BlurXTerminator ML5 ist da

Dane Vetter

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Hallo zusammen,

RC-Astro hat die neue ML5-Version von BlurXTerminator veröffentlicht. Das neuronale Netz wurde gegenüber ML4 deutlich erweitert und besitzt nun rund 45 statt bisher 12 Millionen trainierbare Parameter.

Verbessert worden sein sollen unter anderem:

• sehr helle Sterne und dichte Sternfelder
• schwache Hintergrundgalaxien
• Sternfarben und sehr grosse Dynamikumfänge
• verschiedene optische Aberrationen und Artefakte
• die Behandlung bestimmter Beugungsspitzen
• die Auswahl geeigneter Referenzsterne für die PSF-Bestimmung

Neu ist ausserdem ein Lunar/Planetary Mode für Mond- und Planetenaufnahmen.

Trotz des deutlich grösseren Netzes soll ML5 im Schnitt nur etwa 20 % langsamer als ML4 sein. Bei meinem ersten Test spüre ich davon aber nichts, ich finde sogar eher, dass es gefühlt schneller geworden ist. Ich setze aber auch eine RTX 5090 ein

1787953180034.png


Ich habe ML5 gerade noch an einem alten Datensatz von Abell 39 getestet, den ich vor über drei Jahren mit meinem C11 aufgenommen hatte. Damals hatte ich die Thermik im Tubus noch nicht richtig im Griff. Praktisch alle Aufnahmen zeigen deshalb leichte, einseitige Spikes bzw. thermisch verzogene Sternprofile.




Mit den bisherigen BXT-Versionen konnte ich das nie wirklich zufriedenstellend korrigieren. Mit ML5 funktioniert es nun tatsächlich erstaunlich gut. Die thermisch bedingten Spikes lassen sich deutlich besser korrigieren und die Sterne sehen trotzdem noch natürlich aus. Das hatte ich damals mit verschiedensten Versuchen nie zufriedenstellend hinbekommen, weshalb ich die Daten auch nicht mehr angefasst hatte.

Für PixInsight wird ML5 nur noch über das Unified RC Astro Module ab Version 2.6.5 unterstützt.

Wer BXT innerhalb des letzten Jahres als permanente Lizenz gekauft hat, erhält ML5 kostenlos. Bei älteren permanenten Lizenzen kostet das Upgrade 49,95 US-Dollar.

https://www.rc-astro.com/blurxterminator-ml5/

Es gibt aber auch schon erste Videos, welche hier einen Vergleich zeigen: BXT ML5: Bright Star Halos Are Finally Fixed

Nachtrag: Ich hab es auch mal auf die Schnelle mal an Sonnenaufnahmen mit dem Lunar/Planetary Mode ausprobiert. Dafür hatte ich BXT nie wirklich eingesetzt.



Wer hat auch schon geupdatet und wie schaut hier die Erfahrung aus?
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo

Ich hab heute Abend das Update aufgespielt. Hab dann auf die schnelle die neue Version ML5 testweise an einem fertigen Bild von M45 angewendet und war begeistert. Es ist einen deutliche Verringerung der Sternhalos im Vergleich zu der ML4 Version zu sehen. Hier die der Vergleich ML4 zu ML5 :

BXT ML4 :

Messier 45 die Plejaden-BXT Alt.jpg

BXT ML5 :

Messier 45 die Plejaden - BXT Neu.jpg

VG Walter
 
Habe es gerade aufgespielt und an einem schon fertigen Bild getestet. Der Unterschied ist schon wirklich markant:y:

SG Peter
 
Moin, ich finde besonders Interesant, da auch Farbfehler in den Sternen korrigiert werden. Ich hatte es schon, das mein kleiner Apo gern mal einen Violetten Rand an den Sternen hatte. Auch das korrigiert BlurX jetzt ziemlich gut.

Beste Grüße
Mathias
 
Hallo zusammen,

bezüglich meinem Sonderfall muss ich leider zurückrudern. ML5 scheint mein Problem nicht zu 100% perfekt zu beheben, wenn auch zu einem großen Teil. Bei einigen Sternen bleiben trotzdem noch leichte Ansätze von Spikes vorhanden, und bei manch anderen bekomme ich gleich vier Spikes wie bei einem Newton. Das ist natürlich nur bei sehr genauen Hinsehen und Vergrößerung sichtbar. Da bin ich vielleicht etwas pingelig, aber ich habe es trotzdem mal an Russell gemeldet, vielleicht lässt sich das mit einer feinen optimierung ausbessern.

