Blenden im Newton Tubus?

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Nudnik

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Im Nachbarthread wird grade über die Tubusauskleidung mittels Velours oder ähnlichem diskutiert. Dabei kamen Blenden zur Sprache.

Sind gekaufte Newtons wie zB Skywatcher oder Celestron (the same?) 200/1000 nicht mit Blenden versehen?

Und wenn nicht könnte man die ja nachrüsten, doch wie berechne ich optimale Anzahl, Position und Größe für diese Blenden?

Vielen Dank für Eure Anregungen
 
Ok, danke
kann mir noch jemand erklären, was es mit diesem

'vignetting of 75% ray at front aperture' auf sich hat.

Damit das nicht auftritt müsste ein 200/1000 Newton einen Tubus mit 245mm Durchmesser haben.

Grüße
Holger
 
Das kann ja auf YES oder NO stehen. Das bedeutet, dass der Tubusinnendurchmesser entweder eine 75% Ausleuchtung erlaubt oder nicht.

Die 75% Ausleuchtung ist vom Fangspiegeldurchmesser abhängig. M.a.W.: Wenn der FS größer wird, dann wird auch das 75%-Feld größer. Es wird somit auch das wahre Gesichtsfeld größer, welches noch mit 75% ausgeleuchtet wird. Somit ist es nachvollziehbar, dass auch der Tubusinnendurchmesser größer werden muss, damit dieser nicht das Gesichtsfeld vignettiert.


Guck mal den gelben Strahl bei Newt an, dieser repräsentiert den 75% Ausleuchtungsstrahl.


Gruß Harald
 
Ja schon klar, aber 75% wovon?

Es gibt ja folgende Angabe: Diagonal too small to admit 100% ray: NO
Also werden 100% des Hauptspiegels ausgeleuchtet aber 75% der Strahlen werden abgeschattet?
Da hab ich irgendwas noch nicht verstanden. Kannst du mir das noch irgendwie genauer erklären

Vielen Dank
Holger <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/help.gif" alt="" /> <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/mauer.gif" alt="" />
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Vom der theoretisch maximal möglichen Ausleuchtung, welche als 100% definiert wird.

Stell Dir vor, der Tubus wäre 300mm im Durchmesser, der OAZ hätte 4" Öffnung und der Fangspiegel 100mm im Durchmesser. Ohne es nachgerechnet zu haben behaupte ich, dass so ein System ein 2" Okular bis in den Randbereich zu 100% ausleuchtet.

100% Ausleuchtung bedeutet, dass kein Licht durch Tubus, Fangspiegel oder Okularauszug vignettiert wird.
75% Ausleuchtung bedeutet, dass soviel vignettiert wird, dass die Bildhelligkeit nur noch bei 75% liegt.


Es gibt ja folgende Angabe: Diagonal too small to admit 100% ray: NO
Also werden 100% des Hauptspiegels auseleuchtet aber 75% der Strahlen werden abgeschattet?
Da hast Du was falsch verstanden.
Der Spiegel wird immer zu 100% beleuchtet. Mit Ausleuchtung ist nicht der HS gemeint, sondern das Bildfeld in der Brennebene (also beim Okular).
Mit 100% ray ist hier gemeint, dass exakt in der Bildmitte die 100% Ausleuchtung vorhanden ist (oder eben nicht, falls "NO"). Wenn man nämlich eine kritische Größe beim FS unterschreitet, dann vignettiert dieser so sehr das Bildfeld, dass die Lichtstrahlen vom HS-Rand nicht mehr im Bildfeld landen - sie gehen dann schlicht am zu kleinen FS vorbei. Die Wirkung dieses Mini-FS ist dann so, dass der HS nicht mehr voll genutzt werden kann, aus einem 8" HS werden so z.b. 7" genutzte Öffnung.


Gruß Harald
 
Ok, also mit 'Diagonal too small to admit 100% ray' ist also der FS gemeint. Soweit hab ichs verstanden.

Nochmal zu diesem 100% und 75% ray. Das Programm zeigt 3 verschiedene Strahlengänge.
1. Center Ray.
Die Strahlenrichtung ist parrallel zur optischen Achse.

2. 100%-Zone Rays
Woraus ergibt sich die Strahlenrichtung??

3. 75%-Zone Rays
Woraus ergibt sich die Strahlenrichtung??

