mit Dunst und Mond den IC443 (Jellyfish Nebula) mit einer 1h Ha und 1h Oiii greifen können.
2h sind mit 102mm Öffnung und ASI183 definitiv viel zu wenig für ein brauchbares Bild aber eine gute Gelegenheit deinen Vorschlag "Astro-Art" in Affinity Photo durchzuspielen.

Hinweise:

Starnet++ mit Schalter "Create Starmask" erstellt genau dieses Bild (dh eine exakte Substraktion).
Durch diese Subtraktion wird der Hintergrund jedoch zu 0.
Ich habe deshalb eine Ebene mit einem tiefen Grauton hinzuaddiert, damit der Hintergrund nicht absäuft (siehe Screenshot)
Dadurch habe ich die Möglichkeit im stark verrauschten Ha und Oiii in der Gradiationskurve den Hintergrund zu Null zu ziehen und dadurch nur die stärkeren Signalanteile der NB-Filter dem RGB hinzuzufügen.

Mein Fazit zu Astro-Art mit Dual-Band Images:
  • Dein Vorschlag macht Spaß und man kann schnell und sauber an den Farben drehen. Diese Kombination aus "Umfärben" und "Gradiationskurve" hat mir gut gefallen.
  • In den Ebenen die NB-Filter-Farben vorher verschieben ist wesentlich besser, als nachträglich am fertigen Bild (R=Ha | G=Synthetic Green | B=Oii) in Photoshop in RGB die Farbpalette zu schupsen. Das erzeugt dann schnell auffällige Farbabrisse/-sprünge.
  • Bei deiner Methode werden leider schnell viele feine Signalanteile verschluckt und den neutralen Bildhintergrund (Grauton) beizubehalten ist auch schwierig. (Deshalb meine hinzuaddierte Grauton-Ebene)
  • Bei ordentlichen Bildmaterial (dh wenig rauschen!!!) würde ich immer klassisch in PI mit Synthetic Green arbeiten und sauber die RGB-Farben entwickeln. Dadurch gehen im fertigen Bild wirklich keine Information verloren (dh Nebeldetails).
  • Aber für stark verrauschtes Bildmaterial ist Astro-Art ein schöner quick and dirty Ansatz, den Hintergrund zu beruhigen

im Screenshot ist trotz Dark noch etwas Amp Glow vom ASI183 stehen geblieben.
mein Swamp Factor war bei 120s Belichtung irgendwie unter 2, da gewinnt das Amp Glow der ASI183 (im Sensor Hotspot ca. 4 e- / Minute)

Den Anhang 321494 betrachten
Guten Morgen jfried, um zu verhindern, dass das entsternte Bild keinen gecrushten Hintergrund hat darf man den schwarzpunkt vor dem entsternen einfach nicht zu stark angeben. Im Anschluss das entsternte Bild vom Bild mit Sternen subtrahieren. Ergebnis ist ein Bild mit nur Sternen und einem schwarzen Hintergrund, was ja Sinn der Übung ist um es später durch addieren wieder hinzuzufügen ohne den nebel Hintergrund nochmal zu beeinflussen. Das entsternte Nebelbild (jede Ebene - rgb Stack als Grundebene, ha negativ multiplizieren, oiii negativ multiplizieren und oiii in rot subtrahieren und mit gradiationskurve entsprechend runter gezogen - entsternt wie oben beschrieben) bearbeite ich dann entsprechend ohne dabei jeweils den Hintergrund zu tief zu ziehen. Dann gegen auch keine feinen Strukturen verloren.
Und klar ist da mit PI und Pixelmath noch viel mehr möglich...aber das kostet erstens ne richtige Stange geld und ist für einen Laien ne echt harte nuss zum Einstieg....im Anhang mein Jellyfish auf die Art bearbeitet und ja ich weiß, der knallt auch ziemlich und könnte dezenter sein ;) Viele Grüße und frohe Ostern, Ben
 

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  • Affenqualle_Final4.jpg
    Affenqualle_Final4.jpg
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Was ich noch gerne hinzuzufügen möchte ist dass dieser Thread nur eine Möglichkeit der Bildbearbeitung aufzeigt.
Der Begriff "Astro Art" kommt nicht von mir und hat auch nichts damit zutun.
Man kann diese Methode mit verrauschten Daten aber auch mit rauschfreien Daten (gibt es sowas?) benutzen. Wenn feine Nebel verschwinden hat man eher zuviel an einem Regler gedreht ?
Wünsche frohe Ostern
 
Ich fand "Astro-Art" hier angewendet eine super Umschreibung für die Dauerstreit, wann Astro-NB-Falschfarbenbilder aufhören eine wissenschaftliche Abbildung der Realität zu sein.