Unterm Strich ist das ja auch eher ein Sonderfall, und trifft nicht die breite Masse.

ML5_compare.jpg


2026-08-29 18_49_15-PixInsight.jpg
 
Hallo zusammen,

ich musste für das Upgrade auf ML5 leider bezahlen, da ich eine ältere Lizenz hatte. Das Upgrade war
aber wirklich jeden Cent wert. Die Unterschiede sind schon gravierend , und es läuft bedeutend schneller..

CS Jochem
 
Danke für die Info, Dane! Ich hatte davon nichts mitbekommen und werde es in Kürze auch installieren. Ich werde es aber auch bezahlen müssen, meine Lizenz ist 2 Jahre alt. Die Unterschiede, die Russel Croman auf seiner Seite erläutert, sind allerdings immens. Da bin ich mal gespannt.

LG Olaf
 
Ich kann mich den Vorrednern nur anschließen, ML5 ist jeden Cent wert. Hier mal den Vergleich zwischen ML4 und ML5. Es ist beeindruckend, wie der Lighthouse Effekt des FSQ-85 entfernt wird (die BXT-Parameter sind identisch):
ML5-vs-ML4.gif
 
Wahnsinn, wenn mittlerweile selbst solche Effekte einfach glattgebügelt werden. Wenn das so weitergeht, kann man sich die teuren Optiken irgendwann sparen. Man muss sich nicht mehr um Tilt kümmern, braucht beim Newton keine Blendenringe mehr, optisch farbreine Optiken werden auch zunehmend überflüssig und andere Abbildungsfehler einfach herausgerechnet. Im Prinzip reicht irgendwann der berühmte Flaschenboden als Objektiv, den Rest erledigt dann die Software.
 
Ich kann mich den Vorrednern nur anschließen, ML5 ist jeden Cent wert. Hier mal den Vergleich zwischen ML4 und ML5. Es ist beeindruckend, wie der Lighthouse Effekt des FSQ-85 entfernt wird (die BXT-Parameter sind identisch):
Kein Lighthouse Effekt mehr? Wozu habe ich dann den FSQ gekauft :LOL:? Nein, im Ernst, das ist schon beeindruckend. Da werde ich wohl investieren müssen. Wenn auch noch die Farbe korrigiert wird, kommt das meiner nicht ganz so perfekten Kollimation am Epsilon zugute.
 
In der unteren rechten Ecke wird nicht nur die Form des hellen Sterns korrigiert, sondern auch die Farbe. Hoffentlich ohne Fehler mehr zur Realität.
Gute Optiken würde ich allgemein natürlich trotzdem anstreben, weil auch verschiedene Objekte unter z.B. schlecht zentrierten Optiken leiden, die nicht so einfach wie die Sterne korrigiert werden.
 
Wahnsinn, wenn mittlerweile selbst solche Effekte einfach glattgebügelt werden. Wenn das so weitergeht, kann man sich die teuren Optiken irgendwann sparen. Man muss sich nicht mehr um Tilt kümmern, braucht beim Newton keine Blendenringe mehr, optisch farbreine Optiken werden auch zunehmend überflüssig und andere Abbildungsfehler einfach herausgerechnet. Im Prinzip reicht irgendwann der berühmte Flaschenboden als Objektiv, den Rest erledigt dann die Software.
Ja, ich kann schon verstehen, dass dann Kritiker anmerken, dass das mit den Ursprungsdaten nicht mehr viel zu tun hat. Für mich ist da jetzt auch eine Grenze erreicht. Ansonsten kann man sich die Fotos gleich durch die KI erstellen lassen, unter Angabe der Optik, der Kamera, Filter, Belichtungszeit, des Datums und des jeweiligen Standortes.

LG Olaf
 
Man hat ja früher trotzdem die Fehler aufwendiger weg gebügelt. Da wurde ja eigentlich auch mit viel Maskentechnik getrickst. Jetzt geht es halt mit einem Knopfdruck 😁
Gruß Dieter
 
Ansonsten kann man sich die Fotos gleich durch die KI erstellen lassen, unter Angabe der Optik, der Kamera, Filter, Belichtungszeit, des Datums und des jeweiligen Standortes.

