Celestron C-5 für Planetenbeobachtung

Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.

pscharff

Aktives Mitglied
Hallo zusammen,

ich besitze im Moment einen Vixen 80/910mm Refraktor. Ist mit einem Celestron C-5 (127/1250), insbesondere an Planeten, etwas mehr, viel mehr oder gar nichts gegenüber dem Refraktor herauszuholen?

Wie sieht's denn qualitätsmäßig mit dem Bild in einem SC gegenüber einem Refraktor aus? Ich hatte bisher noch nie die Möglichekit, durch ein SC zu schauen.
 
Hallo Patric,

ich konnte vor einigen Jahren ein paar Mal mit einem C5 beobachten (noch das Alte C5 mit dem orangen Tubus). Aus der Erinnerung heraus sage ich mal, es war nichts Besonderes was ich da bei Jupiter gesehen habe und es wahr kaum mehr zu sehen als später in meinem Refraktor 80/1200mm.

Das ist auch nicht weiter verwunderlich. Bei 127mm Öffnung und etwa 38% Obstruktion durch den Fangspiegel kommt man grob auf 80mm verbleibenden Kontrastdurchmesser. Hinzu kommt aber noch, daß die optische Qualität des C5 normalerweise nur durchschnittlich ist, die Optik nicht gerade glatt ist, das führt dann zu einem weiteren Kontrastverlust. Das C5 wird dir daher am Planeten etwa gleich viel zeigen wie dein jetziger Refraktor, eventuell ein klein wenig mehr, da das Bild etwas heller und das Auflösungsvermögen größer ist.

Das C5 zu kaufen wird sich also nur auszahlen, wenn du ein sehr kompaktes Gerät suchst und dir der Refraktor derzeit zu lang und unhandlich ist. Eine deutliche Steigerung darfst du dir dabei nicht erwarten. Ich würde her davon abraten, vor allem wenn du vorher nicht selbst mal durch ein C5 blicken kannst.

Etwas mehr Leistung kannst du dir hingegen von den 5" Maksutovs von Sky-Watcher (Travelmaks) erwarten, die haben eine geringere Obstruktion bei 33% und eine glattere und damit schärfere Optik. Ich konnte mal mit einem solchen 127mm Travelmak Saturn beobachten und sah damit um einiges mehr Detail als in einem 80/600mm ED-Refraktor von Orion. Hier gibts eine deutliche Steigerung die sich auszahlt.

Bino-Tom
 
Hallo Bino-Tom,

das sind wirklich äußerst informative Aussagen, besten Dank.

Ich hatte mir die Maks von Skywatcher auch schon angesehen, zwei Dinge sprechen aber dagegen:

1. Ich habe schon desöfteren hier gelesen, dass die Verarbeitung der Skywatcher-Maks nicht so besonders sein soll, und zum Basteln, wie z.B. das Auskleiden des Tubus mit Velour etc., habe ich ehrlich gesagt keine Lust.

2. Die Brennweite der Maks ist doch schon relativ lang, niedrige Vergrößerungen, wenn man vielleicht doch mal Kometen oder ähnliches beobachten möchte, sind schlechter möglich.

Aber ich lasse mich gern eines Besseren belehren.
 
Hallo Patrick,

ich stimme meinem Vorredner zu, einen Wechsel zum C5 wird Dir am Planeten keinen Gewinn bringen. Hier würde ich mindestens zum C6 wechseln, aber ganz ehrlich sind die handelsüblichen Schmidt Cassegrains nicht die erste Wahl, wenn es um Planetenbeobachtung geht. Nicht selten haben sie nur mittelmäßige und auch mal schlechte Optiken und große thermische Probleme.

In der Preislage, ist auch der Skywatcher ED 100/900 für Dich interessant. Er ist nicht viel größer als Dein jetziges Instrument, aber wesentlich farbreiner. Mit 2" Auszug bietet er Dir außerdem mehr Gesichtsfeld. So ein Vierzöller bringt Dir einen echten Fortschritt am Planeten. Diese Geräte sollen mittlerweile auch in Serie regelmäßig gut abschneiden. Du hast keine Kollimationsprobleme, keine Auskühlprobleme und mit f9 keine Okularprobleme.
Ich weiss ja nicht wie Dein jetziger 80/910 montiert ist, wenn es eine GP oder Klone derselben ist, kann der 100/900 ED noch gut darauf montiert werden.