Das Team von PI betreibt zT unglaubliche Verrenkungen um zum Schluss behaupten zu können, es gibt eine mathematische eindeutige Beschreibung um von A nach B zu kommen, also ist der Weg wissenschaftlich. (siehe zT hier PixInsight — Processing Examples )
Ich fasse mal die Meinung vom PI Team aus meiner Sicht so zusammen:
(1) Photoshop-Bearbeitung mit Masken ist absolut unwissenschaftlich.
(2) Wenn dein Ausgangsmaterial zu schlecht ist für runde Sterne und rauschfreie Bilder dann kaufe eine bessere Ausrüstung und belichte länger.

Dabei wollen viele hier nur ein Astro-Hobby pflegen und nette schön anzuschauende bunte Bilder in ihrer Freizeit produzieren.
Und das gerne auch mit Photoshop und einer Prise KI.

Ich hoffe, das war jetzt nicht off-topic.

Man kann diese Methode mit verrauschten Daten aber auch mit rauschfreien Daten (gibt es sowas?) benutzen.
Wenn feine Nebel verschwinden hat man eher zuviel an einem Regler gedreht
Dieser Weg hier ist super um feine Strukturen zu Killen (verrauschtes Ausgangsmaterial pimpen).
Ich schrieb schon nach dem Test hier weiter oben, dass ich bei ordentlichen Ausgangsmaterial immer sauber mit PI o.ä. und synthetic Green arbeiten würde um keine feinen Strukturen unnötig zu vernichten.
Man muss dann nur schon relativ weit vorne im Entwicklungsprozess entscheiden, wie man Ha und Oiii auf RGB verteilt, weil zum Schluss in PS nur noch geringe Farbverschiebungen ohne Farbabrisse möglich sind.
 
ich meinte Photoshop wie man Tempo Taschentuch sagt
es ist immer exakt gleich, egal ob
Affinity Photo
Gimp
usw
 
Könntest du die Aussage genauer erläutern, warum man mit Affinity, PS, Gimp usw. Details vernichtet, die man mit PI in der Lage sein soll zu erhalten?? Ich bearbeite ja die gleichen raw/fits/tiffs und mache letztlich die gleichen operationen (curves Transformation). Vielen Dank und liebe Grüße! Ben
 
Was für eine einfache und berechtigte Frage und die Antwort füllt leider Bücher.
Na klar, sind es immer die gleichen Rechenoperationen (gamma usw), die Frage ist nur grob dein Werkzeug ist ;-)
Frasax alias Frank beantwortet das am ausführlich: https://www.youtube.com/@astrophotocologne :y:

ich versuche es mal so:
Eine Kette ist nicht stärker als ihr schwächstes Glied.

Los geht es
  1. gutes Narrow-Band Ausgangsmaterial (Swamp Faktor etc)
  2. stacken (Dark, Flats etc)
  3. Gradient entfernen(GraXpert etc.)
Jetzt hast du ein lineares Bild eines Nebels mit zarten Ausläufern.
Bis hierin ist es fast egal ob Du mit PI, APP, Siril etc arbeitest.
Dieses lineare Bild mit Photoshop etc. zu öffnen bringt dich jetzt nicht wirklich weiter - da ist noch alles schwarz und irgendwelche HDR 32 Bit Operationen in PS wären jetzt wirklich der Holzhammer.