Vielen Dank für deine Geduld
 
2. 100%-Zone Rays
Woraus ergibt sich die Strahlenrichtung??
Diese Strahlen sind offenbar die, die gerade noch im 100% Bereich liegen. Nur wenig ausserhalb liegt die Ausleuchtung dann unter 100%.


3. 75%-Zone Rays
Woraus ergibt sich die Strahlenrichtung??
Das sind die Strahlen, welche exakt in dem Bereich der 75% Ausleuchtung liegen, welche wiederum durch die FS-Größe, HS-Größe, Brennweite und die Abstände HS--FS und FS--Brennebene bestimmt wird.


Falls es noch nicht verständlich war, hilft vielleicht folgender Hinweis:
Jedem Winkel der einfallenden Lichtstrahlen ist ein Radius auf der Brennebene zugeordnet. Weiters liegt bei jedem Radius auf der Brennebene eine prozentuale Ausleuchtung zwischen 100% und 0% vor. Demnach besteht ein Zusammenhang zwischen den Strahlenwinkel und der Ausleuchtung in der Brennebene bei einem bestimmten Radius auf der Brennebene.
Dieser Zusammenhang ist von vielen Parametern abhängig und daher praktisch bei jedem Newton anders.


Vielleicht solltest Du auch noch das Programm "myNewton" testen. Dadurch wird Dir vielleicht noch das eine oder andere klarer?


Gruß Harald
 
Hallo Nudik,

auch im Buch "Telescope Optics" von Rutten/van Venroij gibt es eine gute Beschreibung wie Blenden im Newton ausgelegt
und ich sage mal "von Hand" berechnet werden können.

Ich hatte dies mal bei meinem 10 Zoll/F5 so eingebaut aber in Bezug auf Tubusseing schlechte Erfahrungen gemacht und dann auf Velours umgerüstet.

Wenn man Blenden einsetzen will so ist zu beachten daß zwischen Blenden und Tubuswand noch ein gewisser Abstand bleibt durch den die Luft ungehindert durchziehen kann, sonst kommt es zu Verwirbelungen. Natürlich muß auch der Tubusdurchmesser groß genug sein.

Mein Fazit:
Der Aufwand ist groß, die Streulichtunterdrückung nicht besser als mit Velour.

Gruß
Hans
 
Vielen Dank, ich seh mir grade das Programm an.
Wenn ich noch fragen habe werd ich nochmal posten

Grüße
Holger
 
Hallo Hans!

Der Aufwand ist groß, die Streulichtunterdrückung nicht besser als mit Velour.
Wie schon geschrieben, ich habe gegenteilige Erfahrungen gemacht, besonders beim Mond und am Planeten.

Sollte Velours verwendet werden, dann sollte imo auf jeden Fall zumindest eine Blende am Tubusende zusätzlich verwendet werden. Diese Blende verhindert nämlich, dass sehr flach einfallendes Licht geblockt wird und genau das ist ja das Licht, welches vom Velours alleine nicht wirkungsvoll absorbiert wird.
Das kann leicht überprüft werden, indem man eine mit Velours beklebte flache Fläche so hält, dass eine helle Lampe sehr flach darüber strahlt. Man wird sehen, dass das Velours stark glänzt und keineswegs wirkungsvoll Streulicht unterdrückt. Das kann es nur bei größeren Einstrahlwinkeln.


Gruß Harald
 
Nochmal zu meiner ursprünglichen Frage. Haben die typischen lowcost Newtons ala Skywatcher / Celestron ab Werk Blenden?

Blenden lassen sich ja scheinbar nur dann sinnvoll ausführen, wenn der Tubus groß genug dimensioniert ist.

Grüße
Holger
 
Hallo Holger,

in einem Skywatcher in den ich mal geschaut habe waren keine Blenden, bei Celestron weiß ich nicht.
Da aber auch Celestron Teleskope zum Teil in China gefertigt werden sind wohl auch keine Blenden drin.

Grüße
Hans
 
Hallo Harald,

ich beobachte aus einer Kuppel bzw. aus einem drehbaren
8-eck Spitzdach heraus und mein Tubus ist von Okularauszugachse aus nochmal 200 mm bis zum Ende.
Vieleicht kann ich deshalb keinen Unterschied zu Blenden erkennen.

Und eins verstehe ich nicht, wie soll denn ein einzelner Blendenring, der in der Nähe des Okularauszugs nur noch geringfügig kleiner ist als der Tubusinnendurchmesser, ( siehe Rutten und van Venroij, Baffels for Refractors and Newtonians) Streulicht effektiv blocken?

Grüße
Hans
 
Hallo Hans!

