C8 für Einsteiger?

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HerrHansen

Neues Mitglied
Moin zusammen,

seit geraumer Zeit lese ich in diesem Forum mit und habe mich vor einigen Tagen auch endlich einmal angemeldet - vielen Dank auch für die Zulassung.

Vorab kurz ein paar Infos zum Background:
Da meine Kinder (7+9) seit geraumer Zeit Interesse an Astronomie zeigen hatten wir uns im Frühjahr einmal spontan ein Newton 150/650 mit Sonnenfilter und Okularen zugelegt. In Corona-Zeiten muss man ja auch mal neue Hobbies unterstützen. Die Kinder haben seitdem viel Spaß damit, es gab und gibt viel damit zu entdecken. Mittlerweile zählen sie mir die Mondkrater auf. Jupiter, mit den Monden, Saturn mit Ringen, mittlerweile der Mars sind die regelmäßigen Beobachtungsobjekte. Neowise war natürlich auch lange Beobachtungsobjekt. Dazu der Spielkram mit einer Okular-Kamera und dem Anschluss an das Notebook. Naja, und wenn das Ganze dann schon auf der dunklen Terrasse aufgebaut ist, kann Vati sich im Anschluss die Nächte damit um die Ohren schlagen ?.

Da ich das Thema aber auch seit Kindheitstagen spannend finde, uns damals aber ehrlich gesagt weder die Mittel noch ein Astronomieverein in der Umgebung zu Verfügung standen bin ich natürlich jetzt auch angefixt und würde die Ausrüstung gerne in meinem Sinne in Richtung Deep Sky ausbauen.

Hierzu habe ich dann auch man geschaut und auf diese beiden C8 gestoßen – die auch vom Budget ungefähr passen:

https://www.teleskop-spezialisten.d....html?MODsid=562dc8893b026a921ff25e101f202e0d

https://www.teleskop-express.de/sho...skop---Carbon---auf-HEQ5-GoTo-Montierung.html

Sind die für den erweiterten Einstieg geeignet, oder empfehlt Ihr etwas ganz Anderes?
Und was mich ebenfalls interessiert: kann ich damit dann auch die Sichtungen fotografisch (DSLR bzw. Okularkamera) festhalten?

Gruß aus Schleswig-Holstein
Michael
 
Hallo Michael,
willkommen im Forum!
Es freut mich zu lesen, dass Du Deine Kinder so für Mond und Sterne begeistern kannst.
Gemeinsames Sternegucken mit den Kleinen liefert Momente, die man nicht vergessen möchte.
Einfach unbezahlbar.

Mit Deiner Auswahl C8 auf AVX liegst Du für Beobachtung mit GoTo nicht schlecht.
Das C8 bietet sozusagen den Einstieg in DeepSky (man sagt nicht ohne Grund: DeepSky geht bei 8“ Öffnung los...) und mit der Brennweite macht das Teil auch an Mond und Planeten Spaß.

Die AVX-Montierung ist mit 14 Kg Tragfähigkeit (bei rund 6-7 Kg Teleskopgewicht) gesund dimensioniert, und hat sogar etwas „Luft“ für eventuelle Fotografieambitionen.

Als Alternative würde mir (bei besagtem Budget) nur der etwas größere Bruder C 9,25“ einfallen.
30% mehr Lichtsammelvermögen sind bei DeepSky eine ganze Menge.
Allerdings ist dann eine etwas schwerere Montierung empfehlenswert, z.B. die EQ6-Typen.
Gebraucht werden sowohl Teleskope, wie auch Montierungen der 20Kg-Klasse recht oft angeboten, sodass so etwas auch kurzfristig realisierbar wäre.

Die TS-Kombi RC8 auf HEQ-5 wäre für Beobachten mit den Kindern nicht zu empfehlen, da das Teleskop seine Stärken bei Astrofotografie hat, und im Vergleich mit dem Schmidt-Cassegrain, wegen der Verschattung durch den relativ großen Fangspiegel, deutlich weniger Kontrast bietet.
Man kann damit natürlich auch beobachten, aber wie gesagt liegt beim RC der Schwerpunkt ganz klar bei Astofotografie.

Fotografisch ist das 8“ Ritchey-Chretien-Teleskop dem C8 schon klar überlegen.