Also kommt jetzt die Stunde der Wahrheit:

Variante A:
Du bearbeitest das lineare Bild möglichst lange im linearen Zustand (PI, Siril etc)
Z.B. mit einer gezoomten (!!) Gradationskurve - wo du irgendwo zwischen 1 bis 2% des Signalpegels im linearen Bild die zarten Nebelausläufers anhebst.
Dh du hebst erstmal diesen sehr feinen lokalen Kontrast bevor du ins Grobe gehst und zB mit hyperbolic Stretch die Gradationskurve über es ganze Bild anhebst.
Irgendwann erhältst du ein 16 bit nichtlineares Bild machst den Feinschliff in Photoshop/Affinity Photo/Gimp

Variante B: (der grobe Weg -wie hier in diesem Post gezeigt)
Du schupst den Gammawert des Bildes nach oben bis auch in Photoshop/Affinity Photo/Gimp etwas zu erkennen ist außer schwarz.
Du zerlegst das nichtlineare Bild mit Starnet in seine Bestandteile und packst diese in Ebenen.
Du passt die Helligkeit der Ebenen an und kombinierst die Ebenen mit "negativ multiplizieren".
Am fertigen Bild schupst Du die Regler so lange, bis das Auge sagt "OK, das passt jetzt".

Auswertung:
Natürlich kann man mit viel Geschick bei beiden Varianten ein ähnliches Ergebnis erzielen.
Aber die Gefahr in Variante B feine Details wegzubügeln ist sehr hoch!
Ist das Bild dagegen sehr verrauscht, kann aber Variante B von Vorteil sein um das Rauschen mit Augenmaß abzuschneiden
 
Frohe Ostern erstmal ☺️

Danke für deine sehr ausführliche Antwort.
Ich kann aber leider noch nicht erkennen warum meine Methode feine Details möglicherweise verschwinden lässt da du ja garnicht weißt wie ich Tiffs stretche. ?
Die im Beispiel genutzten Daten sind ja wie erwähnt nicht von mir, aber um die Unterschiede herauszufinden, würde ich dir gerne meine Herz und Seelennebel Tiffs zukommen lassen. Aber nicht erschrecken... Ich habe ein sehr einfaches Equipment.

Ich war immer der Meinung das ich sehr vorsichtig Stretche aber man hört ja nie auf zu lernen. ?

Gruß Jens
 
bevor die Diskussion ausufert:

Die „normalen“ Bildbearbeitungsprogramme haben große Schwierigkeiten lineare RAW/Tiffs zu bearbeiten.
Überlichweise werden alle Fotos im Hintergrund ins nichtlineare umgerechnet.
Beim konvertieren eines linearen RAW (zB aus einer Kamera) in ein normales 16 Bit Tiff-Bild (Photoshop etc) wird pauschal ein Gamma (zB von 2.2) angewendet.
Dieses Gammma bemerkst du in der normalen Fotografie gar nicht, weil es für Dich selbstverständlich ist..

Und genau mit diesem Gamma werden schnell die zarten Nebelausläufer in der Bildschirmansicht weggebügelt.
Natürlich sind diese Nebel-Strukturen in der 16 Bit non-linearen Tiff noch drin. Du siehst es nur nicht mehr an deinem 8 Bit Monitor.
Und die Regler wie Helligkeit und Kontrast sind zu grob um diese Strukturen wieder sauber rauszukitzeln.

Für lineare RAW hat man deshalb spezielle Gamma-Funktionen-Werkzeuge entwickelt um exakt diese Bereiche zu verstärken. (zB hyperbolic stretch)

Zusammengefasst: die Stärke von Siril/PI etc. liegen in der Fähigkeit Histogramm-Funktionen am linearen Bild durchzuführen.

Letztendlich muss man es einfach mal selber mit gutem Bildmaterial durchspielen (linear / nichtlinear) um den Unterschied zu sehen.

Spätestens wenn du in Bortle-Verseuchter Umgebung versuchst Dunkelnebel zu entwickeln stolperst du über den Unterschied linear/nichtlinear… ;)

Natürlich geht Astrobildbearbeitung auch komplett mit nichtlinearen Bildern.
Vor 20 Jahren gab es noch gar keinen anderen Weg.

my two cents

 
bevor die Diskussion ausufert:

Die „normalen“ Bildbearbeitungsprogramme haben große Schwierigkeiten lineare RAW/Tiffs zu bearbeiten.
Überlichweise werden alle Fotos im Hintergrund ins nichtlineare umgerechnet.
Beim konvertieren eines linearen RAW (zB aus einer Kamera) in ein normales 16 Bit Tiff-Bild (Photoshop etc) wird pauschal ein Gamma (zB von 2.2) angewendet.
Dieses Gammma bemerkst du in der normalen Fotografie gar nicht, weil es für Dich selbstverständlich ist..