Vieleicht kann ich deshalb keinen Unterschied zu Blenden erkennen.
Ob man einen Unterschied erkennen kann, hängt natürlich auch von den Beobachtungsobjekten ab. DS-Objekte sind zu lichtschwach, um Streulicht zu erzeugen. Am kritischsten ist selbstverständlich Mondbeobachtung.

Ein richtig mit Blenden ausgestatteter Newton zeigt keine nennenswerte Aufhellung im Schattenbereich des Mondes und am Mondrand.


der in der Nähe des Okularauszugs nur noch geringfügig kleiner ist als der Tubusinnendurchmesser,
Wenn der Tubus richtig dimensioniert ist, dann ist der Blendendurchmesser auch am vorderen Tubusende deutlich kleiner als der Tubusinnendurchmesser.
Mit "richtig dimensioniert" meine ich, dass sowohl die Warmluft im Tubus ausserhalb vom Strahlengang rauswabern kann und dass eine geringe Blendenanzahl ausreicht bzw. dass die Einstrahlwinkel auf Velours entsprechend groß sind.

Meiner Meinung nach sollte der Tubusinnendurchmesser ca. 60mm größer sein als der HS-Durchmesser.


Gruß Harald
 
Hier mal ein Beispiel für Blenden in einem Newton-Tubus. Es handelt sich um einen 6" f/8. Die Blenden sind aus Moosgummi.

Link zur Grafik: http://www.billiger-rein.de/Astronomie/Blenden3.jpg

Eigentlich ist der Tubus etwas unterdimensioniert, deshalb müssen es hier auch so viele Blenden (dreizehn Stück!) sein. Ein Tubus mit einem größeren Innendurchmesser würde weniger Blenden benötigen.


Gruß Harald
 
Hallo Harald,

ok, verstehe. Wenn Du 30 mm mehr Radius als der Hauptspiegel
hat hast, dann kommt das wohl hin.
Bei meinem Newton ist der Tubusinnendurchmesser genau 300,
der Spiegel optisch 254, da war dann der letze Ring nur noch um die 10 mm, eher weniger.

Die meisten käuflichen Newtons sind ja vom Tubusdurchmesser her nicht unbedingt überdimensioniert, da würde so ein Blendring dann ja auch ganz schön dünn. (Auf den Durchmesser bezogen)

Grüße
Hans
 
Ich folgere daraus, dass die Standard-Tuben ala Skywatcher oder Celestron soweit unterdimensioniert sind, dass sich ein nachträgliches Anbringen von Blenden sowieso nicht machen lässt.

ICh konnte leider nirgends den Tubusdurchmesser für zB 200/1000 celestron finden. Sie schreiben in den Specs nur 200mm Öffnung. Heisst ds jetzt der HS hat 200mm und der Tubus hat 200mm innen oder heisst das der Tubus hat 200mm und der HS hat irgendwas darunter?

Grüße
Holger
 
Mein Fazit:
Der Aufwand ist groß, die Streulichtunterdrückung nicht besser als mit Velour.

Hallo Hans

Ich gebe Dir voll recht. Ich hatte meinen 10" Orion voll mit Blenden ausgerüstet, da ist wenig Platz bei dem relativ engen Tubus. Und wenn man dann auch die Luftwege freihält ist es eine riesige Bastelei.

Ich habe später die vordere Tubushälfte mit Velour ausgekleidet und die Blenden nur hinten belassen, das Ergebnis war sogar besser, weil weniger Vignettierung.
 
Hallo Nudik,

die Wirkung von Blenden bzw. Innenauskleidungen beim Newton wird wohl generell überschätzt.

Tubuswände die man durch den OAZ geblickt nicht direkt oder gespiegelt sehen kann können kein wesentliches Streulicht in der Bildebene verursachen (außer bei stark verschmutzten Spiegeln). Hier zu verkleiden dürfte kaum was bringen.

Allerdings ist es wichtig die dem OAZ gegenüberliegende Innenwand zu verblenden.

Ich habe das noch nicht im direkten Vergleich verifizieren können. Die Argumentation von H.R. Suiter finde ich aber schlüssig.

Viele Grüße
Martin
 
Hallo Harald,

beim Refraktor _sieht_ man jeden Teil der Tubuswand vom OAZ aus... deshalb muss dort der Tubus voll verblendet bzw. sehr matt sein.

