Bresser Sirius 70/900 AZ1

Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.

DominikT

Mitglied
Hallo an alle,

ich habe zum Geburtstag ein Teleskop geschenkt bekommen, und zwar von Bresser das Sirius 70/900 AZ1. Den Mond habe ich damit schon beobachten können, allerdings habe ich sonst noch keine Objekte beobachten können, da ich noch etwas Übung brauche mich überhaupt zurechtzufinden :) .

Was kann ich denn mit einem Teleskop dieser Größenordnung überhaupt sehen? Sind Nebel damit schon sichtbar und Galaxien? Okulare hab ich ein 20mm, 12,5mm und 4mm, die waren schon dabei, weiß aber nicht ob die brauchbar sind.

Danke schonmal für eure Antworten.

Grüße
Dominik
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Moin Dominik!

Willkommen bei den Astronomikern! :super:

Dieses Teleskop habe ich selbst besessen und damit z.B. 2004 den Venus-Transit beobachtet. Ich fand das Gerät ganz praktisch, weil es schnell einsatzbereit ist. Natürlich darf man von 70 mm Teleskopöffnung keine Wunderdinge erwarten, aber für einige Details an Mond und Planeten reicht das allemal.
Hellere Deep-Sky-Objekte sind ebenfalls in Reichweite, davon gibt es Dutzende. Um die zu finden, solltest Du Ich nach entsprechendem Kartenmaterial umschauen: Karkoschkas "Atlas für Himmelsbeobachter" (Kosmos-Verlag) und zur Orientierung eine drehbare Sternenkarte. Außerdem solltest Du Dir ein Freeware-Astroprogramm auf den Rechner laden: "Stellarium" ist IMO gut für Anfänger geeignet.

Die beim "Sirius" mitgelieferten Zubehörteile sind von unterster Qualität. Sie reichen zwar zu Anfang, sollten aber schnell ersetzt werden, wenn man beschließt, sich näher mit astronomischen Beobachtungen zu beschäftigen. Der Sucher (5x24) ist viel zu klein und stark abgeblendet - austauschen mindestens gegen einen 6x30 - die Okulare sind alle vom Bautyp Huygens (H) bzw Ramsden (SR), also primitive Zweilinser mit einem winzigen Gesichtsfeld. Die sollten wenigstens gegen Plössl- (ab ca. 30 EUR/Stück) oder günstige WW-Okulare (ab ca. 45 EUR/Stück) ausgetauscht werden. Gleiches gilt für den einfachen Zenitspiegel.

Die "Sirius"-Optik ist ansonsten nicht schlecht. Durch das kleine Öffnungsverhältnis (f/12,8) können alle Okulartypen problemlos eingesetz werden. Schwachpunkt ist - wie bei allen Kaufhausteleskopen - diese unsägliche, wackelige Alt-Az-Gabelmontierung: Bei wenig Wind oder beim Fokussieren zittert sich der Tubus einen ab - mit entsprechenden Ergebnis im Bild. Dagegen kann man zwar ein wenig machen, aber nur, wenn man bastlerisch talentiert ist. Ich hatte seinerzeit die Stellachsen mit Einlagen versehen, damit weniger Spiel in den Achsen war. Das Alu-Stativ kann man beschweren oder wenigstens die untere Hälfte der Beine mit Sand füllen, sowie der Verbindung Stativ/Montierung eine stärkere Verschraubung verpassen.

Noch was zu den Okularen: Jedes Teleskop besitzt eine sinnvolle Maximalvergrößerung, die nur in seltensten Fällen gewinnbringend überschritten werden kann. So ein Teleskop mit einem 4-mm-Okular auszurüsten (225fache Vergrößerung), ist Unsinn. Maximal sind 100-140x einsetzbar (Faustregel: max. Vergrößerung = 2 mal Öffnung in mm) - und das nur bei besten Bedingungen! Ein 6- oder 7-mm-Okular ist also das Höchste der Gefühle bei dieser Optik. Meistens bleibt man sowieso darunter.