Und genau mit diesem Gamma werden schnell die zarten Nebelausläufer in der Bildschirmansicht weggebügelt.
Natürlich sind diese Nebel-Strukturen in der 16 Bit non-linearen Tiff noch drin. Du siehst es nur nicht mehr an deinem 8 Bit Monitor.
Und die Regler wie Helligkeit und Kontrast sind zu grob um diese Strukturen wieder sauber rauszukitzeln.

Für lineare RAW hat man deshalb spezielle Gamma-Funktionen-Werkzeuge entwickelt um exakt diese Bereiche zu verstärken. (zB hyperbolic stretch)

Zusammengefasst: die Stärke von Siril/PI etc. liegen in der Fähigkeit Histogramm-Funktionen am linearen Bild durchzuführen.

Letztendlich muss man es einfach mal selber mit gutem Bildmaterial durchspielen (linear / nichtlinear) um den Unterschied zu sehen.

Spätestens wenn du in Bortle-Verseuchter Umgebung versuchst Dunkelnebel zu entwickeln stolperst du über den Unterschied linear/nichtlinear… ;)

Natürlich geht Astrobildbearbeitung auch komplett mit nichtlinearen Bildern.
Vor 20 Jahren gab es noch gar keinen anderen Weg.

my two cents

Auch ich bedanke mich hiermit erstmal für die super ausführliche Erläuterung und fühle mich damit bestätigt über kurz oder lang dann doch in PI einzusteigen. Kurze Frage zum Schluss: spielt es denn in der letztendlichen Bilddarstellung eine Rolle wenn ich all diese Bearbeitungsschritte im linearen Zustand durchführe und im Anschluss den output dann doch in ein nichtlineares Bild Wandel um es auszuspielen? Sprich kann ich diese Details, wenn ich sie dann raus gekitzelt habe erhalten wenn ich das Bild in einem späteren Zustand Wandel und es die gleiche automatisierte gamma Anpassung abkriegt. Wandelt PI beim Einsatz von z.B. Star xterminator das Bild nicht auch in ein nicht lineares Bild? Nochmal danke für die Erläuterungen! Frohe Ostern! Ben
 
genau so ist es:
zum Schluss wird das Bild immer in ein nichtlineares Bild umgewandelt.
Dabei sollen natürlich die extra herausgearbeiteten lokalen Kontraste des linearen Bildes erhalten bleiben.
Es gibt allein in Pi ein Dutzend Varianten im ein Bild zu strecken.
der letzte Schliff erfolgt dann in PS.

du kannst in 2023 die Sterne sowohl im linearen als auch nichtlinear Bild trennen.

PS: unterschätze Siril nicht
 
Moin.. Ich habe mal bei YouTube die Videos von @frasax durchgeschaut aber kein Video entdeckt in dem er speziell über das Stretchen im Linearen Bereich spricht.
Vielleicht ist aber auch der Titel des Videos auch nicht dementsprechend benannt.
Ich teste es natürlich mal aus, allerdings wenn dann mit Siril oder Astropixelprozessor da ich kein PI besitze, da sich deine Erläuterungen sehr interessant anhören.
Aber trotzdem würde mich die Meinung von Frank zu diesem Thema sehr interessieren.

Gruß Jens
 
wie ich schon sagte, das füllt Bücher
das schaffen wir hier nicht und ist jetzt auch leider off-topic

PI kennt ein Dutzend Funktionen um ein lineares Bild zu strecken
pistretch.PNG


trotzdem 3 Links

schau mal hier in Franks Video
Stretchen in PixInsight mit Histogram Transformation und ArcSinh - PixInsight für Einsteiger Teil 6

es gibt ein tolles Plugin was die Idee des ArcSinh Stretchen wesentlich aufbürstet

und ich verweise hier immer wieder auf die großartige Freeware Siril
 
Zuletzt bearbeitet:
Hi,

für Affinity Photo (siehe Faden Titel ;) ) gibt es auch die günstigen (Donation Ware) Astro-Makros von James Ritson:

Das sind ca. 100 Stück. Da ist auch alles/vieles dabei.
Da braucht man mM kein teures und schwer zu bedienendes PI.

Und selbstverständlich auch unbedingt in Kombination mit dem freien SiriL.