Viele Grüße, Jürgen
 
hallo Patric,

ich hatte bis vor kurzem den 127er Skywatscher Mak, und er lieferte vorbildliche Ergebnisse. Veloursauskleiden müsste man ihn für Tagbeobachtungen, des Nachts fällts meines Erachtens nicht ins Gewicht. Vor allem war das Teil scharf und hielt die Justage. Für Kometen natürlich nichts, aber Kugelsternhaufen und planetarische Nebel sind durchaus Zielobjekte.

Ich habe ihn schweren Herzens verkauft, weil ich mir mit dem C6 40% mehr Öffnung und ein moderat schnelleres Öffnungsverhältnis versprach. Das C6 ist etwas fetter, aber kaum länger (selbe Brennweite), und auch kaum schwerer. Es hat UHC-Vergütung, kein Spiegelshifting und eine durchaus brauchbare Optik. Sehr glatt, keine Kanten, aber ganz leichten Asti. Es zeigte mir auf Anhieb die Cassiniteilung, was mit dem 127 Mak nicht so leicht war (schmale Ringstellung). Gamma Virginis (dzt. 0,8") war sauber zu trennen, im 127 Mak berührten sich die Airy Disks noch.

Fazit: der 127 Mak ist sehr gut fürs Geld, aber vor dem Kauf Sterntest machen. Denn Justieren ist mühsam.

Das C6 kostet etwas mehr, bringt aber mehr Licht und Auflösung bei ähnlicher Kompaktheit. Auch hier vor dem Kauf durchschauen, oder Rückgaberecht vereinbaren - die Qualität der Optik ist unterschiedlich.

lg Tommy
 
Hi Patric,

Deepsky-Objekte sind mit C5 und 127er Mak ähnlich problematisch. Richtig, beim Mak wirkt sich das noch stärker aus (umso mehr Vorteil für die Okulare bei der Planetenbeobachtung), aber letztendlich haben beide ein ähnliches Handicap.
Fragt sich natürlich, ob man noch etwas mehr herauskitzeln kann, wenn man über den Foto-Anschluss (T2) auf 2" geht, dafür gibt es Adapter. Beide werden aber das 2" Gesichtsfeld nicht voll beleuchten. Fragt sich also, ob es lohnt, da ja 2" Okular und Zenitspiegel auch ihren Preis haben.

Wenn es jedenfalls so kompakt wie C5 oder 127er Mak bleiben soll, dann hat man keine Alternative.
Ob 100mm ED Refraktor oder 130 bzw. 150mm Newton - die sind alle deutlich länger.
Ich denke, für die Hauptaufgabe Planeten schnürt der Mak das beste Päckchen und wenn Widefield für Kometen gefragt ist, dann kann doch ein 70/350 "Comet-Catcher" gute Dienste für wenig Geld leisten.

Clear Skies
Sven
 
Hallo Patric,

mechanisch nicht gut gemacht ist die Justierung bei den Sky-Watcher Travelmaks. Die ist wirklich fummelig und unlogisch, einfach nicht durchdacht, aber trotzdem schaffbar mit etwas mehr Geduld. Gut ist die Mechanik der Fokussierung, denn Spiegelshifting gibt es keines bis fast keines.

Wie auch immer, ich würde dir ebenfalls mindestens ein C6 empfehlen, oder auch den ED-Refraktor mit 100mm Öffnung. Dieser hat den Vorteil auch große Gesichtsfelder zuzulassen und kühlt wesentlich schneller aus als das C6. Er ist einfach vielseitiger einsetzbar, dafür aber nicht so kompakt.

Die Qual der Wahl bleibt bei dir. Zusammenfassend würde ich notieren:

- wenn ein SC, dann mindestens das C6
- wenn einen Refraktor, dann einen ED-Refraktor mit 100mm Öffnung oder mehr
- wenn ein Maksutov, dann das 127er Travelmak
 
Hallo,

wirklich Super-Infos, die ich hier von Euch bekommen habe.

Den Skywatcher ED 90/900 hatte ich auch schon ins Auge gefasst, dachte mir dann aber, dann warte ich lieber noch ein wenig und hole mir gleich den Vixen ED 100/900mm.

