Moin Dominik!
Willkommen bei den Astronomikern! :super:
Dieses Teleskop habe ich selbst besessen und damit z.B. 2004 den Venus-Transit beobachtet. Ich fand das Gerät ganz praktisch, weil es schnell einsatzbereit ist. Natürlich darf man von 70 mm Teleskopöffnung keine Wunderdinge erwarten, aber für einige Details an Mond und Planeten reicht das allemal.
Hellere Deep-Sky-Objekte sind ebenfalls in Reichweite, davon gibt es Dutzende. Um die zu finden, solltest Du Ich nach entsprechendem Kartenmaterial umschauen: Karkoschkas "Atlas für Himmelsbeobachter" (Kosmos-Verlag) und zur Orientierung eine drehbare Sternenkarte. Außerdem solltest Du Dir ein Freeware-Astroprogramm auf den Rechner laden: "Stellarium" ist IMO gut für Anfänger geeignet.
Die beim "Sirius" mitgelieferten Zubehörteile sind von unterster Qualität. Sie reichen zwar zu Anfang, sollten aber schnell ersetzt werden, wenn man beschließt, sich näher mit astronomischen Beobachtungen zu beschäftigen. Der Sucher (5x24) ist viel zu klein und stark abgeblendet - austauschen mindestens gegen einen 6x30 - die Okulare sind alle vom Bautyp Huygens (H) bzw Ramsden (SR), also primitive Zweilinser mit einem winzigen Gesichtsfeld. Die sollten wenigstens gegen Plössl- (ab ca. 30 EUR/Stück) oder günstige WW-Okulare (ab ca. 45 EUR/Stück) ausgetauscht werden. Gleiches gilt für den einfachen Zenitspiegel.
Die "Sirius"-Optik ist ansonsten nicht schlecht. Durch das kleine Öffnungsverhältnis (f/12,8) können alle Okulartypen problemlos eingesetz werden. Schwachpunkt ist - wie bei allen Kaufhausteleskopen - diese unsägliche, wackelige Alt-Az-Gabelmontierung: Bei wenig Wind oder beim Fokussieren zittert sich der Tubus einen ab - mit entsprechenden Ergebnis im Bild. Dagegen kann man zwar ein wenig machen, aber nur, wenn man bastlerisch talentiert ist. Ich hatte seinerzeit die Stellachsen mit Einlagen versehen, damit weniger Spiel in den Achsen war. Das Alu-Stativ kann man beschweren oder wenigstens die untere Hälfte der Beine mit Sand füllen, sowie der Verbindung Stativ/Montierung eine stärkere Verschraubung verpassen.
Noch was zu den Okularen: Jedes Teleskop besitzt eine sinnvolle Maximalvergrößerung, die nur in seltensten Fällen gewinnbringend überschritten werden kann. So ein Teleskop mit einem 4-mm-Okular auszurüsten (225fache Vergrößerung), ist Unsinn. Maximal sind 100-140x einsetzbar (Faustregel: max. Vergrößerung = 2 mal Öffnung in mm) - und das nur bei besten Bedingungen! Ein 6- oder 7-mm-Okular ist also das Höchste der Gefühle bei dieser Optik. Meistens bleibt man sowieso darunter.
So, genug geschrieben - die anderen sollen auch mal...
