Bilder Stacken über längeren Aufnahmezeitraum | Astronomie.de - Der Treffpunkt für Astronomie

Bilder Stacken über längeren Aufnahmezeitraum

Druffis

Mitglied
Hallo,

könnte mir jemand den Ablauf sagen wie man Bilder Stackt die über mehrere Nächte aufgenommen wurden?

Ich habe 3 Nächte Fotografiert mit separaten Flats (da die Kamera leicht bewegt wurde). Muss ich jetzt jede Bildserie einzeln Sacken und dann später die 3 Master-Light Stacken?

Ich benutze PixInsight.

MfG Thomas
 

Mafir

Mitglied
Hallo Thomas,
du musst zumindest die Aufnahmen jeder Bilderserien mit den zugehörigen Flats (und ggf. auch Darks und Biase bzw. Flatdarks) kalibrieren. Damit hast du dann kalibrierte Aufnahmeserien. Diese kannst du dann, wie du schon geschrieben hast, einzeln stacken und dann die Teilsummenbilder zu einem Gesamtsummenbild stacken. Du kannst das aber auch in einem Schritt machen.

Dazu zuerst alle kalibrierten Bilder mit StarAlignment zueinander ausrichten. Als Referenz wählt man in der Regel den "besten" Frame aus. Diesen erhält man wiederum mittels Subframeselektor, sortiert nach einem der ca. ein Dutzend verfügbaren Sortier-Kriterien (z. B. FWHM oder Eccentricity).

Die ausgerichteten Bilder aller Sessions kannst du dann, wie bei nur einer Session auch, mit ImageIntegration stacken. Speziell bei mehreren Sessions mit unterschiedlichen Belichtungszeiten kannst du als Gewichtung statt "Noise Evaluation" auch "Exposure Time" auswählen. Das muss aber nicht zwangsläufig so sein. Da das Ziel des Stackens ja vor allem die Veringerung des Rauschens ist, sollte man auch mal verschiedene Stackingmehtoden ausprobieren und anschließend prüfen, mit welcher Methode man das Summenbild mit dem geringsten Rauschen erhält. Hierzu gibt es in PI das Skript ImageAnalysis->NoiseEvaluation.
 

DietmarM

Mitglied
Moin,

ne watt is' datt kompliziert :rolleyes:.
In Theli ist das ganz einfacher Standard-Workflow:
  • die Flats pro Nacht in ein Verzeichnis
  • die Lights pro Nacht in ein Verzeichnis
  • dann einfach die Verzeichnisse nacheinander eintragen und los
Die Lights aus dem 1. Verzeichnis werden dann mit den Flats aus dem 1. Verzeichnis kalibriert, die aus dem 2. mit denen aus dem 2. etc.

CS Dietmar
 

Druffis

Mitglied
Ich muss gestehen ich hab nur schnell alle Bilder mit einem Masterflat / Bias kalibriert um zu sehen wie der Unterschied zwischen 2 und 5 Stunden Belichtung ist / ob man ihn merkt .....

So wie ihr beiden die Vorgänge beschreibt, kann man auch ein Jahr später z.b. ein paar Stunden hinzufügen und das finale Bild bearbeiten. Bzw. Bilder für ein Projekt über 1-2 Jahre sammeln und dann Bearbeiten.

Für das spätere Stacken benötigt man nur das Master-Light richtig ?

MfG Thomas
 

DietmarM

Mitglied
So wie ihr beiden die Vorgänge beschreibt, kann man auch ein Jahr später z.b. ein paar Stunden hinzufügen und das finale Bild bearbeiten. Bzw. Bilder für ein Projekt über 1-2 Jahre sammeln und dann Bearbeiten.
Ja genau. Dieses Jahr hab' ich Ha gesammelt, RGB mach' ich nächstes Jahr.
Für das spätere Stacken benötigt man nur das Master-Light richtig ?
Ich weiss nicht, wie der Workflow in PI ist. In Theli stack' ich einfach alles zusammen, egal ob aus einer Nacht oder aus 5 Jahren.