Der Vorschlag von Sven ist allerdings auch nicht schlecht, den Mak für Planetenbeobachtungen zu nutzen und für Kometenbeobachtungen ein zweites Gerät.

Auf jeden Fall werd' ich mir das C-5 schenken.
 
Hallo Patric,
das Geld für das C5 kannst du auch gleich in den 4"er stecken. Du wirst mit dem C5 nicht glücklich werden. Ein 4" ED bringt bessere Bilder als ein durchschnittliches C8.
Gruß Frank
 
Zitat von Sven_Wienstein:
...und wenn Widefield für Kometen gefragt ist, dann kann doch ein 70/350 "Comet-Catcher" gute Dienste für wenig Geld leisten.
Hallo Sven,

ich habe mich mal nach diesen Gerätetypen umgeschaut. Da gibt es ja diverse Teleskope von Skywatcher (80/350, 80/400, etc.). Klar ist, dass diese Teile wohl absolute Farbschleudern sind. Nur, dieses Problem tritt ja wohl erst ab bestimmten Vergrößerungen in Erscheinung. Ist bei niedrigen bis mittleren Vergrößerungen, eben z.B. für Kometenbeobachtungen, ein halbwegs ordentliches Beobachten möglich?
 
hallo beinander,

der 80/400 war letztens mit auf Reise, und war auch als Spektiv bis 100x Vergrösserung sehr brauchbar. Blausaum ist natürlich Geschmackssache.

Als ernsthaftes Beobachtungsgerät wär er mir einfach zu klein. Damit kann man nur die hellsten Kometen catchen. Das C6 mit 3,5kg steht genauso schnell im Garten. Auch ein 4" ED wär mir für Planeten einfach zu lichtschwach. Da wirds finster wenns interessant wird.

lg Tommy
 
Hallo Tommy,

Das C6 mit 3,5kg steht genauso schnell im Garten. Auch ein 4" ED wär mir für Planeten einfach zu lichtschwach. Da wirds finster wenns interessant wird.

Jeder macht ja so seine Erfahrungen und Du hast eventuell ein gutes C6 erwischt. Vieleicht ist es auch noch gut kollimiert und hat eine glatte Optik. Aber mit 35% Obstruktion hat es schon theoretisch nur genau so viel Kontrastdruchmesser wie ein 4" Apo. Und das wie gesagt auch nur wenn Du ein richtig gutes C6 erwischt hast und lange genug auf die Auskühlung gewartet hast.
Bei mir wäre die Wahl für Planeten zwischen einem C6 und einem 4" Apo daher klar zu gunsten des 4" ED Apos.
Das entspricht auch meinen Erfahrungen. Allerdings muß ich einschränken, dass ich selbst nur Erfahrungen mit einem Vixen FLuorit FL102 hatte und den 4" ED Skywatcher nicht selber kenne.

Viele Grüße, Jürgen
 
Hallo Peter,

ich habe mir die Antworten die bis jetzt kamen durchgelesen und
da waren meiner Ansicht nach schon viele gute Informationen dabei.

Allerdings fehlt dir wohl noch die Erfahrung diese Informationen
entsprechend einzuordnen. Mein Tip lautet also:

Besuche ein Teleskoptreffen, oder triff dich mit Leuten aus
deiner Umgebung. Dann kannst du viele der angefragten Teleskope
live erleben und dir ein eigenes Urteil bilden.
Dies ermöglicht es dir dann dein Geld sinnvoll zu einzusetzen.

Ich weis nicht wie die Qualität des Himmels bei dir ist.
Großstadt, Kleinstadt, aufgehellt, leicht aufgehellt,
guter Landhimmel, sehr guter Landhimmel?

Ich weis nicht ob du zu Hause beobachten kannst, oder ob
du das Teleskop transportieren must.

Auch nicht welche Montierung vorhanden ist. Welches Stativ?
Wie hoch ausziehbar, wie stabil?

Wieviel willst du maximal für das Teleskop ausgeben?

Sprich:
Ich habe mangels Informationen eigentlich keine Grundlage
für eine sinnvolle Beratung.

