Blaue "Wolken" im gestackten Foto SiriL

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ChrisXel

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Moin,

Vorab möchte ich kurz erwähnen, dass ich noch nicht sehr erfahren mit Astrofotografie bin und das hier mein erster Post ist.

Ich habe gestern Nacht zum ersten Mal meine neue ZWO ASI 294 mc pro ausprobiert und wollte NGC6992 fotografieren.
Leider bin ich durch Wetter und Probleme mit der Montierung erst um 04:20 morgens dazu gekommen die Aufnahmeserie zu starten.
Ich habe 25 Lights mit 120 Sec Exposure, bei -5°C und gain0 gemacht.
Davor habe ich 50 Darkframes mit denselben Einstellungen gemacht.
Flats/Bias habe ich nicht gemacht.

Gestackt habe ich mit einem Skript.
Die Lights die aufgrund des Sonnenaufgangs nicht mehr zu gebrauchen waren habe ich vor dem Stacking gelöscht.

Workflow nach stacking:
1. Zuschneiden
2. Hintergrundextraktion mit/ohne Dithering (beides probiert)
3. photometrische Farbkalibrierung/manuelle Farbkalibrierung (beides versucht)
4. Grünstich entfernen
5. asinh stretch
6. Histogramm stretch

Nun zu meinem Problem:
Nach dem Stacken und der Bildbearbeitung in SiriL ist mir aufgefallen, dass in dem "Fertigen" Bild Blaue Felder/"Wolken" zu sehen sind die da nicht sein sollten.
Hat jemand von euch eine Idee, woher diese "Wolken" kommen und wie ich die in Zukunft vermeiden kann, bzw. wie ich das mit Bildbearbeitung beheben kann?
Könnte es vielleicht auch daran liegen, dass der Himmel durch die fortgeschritte Uhrzeit schon relativ Hell war?

Das Problem tritt auch auf wenn ich z.B. nur 2 Lights stacke, oder ohne Darks stacke.

Ich habe hier noch Screenshots aus SiriL angehängt. Ich habe das Bild zur Veranschaulichung relativ stark gestretcht.

RGB:
Screenshot_SiriL_RGB.PNG


Rotkanal:
Screenshot_SiriL_Rot.PNG


Grünkanal:
Screenshot_SiriL_Grün.PNG


Blaukanal:
Screenshot_SiriL_Blau.PNG

Vielen Dank im voraus :)
Chris
 
Hallo Chris,
habe auch keine Ahnung. Aber mir fällt auf, dass es einen inneren und einen äußeren blauen Ring gibt. Da der Effekt unabhängig von der Zahl der gestackten Frames auftritt, würde ich an einen Abbildungsfehler der Optik denken...
CS
Volker
 
Hallo Chris,

Du schreibst, dass Du keine Flats verwendet hast. Die Vignettierung durch die Optik (dunkle Ecken, helle Mitte) hast Du dann wahrscheinlich versucht über die Hintergrund-Extraktion zu beseitigen. Deine relativ alte Version von Siril konnte nur die Polynomiale Hintergrund-Extraktion, was zu Überschwingern führt. Ich denke, daher kommen die ringförmigen Aufhellungen.
Wie sah denn der Roh-Stack vor dem Hintergrundabzug aus?

Lade Dir auf jeden Fall mal die neueste Version von Siril herunter. Damit ist die Hintergrund-Extraktion um vieles besser.
Dann solltest Du Dich mit Flats beschäftigen, das hilft ungemein, denn ein Bild mit flachem Hintergrund lässt sich wesentlich besser strecken.

Grüße und CS,
Steffen
 
Hallo,

Ich hatte auch erst, wie Stefan, die Hintergrundextraltion im Verdacht. Aber passt das wirklich dazu, dass der ROT Kanal frei ist? Eigentlich müsste das doch in allen Kanälen Probleme verursachen denke ich.

Kann es eine Reflektion sein? Eventuell von Streulicht aus der Umgebung.

CS Gerrit
 
Mit welchem Teleskop hast du das Bild aufgenommen? Wie gut ist es gegen Streulicht geschützt? Velourfolie? Fangspiegelrand geschwärzt? Oder ist es ein Refraktor?
Wie sind deine Bedingungen? Laternen in der Nähe?
Kannst du nachträglich noch Flats machen, auch wenn sie nicht genau passen, einfach nur zum Testen?

Ich hatte auch erst, wie Stefan, die Hintergrundextraltion im Verdacht. Aber passt das wirklich dazu, dass der ROT Kanal frei ist?
Doch, ich denke, dass das trozdem so sein kann. Ich fotografiere mit der gleichen Kamera unter lichtverseuchtem Himmel mit 2 Laternen vor der Nase und habe ständig solche farbigen Gradienten. Ich ebne mit Siril neue Version mit integriertem GraXpert und dann meist noch mit Fitswork variables ebnen.