Hier nochmal der Link zu Suiters Tips. Interessant finde ich den Hinweis auf Blenden im Okularauszug.
Suiter's Tips


Viele Grüße
Martin
 
Hallo Martin

Vielen dank für den Link. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/Spitze.gif" alt="" />

Die Erklärungen und Vorschläge die Suiter zu Blenden am Newton macht, leuchten mir ein.

Ich werde das an meinem Selbsbaudobsen ausprobieren.

Liebe Grüsse
Daniel
 
Hallo Martin!

Ganz unrecht hat Suiter in dem Link nicht. Streulicht, welches von der Tubusinnenwandfläche zum HS gelangt, landet bei einem ideal glatten und 100% sauberen HS neben der Feldblendenöffnung des Okulars. Insofern würde dieses theoretisch keinen Einfluss auf das Bild haben.
Ich sehe jedoch folgende Aspekte, die Suiter nicht beachtet hat.


1.) Das o.a. Streulicht landet zwar nicht direkt innerhalb der Feldblendenöffnung, es wird jedoch teilweise z.b. im OAZ-Rohr unter flachem Winkel wieder gespiegelt - und zwar in die Feldblendenöffnung und macht sich damit im Bild als Streulicht bemerkbar.

2.) Es gibt okularseitiges Zubehör (wie den neuen 2" Baader Glaswegkorrektor), welches eine 2"-Linse sehr nah am FS hat. Von der Position dieser Linse aus gesehen dürfte man mit Sicherheit die Tubuswand sehen - wie beim Refraktor. Streulicht kann von dieser Wand also bis zu dieser Linse gelangen und sich wiederum im Bild bemerkbar machen.
Der Baader-Korrektor ist nur ein Beispiel, es gibt sicher noch andere Beispiele.

3.) Ein Newton Spiegel ist immer mit Staub bedeckt. Schon nach der ersten Beobachtungsnacht ist dieser mit einem Taschenlampentest nachweisbar. Somit ist jede Streulichtquelle (wie ein glänzende Tubusinnenwand) zu vermeiden.


Offenbar ist es ja so, dass die praktischen Erfahrungen vieler Sternfreunde, welche den gesamten Tubus mit Velours ausgekleidet haben oder den gesamten Tubus mit Blenden versehen haben, den theoretischen Überlegungen Suiters widersprechen. Suiter muss also irgendwas übersehen haben.


Wer höchste Ansprüche an die Bildqualität stellt und daher maximale Streulichtunterdrückung haben will, der darf meiner Meinung nach nicht auf ein volles Tubus-Baffling verzichten, obwohl der Bauaufwand dafür sehr groß ist.

Das ist eben so ähnlich wie bei den APOs: Kleine Verbesserungen in der Bildqualität sind mit enorm höheren Preisen verbunden. Trotzdem gibt es Leute, die bereit sind, für das Maximum an Bildqualität entsprechend mehr Kohle auszugeben.


Gruß Harald
 
Hallo Harald,

wie gesagt kann ich aus eigener Anschauung nicht ausschließen dass eine volle Verblendung doch was bringt.

Zu den von Dir genannten Punkten fällt mir spontan ein:

1.) Das o.a. Streulicht landet zwar nicht direkt innerhalb der Feldblendenöffnung, es wird jedoch teilweise z.b. im OAZ-Rohr unter flachem Winkel wieder gespiegelt - und zwar in die Feldblendenöffnung und macht sich damit im Bild als Streulicht bemerkbar.

Hier empfiehlt Suiter ja eben die 1-2 Blenden im OAZ-Rohr.


2.) Es gibt okularseitiges Zubehör (wie den neuen 2" Baader Glaswegkorrektor), welches eine 2"-Linse sehr nah am FS hat. Von der Position dieser Linse aus gesehen dürfte man mit Sicherheit die Tubuswand sehen - wie beim Refraktor. Streulicht kann von dieser Wand also bis zu dieser Linse gelangen und sich wiederum im Bild bemerkbar machen.

Richtig, diese Linse sieht die Tubuswand. Aber sie leitet das Gesehene nicht in die Bildebene weiter, da der Einfallswinkel auf die Linse viel zu groß ist. Das Licht trifft also irgendwo innen an die OAZ-Wand.


Ein Newton Spiegel ist immer mit Staub bedeckt. Schon nach der ersten Beobachtungsnacht ist dieser mit einem Taschenlampentest nachweisbar. Somit ist jede Streulichtquelle (wie ein glänzende Tubusinnenwand) zu vermeiden.