Ich wünsche Dir weiterhin viel Spaß beim Beobachten mit Deinen Kindern, und dass die Begeisterung bei den Kleinen noch lange anhält!

CS

Dietmar
 
Hallo Michal,

willkommen im Forum und Glückwunsch zum offensichtlich spaßreichen Hobby!

Das C8 ist ein sehr schönes Teleskop und war für mich das erste was mir wirkliche Aha-Erlebnisse in Sachen DSO-Beobachtungen beschert hat. Wenn die Wahl zwischen den beiden genannten Teleskopen, dann das C8 auf der AVX. Das ist was Solides wo Du / Ihr lange Freude dran haben werdet!

Wichtig zum C8 ist halt: es ist ein langbrennweitiges Teleskop mit einem dadurch relativ kleinen Gesichtsfeld. Größere Himmelsobjekte passen da nicht rein. Deshalb nimmt man bei so einem Teleskop dann noch einen Richfielder hinzu, aber den habt Ihr ja mit dem 150/750 im Prinzip schon.

Und was mich ebenfalls interessiert: kann ich damit dann auch die Sichtungen fotografisch (DSLR bzw. Okularkamera) festhalten?

Das geht leider so nicht mit - vor allem für DSO, weil die so schwach ist, dass man längere Belichtungen braucht, um überhaupt was auf ein Bild zu kriegen.

Es gibt eine Möglichkeit, mit einer Kamera und einem Notebook quasi live Bilder zu generieren. Dabei werden relativ kurz belichtete Aufnahmen von einer Astrokamera mit einer Software direkt zu einem Bild zusammengeführt. Man nennt das Live-Stacking. Die Ergebnisse sind für mich faszinierend - deshalb beschäftige ich mich inziwischen intensiv damit - aber die Qualität der Ergebnisse reicht natürlich nicht an die der echten Astrofotografie heran.

Allerdings gehen die so erhaltene Bilder schon weit über das hinaus was man visuell überhaupt erreichen kann. Zum Beispiel sind diese Bilder immer auch farbig, was visuell nur bei Planeten oder unter günstigsten Bedingungen bei sehr hellen DSO in geringem Umfang möglich ist. Also hat das nicht wirklich viel mit dem visuellen Eindruck hinaus - es ist vielmehr deutlich besser.

Das Ganze nennt sich neudeutsch EAA (electronically assisted astronomy) und wenn Dich das Thema interessiert, dann kannst Du hier etwas mehr lesen:

Im meiner privaten Galerie kannst Du ein paar Bilder aus meiner noch kurzen Erfahrung mit EAA sehen kann: EAA goodies - Photo Gallery - Cloudy Nights

Das sind einfach vom Bildschirm abfotografierte Bilder von dem was ich mit Kamera und Notebook visualisiert habe ohne langes Nachbearbeiten oder nächtelange Aufnahmesessions.

Wichtig ist aber auch hier, dass man je nach Größe der Himmelsobjekte, die man anvisiert, unterschiedliche Teleskope oder Kameras nehmen muss. Bei mir sieht das in etwa so aus:

20200719_002404kl.jpg


Das ist ein CPC800 (ein Celestron C8 auf einer Gabelmontierung) mit einem selbstgebauten Apo Refraktor aufgesattelt, an dem hier die Kamera dran ist. Die Kamera wird bei kleineren Objekten auch an dem C8 verwendet.

CS.Oli
 
Hallo Michael,

erstmal willkommen hier im Forum.

Ja, das Beobachten vom nächtlichen Himmel kann einen schon richtig begeistern.

Wenn ich mir Deine verlinkten Systeme anschaue, ist
- Dein Budget für einen Einsteiger schon ordentlich.

Dennoch,
- was soll beobachtet werden? DeepSky, Sonnensystem (Mond/Planeten)?
Die eierlegende Wollmilchsau, den Allrounder, gibt es leider nicht.

- wie soll beobachtet werden? Rein Visuell oder Fotografisch oder beides?
Beides passt nicht wirklich zusammen. Die Anforderungen sind unterschiedlich.
Deshalb haben viele "Kollegen" zwei Setups.

- wo soll beobachtet werden?
Dunkle Terrasse hört sich schon mal gut an.
Oder soll es auch transportabel sein?

Man bedenke auch, das Beobachten findet meist spät am Abend oder in der Nacht statt.
Da kommt der zeitliche Aufwand, die Familie, die Arbeit, das Wetter (kalt ;))... ....
Die "Folgekosten".