So, genug geschrieben - die anderen sollen auch mal... ;)
 
Hallo Dominik,

klar kannst damit schon ein bisserl was anfangen, spontan fallen mir da ein paar offene Sternhaufen im Fuhrmann, den großen offenen Haufen "Praesepe" im Krebs (auch gleich den Mars mitnehmen) und den Doppelhaufen h&chi ein. Wenn Du nicht zuviel erwartest kannst auch gerne mal die beiden Galaxien M81/M82 beim großen Wagen beobachten, jedoch wirst Du da kaum mehr als ein paar unscharfe 'Fluffs' erkennen.

Um die Sachen zu finden, solltest Du Dir langsam und stetig die Sternbilder des Himmels einprägen. Diese benutzen wir als Orientierung zum Aufsuchen von Objekten. Besser wäre natürlich, wenn Du Dich jemandem anschließen könntest, der Dir mal das HowToDo am Himmel erklärt und Dir Stärken und Schwächen Deines Teleskops vor Ort aufzeigen kann.
 
Hallo Dominik,

klar gehen auch Galaxien wie der große Andromeda Nebel M31 und im großen Wagen M81/M82 und M106.

Michael hat es ziemlich auf den Punkt gebracht. Wenn du gar die Möglichkeit hast ein bisschen raus zufahren unter dunklem Himmel wirst du sicherlich viel Spaß mit dem "Kleinen" haben.

Mache dich aber vorher firm am Firmament damit du dann vor lauter Sterne auch die Objekte findest. :/

Was die Okulare angeht wirst du wahrscheinlich das 20ziger und 12,5er benutzen können. Das 4mm Okular wird dir eine zu hohe Vergrößerung liefern.

Und bevor du gleich wieder los kaufst, gehe erst mal beobachten und/oder nimm Kontakt zu Gleichgesinnte auf.

Gruß
Lots
 
Hallo Dominik,

sicher kann man mit dem Gerät was sehen, aber Zenitspiegel und Okulare sind zu verbessern. Auch wenn es ein wenig was kostet, nehme ein 32mm SuperPlössl, damit hast du mehr FEld und kannst schon einiges Überblicken. Eine Zenitspiegel für 25€ würde ich fast dazu nehmen.

Damit gehst du mal auf die Pirsch und holst dir ein paar hellere DS-Objekte zum Eingewöhnen. Den Doppelstern Alkor/Mizar in der Deichsel des großen Bären, den M44 oder den M13, wenn du den Herkules gefunden hast.

Mit 70mm geht schon was - dran bleiben. Ein guter Sucher hilft natürlich, das kann ein Leuchtpunktsucher sein oder ein 6*30 / 8*50 - wobei letzterer recht schwer ist.

CS,
Stefan
 
Erstmal danke an alle für die schnellen Antworten.

Ja ich habe mir bereits den Atlas für Himmelsbeobachter gekauft und eine drehbare Sternkarte, mit denen geht es mittlerweile, aber ich bin ja noch in der Lernphase =).

Wackelig ist die Montierung auf jeden Fall, ich überlege auch grade was man da noch verbessern könnte, damit das nicht so wackelt, ich kann kaum scharfstellen, weil das Bild ständig ruckelt, sogar nur bei niedrigster Vergrößerung.

Ich denke ich suche mir für das nächste Mal ein paar helle DS-Objekte raus, und den Saturn müsste ich eigentlich auch gerade sehen oder?

Jo an Okulare habe ich auch schon gedacht, worauf muss ich denn da beim Kauf achten?

Gruß
Domi
 
Hallo Domi,

eine wackelnde Montierung kann nerven - wenn die stabil ist, hast du das Gefühl, ein ganz anderes Teleskop zu besitzen. Beim Okular würde ich eine Variante empfehlen mit viel Gesichtsfeld und einer größeren Austrittspupille. Heißt ein 32mm Super Plössl für das Aufsuchen, offene Sternenhaufen und Gasnebel.
Höhere Vergrößerungen sind eigentlich erst sinnvoll, wenn die Montierung ein Scharfstellen zulässt. Dein Öffnungsverhältnis ist aber unkritisch und stellt keine besonderen Anforderungen an die Okulare.

Viel Erfolg,
Stefan
 
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
Zurück
Oben