Der Staub auf dem Spiegel führt aber nicht dazu dass sich ein wesentlicher Teil des hier gestreuten Lichtes in der Bildebene wiederfindet. Der allergrößte Teil geht in andere Richtungen weg.

Man kann hier als Extremfälle betrachten:

- Spiegel ist perfekt sauber und optisch völlig glatt: dann wird das von der Tubuswand kommende Streulicht irgendwo auf die gegenüberliegende Tubuswand weggespiegelt

- Der Spiegel ist völlig matt, und physikalisch betrachtet ein Lambert-Strahler. Dann verteilt sich alles auftreffende Licht in den Halbraum oberhalb des Spiegels. Der tatsächlich auf dem Fangspiegel bzw. der Bildebene landende Bruchteil des Streulichts dürfte irgendwo unter 1/1000 liegen.

- Der reale Fall liegt irgendwo dazwischen, abhängig von der "Diffusität" der Spiegelfläche. Das auftreffende Streulicht wird auf die gegenüberliegende Seite weggespiegelt, aber nicht wie im Idealfall nur im exakt gleichen Winkel (Einfalls- gleich Ausfallswinkel), sondern diffus gestreut rund um diesen Winkel. Der größte Anteil des Streulichts landet also immer noch an der gegenüberliegenden Tubuswand, und nicht in der Bildebene.


Offenbar ist es ja so, dass die praktischen Erfahrungen vieler Sternfreunde, welche den gesamten Tubus mit Velours ausgekleidet haben oder den gesamten Tubus mit Blenden versehen haben, den theoretischen Überlegungen Suiters widersprechen. Suiter muss also irgendwas übersehen haben.

Würde mich interessieren bei wievielen dieser Fälle allein die Verblendung des Bereichs hinter dem FS zum gleichen Ergebnis geführt hätte. Müsste man wirklich mal systematisch untersuchen.


Wie gesagt, das hier sind nur meine Gedanken zum Thema, ohne selbst tiefergehend geforscht zu haben.


Vor einigen Jahren hatte ich übrigens mal einen Händler darauf angesprochen, warum die Intes Mikro-Maks Tubusblenden haben, die Intes-Maks aber nicht. Seine Anwort war: weil die Kunden darauf Wert legen. Einen Unterschied im Bild mache es nicht.

Viele Grüße
Martin
 
Hallo Martin!


Hier empfiehlt Suiter ja eben die 1-2 Blenden im OAZ-Rohr.
Das ist richtig. Er schreibt aber auch, dass das nur für lange OAZs gilt und OAZ-Blenden bei den heutigen kurzbauenden OAZs nicht gemacht werden können und auch keinen Sinn machen.
Ausserdem ist es für einen ATMler meiner Meinung nach einfacher, Tubusblenden zu bauen als OAZ-Blenden.


Richtig, diese Linse sieht die Tubuswand. Aber sie leitet das Gesehene nicht in die Bildebene weiter, da der Einfallswinkel auf die Linse viel zu groß ist. Das Licht trifft also irgendwo innen an die OAZ-Wand.
Wenn das Licht erstmal auf die Linse getroffen ist, dann kann es nicht mehr innen auf die OAZ-Wand treffen. Wie soll es auch? Es tritt ja schliesslich durch die Linse hindurch und wird nicht von dieser zurückreflektiert. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/neinnein.gif" alt="" />
Trifft das Streulicht also auf die Linse, so ist es im Korrektor, dann im Bino und schliesslich im Okular, wo es dann vom Beobachter gesehen wird.

Damit kein Missverständnis entsteht:
Mit "Linse sieht Tubuswand" meine ich, dass sie die im HS reflektierte Tubuswand sieht. Dadurch ist der Einfallswinkel des Streulichts auf die Linse nur geringfügig größer als der Einfallswinkel des "regulären Lichts".


Vor einigen Jahren hatte ich übrigens mal einen Händler darauf angesprochen, warum die Intes Mikro-Maks Tubusblenden haben, die Intes-Maks aber nicht. Seine Anwort war: weil die Kunden darauf Wert legen. Einen Unterschied im Bild mache es nicht.
Ich habe mal gelesen, dass das Design der Tuben der Intes Micro Maks direkt von russischen Panzeroptiken stammt. Wenn das stimmt, dann werden die Blenden wohl was bringen, denn das russische Milität wird sicherlich keine unnötigen Blenden in Ihre Späh-Teleskope einbauen.


Gruß Harald
 
Hallo Harald!