Das ein bisschen Erfahrung/Übung schon vorhanden ist, ist gut.

C8 zum Einstieg, ein entschiedenes jein ;).
Ich besitze selbst einen und bin, seit dem ich ihn habe, einfach begeistert. Da spielt aber wohl meine Beobachtungssituation (Balkon) und meine weiteren Teleskope mit rein. Ebenso die Montierung die ich nutze, Alt/AZ.
So ein Teleskop ist m.E.
- gut für Planeten und DeepSky im Detail. Großflächige Objekte nicht wirklich. Kompakte Objekte wie z.B. Kugelsternhaufen.
- Kompaktes System.
- An die Montierung stellt ein Schmidt-Cassegrain (SC) nicht ganz so hohe Ansprüche wie ein Newton oder Refraktor.
- Komfortabler rückwärtiger Einblick.
- Gutmütig in der Okularauswahl.
- Zu bedenken sind hohe Auskühlzeiten.
- Die Anschaffung einer Taukappe ist zwingend notwendig.
- Obstruktion um die 30%.
- Schmidt-Cassegrains (SC) sind recht teuer.

Fotografisch, da kenne ich nur die Grundlagen und bin in den Anfängen der Planetenvideos. Deshalb halte ich mich daraus, da sind andere berufener.
Das was ich sagen kann, mit einer Planeten-/Astrokamera (übrigens kein "Spielkram" ;)) geht es gut. Planeten sind im Moment allerdings etwas mau.
DSLR für DeepSky, da werden recht hohe Belichtungszeiten auf Dich zukommen.

Grundsätzlich würde ich die Astrofotografie auf die Zukunft verschieben.
Auch würde ich etwas kostengünstiger einsteigen. Bleibt man bei dem Hobby? Sagt einem das "Drumherum" auch wirklich zu?
Auch wenn ich sie persönlich nicht mag (subjektive Gründe) wäre die Alternative ein Dobson. Da der Klassiker 200/1200.
- Viel Licht für moderates Geld.
- Stabil montiert.
- Intuitiv zu bedienen.
- Kommt einem "Allrounder" schon näher.
- Planetenvideos mit EQ-Plattform machbar. DeepSky geht nich.
- Bis 10", 12" noch recht gut zu transportieren.
 
Die Montierungen in den Setangeboten sind stets zu schwach. Am besten mit einer ein bis zwei Nummern höheren Montierung weitermachen und auch an ein besseres Stativ (Berlebach Holz) denken.
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Olli,

Deine Aussage gilt leider all zu oft für die günstigen Einsteiger-Sets. Aber die AVX ist eine hochwertige Goto-Montierung, die laut Hersteller 14 kg visuell gut trägt und damit auch 10 kg fotografisch. Das C8 wiegt ohne Zubehör ca nur 6 kg, mit 2" Zenitspiegel und einem schweren Okular maximal 8 kg. Da kommt die AVX sehr gut damit klar, zumal das C8 ja durch den kurzen Tubus auch keinen großen Hebel hat.

CS.Oli
 
Moin,

ich komme noch aus den Zeiten des Ur-C8 - und schließe mich Dietmar vollumfänglich an. Das Teil ist justierstabil, man kann es wirklich plug and play benutzen, wenn man es auskühlen läßt. Kein Gepfriemel beim justieren, die Montierung passt auch, anders als bei mir die alte Gabel mit Synchronmotor und extra Trafo wegen Spannungswandlung auf US-Standard. Damals nervte das rel. kleine Bildfeld beim aufsuchen, das macht, einmal richtig aufgestellt, Goto. Es gibt ja sogar ein Autoalign-Paket, bei dem selbst das Einrichten von einer Hilfsoptik erledigt wird. C8 und AVX passt von der Größe her als eines der seltenen Sets die das können auch. Ich würde mich beraten lassen ob es passende Reducer in Deinem Budget gibt, dann wäre die rel. große Brennweite auch nicht das Problem, gerade auch beim fotografieren, da Du schon einen kurzbrennweitigen Raketenwerfer hast. MGEN dazu und die Fotomaschine wäre auch fertig.

Ach ja - auch wenn Du nicht in Richting EAA tendierst - Kurzbelichtungen und Live-Stacking sind trotzdem spannende Möglichkeiten auch wenn man noch nicht sooo der Guiding Profi ist - zu guten Bildern zu kommen. Schau mal in Astrobin, da findest Du eine Auswahl.