MfG,Karsten
 
Hallo Patric,

Farbfehler bemerkt man bei Deepsky nur an den Sternen, und bis 70x kann man erfahrungsgemäß gehen, dann wird's für Deepsky eh zu dunkel.
Tommys Einschätzung ist sicher auch richtig, blos stellt sich halt die Frage, was für Kometen man damit sehen will. "Feldstecher-Kometen" sind so schön zu beobachten. Für jemamden, der andauernd den aktuellen Kometen nachjagd, wird wohl deutlich mehr Öffnung nötig sein. Da landen wir aber bei 8" f/4 oder gar 8" f/5, denke ich. Gibt auch genügend Kometen, für die ein 12-Zöller Spaß macht. Ist also alles eine Frage von Geschmack und Einsatzbereich. Ich schätze Deine Gedanken dazu so ein, dass Du bei gelegentlich auffälligen Kometen gerne ein passendes Gerät haben willst. Wenn Dir dann das Geld für einen 70/350 oder 80/400 nicht zuviel ist, dann ist das ein guter Griff.

Clear Skies
Sven
 
hallo Jürgen,

jo, weiss ich eh, das C6 hat einen blinden Fleck in der Mitte. Soviel man putzt, er geht und geht nicht weg. Klar ist ein Apo im Vorteil, was den Kontrast betrifft. Aber ein helleres Bild liefert das C6 und hat auch etwas mehr Auflösung, das wollte ich sagen.

Die Optiken in heutiger Massenfertigung sind allesamt vor dem Kauf zu überprüfen, egal ob SCT oder Apo. Was Charly Kloss zB von seinen, ich weiss nicht, 6 Apos berichtete (im astrotreff), die kamen alle mehr oder weniger dejustiert daher. Offenbar merken die meisten Kunden gar nicht was ihnen da verscherbelt wird, egal ob Apo oder sonstwas.

Übrigens, ich spar auch auf einen Apo...

lg Tommy
 
Hallo Sven,
meine Einschätzung entspricht den Erfahrungen die ich selbst gemacht habe. Mag sein, dass die Qualität der Serie in der letzten Zeit besser wurde. Ich kenne insgesammt vier 8"er von Celestron. Alle waren sehr viel schlechter als mein damaliger 4" f10 Vixen FH.
Was das Foto mit der Atombombe soll, weiss ich jetzt aber nicht.
Gruß Frank
 
hallo Frank,

die nette kleine Explosion bezog sich höchstwahrscheinlich auf deine Behauptung:

Ein 4" ED bringt bessere Bilder als ein durchschnittliches C8.
Das führt hier im Board regelmässig zu Erscheinungen, die mit Svens kleiner humoriger Einlage ganz gut charakterisiert werden, und aus harmlosen Threads Fälle für den Rechtsanwalt machen. Jeder macht so seine Erfahrungen, andere aber machen andere, und schon gehts los.

Dies ist eine ganz neutrale Erklärung, ich ergreife damit für keine wie auch immer geartete Seite Partei, und habe eigentlich auch nichts gesagt.

lg Tommy
 
Hi Zusammen,

ich werde mich da auch nicht weiter zu äußern, das ist einerseits an anderer Stelle zur Genüge geschehen, und andererseits kann man sich ja vor dem Kauf informieren.
Obwohl... 4" FH, der Vixen hatte 100/1000. Öl ins atomare Feuer gegossen!

Clear Skies
Sven
 
Hallo Tommy,

jo, weiss ich eh, das C6 hat einen blinden Fleck in der Mitte. Soviel man putzt, er geht und geht nicht weg. Klar ist ein Apo im Vorteil, was den Kontrast betrifft. Aber ein helleres Bild liefert das C6 und hat auch etwas mehr Auflösung, das wollte ich sagen.

Es kommt bei der Planetenbeobachtung eben auch auf die Wahrnehmung schwacher Kontraste an. Zmek hat versucht dafür eine Formel dafür anzugeben, wie man einen z.B. 20% Kontrast noch wahrnehmen kann. Um diesen Kontrast z.B. bei Planetenbeobchtung noch wahrzunehmen, muß man von der tatsächlichen Öffnung, Obstruktion und andere Bildfehler abrechnen. Dann ergibt sich der effektive Kontrastdurchmesser. Nimmt man ein perfektes Spiegelsystem, so braucht man vom tatsächlichen Durchmesser nur die Obstruktion abzuzieehen, dann erhält man den effektiven Kontrastdurchmesser.