Ansonsten einfach noch mal das Ganze in der Nacht ohne Dämmerung und mit Flats wiederholen.
 
Danke für die zahlreichen Antworten.

Hier einmal Screenshots von einem einzelnen Light im FitsViewer und SiriL RGB mit autostretch.
Man sieht auch deutlich die Vignettierung.

Screenshot_Subframe_FITSViewer.PNG


Screenshot_SiriLneueVersion_RGB_unbearbeitet.PNG


Ich habe jetzt mit der neuen Version nochmal gestackt und die übliche Bearbeitung gemacht (Hintergrundextraktion mit der RBF Interpolation und photometrischer Farbkalibrierung), das Ergebnis ist leider nicht viel besser:
Screenshot_SiriLneueVersion_RGB.PNG


Aufgenommen habe ich die Bilder mit einem standardmäßigen Skywatcher N 130/650 Explorer PDS (also keine Velourfolie o.ä.). Einen extra Streulichtschutz habe ich nicht, es steht ledeglich in der Omegon-Zeltsternwarte.
Sonstige Bedingungen: Bortle Klasse 4, keine Straßenlaternen in direkter Nähe.

Ich kann natürlich noch Flats und Biases nachholen, aber die Kamera wird dann natürlich nicht die selbe "Position" haben wie gestern Nacht, da ich sie nach den Aufnahmen abgenommen habe.
 
Ist der Fangspiegelrand geschwätzt?
Gaaanz wichtig, da von dort das Streulicht direkt in die Kamera knallt.
 
Nein, also ich habe nichts an dem Tubus oder Spiegel verändert.
Es könnte natürlich sein, dass von der Rückseite des Tubus' etwas Licht durch kommt.
Denn hinter dem Spiegel ist der Tubus standardmäßig nur mit einer etwas dickeren, schwarzen Plastikfolie verschlossen.
(Ich kanns schlecht beschreiben sorry).
Oder vielleicht reflektiert diese Folie auch etwas Licht, obwohl sie schwarz ist.

Vielen Dank für eure Mühen übrigens :D
 
Hallo Chris,
Leider bin ich durch Wetter und Probleme mit der Montierung erst um 04:20 morgens dazu gekommen die Aufnahmeserie zu starten.

habe gerade mal in GUIDE 9 nachgesehen, wo vergangenen Samstag morgen um 04:20 die Sonne stand: 12,1° unterm Horizont. Da herrscht schon eine deutliche Dämmerung. Bei Aufnahmeende (50 Minuten später) dann schon 6,5° unterm Horizont. (das ganze gültig für meinen Wohnort, Nähe Wiesbaden). Damit es total dunkel ist, sagt man, sollte die Sonne mindestens 18° unterm Horizont stehen. Ich selber würde nichts mehr belichten, sobald sie mehr als 16° Horizont-Distanz erklommen hat.
Schöner Gruß - Rolf
 
Ich kann natürlich noch Flats und Biases nachholen, aber die Kamera wird dann natürlich nicht die selbe "Position" haben wie gestern Nacht, da ich sie nach den Aufnahmen abgenommen habe.
Das wird dann vermutlich nicht mehr ganz passen. Ohne Flats kann man eigentlich kaum Deepskyfotografie betreiben.

Das sieht aber eigentlich nicht so schlimm aus. Sollte man mit der RBF Methode komplett wegbekommen. Schau dir mal das Video von @frasax zu GraXpert an, aus dem diese Methode stammt. Der erklärt dort, wie man die Samples richtig setzt und verschiedene Formen von Gradienten wegbekommt. Mittlerweile hat GraXpert noch eine Autostretchpreview mit verstärkter Sättigung bekommen. Das macht solche Effekte wie deiner deutlicher sichtbar und einfacher zu beheben. In Siril kannst du alternativ die Falschfarbendarstellung wählen. Dann sieht man Gradienten auch deutlicher. In Siril muss man allerdings zum neu setzen der Samples immer in einen Farbkanal wechseln. In Graxpert geht das einfacher.

Bei dir ist kaum Nebel im Bild. Wenn alle Stricke reißen, könnte man den Effekt mit Starnet und Gimp aber auch so fast komplett entfernen. Problematisch sind nur die Gebiete mit dem Nebel.

Grüße,
Joachim
 
Moin,

ich habe die letzten Nächte damit verbracht weitere Objekte ohne Dämmerung zu belichten.
Außerdem habe ich passende Flats und Biases gemacht.
Das Problem mit den blauen Wolken trat nie wieder auf. Also denke ich, dass es irgendwie an einer Kombination aus Dämmerung, alter SiriL-Version und fehlenden Flats/Biases lag.
 
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