Ich wäre dabei :y:

CS
Jörg
 
Moin zusammen,

vielen Lieben Dank für Eure Hinweise – was die Sache für mich nicht einfacher macht ?, außer, dass ich die Variante der RC8 auf dem Rennen nehme.

Vorab noch ein paar Anmerkungen:
- ja, ich denke, dass mein Budget für einen Einsteiger ordentlich ist, aber ich bin ehrlich: Wenn ich mir die Nächte im Garten um die Ohren schlage, möchte ich Spaß haben und den Spaß daran behalten. Deshalb bin ich nicht der Freund irgendeiner „Zwischenlösung“ auf dem Weg irgendwohin. (Außerdem gab es pandemiebedingt an anderer Stelle in diesem Jahr erhebliches Einsparpotential ?)

- Was das Gewicht angeht, bin ich relativ flexibel. Ich muss nur durch die (Doppelflügel-) Tür und stehe auf einer dunklen, unbeleuchteten Terrasse bzw. im Garten. Zu Hause habe ich entsprechend auch 230V im Garten (einige weitere Aussensteckdosen sind sowieso in Planung). Sollte ich den Hang verspüren am Ostseestrand zu stehen zu wollen – wo definitiv kein Kunstlicht im Umkreis von 1500m ist, ist der Parkplatz am Strand jede Nacht leer. Strom muss ich mir dann mitnehmen.

Aber dafür ist nach einem Telefonat mit dem Teleskop-Spezi folgendes Objekt an die Stelle des RC 8 getreten:

https://www.teleskop-spezialisten.d...Okular-Barlow-variabler-Mondfilter::1508.html

Von Dietmar und Oli nehme ich schon einmal mit, dass die C8/AVX keine schlechte Wahl ist – viele lieben Dank für die Empfehlung. Interessant finde ich auch die von Oli gepostete CPC800 in der Gabel mit dem Refraktor drauf.
Wie windanfällig ist denn die AVX? – das ist ja hier in Norddeutschland schon gelegentlich ein Thema – auch nachts, wenn Herbst- und Winterstürme den Himmel aufklarieren. Oder ist da die Gabel von Oli nicht vorteilhafter?

Und ich sollte das Thema Visuell und Photographie durchaus trennen, weil es die sprichwörtliche eierlegende Wollmilchsau nicht gibt. Da nehme ich von Mathias mit: entweder – oder. Dann konzentriere ich mich erst einmal lieber auf das Sehen und ggf. einfach den einen oder anderen Schnappschuss (oder ein wenig EAA).

In diesem Sinne, werde ich mich heute Abend weiter intensiv mit dem Thema auseinandersetzen.

Danke und viele Grüße
Michael
 
Hallo Michael,

zwischen C8 und 8" Newton ist einerseits eine Glaubensfrage - der eine liebt halt die Schmidt-Cassegrain (dazu gehöre ich) die anderen sagen das einzig richtige Teleskop ist der Newton, wieder andere wollen nur Refraktoren und viele mischen auch, was ich am sinnvollsten finde.

Der Newton bringt mehr Feld weil er ein anderes Öffnungsverhältnis hat, das spricht eigentlich für ihn. Ausserdem ist er offen und braucht weniger Zeit zum Auskühlen - ein Nachteil von Schmidt-Cassegrain. Dafür kommst Du um gelegentliches Justieren nicht rum und der Einblick ist gewöhnungsbedürftig. Aber generell ist das verinkte Produkt eine gute Alternative, wenn Du einen Newton willst.

EAA ist eher unkritisch, weil es ja mehr um das Sichtbarmachen von Objekten geht, denn um Bildqualität. In sofern kannst Du dafür fast jedes Teleskop benutzen und man braucht auch keine parallaktische Montierung - eine Alt-Az-Montierung tut es auch. Siehe mein CPC800. Eine Nachführung ist natürlich wichtig aber ansonsten einfach Kamera ans Teleskop, Computer an und loslegen.

Unter den EAAlern sind die SC-Teleskope recht beliebt, weil sie einfach im Handling sind, das nur am Rande. Für große Objekte brauchst Du dann aber noch einen Refraktor mit kurzer Brennweite (mein Modell).

