Hi Chris,
Allerdings denke ich das es an der Luft lag, denn auf meiner Wetterapp stand das die Luftfeuchtigkeit bei 100% lag. Außerdem bewegten sich die wenigen Wolken die da waren sehr schnell.
100% Luftfeuchte bedeutet, Du stehst im Nebel und siehst die Hand nicht mehr vor den Augen. Denk doch mal nach, das kann doch nicht sein. Das ganze Gedöhns mit den Aps in den Handys ist doch Schrott. Das sind "Anhaltspunkte", aber keine echten Meßwerte. Oder hat Dein Handy einen Meßfühler für Luftfeuchte und wird vor jeder Messung "geeicht"? :mauer:
Wenn oben am Himmel die Wolken schnell ziehen und unten am Boden wenig Wind ist, dann muß es irgendwo ne Grenzschicht geben, bei der sich die "langsame Luft" vom Boden und die "schnelle Luft" da oben vermischen. -> Verwirbelungen, Luftturbulenz = Schrottiges Seeing. Dazu brauche ich keine App, da reicht gesunder Menschenverstand.
Nochmal von vorne. Du hast am 4.12. vor 21:27 Uhr (da haste den Beitrag gepostet) den Jupiter beobachtet. Das Bild war eine helle Scheibe ohne Strukturen und ein paar Sterne drumrum (Monde?).
Da Du die Sterne oder Monde prinzipiell erkennen konntest, dann warst ungefähr im Schärfebereich. Jupiter steht um 21 Uhr aber erst in ca. 18 ° Höhe am Himmel. Da ist so viel Gewaber in der Luft, daß Jupiter zu ner unscharfen Scheibe verschwimmen kann. Jupiter kommt schön raus, wenn er hoch am Himmel steht. So ab 40 °Höhe. Das ist derzeit etwa ab 23 Uhr. Vorher bringt es einfach nix außer Frust.
Zum Sternegucken gehört Vorbereitung. Solange Du noch nicht selber mit einem Blick zum Objekt abschätzen kannst, wie hoch es über dem Horizont steht und ob sich daher ne Beobachtung "lohnt", mußt diese Frage eben mit Stellarium oder einem anderen Planetariumsprogramm klären. Unter 25 ° Höhe über dem Horizont bringt das garnix bei Planeten. Das ist Fakt. Verinnerlich das doch bitte endlich. Das haben wir Dir schon vor nem halben Jahr geschrieben...
Ich hab mit 20, 9, 4mm vergrößertn. Das komischsten war das es ab 20mm nicht mehr vergrößert hat und immer gleich groß geblieben ist.
Hast Du nach jedem Okularwechsel neu scharfgestellt? Was Du schreibst, paßt einfach nicht. Wenn Du für jedes Okular scharf gestellt hättest, hättest Du unterschiedlich große Jupiterscheibchen sehen müssen. Etwa 1mm, 2 mm und dann 4 oder 5 mm im Durchmesser. Wobei beim 4mm Okular der Jupiter zwar am größten, aber nicht mehr scharf zu bekommen gewesen wäre. Weil dieses Okular Schrott ist!
Die Farben bei einem scharfen Jupiter springen einen mit dem Auge nicht an. Das sind feinste Pastelltöne innerhalb der weißen Scheibe. Ein Hauch von orangebraun in den Bändern, ein Hauch von Grau in den Polregionen. Der Visuelle Eindruck hat nix, aber auch garnix mit den schönen bunten Bildern hier im Forum zu tun.
Ich glaube mittlerweile, daß Du völlig falsche Vorstellungen hast, was Dein Teleskop Dir prinzipiell zeigen könnte. Schau mal, so ist Jupiter im selben Teleskop, zuerst fotografiert, dann mit dem 7 mm Okular bei mir zu sehen:
Link zur Grafik:
http://www.bilder-upload.eu/upload/41264d-1386256856.jpg
Auf den ersten Blick ist das winzige Jupiterscheibchen völlig unspektakulär. Aber wenn Du Dich konzentrierst, alles um Dich herum ausblendest und nur auf das Jupiterscheibchen guckst, wirst immer mehr erkennen. Dein Hirn "zoomt" dann an das Bild im Okular ran und mit etwas Übung kannst Du nach 3, 4 oder 5 Minuten wirklich viele Details unterscheiden, sobald die Luft mal für nen kurzen Moment richtig ruhig ist.
Dieses "Teleskopische Sehen" mit nur 1 Auge muß man lernen. Wie Fahrradfahren, Schlittschulaufen oder Schwimmen. Übung macht den Meister... :Trost:
Wie lange hast Du denn versucht scharf zu stellen? 2 Sekunden am Rädchen gedreht? Wie weit? 1 Umdrehung? 2, 3, 4? Das ist falsch!
Du mußt sehr langsam drehen, mm für mm, wenn Du schon grob im Schärfebereich bist. Nur dann bemerkst Du, wann es richtig scharf wird. Aber bei dem tiefstehenden Jupiter wundert mich net, daß Du net scharfstellen konntest. Der steht zu der Uhrzeit einfach viel zu tief im Siff. Da blubbern aus den Kaminen der Häuser noch Warmluftblasen, die Luft ist einfach unruhig und Du vergrößerst alle diese Turbulenzen mit. :mauer:
Wie lange hattest Du denn dem Teleskop Zeit gegeben, sich an die kalte Außentemperatur anzugleichen? Ein paar Minuten oder 1-2 Stunden? ?)
Wenn nämlich das Teleskop noch nicht so kalt wie die Umgebungstemperatur ist, dann kannst Du nicht scharfstellen. :totlach:
Im Moment fehlen Dir noch gaaanz viele Pusselteilchen, es wäre wirklich besser, wenn Du Dich einer Beobachtergruppe anschließen würdest. Wir schreiben uns hier die Finger wund und Du kriegst es trotzdem nicht auf die Reihe. 1 Abend mit anderen Spechtlern bringt Dich viel weiter als 100 Antworten von uns. Weil Du dann einmal im Leben live gesehen hast, wie es aussehen sollte. Und man Dir direkt an Deinem Teleskop die Bedienung zeigen kann...
Wenn Du dauernd von uns diesen Rat bekommst, dann beherzige ihn doch endlich...