Probier es mal aus... du wirst erstaunt sein was die Ki dir da alles hineininterpretiert und das sogar im Pro Modell mit deepthinking.
Der Aufwand den Prompt jedes Mal so zu gestalten, dass es zumindest den eigenen Daten gleich kommt ist immens. Da klick ich lieber auf BxT ;)
 
Ja, ich kann schon verstehen, dass dann Kritiker anmerken, dass das mit den Ursprungsdaten nicht mehr viel zu tun hat. Für mich ist da jetzt auch eine Grenze erreicht. Ansonsten kann man sich die Fotos gleich durch die KI erstellen lassen, unter Angabe der Optik, der Kamera, Filter, Belichtungszeit, des Datums und des jeweiligen Standortes.

LG Olaf
Die Diskussion gab es schon, nach dem BXT (also die Ursprungsversion) veröffentlicht wurde. Da hieß es dann, das wäre gar keine Decon, sondern die Software würde irgendwelche bereits existierenden Bilder von der Nasa da hineinschmuggeln oder so.

Ich kann beide Seiten verstehen. BXT habe ich immer sehr sparsam genutzt, meist im Correct Only Modus, weniger in der Decon. Was BXT 5 da leistet, ist aber schon heftig. Ich bearbeite gerade ein Foto von mir, bei dem ich über drei Jahre Daten gesammelt habe. Zwischendurch (wie auf dem Bild oben) hatte ich mehr als einmal den Tubus in den Schellen vom Newton gedreht. Außerdem hatte ich dann zustätzliche Daten mit einem zweiten Newton generiert. Also hatte ich teils an die sechs oder acht Spikes an den Sternen. Und BXT bügelt das glatt. Das ist schon brutal. Zumal ich vor BXT 5 da hin und her überlegt habe, wie ich da rangehe.

CS,
Ulrike
 
Wieder so ein Thema, bei dem sich Fortschrittsgläubige und "Früher-war-alles-echter-und-besser-Verehrer" unversöhnlich gegenüberstehen.
Leute, kann nicht jeder - in der Bildbearbeitung - so handeln, wie er mag. Hier werden keine Diplome, Meisterehren oder der Nobelpreis angestrebt. Es geht einfach um schöne, von Artefakten befreite Bilder. Noch ein Tipp: die Mitte zwischen den Extremen ist immer einen Versuch wert.
 
Wieder so ein Thema, bei dem sich Fortschrittsgläubige und "Früher-war-alles-echter-und-besser-Verehrer" unversöhnlich gegenüberstehen.
Leute, kann nicht jeder - in der Bildbearbeitung - so handeln, wie er mag. Hier werden keine Diplome, Meisterehren oder der Nobelpreis angestrebt. Es geht einfach um schöne, von Artefakten befreite Bilder.

Genau. Das Geld für mein Hobby verdiene ich bei einem großen Medizintechnikkonzern, und wir haben dieselbe Diskussion, wenn's um Rekonstruktionen von MR-, CT- oder Nukmed-Daten geht. Nur geht's da natürlich um Daten, aufgrund derer jemand einen Stent eingesetzt bekommt oder eine Chemotherapie anfängt. Jeder will gut beurteilbare, echte, quantifizierbare und wahre Daten, und jeder, wirklich jeder, hat seine eigene Meinung darüber, was das eigentlich ist. Und da rede ich noch nicht mal von KI-gestützter Rekonstruktion, sondern ganz normalen, seit Jahrzehnten bekannten Algos.
Insofern, ja - das hier ist unser Hobby. Davon hängt nichts ab. Es soll Spaß machen. Und wenn es ein Tool gibt, das es mir erlaubt, Fehler zu minimieren, die entstanden sind, weil ich mein Equipment mühsam aus dem Haus schleppen muss und dabei der Tubus minimal verrutscht, bin ich dabei. :y:

LG, Antje
 
Nicht falsch verstehen, ich gehöre nicht zu der Fraktion, die die RC-Tools verteufelt. Ich nutze die sehr gerne und sie waren der Grund, Pixinsight zu kaufen. Das war der Gamechanger für mich. Ohne Pixinsight wäre mir der Aufwand viel zu groß, aus den Daten Bilder zu machen, die mir gefallen und ich hätte wahrscheinlich aufgegeben oder würde maximal irgendwelche EAA Livestacks machen. Erst kürzlich hat ja jemand in einem anderen Thread wieder behauptet, dass BXT Daten in die Bilder hinein halluziniert. Ich kann das nicht beurteilen, fände aber schade, wenn es so wäre. Da wäre dann weniger mehr für mich. ML 5 legt ja noch mal nach. Da ist die Frage, ob die Gefahr des Halluzinierens steigt, oder vielleicht durch die ausgereiftere Technik sogar sinkt. Mal sehen, was wir darüber noch hören werden. Ansonsten bin ich sehr dankbar für diese Tools und auch für die Tools von Seti Astro.

