Celestron C8 mit Gabelmontierung an EQ5 montieren?

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ForenSeil

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Hallo!
Ich habe eine Celestron C8 mit Gabelmontierung gekauft.
Ich würde das Teleskop gerne an meine motorisierte Astro5 (nahezu baugleich mit EQ5) adaptieren. Allerdings fehlt die passende Schiene - was für eine braucht man da?
Das möchte ich gerne weil ich nicht weiß wie man ohne Polsucher einnordet und weil sich die alte Gabelmontierung nicht komplett elektronisch steuern lässt, sondern nur 1 Achse.

Ich vermute mal für das visuelle Beobachten reicht die EQ5 aus, oder wie seht Ihr das?

Ich würde auch gerne mein Nikon ED 180/2.8 an meiner brandneuen Sony A7 (Moderne 24MP Vollformat) und an meiner älteren klarglas-modifizierte NEX-5N (16MP, 1.5x crop) piggback nehmen, meint Ihr das klappt, oder überlastet man damit die Astro5? Die Kameras und Objektiv sind relativ leicht.
Gibt es eine günstigere Alternative zum 40€ Piggback-Adapter der in den Shops angeboten wird?

Achja, außerdem ist das mitgelieferte Sucherfernrohr defekt. Ich habe noch ein billiges Celestron, ein sehr gutes 6x50 und ein gutes von Meade aber keines davon passt. Kann mir jemand eine günstige Alternative empfehlen?
 
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Hallöchen,

die Astro5 trägt laut Herstellerdaten 11kg je nach Hebel...http://avionis.de/eq5/eq5.htm , sprich für die visuelle Beobachtung mit dem C8 sollte das völlig okay sein.
Für fotografische Nutzung müßtest du noch mal locker 1/3 von der Maximaltragkraft abziehen, was dann ne Last von max. 7 - 7,5kg bedeutet. Die Kombi C8+Sony+Objektiv würde sich Gewichtstechisch schon im absoluten Grenzbereich bewegen.

Die Adaptierung auf GP könntest Du entweder mit ner Schwalbenschwanzschiene oder mit Rohrschellen zzg. ner GP Level Schiene realisieren.

Falls Du in die Fotografie einsteigen möchtest, würde ich mich zunächst mal mit dem Thema vertraut machen...Insbesondere Aufstellung/Ausrichtung/sonstige Justage des Gerätes. Über einen Antrieb für die unmotorisiert Achse solltest Du ebenfalls nachdenken.

Wenn Du keinen Polsucher hast schlage ich Dir einfach mal vor, sich mit folgender Methode vertraut zu machen.
http://www.baader-planetarium.de/montierungen/htm/scheiner.htm


Beste Grüße Nico



 
Hi Sören,

Visuell geht das gerade noch. Astro5 und C8 fotografisch? Nur für Planetenfilme. Für alles andere ist das zu schlabberig. Erst recht mit aufgesattelter Kamera und schwerem Festbrennweitenobjektiv.

Einstieg in Deepsky mit C8? Finger weg, da ist Frust ohne Ende vorprogrammiert. Denn die Brennweite vom C8 ist viel zu lang. Ohne Autoguiding kannst das komplett knicken!

Wenn Du in die Deepsky-Fotografie einsteigen möchtest, solltest Du mit nem kurzen Refraktor anfangen. Brennweite max. 400 - 500 mm. Und les Dich mal ein zum Thema Autoguiding. Das wird teuer. Sorry, hörst sicher nicht gerne, aber so isses.
 
@Nico! Vielen Dank für die konstruktive Antwort!
Ich hätte allerdings noch ein paar Fragen dazu, und zwar welche Schiene bzw. welche Rohrschellen würden gehen? Gibt es da Vor- oder Nachteile ob man Rohrschellen oder Schiene nimmt?
Und bekommt man überhaupt noch Motoren für eine so alte Gabelmontiertung? Wie heißt sowas, wo bekommt man es?

@Sternfee
Ich will ja keine Super-Preisverdächten Deep-Sky Fotos machen. 30s bei 180mm Brennweite würden mir für's erste locker reichen um z.B. mal Andromeda abzulichten. Würde die Kombo mit der EQ5 dafür reichen oder wäre das viel zu wabbelig?
Ich habe es schonmal mit einem 100mm F4 Macro und einer unmodifizerten Kamera Piggyback auf einem Celestron C130 auf der selben Astro5 Montierung (damals gehörte die noch einem Freund) Fotos von Andromeda gemacht, welche knackscharf wurden, nur leider leicht CA-verseucht und Andromeda etwas zu kein. Nun habe ich ein doppelt(!) so lichtsarkes ED Objektiv und ca. vierfach so lichtempfindliche und IR-sensitive Kameras und etwas mehr Brennweite. Wenn ich's nur schaffen könnte die 30s von damals damit zu wiederholen, würde mir es völlig reichen!
Und damals war die Astro5 noch nichtmal motorisiert, sondern es war zu 100% Handnachführung! AutoGuiding liegt glaube ich völlig ausserhalb meines Budgets.