Ein gutes Händchen für die Entscheidung! Auf jeden Fall bist Du bei Karl Kloß in guten Händen.

CS.Oli
 
- ja, ich denke, dass mein Budget für einen Einsteiger ordentlich ist, aber ich bin ehrlich: Wenn ich mir die Nächte im Garten um die Ohren schlage, möchte ich Spaß haben und den Spaß daran behalten. Deshalb bin ich nicht der Freund irgendeiner „Zwischenlösung“ auf dem Weg irgendwohin.

Hallo Michael,

war Dein erstes Teleskop nicht auch eine Zwischenlösung?

Dieser Erstkauf hat doch erst richtig Dein Interesse geweckt, oder nicht? Beim Erstkauf macht es keinen Sinn, DAS endgültige Teleskop finden zu wollen. Man weiss mangels Erfahrung doch gar nicht, was man möchte und was man braucht. Zwischenlösungen ergeben sich von selbst und sind meist doch sinnvoll.

Freundliche Grüße
Christian
 
Hallo Michael,

zur Qualität und der Lautstärke im Betrieb gibt es zur AVX durchaus auch kritische Stimmen:

"celestron avx problem"
"celestron avx mount problems"
"celestron avx mount noise"

Bitte zum Vergleich auch nach Skywatcher EQ6R und/oder AZ EQR fragen.

Ein gutes C8 (vorzugsweise mit überprüfter Optik & Mechanik!) ist ein für Jahrzehnte taugliches Arbeitstier. Habe meines vor 30 Jahren bei Thomas Baader gekauft und von ihm ein tadelloses Gerät erhallten - trotz Halley Massenware ...

Weitere Händler mit hohem Qualitätsanspruch und -niveau, die ich empfehlen kann:

Karl Kloß von Teleskop-Spezialisten
Tommy Nawratil von Teleskop Austria

Gruß,
Peter
 
Hallo Michael,

zusätzlich zu Peters Tipps möächte ich noch meinen Stammhändler Teleskop-Express empfehlen. Die nehmen sich viel Zeit für seriöse Beratungen. Das ist zumindest meine Erfahrung.

Der 8'' Newton auf EQ-6 von Teleskop-Spezialisten macht zwar von der Stabilität her Sinn, jedoch ist der Tubus die PDS-Version. Diese ist auf den Schwerpunkt Fotografie ausgelegt (Fokuslage und vor allem ein größerer Fangspiegel). Fotografisch ist das sinnvoll und unerlässlich, die visuelle Leistung wird jedoch beeinträchtigt (leichte Weichzeichnung und Kontrastverlust).

Wenn es ein 8'' Newton sein soll, würde ich den Explorer ohne PDS empfehlen, er ist visuell ausgelegt:


Meine Meinung zum C8:

Es ist halt ein Gerät für kompakte DS-Objekte, Mond und Planeten, dafür macht es diesen Job exzellent. Gestört hat mich jedoch die extreme Auskühlzeit von bis zu drei Stunden. Daher halte ich persönlich SC's und Mak's nur für einen faulen Kompromiss, wenn die Kompaktheit zwingend erforderlich ist, also auf dem Balkon oder aus Transportgründen.

Nicht nachvollziehen kann ich die vielen Berichte über permanent und schnell zugetaute Schmidtplatten: Ich habe 12 Jahre sehr intensiv zwei dieser Teleskope genutzt, und die Optik ist nur einmal, und das erst nach über fünf Stunden, bei der Beobachtung zugetaut.

Ggf. sind die Edge-HD-Teleskope mit ihren Lüftungsschlitzen in Hauptspiegel-Nähe eine Option:


Gibt es zu diesen Geräten Erfahrungen?

Sofern entsprechend Platz vorhanden ist, würde ich bei gegebener Öffnung immer zum Newton raten.
 
Hallo,

den 8" Newton auf der EQ6 halte ich visuell für suboptimal, da der Okularauszug seitlich sitzt und sich dadurch bei der Nachführung mitdreht. Warum man gerade dieses - doch recht unhandliche - Teleskop für einen Einsteiger statt des C8 empfiehlt, kann ich nicht so richtig verstehen.

