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Brennweiten Reducer ...sinnvoll?

guenter4268

Mitglied
Hallo Sternenfreunde,
ich möchte bei meinem neu erworbenen cpc 800 zur Gesichtsfeldvergrößerung einen Brennweiten Reducer kaufen.momemtane Brennweite 2000mm .Bei Astroshop wird z.b. ein Reducer von 0,6 angeboten.Im Prospekt klingt das ganz toll und einfach.
Meine Frage:erkaufe ich mir mit dem Vorteil der Gesichtsfeldvergrößerung auch Nachteile(von denen nichts im Prospekt steht)

Gruß Günter
 

Penta

Mitglied
Hi Günter,

klipp und klar gesagt, ja du erkaufst dir einige Nachteile.
Bei günstigen Reducern verschlechtert sich die Bildqualität gegenüber der normalen Brennweite. Ein guter teurer bringt hier deutlich mehr als die günstigen Varianten.

Als nächstes steigt die Vignettierung, was die Bildbearbeitung bei der Fotografie deutlich schwerer macht.

Rein zum visuellen muss ich aber sagen, da hab ich keine Ahnung. Ich hab noch durch kein Cassegrain mit Reducer geschaut.

Gruß, Pascal
 

Hamma_Berlin

Mitglied
Hallo Pascal,

was unterscheidet denn die "günstigen" von den "teureren" Varianten? Sofern die "Günstigen" mit multivergüteten achromatischen Linsensystemen ausgestattet sind, sollte die Abbildungsqualität nicht so viel schlechter sein, wie es der Preisunterschied zu denen mit den wohlklingenden Markennamen suggeriert. Ich werde demnächst (wegen derzeitigem Wetter vielleicht auch erst in ein paar Monaten) mal so einen "Günstigen ausprobieren. Mal sehen, wie sehr sich die Bildqualität dann verschlechtert.


Gruß André
 

Penta

Mitglied
Hi Andre,

ich bin nicht gerade der Optikexperte, aber bei Reducern fängt es schon mit der Ausleuchtung, Feldkorrektur und Abbildungsqualität an.

Genauso wie bei den Teleskopen gibt es gute und schlechte Varianten.
Aber da müsste sich ein Optikexperte zu Wort melden, das ist nicht mein Bereich *g*

Gruß, Pascal
 

guenter4268

Mitglied
Hallo an die bisherigen Antworter.
Das klingt alls nicht so besonders gut.Also werde ich die ganz großen Objekte mit meinem Teleskop eher schlechter anschauen können.evtl.versuche ich es mit einem extermen Weitwinkel Okular und großer Brennweite.die sind aber auch sehr teuer.Ich werde mich auf jeden Fall nochmal beraten lassen,da ich als Einsteiger noch nicht so viel Ahnung habe.
Trotzdem Danke für die Antworten.

Gruß Günter
 

P_E_T_E_R

Mitglied
Hallo Günter,

auf den Abschattungseffekt (Vignetting) wurde ja schon hingewiesen. Die Ursache liegt hierfür liegt aber gewöhnlich nicht am Reducer selbst, sondern an der feldbegrenzenden Wirkung des Blendrohrs im Hauptspiegel. Der Reducer reduziert die Systembrennweite und somit auch den vom Blendrohr begrenzten Felddurchmesser in Millimeter. Wenn dieser kleiner als die Feldblende vom Okular (oder der Chip in der Kamera) ist, dann wird diese Aperturbegrenzung sichtbar und man spricht von Vignetting.

Außerdem reduziert ein Reducer an einem SC oder Mak mit HS-Fokussierung nicht nur die Brennweite, sondern auch den verfügbaren Backfokus, und zwar in einem unerwartet starkem Ausmaß, so dass manches "raumgreifende" Zubehör, wie etwa ein optionaler Crayford OAZ plus 2" Zenitspiegel, oder auch ein Binokularansatz, dann nicht mehr problemlos funktionieren.

Siehe zu diesem Thema folgende Links:

Komme nicht in den Fokus mit Focal Reducer am SC!

Fokusprobleme mit dem Bino

Mit freundlichen Grüßen,
Peter
 

tommy_nawratil

Mitglied
hallo,

visuell ist das Weiltwinkel-okular mit langer Brennweite die bessere Wahl - denn der Reducer engt durch die Vignettierung das nominelle Gesichtsfeld des Okulars ein. Die Dinger die nicht fürs SC gerechnet sind, machen zudem Unschärfe am Rand. Ich habs ausprobiert...

Der für die SC gerechnete Reducer hat daher nur fotografisch Sinn, und auch das nur wenn der Chip nicht zu gross ist.

Ein reducer verkürzt die Brennweite, dass damit das Gesichtsfeld vergrössert wird, darf man leider nicht unbedingt daraus folgern (siehe Peters Posting). Gewissen euphemistischen Werbeaussagen muss man halt immer auf den zahn fühlen.

lg Tommy
 

Sven_Wienstein

Mitglied
Hi Zusammen,

ein Reducer sollte auf das optische System passend gerechnet sein, um optimal abzubilden. Da geht es um Bildfeldwölbung aber auch um die Korrektur eventuell im Design der Primäroptik vorhandene Bildfehler - oder eben auch darum, dass der Reducer einer anderen Optik solche Fehler korrigieren will, die aber da sich nicht vorhanden sind dann dazu führen, dass der Reducer eine Fehlkorrektur macht.

Allgemein ist visuell das Problem, dass ein Reducer nicht mehr Feld liefern kann, als er rein bekommt. Wenn also ein 2" Reducer 46mm Feld aufnehmen kann, und dann um 0,6x reduziert, kann am Ende auch nicht mehr als ca. 32mm heraus kommen.

Daher lohnen sich visuell 2" große Reducer nur sehr bedingt, denn:
1. Der Reducer erzeugt ein schnelleres Öffungsverhältnis, dessen stumpfere Strahlenkegel vom Okular schwieriger zu verdauen sind. Okularastigmatismus am Bildrand ist die übliche Folge.
2. Der Reducer kann nicht mehr Feld liefern, als ein 2" Okular aufnehmen könnte.

Lohnen kann sich ein Reducer nur, um an die maximale AP heranzukommen. Normalerweise enden 2" Okulare bei 56mm Brennweite, darüber hinaus gibt es nur Exoten. Maximale AP läge bei f/10 um 70mm (je nach Mensch und Auge). Reduziert man auf f/6 kommt die maximale AP mit 42mm Okularbrennweite in den Bereich normal verfügbarer Okulare - jedoch mit dem Nachteil, dass das Gesichtsfeld eben beschränkt ist. Das Okular wird dann ein sehr kleines gut beleuchtetes Feld liefern und vielleicht kommt bis 50° scheinbares Feld noch etwas Licht an.

Nimmt man dann noch hinzu, dass jede Linse ihre (kleinsten) Fehler in die Gesamtsumme der Fehler einbringt, mag man eher dazu tendieren, sich visuell den Reducer zu sparen - es sei denn man hätte schon eine gute Okularpalette für f/6.

Clear Skies
Sven
 
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