LG Olaf
 
Da wäre dann weniger mehr für mich. ML 5 legt ja noch mal nach. Da ist die Frage, ob die Gefahr des Halluzinierens steigt, oder vielleicht durch die ausgereiftere Technik sogar sinkt. Mal sehen, was wir darüber noch hören werden.
Es wird sicher einige Astrofotografen geben, die das genau untersuchen und beurteilen können. Dann werden wir es erfahren. Vielleicht gibt's dazu auch schon Videos. Soweit habe ich mangels Zeit noch nicht nachgeforscht. Ich habe bei meinen Bildern auch keinen wissenschaftlichen Anspruch, obwohl ich natürlich auch nicht möchte, dass da etwas hineinhalluziniert wird, was es nicht gibt.
 
Ich glaube alle sind sich einig dass keine Sterne und Strukturen entstehen dürfen, wo keine sind. Dass bei niedrigen S/N-Werten keine Sterne entstehen, muss halt so eine gute KI dann einfach hinkriegen.

Nächste Stufe wäre es, ob es aus realen Daten bsp Sternfarben angleichen darf? Oder Strukturen abgleicht, und daran gezielt in den selbst gewonnenen Daten diese Struktur herausarbeitet. Aber macht BXT das?
 
Sternfarben anzugleichen, die durch Filter verfälscht werden, fänd ich legitim und sogar wünschenswert. Denn diese aus RGB Daten dazu zu mischen, verfälscht das Ursprungsbild ja genauso. Also kann man die Farben per Software auch angleichen, zumal man ja bei der Farbe ohnehin nach eigenem Gusto die Intensität einstellt.

LG Olaf
 
Auch wenn diese Diskussion schon x-mal geführt wurde, will ich auch mal meinen Senf dazu abgeben.

Ich bin echt angetan von den Ergebnissen der neuen Version. Bis dato verwende ich noch keine RC Tools, das mag sich aber ändern. Ich benutze aber sehr wohl Aberration Remover und Graxpert.

Ich will schöne Sterne, fotografiere aber mit wechselnden Setups (wobei ich häufig dabei auch die Kamera / Filterrad etc. von einem zum anderen Teleskop wechsele) und auch mit dem Hyperstar auf Vollformat. Da habe ich ein paar Optionen: a) mit suboptimalen Sternen am Rand leben b) mehr kollimieren als fotografieren c) es so gut wie eben möglich mit vertretbarem Aufwand kollimieren und dann mittels Software noch rausholen, was im Bild vorhanden ist - und möglichst wenig, was nicht vorhanden ist.

Ich bevorzuge ganz einfach Weg c), da er mir den meisten Spass am Hobby bringt. Wenn ich dadurch ein größeres Bildfeld aus meiner Aufnahme nutzen kann, und ich mich nicht bei jedem neuen Betrachten eines meiner Bilder über die Abbildungsfeher aufregen muss (ich bin da ähnlich perfektionistisch wie Dane ;) ), dann kann ich auch mal akzeptieren, wenn die KI aus ungünstig verteiltem Rauschen noch hier und da einen Mag 24 Stern zaubert (und da ist meines Erachtens aber AI Denoise noch "gefährlicher"). Pretty Pictures eben ;), Wissenschaft machen andere - "ehrlich" sollte das Ergebnis trotzdem sein.

Was ich kritischer sehe, ist AI Schärfung auf andere Details als Sterne. Da scheint der Übergang zwischen echter AI-gestützter Dekonvolution und dem Erfinden von Details oft fliessend. Man nehme einfach mal eine recht ordentliche Jupiteraufnahme, packe sie in Topaz, und drehe alle Regler auf - was dann rauskommt, erzeugt bei Laien Ahhhs und Ohhhs und Likes, aber bei geschultem Auge das pure Entsetzen. Graxpert ist da konservativer, aber bei allen Slider nach rechts auf Anschlag kann ich das Ergebnis auch oft nicht mehr verantworten. Deswegen setze ich bei Mond und Planeten ausschliesslich klassische Dekonvolution, Wavelets und andere, nicht KI-basierten Algorithmen ein, die sicher nichts hinzuhalluzionieren.

Also wenn mir Rechenpower dabei hilft, mehr Spass am Hobby zu haben und mehr Belichtungszeit zu sammeln und das Maximum aus meinen Daten herauszuholen ohne, dass es an generative KI grenzt, dann her damit - dann sollte man die Tools bei Veröffentlichung der Bilder auch beim Namen nennen.

LG Michael
 
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