CS Dietmar
 

Optikus

Mitglied
Moin,

so lange die Kalibrierbilder passen kann man alles zusammenstacken was man hat, der Zeitstempel auf der Datei interessiert den Stacker ja nicht.
Nur wenn man das Setup verschiedentlich umgebaut hat brauchts Flats Darks Bias usw. passend zu den Lights. Du kannst ja auch Bilder unterschiedlicher Kameras zusammenstacken, auch das geht.

CS
Jörg
 

HermannvonEiff

Mitglied
Hallo Thomas,

die Aufnahmen der einzelnen Nächte musst Du separat kalibrieren, da die Bedingungen bzgl. Flats (Staub und Ausrichtung der Kamera) und Darks (Temperatur) sicherlich unterschiedlich waren. Anschließend MUSST Du alle Aufnahmen gemeinsam stacken. Das Stacken der Summenbilder der einzelnen Nächte ist nicht zu empfehlen.
CS
Hermann
 

HermannvonEiff

Mitglied
Hallo Ernie,
wenn man sich im Internet zu dieser Frage umschaut, dann wird in der Regel das Stacken von allen Aufnahmen empfohlen.
Es ist ein Unterschied, ob ich ein Average von allen Aufnahmen oder eines von mehreren Stacks bilde.
Um ehrlich zu sein, bin ich nicht der große Theoretiker, um das umfassend zu erklären. Ich weiß allerdings nicht,
wo das Problem oder der Nachteil liegt, wenn man alle Aufnahmen gemeinsam stackt.
Viele Grüße
Hermann
 

Mafir

Mitglied
Hallo Hermann,
das Problem können zum Beispiel an verschiedenen Nächten vorhandene komplizierte Gradienten in den Lights sein. Dann KANN es besser sein, die Nächte einzeln zu stacken, die Gradienten in den Summenbildern der einzelnen Nächten zu bearbeiten und die verbesserten Teilsummenbilder dann zu einem Gesamtergebnis zu stacken.
Ein weiteres Beispiel wäre, wenn mit unterschiedlichen Belichtungszeiten gearbeitet wurde. Dann KANN das Stacken der einzelnen Nächte zu Teilsummenbildern Sinn machen, z. B. um später spezielle HDR-Manipulationen durchzuführen.
 

Manitu

Mitglied
Hallo Zusammen

Ich vermute, dass der Unterschied zwischen dem Stacken von allen Bildern auf einmal und dem Stacken der einzelnen Summenbilder darauf zurückzuführen ist, dass da Signal-Rauschverhältnis nicht linear sondern parabolisch verläuft.

Ich nutze zum Stacken Siril und das Add-On Sirilic. Mit sirilic kann man ganz simpel für jede Aufnahme Sitzung die Lights, Flats, Darks, Bias zuweisen und sirilic erstellt dann voll automatisch ein Script und führt alle Operationen bis zum fertigen finalen Stack aus.

Man kann aber auch alle Sitzungen einzeln in siril bis zum Registrieren machen und dann alle kalibrierten und registrierten Bilder auf einmal stacken.

Viele Grüße und CS
Tom
 

Matchbox

Mitglied
...
So wie ihr beiden die Vorgänge beschreibt, kann man auch ein Jahr später z.b. ein paar Stunden hinzufügen und das finale Bild bearbeiten. Bzw. Bilder für ein Projekt über 1-2 Jahre sammeln und dann Bearbeiten.
...

Solange sich am Objekt nix aendert, gehts auch ein paar Jahre spaeter :).

Als Anfänger hab ich mir vor kurz die gleiche Frage gestellt.

Ich nutze bisher Deepsky Stacker und dort geht das auch recht gut und einfach mit mehreren Sessions.

Wollt ich nur auch noch als Option hier dazugeben.