Gruß
Peter
 
Danke, ich wollte wirklich nicht PI promoten auch wenn ich viel damit arbeite.

Die Jungs von Siril machen einen super Job und haben den mathematischen Teil von PI praktisch vollständig übernommen. (sogar PixelMath)
Auch Frank Sackenheims GraXpert Algorithmus ist sofort in Siril integriert worden.
Siril ist die Zukunft, da das PI Team mit ihrem sturen wissenschaftlichen Ansatz (keine KI beseitigt Chroma etc) es dem Amateur unnötig schwer macht, einfach ein geiles Kalenderbild zu kreieren.

PS: Leider ist für Einsteiger auch Siril nicht wesentlich einfacher als PI zu durchdringen.
 
@fromfuture
ich habe gesehen, du hast den Post auch hier abgesetzt

@GroßA'Tuin
zu unserer Diskussion, inwieweit diese Überlagerung der Ebenen Details vernichtet habe ich das noch einmal im Detail durchgespielt:

in Photoshop gilt für die hier gezeigte Überlagerung von zwei Ebenen A und B
  • negativ multiplizieren: Result = 1 - (1 - A) x (1 - B)
  • linear abwedeln: Result = A + B
  • aufhellen : Result = max(A;B)
in AffinityPhoto gelten die gleichen Formeln.

Dieses negativ multiplizieren ist mir für Astro etwas undurchsichtig, aber linear abwedeln mit "A + B" finde ich ungefährlich um Details zu erhalten.

Hier in Berlin ist das Astro-Wetter seit Ende Januar weiterhin unterirdisch,
aber am Samstag konnte ich mit etwas Hochwolken irgendwie 3h den IC443 einfangen!!
Summe: 2h Ha + 1h Oiii + 15min RGB
APO 102mm Öffnung F5.5

dh das Ausgangsmaterial ist mit 3h wieder mäßig (Oiii war praktisch Null),
aber wieder eine gute Gelegenheit die Regler zu schupsen, bis das Auge sagt "OK"

der Screenshot ist Photoshop, aber ich hatte oben im Thread gezeigt, dass es zu AffinityPhoto keinen Unterschied gibt
beachte Linear abwedeln (addieren)
ic443.jpg

mein Fazit: dieses Regler schupsen ist sehr effektiv für ein schnelles Ergebnis. Immerhin hatte ich 5 Farb-Kanäle zu verknüpfen.
Die Ebene (3x5=15min) RGB-Sterne hatte ich in PI farbkalibriert und quick and dirty mit MaskedStretch gestreckt.

zum Schluss mit NoiseXTerminator entrauscht
IC443_20230409_RGB_HO_3h.jpg
 
Ich habe es nochmal hier gepostet da im Astrotreff diesbezüglich tote Hose war.
Und Ziel ist es ja drüber zu sprechen und Ideen zu sammeln was man besser machen könnte. Oder einfach nur für Astrofotografen die nicht wissen wie sie mit den Dualband Daten umgehen sollen.
 
das war auch keine Kritik

ich habe übrigens mal die gleichen 3h Bildmaterial weitestgehend in PI entwickelt (s. Anlage)
es kam das gleiche Ergebnis heraus wie bei deinem Weg, bzw ich kann es nicht besser ;)
somit sitzt die Intelligenz weiterhin vor dem Computer ...
 

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  • IC443_20230409_PI.jpg
    IC443_20230409_PI.jpg
    324,9 KB · Aufrufe: 143
Hallo Zusammen, ich habe den Thread aufmerksam gelesen und habe dazu zwei Fragen an jfried.

Vorher kurz zu mir: Ich stacke Bilder seit ewigkeiten in Astro Pixel Processor, führe eine Gradientenentfernung in APP durch und speichere den linearen Rohstack als 16 Bit Tif ab. Danach bearbeite ich das Tif in Photoshop mit Gradientenkurven und der Hilfe von Starnet++V2. Die Sternenebene lege ich nach dem Trennen mit Hinzufügen über den Bildhintergrund, der dann final bearbeitet wird.

Frage 1: Du sprichst oben von einem Gamma Wert, der standartmäßig auf die Raw Daten angewendet wird. Gehen deiner Meinung nach dabei schon Informationen verloren, und wenn ja, in welche Form? Geht es da nur um Bereiche die durch die Gamma Korrektur ausbrennend oder geht information bzw. SNR in feinen Ausläufern der Nebel verloren?