Für ein C6 bedeutet das: 150mm - 54,5mm = 94,5mm
Ein perfektes C6 hat also einen effektiven Kontrastdurchmesser eines perfekten 94,5mm Fernrohres.

Für ein C8 gilt: 203mm - 37%Obstruktion = 128mm eff.DK.

Kommen weitere Bildfehler oder schlechte Spiegel hinzu kann man diese ebenfalls einrechnen. So hat ein C8 mit einem Wavefronterror von 0,1 rms nur noch einen effektiven Kontrastdurchmesser von 92mm!

Also, zusammenfassend würde ich weiterhin den 4" ED 100 einem C6 klar vorziehen, wenn es um Planetenbeobachtung geht. Desweiteren scheint es nicht ungewöhnlich, dass ein nicht so tolles C8 einen effektiven Kontrastdurchmesser hat, der unter dem eines 4" Apos liegt.

Hat man ein richtig gutes C8 wird es am Planeten richtig viel mehr zeigen als ein vier Zoll Apo (aber auch nicht mehr als ein 5" Apo). Hat man aber ein schlechtes C8 (und das kommt wohl so selten nicht vor), dann kann ein guter 4" Apo am Planeten sogar mehr zeigen als ein 8" SC. Das stimmt übrigens auch mit meiner Erfahrung überein. Ist das C8 zusätzlich nicht perfekt kollimiert oder ausgekühlt, dann kann auch schon ein 3" Apo reichen um mehr zu zeigen als ein C8.
Baunatal kann also mit seiner Erfahrung durchaus richtig liegen.

Übrigens, ich spar auch auf einen Apo...

Ah, ich spare übrigens auf ein Spiegelfernrohr... ;)

Viele Grüße, Jürgen

 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Von den SC's sind einfach relativ viele im Umlauf, deren Optik ziehmlich mau ist, um's mal salopp zu formulieren. Wenn dann noch ein kleines bischen Dejustierung und Tubussseing dabei sind, dann kommt halt genau das raus was du gerade beschrieben hast. Tubusseeing hast du in einem SC übrigens immer, außer du bastelst dir selber Lüfter rein.

Also alles im Grünen Bereich und nichts worüber man sich wundern müsste.

Hab selber 12(!) Jahre lang ein optisch durchschnittliches 8" SC besessen (Meade 2080) und z.B. der 4" TMB-Apo meines Sternfreundes zeigt auf Jupiter deutlich mehr als mein SC jemals gezeigt hat. Das 8" SC muß schon eine überdurchschnittlich gute Optik haben, perfekt justiert und belüftet sein, sonst ist der Kontrast einfach am Boden. Man braucht sich nur die MTF von sowas anschauen, dann braucht man nichtmal mehr durchzublicken, ganz nach dem Motto, ein Bild sagt mehr als Tausend Worte:

Link zur Grafik: http://www.binoviewer.at/temp/mtf_sc8.gif
MTF-Funktion, 8" SC, 1/4pv-wave

Bino-Tom
 
Hallo Jürgen,

ich bin ganz deiner Meinung. Die Summation der Fehler mit entsprechender
Verringerung der Kontrastübertragungsfähingkeit des Teleskopes
kann wirklich verheerend ausfallen. Und dann kann ein schlecht kollimiertes,
nicht ausgekühltes großes Teleskop mit schlechter Optik von einem
viel kleineren annähernd perfektem Teleskop bei der Planetenbeobachtung
übertroffen werden.

Man sollte vielleicht noch nachtragen, daß man auch bei einem Apo
nicht davon ausgehen kann daß er mit 100% seiner Öffnung in die
Berechnung der MtF gehen kann. Denn auch beim Apo kann es eine
(meist nur leichte) Dekollimation geben, ein leichter Farbfehler
und die nicht bei allen Wellenläöngen perfekte Korrektur der
sphärischen Aberrtion führen auch zu einer Verringerung des
Kontrastübertragungsvermögens. Diese fällt bei einem guten Vollapo
aber wirklich sehr gering aus.