VG
Oli
 

M83___

Mitglied
kann man bei DSS auch erst 100 bilder stacken das Bild abspeichern und eine Woche darauf nochmal 100 neue Bilder auf das abgespeicherte Bild stacken? oder muss man immer alle zusammenstacken also in dem Fall dann 200Bilder stacken?
 

M83___

Mitglied
hab rausgefunden man kann bilder im DSS als Referenzbild auswählen mit Rechtsklick, also theor. kann man ein fertig gastacktes bild zu einem späteren zeitpunkt wenn man neue Bilder gesammelt hat weiter stacken (mehr details rausholen etc) wenn man es bei den neuen Bildern (die man später aufgenommen hat ich glaub das sollten aber von iso und Belichtungszeit gleich sein mit den alten Bildern) mit reinwirft und dort als Referenzbild auswählt,
 

SkyBob

Mitglied
Könnte dann aber gut sein, das die neuen Bilder einen schlechten Scorewert bekommen, wenn sie an ein bereits gestacktes Bild bemessen werden.

Ob sich das dann negativ auswirkt, weiß ich nicht.

Gruß Markus
 

M83___

Mitglied
hab nochmal rumprobiert es muss einen anderen Weg geben, das Referenzbild ist nur dazu da damit DSS weiß wonach es die registrierten Bilder ausrichten soll.

Ich denke mal es ist im DSS garnicht möglich den Stacking Prozess auf mehrere Sessions zu verteilen.
Bei Fitswork kann das aber gehen weil man dort die Bilder auf eine Zieldatai addiert.
 

Terrorernie

Mitglied
Doch das geht - dafür sind unten in den Reitern die "Gruppen" da. Einfach dort die Bilder unterschiedlicher Nächte in den unterschiedlichen Gruppen einfügen...

Gruß
Ernie

2020-12-10 12_30_19-dss stacken gruppen – Google Suche.png
 
Zuletzt bearbeitet:

M83___

Mitglied
Hallo,

könnte mir jemand den Ablauf sagen wie man Bilder Stackt die über mehrere Nächte aufgenommen wurden?

Ich habe 3 Nächte Fotografiert mit separaten Flats (da die Kamera leicht bewegt wurde). Muss ich jetzt jede Bildserie einzeln Sacken und dann später die 3 Master-Light Stacken?

Ich benutze PixInsight.

MfG Thomas

man kann Dateigruppen erstellen ganz unten ist so ein kleiner Button


auszug aus dem FAQ von DSS:

Datei-Gruppen
Datei-Gruppen machen es sehr einfach, sogenannte "mehrere Nächte an dem gleichen Objekt" Bilddateien zu verwalten, indem man logische Gruppen für jede Fotonacht bildet.
Wenn sie nur die Haupt-Gruppe verwenden, arbeitet DeepSkyStacker so, wie vor der Einführung von Datei-Gruppen.

Es gibt zwei Arten von Datei-Gruppen: die Haupt-Gruppe und all die anderen Gruppen.


  • Lightframes der Haupt-Gruppe können nur mit Dark-, Flat- und Offset/Biasframes, die sich ebenfalls in der Haupt-Gruppe befinden, in Verbindung gebracht werden.
    Dies ist genau die Arbeitsweise von DeepSkyStacker, vor der Einführung der Datei-Gruppen.
  • Dark-, Flat- und Offset/Biasframes der Haupt-Gruppe können allerdings auch für Lightframes anderer Gruppen verwendet werden.
  • Dark-, Flat- und Offset/Biasframes von anderen Gruppen können nur mit Lightframes der gleichen Gruppe verbunden werden.

Sie können so viele Datei-Gruppen erstellen wie Sie wollen, sollten aber wissen, dass eine Datei immer nur zu einer Datei-Gruppe gehören kann.
Beim Start von DeepSkyStacker ist immer nur die Haupt-Gruppe verfügbar. Sobald Sie aber der letztmöglichen Gruppe eine Datei anfügen, wird sofort eine neue, leere Gruppe erstellt.
 

