Re: 'Günstige' 3-Linser Super ED
eine Software wertet diese am Computer aus.
eine Software tut nur das was ihr gesagt wird.
Damit kannst du alle gewünschten Ergebnisse generieren,
wenn du es drauf anlegst.
Beispielsweise hat ein "Optiktester" aus Nordbayern
einen meiner Spiegel getestet und der Auswertesoftware gesagt
sie solle den Astigmatismus nicht berücksichtigen. Der Lohn
dieser Aktion war ein von 0.90 auf 0.98 aufgehübschter Strehlwert.
Das nütze mir aber keider gar nichts, denn den Asti des Spiegels
konnte ich in guten Nächten am Stern sehen.
Mitels einer Freeware Auswertesoftware ausgewertet zeigt das I-Gramm
des damaligen "Tests" eindeutig den Asti an und auch daß der
etwa 8 Strehlpunkte kostet.
Bei den Messungen, die gut 2 Stunden dauerten, war ich zugegen.
Ich auch. Mangels Ahnung von der Meßtechnik und Auswertesoftware
bin ich trotzdem verladen worden.
Beim SC kommt dazu daß man nur einmal hin- und herfokussieren
muß und schon ist der zuvor gemessene Strehlwert schon Makulatur,
wegen des Spiegel-shiftings. Spiegelshifting = Dejustage.
Nein, ein C8 besitze ich nicht, ich käme niemals auf die Idee
eines zu kaufen. Ein C9,25 wäre das einzige der SCs die ich
mir eventuell antun würde.
Grund:
Der Hauptspiegel hat ein kleineres Öffnungsverhältnis,
die Schmidtplatte ist weniger stark deformiert, die Justage
ist etwas weniger kritisch.
Da es seit einiger Zeit aber komafreie Schidt-Cassegrain-Derivate gibt
würde ich wenn schon zu solche einem Teil greifen.
Bei der Summme aller Schwachpunkte ist ein SC aus meiner Sicht
ganz vorne dabei.
Am Himmel gab es nicht eines das mich zufrieden stellen konnte.
Ein ganz passables C9,25 konnte im direkten Vergleich an Mond
und Planeten nicht annähernd mit meinem 8" ATM Newton mithalten.
Alle C8 die ich bislang vergleichen konnte fielen noch stärker
gegenüber meinem 8" Newton ab. Ein 8" SC bietet weder ein
großes Gesichtsfeld, noch gute Hochvergrößerungseigenschaften
(die sehr große zentrale Obstruktion von um 37% kostet Kontrast,
die vom Spiegelshifting verursachte Dejsutage kostet kontrast,
die von der Bauweise verursachten schlechten thermischen Gegebenheiten
kosten Kontrast), noch ermöglicht es eine große AP für Deep Sky Beobachtungen zu erzielen.
Selbst mit einem 55mm TeleVue Plössl kommt man nur auf nominell 5,5mm AP,
in Wahrheit ist die Ap kleiner da die Verwendung eines 2" Zenitspiegels
zur Verlängerung der Brennweite des SC führt und die AP
damit entsprechend kleiner ausfällt.
Thema billige Dreilinser EDs:
Auch hier ist die Justage / Zentrierung ein wichtiger Punkt.
Da kann man schon mal dünne Plastikzwischenringe "bewundern".
Da kann man Linsen aus einem Glas mit einem sehr großem
Temperaturausdehungskoeffizienten
zusammen mit einer Linse aus einem wenig ausdehnungsfreudigen Normalglas in einer einteiligen Fassung
vorfinden, zusammen mit den oben genannten dünnen Plastihringen.
Billige Dreilinser haben meist 2 verschiedene Glasssorten.
Das ergibt den gleichen Farblängsfehler wie ein zweilinsiger Apo
mit gleicher Öffnung und gleichem Öffnungsverhältnis.
Letzterer hat dann enen stärkeren Gauss-Fehler
(die Variation der Sphärischen Aberration pber das Spektrum hinweg),
aber er ist vielleicht wenigstens sauber zentriert.
Man kann aber auch Glück haben und dann kann ein billiger Dreilinser
nah an einen teuren Drelinser gleicher Öffnung herankommen.
Ist das Teleskop aber dezentriert hilft nur zurückschicken.
Kaum ein Amateur schafft die Justage eines Dreilinsers
in angemessener Zeit ohne ein Interferometer.
Ranking:
Hat ein Japaner mal gemacht.