Gruß, Karsten
 
Hallo Karsten,

tja, das ist es ja eben.
Hier wird ein C8 verglichen, dem man per se einiges an Optikproblemen unterstellt, und man stellt den 100mm ED hin, als wäre das ein Triplett APO aus TMBs oder Astrophysics' besten Tagen. Das ist der aber nicht, das ist ein ED aus chinesischer Massenproduktion. Mit f/9 einen Tick langsamer als der typische (Vixen) Fluorit-Kristall, und ich denke (habe kein Oslo, etc.) nicht, dass der Tick mehr Brennweite reicht, um die Optik theoretisch auf das Gütemaß eines f/8 CaF2 zu bringen.

So ist dann auch der Vergleich C6, C5 und 100mm ED nicht so klar, wie es hier hingestellt wird.

Aber - das ist gar nicht zielführend, denn Mak und SC wurden in diesem Thread stets unter der Bedingung vorgeschlagen, dass eine kompakte Optik gewünscht ist. Wenn dies zwingende Bedingung ist, dann ist der Rest der Diskussion nicht nur müßig, sondern gezielte Verunsicherung des Fragestellers. Vielleicht, um Eitelkeiten zu pflegen?
Nicht jedes SC ist schlecht, und schon gar nicht jeder Mak.
SCs haben Kugelspiegel, die asphärische Schmidtplatte ist der schwierige Teil. Ein Gregory Mak hat nur sphärische Flächen, die alle gut Herstellbar sind, wenn das Optikdesign nicht überzogen ist, und wenn im Meniskus kein Zentrierungs- oder Keilfehler ist und die Dicke stimmt.
Was darüber hinaus geht, ist eine Frage des Händlings. Wenn man das Gerät einfach so benutzt und nie kontrolliert, ob die Justage stimmt, oder wenn man sich um die Auskühlung nicht schert, dann wird man auch die schlechten Erfahrungen nachvollziehen können, die mit SCs häufig gemacht werden.

Ansonsten: Ich halte die Verwendung des A-Bomben-Fotos als stilistisches Mittel durchaus für gerechtfertigt. Da das Bild bei einem Test dieser Waffe entstand, sehe ich auch sonst keine ethischen Probleme.

Clear Skies
Sven
 
Hallo Sven,

Nicht jedes SC ist schlecht, und schon gar nicht jeder Mak.

ja, natürlich nicht. Das wollte ich auch nicht behaupten.
Ein gutes, justiertes und ausgekühltes 8" SC bügelt einen 4" Apo weg.

Es ist nur so, daß ich schon einige schlecht performende SC
und auch einige praktisch nie auskühlende Mak (5" und größer)
gesehen habe.

Und da explizit nach Planetenbeobachtung gefragt wurde würde
ich persönlich eher nicht auf ein SC setzen.

Leider hat uns pscharff noch nicht gesagt welche Montierung
und Stativ vorhanden ist, wie sein Himmel ist, Transport oder nicht...

Dann könnte man bestimmt besser beraten.

Gruß, Karsten
 
Zitat von KaStern:
Leider hat uns pscharff noch nicht gesagt welche Montierung und Stativ vorhanden ist, wie sein Himmel ist, Transport oder nicht...
Hallo zusammen,

Ich habe mich nun für einen ED 90/900 entschieden. Dieser hat ein wenig mehr Öffnung, der Farbfehler sollte kaum auffallen und er ist transportabel, denn...

...ich besitze im Moment "nur" eine Vixen-Porta Montierung. Eventuell werde ich mir irgendwann eine weitere Montierung, in der Art HEQ-5 anschaffen. Im Moment allerdings steht doch mehr die Transportfähigkeit im Vordergrund. Die Zeit, lange ausgedehnte Beobachtungen durchzuführen, fehlt im Moment auch.

Der Himmel ist hier nicht einer der schlechtesten, ich wohne auf dem Dorf, aber vor Straßenbeleuchtung ist man wohl nirgendwo mehr sicher. Allerdings herrscht hier, wenn mal die Lampen aus sind, ein hervorragender Himmel.
 
Hallo Sven,

Mit f/9 einen Tick langsamer als der typische (Vixen) Fluorit-Kristall, und ich denke (habe kein Oslo, etc.) nicht, dass der Tick mehr Brennweite reicht, um die Optik theoretisch auf das Gütemaß eines f/8 CaF2 zu bringen.

