Hallo Harald,
beim Refraktor (auch Newton, Mak) ohne ZS ist das Bild um 180° gedreht. Oben ist unten, links ist rechts. Die Abbildung ist 180° um die optische Achse des Teleskops gedreht.
Stell dir das Ganze jetzt als Ebenen-System vor:
Horizontale Ebene (Waagerechte), vertikale Ebene (Senkrechte) und frontale Ebene (Bildebene) mit optischer Achse.
Ein Spiegelsystem lenkt die optische Achse um und spiegelt zusätzlich die Frontalebene.
Der Zenitspiegel am Refraktor ist in Normalstellung um 45° gegen die horizontale Ebene des Refraktors geneigt und kippt dadurch die optische Achse um 90° nach oben ab.
Dadurch, dass die frontale Ebene senkrecht zur opt. Achse steht, wird auch die frontale Ebene um 90° nach oben gekippt. Da es sich um eine Spiegelung handelt, kippt die frontalen Ebene aber insgesamt um 180°.
Gegenüber der Vertikalen ist die Ablenkung aber = 0.
Links bleibt links, aber oben ist jetzt unten.
Das Bild ist aufrecht und seitenverkehrt.
Das EMS biegt die opt. Achse in der 'ersten Stufe' um 45° nach oben (Horizontale) und um 45° nach innen (Vertikale). Nach der ersten Stufe ist das Bild um 90° in der Horizontalen und um 90° in der Vertikalen gedreht.
In der zweiten Stufe nochmals um 45° nach oben und um 45° nach innen. Somit dann insgesamt um 180° horizontal und 180° vertikal, entspricht also wieder der Ausrichtung des Gegenstandes!
Gleiches Spiel jetzt mit der Standard 3-Spiegel-Lösung (Binoptic):
- In der ersten Stufe wird die Achse um 90° nach oben gelenkt. -> 180° Umlenkung (der Abbildung) nach oben.
-> links bleibt links, oben wird unten.
- In der 2. Stufe wird das Bild wieder 90° nach unten gelenkt (der Winkel gegenüber der Vertikalen =0!!)
-> links bleibt links, oben ist wieder oben.
- In der dritten Stufe wird das Bild nochmals 90° nach oben gelenkt. -> 180° Umlenkung (der Abbildung) nach oben.
-> links bleibt links, oben ist wieder unten.
Links rechts verändert sich also nicht, oben unten wird aber 3x umgekehrt.
Hoffe, das ist verständlich so.
Gruß
Martin