Da ein C8 auch nicht unbedingt für die Fotografie ausgelegt ist, würde sich sogar eine Gabelmontierung anbieten, wenn das visuelle Beobachten im Vordergrund steht:


Gruß

Carsten
 
Hallo Carsten,

aus meiner Sicht sind Newtons, auf die Beobachtungsmöglichkeiten bezogen, die vielseitigsten Teleskope: Ein Newton der hier vorgeschlagenen f/5-Klasse kann hohe Vergrößerungen UND große Gesichtsfelder realisieren, das SC schafft hingegen keine wirklich großen Gesichtsfelder.

Möchte man die Vorteile eines 8'' Newton nutzen, aber keinen Dobson kaufen, wird es schnell unhandlich.

Michael schreibt leider nichts zum Inhalt des Telefonats. Hat er hierbei Dobsons ausgeschlossen, aber einen größeren Newton gewünscht bzw. als Möglichkeit mit einbezogen, bietet die EQ6 nunmal einen zwar unhandlichen, aber grundsoliden Unterbau.

Und ich muss ehrlich sagen, wenn ich körperlich voll belastbar wäre, wäre die gezeigte Kombination aus 8'' Newton (jedoch ohne PDS) und EQ6 mein persönliches Traum-Setup. Das Drehen des Tubus, das öfters nötig wäre, würde ich zu Gunsten der Vorteile gern in Kauf nehmen. Das habe ich eine längere Zeit mit meinem 150/750 Newton auf EQ5 praktiziert und damit überhaupt kein Problem gehabt bzw. es nicht als störend empfunden.

Aber das empfindet jeder verschieden. Hier gilt wieder einmal, dass man die angedachte Ausrüstung vor dem Kauf nach Möglichkeit selbst ausprobieren sollte.
 
Moin,

wenn Fotografie im Vordergrund steht würde ich nicht zum klassischen C8 tendieren sondern zum Edge-HD wegen der Feldebnung, das müßte man beim klassischen C8 per Flattener regeln. Aber das war im Ausgangsposting ja nur ein Nebenthema. Es gibt auch Möglichkeiten, das Auskühlen zu beschleunigen, aber wie gesagt, für mich liegt in der Kompaktheit der größte Vorteil der SC's, man kann nicht alle Vorteile zusammenfassen und alle Nachteile ausschließen, jede Bauform hat ihre Pro's und Con's.

Meine eigenen Erfahrungen lassen mich das C8 aber immer noch als gute Kompromisslösung bei begrenztem Platz und einfacher Handhabung erscheinen, ich würde es immer wieder anschaffen, wenn das denn auf dem Programm stände. Meines stand unter einer Persenning aus einer Art LKW-Plane draußen auf dem Balkon, da ich in meiner Wohnung keinen Platz hatte, das war unproblematisch, da unten offen, auch schwitzwasserfrei. Das hatte der damalige Vorbesitzer schon so gemacht, ich war ja nicht Erstbesitzer. Mit Korrosion hatte ich auch keine Probleme.

Mit der passenden Taukappe war das zutauen bei mir auch kein Thema, Streulichtempfindlichkeit auch nicht, wie gesagt, Justieren war auch kein nennenswertes Thema, insofern bei mir immer noch Daumen hoch. Damals war die Gabel der Schwachpunkt, aber auf der richtigen Montierung sollte die Stabilität kein Thema sein.

CS
Jörg
 
Moin Jörg,

sorry, dass ich mich kurz in einen fremden Thread mit einer eigenen Frage einklinke ...
Gibt es Vorteile der Edge-HD Version für rein visuelle Nutzung, oder ist das überflüssig?
Koma, Bildfeldwölbung, ... macht sich ja teilweise auch visuell bemerkbar ...

Gruß Martin
 
Moin,

kann ich aus eigener Anschauung nicht vergleichen. Dem Vernehmen nach ja, aber das ist Hörensagen

CS
Jörg
 
Hallo Jörg,

...
Meine eigenen Erfahrungen lassen mich das C8 aber immer noch als gute Kompromisslösung bei begrenztem Platz und einfacher Handhabung erscheinen, ich würde es immer wieder anschaffen, wenn das denn auf dem Programm stände.
...

so sehe ich das auch. Auf einem engen Balkon, oder wenn die Transportbeingungen keinen Newton zulassen, sind SC's eine von der optischen Qualität her sehr gute Lösung. Auf meinem Balkon (6 Meter lang, aber nur einen Meter tief) würde ich mir ab 8'' Öffnung nur noch ein SC bzw. Edge-HD zulegen. Mein 150/750 Newton hat da noch problemlos Platz, ein 200/1000 wäre mir da schon zu sperrig.