PS: Kamera (nur ca. 230g) und Objektiv, Adapter, etc. würden zusammen auf ca. 1kg kommen. Das Celestron wiegt je nach Quellenangabe so zwischen 5,5kg und 6kg.

 
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Hi Sören,

Warum setzt Du denn die Kamera nicht schlicht auf ne Prismenschine, klinkst die auf die Astro5 und läßt sie laufen?

Das ist gut machbar und bietet bei 180 mm Brennweite viel Stabilität. Da zittert und wackelt nix. Da Deine Astro5 motorisiert ist, sollten 30 Sekunden locker drinne sein. Du mußt vorher nur gut einnorden. Und wenn es einmal Ausschuß gibt, dann wirf halt das eine Bild weg...

 
Hi Sören,

sorry hatte mich verlesen, hatte fälschlicher Weise angenommen das deine Astro5 nur teilweise motorisiert ist...und überlesen das du damit die Gabelmonti meintest.

Ich persönliche habe selbst noch nen 8" in ner Gabelmonti und werde die gute Optik von ihrer alten Gabel befreien und demnächst auf ner dt. Monti platzieren. Da ich nicht das Geld für zwei Schwalbenschwanzschienen von Meade ausgeben will, hab ich mich einfach für 2 Rohrschellen und zwei entsprechende Schienen entschieden. Entsprechende Schellen für nen 8"SCT und die GP Level Schienen findet man hier auch im Forum für wenig Geld. Mein anderes 10" SCT in der Sternwarte war in einer LX200 Gabel und ist nun mittels Schwalbenschwanzschiene auf ner EQ6 montiert.

Fee's Tipp mit der Sony auf der Monti finde ich sehr gut...nur würde ich die Cam auf ne Platte mit Schiene schrauben und einen deiner alten Sucher mit dazu packen...Stichwort Guiding...dann sollten auch mehr als 30' drin sein.

Ansonsten probieren geht über..........nimm das SCT als Guidingröhrchen Pack deine Cam oben drauf und schau was geht...

Gruß
 
Hallo Sören, ich will Dir den Umstieg von der Gabel auf die Astro5-Montierung nicht ausreden, aber das Argument mit dem fehlenden Polsucher an der Gabelmontierung ist doch albern. Benutz doch einfach das C8 in der Gabel oder noch einfacher dessen Sucher als "Polsucher"!

Dazu stellst Du die Deklination an der Gabel auf 90° und richtest die Optik auf den Pol. Der ist bekanntlich dicht am Polarstern und mit geeigneten Aufsichtskarten wie unten oder hier mit einiger Übung und Erfahrung schneller eingestellt, als mit irgendeinem komplizierten Polsucher.

Wenn die Polhöhenwiege keine Stellschrauben zum Einnorden hat, dann musst Du halt die Stativfüße um ein paar Millimeter verrücken und den Kippwinkel mit Abstandsstücken unter den Füßen solange korrigieren, bis es einigermaßen stimmt. Für kurze Belichtungszeiten mit Piggyback Optiken auf dem C8 braucht das auch nicht so genau zu sein. Voraussetzung ist natürlich, dass die Gabel auf einer Polhöhenwiege steht.

Gruß, Peter

 

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Danke für den Tipp, habe noch garnicht daran gedacht, dass e so leicht sein könnte. Leider hat mein C8 ja wie gesagt keinen Sucher, was das ganze ein bisschen stressig macht.

Noch etwas, was mich an der Gabelmontierung stört, ist dass die recht lange nachschwingt. Das Originalstativ is stabil, aber die Befestigung zwischen Kabel an Teleskop ist etwas unterdimensioniert. Ob's an der Astro5 allerdings wirklich besser ist weiß ich nicht.
 
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Zitat von ForenSeil:
Noch etwas, was mich an der Gabelmontierung stört, ist dass die recht lange nachschwingt.
Wohl dieser billige Spritzguss der späteren Modelle. Meade fing zuerst damit an und dann hat auch Celestron das so gemacht. Ein Jammer, wo man doch weiß, wie bombenfest die originalen Sandgussgabeln von Celestron waren. - Ob diese Astro5 überhaupt besser ist, erscheint mir aber auch zweifelhaft. Du musst halt ausprobieren, was mit Deiner Ausrüstung geht. Und einen geeigneten Sucher mit Fadenkreuz solltest Du Dir schon zulegen, das ist ja völlig unabhängig von der Montierung.