Frage 2: Verstehe ich es richtig, dass die Information aus deiner Sicht nicht durch die nichtlineare Bearbeitung der einzelnen Ebenen, sondern nur durch die Kombinationsmethode der verschiedenen Ebenen verloren geht? Anders gesagt, bei meinem oben beschriebenen Workflow mit einer Sternenebene und einer Hintergrundebene trifft mich diese Problematik nicht, bis auf die etwas grobe Methode der nichtlinearen Bearbeitung einer 16Bit Tif datei oder?

Ich habe zwar schon sehr viel Bearbeitungserfahrung gesammelt, allerdings immer nur im Workflow "Stacken+Photoshop". Meine Fragen zielen darauf ab wo und wieviel ich in diesem Workflow verliere.

Viele Grüße
Pulsar
 
@_Pulsar
sorry, aber wir können hier nicht den Thread von fromfuture kapern.
Das Thema RAW und Bearbeitung 16/32 Bit in Linear / Nichtlinear ist ein komplett eigenes Thema.
fromfuture geht davon aus, dass diese lineare Bearbeitung der Schmalbanddaten (Stacken und Dehnen) bereits stattgefunden hat und überlagert hier die nichtlinearen Bilder in Ebenen.

@fromfuture
Ich konnte für meinen Quallennebel noch am 11.04. etwas Daten sammeln (jetzt 5h mit 102mm APO) und muss sagen, dass ich von Deinem Entwicklungsvorschlag in Ebenen (AffinityPhoto oder PS) begeistert bin.
Ich habe das gleiche Material auch mit dem NBRGBCombination Script in Pixinsight durchgespielt und habe nicht so "schöne" Farben in Oiii und in den Sternen hinbekommen.
Entscheidend ist halt ein gutes Strecken der schwachen Nebel in den Nichtlinearen Bereich. Aber das Problem bleibt auch bei dem NBRGBCombination Script.

Dein Weg lässt sich sehr fein justieren. Ich habe das beim schwachen Oiii deutlich bemerkt.
Wie oben beschrieben schlage ich addieren anstatt negativ multiplizieren vor.
Da dabei das ganze Paket immer heller wird, habe ich zum Schluss (hier Kurve 5) die Gesamthelligkeit einfach wieder abgesenkt
Screenshot.jpg
 

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  • IC443_20230409_RGBHO_5h_verkleinert.jpg
    IC443_20230409_RGBHO_5h_verkleinert.jpg
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Das war genau das, was mich am der Methode von Beginn an überzeugt hat! Ich hab zu jedem Zeitpunkt eine sehr intuitive Möglichkeit die Farbgebung und Helligkeit des Bildes anzupassen. Ich empfehle dazu jeder Ebene einen layer "Umfärben", einen Layer "HSL" und eine Gradiationskurve...damit hat man sehr feinfühlig und intuitiv die Möglichkeiten die Farben der einzelnen Layer anzupassen und schöne farbübergänge zu schaffen. Die Logik warum addieren vorzuziehen ist verstehe ich soweit, dass damit nachvollziehbar bleibt, was passiert. Negativ multiplizieren schützt nach meinem Verständnis jedoch genau vor zu schnellem ausbrennen einzelner Bereiche...kann das sein?
Viele Grüße Ben
 
>damit nachvollziehbar bleibt, was passiert
exakt
...und irgendwie bin ich wohl doch im Laufe der Zeit von der Pixinsight Mathematik-Logik verstrahlt worden
Beim Addieren wird unten nichts abgeschnitten und was in der Summe zu viel ist kann abgesenkt werden ;-)

Nebenbei erwähnt, quälen sich alle Narrow-Band Tutorials seit Jahren an dem Thema, ein brilliantes Falschfarbenbild aus 6 Kanälen HOS+RGB zu generieren.
>feinfühlig und intuitiv
sehe ich auch so, da sind wesentlich undurchsichtigere Verfahren im Umlauf.
Somit ist schön, was gefällt und alles ist erlaubt.
Astrobin ist die Spielwiese...
 
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Es sind keine weiteren Antworten möglich.
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