Der Vixen FL 102 hat f9. Ein zweilinsiger ED 100 mit f9 steht dem aber kaum nach, wenn er denn gut gemacht ist.

Aber - das ist gar nicht zielführend, denn Mak und SC wurden in diesem Thread stets unter der Bedingung vorgeschlagen, dass eine kompakte Optik gewünscht ist. Wenn dies zwingende Bedingung ist, dann ist der Rest der Diskussion nicht nur müßig, sondern gezielte Verunsicherung des Fragestellers. Vielleicht, um Eitelkeiten zu pflegen?

Wo bitte nennt der Fragesteller die Bedingung, dass eine kompakte Optik gewünscht ist? Er nennt als Bedingungen Planetenbeobachtung und etwas später auch noch Kometenbeobachtung!

Also das mit den Eitelkeiten liegt eventuell eher auf Deiner Seite, da sie Deine Lesekompetenz schon stark beeinträchtigt.

Warum ein C5 oder C6 keinen 4" Apo am Planeten übertrumpfen kann, habe ich in meinem Posting zu Zmek erläutert.

Ich halte die Verwendung des A-Bomben-Fotos als stilistisches Mittel durchaus für gerechtfertigt.

Also ich finde Atombombenexplosionen zur Untermalung einfacher Argumente in der Diskussion um Fernrohre auch völlig normal... :Trost:

Jürgen

 
Hi Patric,

ich respektiere Deine Entscheidung, halte aber einen 90/900 auf der Porta für deutlich kritischer, als den 127er Travelmak. Schon aus eigener Erfahrung mit 90/1000 (FH) alter, also robuster Bauart. Da gehört einfach schon eine Montierung der GP-Klasse drunter.
90 Millimeter Öffnungs erlauben durchaus nette Planetenbeobachtungen, insbesondere einigermaßen Farbrein wie beim ED der Fall. Mir persönlich aber wäre das für ein ausgewiesenes Planetengerät zu wenig. Trotzdem liegen 100mm ED und 127er Mak (33% Obstruktion) nah beieinander, wenn es um die schwachkontrastigen Details auf Jupiter geht. Bei Mars, Saturn und Mond zählt aber die höhere Auflösung des Maks.
Wenn Du das alles in Deiner Entscheidung so abgewogen hast, dann ist es völlig in Ordnung.
Der ED 90/900 mit f/10 ist recht unkritisch, sollte kaum Farbe zeigen und mit 2" Okularen sind dann auch ausreichend Möglichkeiten für Übersichtsbeobachtungen da. Im Rahmen seiner Öffnung eben ein schönes und vielseitiges Teleskop und als China ED eben auch preislich attraktiv.

Clear Skies
Sven
 
Hallo Jürgen,

ich habe mit dem Bild keine Argumente untermalt, sondern dargestellt, wohin das führt. Schlagabtausch, von Antwort zu Antwort geht man einen Schritt weiter.
Du zum Beispiel mit dem Wort "Lesekompetenz".
Ich lese und verstehe, und wenn mir ein Sternfreund in seiner Anfrage ein kompaktes Gerät vorschlägt, gehe ich davon aus, dass ein solches gewünscht ist.

Ich würde sagen, Jürgen, dass Dein Posting nur ein weiterer Eskalationsschritt in diesem Thread ist.
Mit meiner Prognose lag ich also sehr richtig, danke für deren Bestätigung.

CS
Sven

PS: Ein 100 f/9 Fluorit kaum besser , als ein 100 f/9 ED (nicht FPL ED)???
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Patric,

ebenfalls Glückwunsch zum ED 90/900.
Wenn er in Ordnung ist hast Du damit ein schönes, sehr farbreines und okularfreundliches Fernrohr, dass Dir ohne Auskühlprobleme und ohne Basteleien ein sehr schönes Bild am Planeten liefern wird.
Eine etwas stärkere Montierung würde ich Dir aber ebenfalls empfehlen. Eine günstige Montierung für diese Gerätegröße dürfte z.B. die GSO SkyView sein.

Viele Grüße und viel Spaß mit dem neuen Fernrohr,
Jürgen
 
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
Zurück
Oben