Spielen der Platz bzw. der Transport jedoch keine Rolle, halte ich SC's, wie bereits erwähnt, nur für einen faulen Kompromiss, da ein Newton bei gegebener Öffnung einfach mehr Möglichkeiten bietet. Das merke ich immer wieder bei meinem 150/750er. :) Er bietet bei Deep Sky zwar nicht das enorme Lichtsammelvermögen, aber in Puncto Vielseitigkeit wird jeder Sechszöller als SC oder Mak (einen 6er Mak besitze ich ebenfalls) locker abgehängt.
 
Hallo Martin,

beim SC hatte ich immer ein wenig den Eindruck, von oben in eine Salatschüssel zu schauen. Wie stark dieser Effekt beim Edge-HD ist, kann ich nicht beurteilen, da ich es nur vom lesen her kenne.

Ein koma-freies System, egal, welches optische Design vorliegt, bringt jedoch einen großen Vorteil mit sich, wenn man visuell ohne automatische Nachführung beobachtet:

Das Zielobjekt muss sich nicht exakt bzw. ganz nahe der Bildfeldmitte befinden, damit man beugungsbegrenzt beobachten kann. Das ist besonders bei der hochaufgelösten Planetenbeobachtung ein großer Gewinn, da man seeingbedingt in der Regel nur sehr kurze Phasen mit idealer Luftruhe und damit bester Auflösung hat. Befindet sich der Planet in einem solchen Moment gerade etwas abseits der opt. Achse, kann man das Auflösungsvermögen des Teleskops nicht voll ausnutzen, bei guter Feldkorrektur hingegen schon.
 
Moin zusammen,

und noch einmal Danke für Eure wirklich wertvollen Anmerkungen und Hinweise, die mich im Moment auch sehr beschäftigen. Damit war es gestern trotz der vielen Wolken auch eine lange Nacht ?.

Also Platz wäre bei uns nicht das Problem. Egal welches Teleskop, es würde in meinem Arbeitszimmer stehen – von dort geht es direkt raus auf die Terrasse bzw. in den Garten.

Die Diskussion mit Karl Kloß startete unter den gleichen Ausgangsvoraussetzungen wie dieser Post hier. Und deshalb kam dort der Vorschlag des Explorer 200PDS + EQ6-R.

Nach allem, was ich gestern Abend/Nacht so gelesen habe hadere ich tatsächlich statt mit dem eigentlich ausgewählten C8 tatsächlich eher mit dem Newton. Heute und morgen ist meine Zeit nun leider sehr knapp, aber ich werde das Thema noch einmal mit Herrn Kloß besprochen. Lierferung wäre demnach ja auch ca. Mitte Oktober möglich - das hatte ich ja gesterna auch schon einmal thematisiert.

Euch allen bis hierhin vielen lieben Dank für Eure Hinweise und Anmerkungen!
 
Hallo Michael,

du wirst die Entscheidung für den Newton nicht bereuen, spätestens, wenn du unter dunklem Himmel mit einem großen Gesichtsfeld beobachtet hast. :)

Abschließend noch der Hinweis, dass ein f/5-Newton, wie der 200/1000 außerhalb der optischen Achse bereits etwas Koma zeigt. Sie ist jedoch visuell noch im erträglichen Rahmen. Für Fotografie benötigst du später jedoch unbedingt einen Koma-Korrektor.
 
Von wegen "Größeres Gesichtsfeld":

Es gibt auch für das C8 einen Focal Reducer. Entweder der .63 von Celestron oder der .5 von TS.

Dazu ist jedweder Anschluß von Brennweiten modifizierendem Zubehör beim C8 wesentlich problemloser!

Gruß,
Peter
 
..... nach Vielen Jahren Amateuastronomie komme ich zu dem Schluss auch, daß C8 ist Eine der Universellsten Optiken, Kombination aus Öffnung, Handling, und ja stimme zu problemloser Anschluss jeglichen Zubehörs, wenn Temperierung stimmt schon mal vorlagern, wirklich hervorragende Abbildungen, es wird meiner Meinung nach oft zu Unrecht schlecht geredet
Gruss Hans
 
ich liebe es auch :)

CS.Oli
 
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