M83___

Mitglied
Doch das geht - dafür sind unten in den Reitern die "Gruppen" da. Einfach dort die Bilder unterschiedlicher Nächte in den unterschiedlichen Gruppen einfügen...

Gruß
Ernie

ich meine was anderes, ich wollte wissen ob man im DSS Bilder über einen längeren Zeitraum Stacken kann ohne jedesmal alle Bilder zu Stacken, die Funktion habe ich jetz aber nur im Fitswork gesehen da man dort die Bilder auf eine Zieldatei aufaddieren kann, bei DSS gibt es das leider nicht.
 

marcspictures

Mitglied
Bezüglich Bilder zusammen stacken muss man mal überlegen, was man beim Stacken denn eigentlich tut. Denn einerseits Mittelt man Messwerte für einzelne Pixel, andererseits versuchst du auch Ausreißer zu finden, die nicht in die erwartete Verteilung passen. Um eine robuste Verteilung zu erhalten, benötigt man allerdings viele Werte - integriert man jetzt z.B. anstatt 1x20 Bilder 2x10 Bilder getrennt und stackt diese anschließend miteinander, ist die Verteilung weitaus ungenauer und die Pixel Rejection kann nicht mehr so effektiv arbeiten.

Bezüglich dem Mitteln der Werte gibt sich das nächste Problem, sollten wir nicht die selbe Anzahl an Frames in allen Nächten Stacken:

Betrachten wir des Messwert eines einzelnen Pixels:

Nacht 1: 100, 95, 105, 102 (Mittel 100,5)
Nacht 2: 97, 99, 104 (Mittel 100,0)

Mitteln wir über den gesamten Datensatz: 100,286
Mitteln wir die einzelnen Nächte und danach den gesamten Datensatz: 100,25

Also ja, auch hier besteht ein Unterschied. Der mag vielleicht in den meisten Fällen vernachlässigbar sein, ist allerdings vorhanden.

So, nun zu den Kalibrationsdaten:

Ich persönlich mache neue Flats (und Dark Flats) für jede Nacht, kalibriere die Lights mit diesen und meinem Master Dark und stacke dann alle kalibrierten Bilder zusammen. Ob zwischen den Nächten Tage Wochen oder Monate vergehen ist da eigentlich egal.

Ich kenne allerdings auch Leute, die ihre Flats länger verwenden. Das kann funktionieren wenn sich kein neuer Staub absetzt bzw. verschwindet, und das ganze Setup nicht rotiert wird. Für die scheint es gut zu funktionieren, ich wiege mich aber gerne in relativer Sicherheit, keine Nacht verwerfen zu müssen, weil ein Staubkorn ein paar mm nach links gewandert ist und mache für jede Nacht eigene Flats. Achja: solltet ihr euer Setup rotieren, müssen natürlich neue Flats gemacht werden, da die Vignettierung nur selten perfekt zentriert ist und Staub, der nicht direkt am Sensor liegt sich ja auch nicht mitdreht (auch wenn dieser wohl eher weniger zu sehen ist).

Noch kurz zu den Gradienten:

das Problem können zum Beispiel an verschiedenen Nächten vorhandene komplizierte Gradienten in den Lights sein. Dann KANN es besser sein, die Nächte einzeln zu stacken, die Gradienten in den Summenbildern der einzelnen Nächten zu bearbeiten und die verbesserten Teilsummenbilder dann zu einem Gesamtergebnis zu stacken.
Gerade hier würde sich die "Local Normalization" anbieten, die eben solche schwierigen Gradienten versucht auszugleichen, wenn du ein Referenzbild mit möglichst wenig wenig Gradienten verwendest. Der Prozess lässt sich übrigens auch für z.B. Stromleitungen oder durchziehende Wolken einsetzen.
 
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