Hallo Michael,
ich habe dieses Teleskop hier stehen.
Die Streben SIND dünner als 1mm (etwa 0,9mm).
Ich habe selbst ja auch einen 200/1200er Dobson, allerdings ist es kein
original Taiwan oder gar China-Dobson, sondern ein ATM Dobson der lediglich
den guten Taiwanhauptspiegel und die Taiwanspiegelzelle weiternutzt.
Wer einen Dobson bevorzugt wird einen Dobson wählen.
Wer ein parallaktisch montiertes Teleskop bevorzugt wird ein parallaktisch
miontiertes Teleskop wählen.
Bedingt durch eine unvorhergesehene Operation konnte ich bislang nur einen
Teil der Beobachtungen durchführen und will noch kein abschließendes Urteil
zum Bresser Messsier M203 abgeben.
Aber deine Äußerungen zum Teleskop kann ich teilweise nicht nachvollziehen.
- beim Bresser die Montierung unterdimensioniert ist
Die Montierung ist der übliche GP Clone aus China. Visuell dür den 8"f/4,5
durchaus ausreichend, solange der Wind nicht stark bläst.
8"f/4 werden seit langer Zeit damit verbandelt, manche Händler packen auch
einen 8"f/5 drauf.
Während es früher teilweise lausige China-Alustative dazugab ist beim Bresser
ein recht steifes Stahlrohrstativ mit deutllich geringerer Wacklizität dabei.
- der Newton ein zu schnelles Öffnungsverhältnis (f/4.4) hat
Zu schnell? In welcher Beziehung? Da es ein Parabolspiegel ist ist gegen
einen 8"f4,5 nichts einzuwenden.
Es gibt sogar 8"f/4, die dann meist für Phots eingesetzt werden.
8"f/5 werden visuell und für Photo eingesetzt. Der Bresser liegt dazwischen.
- daher die Set-Okulare unbrauchbar sind, beim Dobs (f/6) schonmal brauchbare dabei sind
Das Set beinhaltet 3 "fully coated" Plössl Okulare, 10mm/15mm/25mm, jeweils
im Drehpack. Eine "fully coated" Barlow ist ebenfalls dabei.
Die Okulare sind einfach und am f/4,5 nur in der Mitte scharf. Hinter der
Barlow sind sie alle randscharf.
- ein f4.4 sehr schwer zu justieren ist für einen Ungeübten Teleskopbesitzer
Das ist ein Punkt. Gründliches Studium der beiligenden ausführlichen
deutschsprachigen Gebrauchsanweisung wird den begabten Einsteiger aber
dazu in die Lage versetzen.
- der Bresser einen noch schlechteren Wiederverkaufswert haben dürfte als ein Skywatcher oder GSO
Spekulation. Chinateleskope verlieren doch alle deutlich an Wert.
In Anbetracht der üppigen Ausstattung glaube ich nicht daß es beim
Bresser stärkeren Wertverfall als bei den anderen genannten gibt.
- das auf den Bildern keinesfalls 1mm Fangspiegelstreben sind
Mich interessiert weniger was auf Bildern ist (bei ICS gibt es noch ein
mehrere Jahre altes Bild welches den 8"f/6 Dobson mit den damaligen 3 dicken
Rundstreben zeigt!) sondern was am Teleskop verbaut ist:
Die Streben sind dünner als 1mm.
Ein (1!) Okular, das auch nur halbwegs für dieses Öffnungsverhältnis geeignet ist wird mehr kosten als das Teleskop samt Montierung.
Das Teleskop kostet wenn ich mich recht erinnere um die 500 Euro komplett.
Alle Nagler T6 (ca 330.-) fuktionieren bestens bei f/4,5, ebenfalls die
alten Serie 4000 Meade UWA. Die 1,25" Vixen LVW ebenfalls.
Mit Abstrichen auch die Hyperions, zumindest die kürzeren. Ebenfalls die
kürzeren Speers Waler von 14mm und darunter.
Auch ein 13mm Televue Plössl welches ich besitze geht noch.
Als ich die Serie das erste Mal gesehen habe, habe ich ehrlich gesagt an den Seben Big Boss gedacht:
Den Vergleich kannn ich absolut nicht nachvollziehen. Das Messier203 ist ein
zwar schneller aber ansonsten brauchbarer Newton mit einer üppigen Ausstattung.
Insbesondere das beleuchtete Sucherfernrohr, die stabilen Rohrschellen,
der massive Metall-Teleskopdeckel, die ausführliche Anleitung und beiliegende
Verlängerungshülse um das Teleskop sowohl photographisch als auch visuell
nutzen zu können möchte ich da mal erwähnen.
Einen f/4,5 würde ich aber auch nur dem Anfänger empfehlen, der bereit ist
sich mit der Justage zu beschäftigen. Prinzipiell gilt das aber auch für
einen f/6 Newton, der auch nicht auf Dauer ohne Justage auskommt.
Wer nichts mit Justage am Hut haben will sollte sich lieber nach einem
qualitativ hochwertigen Refraktor umsehen.
MfG, Karsten