Das ist richtig. Er schreibt aber auch, dass das nur für lange OAZs gilt und OAZ-Blenden bei den heutigen kurzbauenden OAZs nicht gemacht werden können und auch keinen Sinn machen.

1 Blende ist kein Problem. Habe ich gemacht, funktioniert recht gut. Zumindest besser als gar keine im OAZ.


Ausserdem ist es für einen ATMler meiner Meinung nach einfacher, Tubusblenden zu bauen als OAZ-Blenden.

Oh, das sehe ich gaaaanz anders <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/wink.gif" alt="" /> Für einen 280mm-Newton-Tubus hatte ich mal 8 Ringe aus 2mm starkem Alublech gesägt, und dann jeweils mit 3 Haltern in den Tubus geschraubt... DAS ist Extrembastelei <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/ooo.gif" alt="" /> Dagegen sind zwei 50mm-Ringelchen für den OAZ echt kein Thema.


Trifft das Streulicht also auf die Linse, so ist es im Korrektor, dann im Bino und schliesslich im Okular, wo es dann vom Beobachter gesehen wird.
Damit kein Missverständnis entsteht:
Mit "Linse sieht Tubuswand" meine ich, dass sie die im HS reflektierte Tubuswand sieht. Dadurch ist der Einfallswinkel des Streulichts auf die Linse nur geringfügig größer als der Einfallswinkel des "regulären Lichts".

Ok, so achsnahe Winkel treffen wohl nicht die OAZ-Wand. Dann bleiben sie eben irgendwo an einer Blende zwischen Glaswegkorrektor und Okular hängen <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/grin.gif" alt="" /> Wenn sie das nicht machen würden, wäre die streulichtverursachende Stelle der Tubuswand (ohne eingebauten Korrektor) von der Bildebene aus zu sehen (über Reflektion im HS). Das dürfte wenn überhaupt nur für kleine Bereiche der Tubuswand möglich sein.
Oder mache ich hier einen Denkfehler? <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/gruebel.gif" alt="" />


Ich habe mal gelesen, dass das Design der Tuben der Intes Micro Maks direkt von russischen Panzeroptiken stammt. Wenn das stimmt, dann werden die Blenden wohl was bringen, denn das russische Milität wird sicherlich keine unnötigen Blenden in Ihre Späh-Teleskope einbauen.

Das würde mich ehrlich gesagt wundern. Immerhin war zuerst Intes auf dem Teleskopmarkt, und Intes Micro eine spätere Ausgründung. Intes hat wohl zuvor als Militär-Zulieferer fungiert. Die optische Technologie mag ja aus dieser Zeit stammen, aber die Tuben sicher nicht.

Viele Grüße
Martin
 
Hallo Martin!

Oh, das sehe ich gaaaanz anders Für einen 280mm-Newton-Tubus hatte ich mal 8 Ringe aus 2mm starkem Alublech gesägt, und dann jeweils mit 3 Haltern in den Tubus geschraubt... DAS ist Extrembastelei Dagegen sind zwei 50mm-Ringelchen für den OAZ echt kein Thema.
Jaaa, da hättest Du mich mal vorher fragen sollen! <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/grin.gif" alt="" />
Ich mache Blenden aus 0.8mm Alublech (nicht 2mm). Dieses kann man hervorragend mit einer Knabberzange (Marke Knipex) ausknabbern. Neben der einfachen Verarbeitung dieses dünnen Blechs gibts es noch weitere Vorteile: Geringe Kosten und die Blenden sind automatisch "scharfkantig".

Auch gibt es einen Trick, wie man die Blenden einfach im Tubus befestigen kann. Da ist nix mit Winkeln an jeder Blende oder so. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/neinnein.gif" alt="" />
Man bohrt einfach in jede Blende drei um 120° versetzte Löcher mit 4.5mm Durchmesser. Dann steckt man die Blenden auf 3 Gewindestangen M4 und sichert deren Position mit Muttern. Das ergibt einen kleinen Blendenturm, den man komplett in den Tubus stecken kann. Diesen braucht man oben und unten nur noch jeweils im Tubus zu befestigen. Hier kommen dann zwar wieder Winkelchen zum Einsatz, deren Anzahl ist aber viel geringer als wenn man jede Blende einzeln mit Winkeln im Tubus befestigt. Wenn man ganz trickreich ist, dann kann man den im Vergleich zum Tubus unterschiedlichen Wärmeausdehnungskoeffizienten der Gewindestangen durch 3 Druckfedern ausgleichen.


Gruß Harald
 
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