 
Ich nutze ebenfalls ein C8 auf einer Celestron ADM (quasi Astro5) visuell.

Um das zu adaptieren habe ich die Baader Schiene für das C8 bei TS bestellt. Die kommt direkt mit passenden Bohrungen und Schrauben.

Das klappt sehr gut. Bei hohen vergrößerung merkt man schon ein Schwingen. Aber das ist geringer als mit einem 150/1200 Newton, den ich vorher da drauf hatte.

Wie du habe ich ebenfalls vor meine EOS1100D als Piggiback da drauf zu schnallen.
Aber aufgrund meines DSL einstiegs hab ich noch Anfängerprobleme um die ich mich kümmern muss. :-D
 
Zitat von s_engel:
Ich nutze ebenfalls ein C8 auf einer Celestron ADM (quasi Astro5) visuell.

Um das zu adaptieren habe ich die Baader Schiene für das C8 bei TS bestellt. Die kommt direkt mit passenden Bohrungen und Schrauben.

Das klappt sehr gut. Bei hohen vergrößerung merkt man schon ein Schwingen. Aber das ist geringer als mit einem 150/1200 Newton, den ich vorher da drauf hatte.

Wie du habe ich ebenfalls vor meine EOS1100D als Piggiback da drauf zu schnallen.
Aber aufgrund meines DSL einstiegs hab ich noch Anfängerprobleme um die ich mich kümmern muss. :-D

Danke für den Erfahrungsbericht!

Wo liegt denn dein Problem bei der Fotografie?

Ein paar Grundregeln aus eigener Erfahrung:
-Nur im M-Modus fotografieren. Jede Automatik vergessen.
-ISO (Lichtempfindlichkeit des Sensors) wählen. Je höher die ISO, desto mehr Licht fängt das Bild ein, aber desto mehr Bildrauschen bekommt man auch. Welche ISO man wählen kann hängt von der Kamera und dem persönlichen Geschmack ab. Ich würde mal ISO800 als Startwert vorschlagen und dann kannst du dich später auf 1600 etc. hochtasten.
-Belichtungszeit Manuell währen. Ich würde mit 10s oder so Anfangen und gucken ob man gut eingenordet hat. Falls du keine Fernbedienung hast benutze den Selbstauslöser der Kamera, sonst vibriert/schwingt alles durch den Knopfdruck auf den Auslöser. Nachührung per Hand an einem Stern mit dem Teleskop kann sehr hilfreich sein. Bei den meisten Kameras braucht man eine Fernbedienung für Belichtungszeiten oberhalb von 30s.
-Für Belichtungszeit länger als 30s ist eine Kabelfernbedieunung (günstig bei Ebay aus China) etc. sehr hilfreich
-Das Ojektiv ist sehr wichtig. Leider ist sind die 18-55 Kits von Sony, Canon, Nikon usw. eher schlecht für Astrophotografie, da sie lichtschwach sind (wenig licht einfangen) und CAs nicht übermäßig gut korrigiert sind. Ich würde nach einer Festbrennweite (kein Zoom) mit mindestens 135mm Brennweite mit Lichtstärke F2.8 oder ähnlich ausschau halten. Es darf auch gerne ein altes analoges sein, solange es an deine Kamera adaptierbar ist (M42 Schraubgwinde, Contax/Yashia Bajonett und Leica R Bajonett gehen glaube ich alle sehr gut an Canon). Denn Autofocus brauchst du bei Astrofotos gewiss nicht!
-Objektive für Astrofotos immer per Hand scharfstellen und sich Zeit lassen. Nur ganz selten ist die "unendlich" Markierung (falls bei moderneren Objektiven überhaupt vorhanden) wirklich unendlich. Falls deine Kamera eine Funktion wie "Magnified Live View" oder ähnliches hat, nutze diese dafür.
-Optimiere die Blendeneinstellung ("F-Wert"). Gerade Zoomobjektive zeigen häufig bei Astrofotos noch viele Farbsäume, wenn man die Blende beim niedirgsten Wert lässt. Das ist ein Problem bei den Kit-Objektiven, bei 55mm haben die meist nur F5.6 als mindestwert und manche müssen dann auch noch abgeblendet werden, wodurch extrem viel Licht verloren get. Festbrennweiten (auch sehr viele ältere) sind meist schon von vornherein Lichtstärker und teilweise sogar offenblendentauglich. (F2.8 fängt vier mal so viel Licht ein wie F5.6). Das ist der Grund warum ich mich für Sony NEX entschieden habe - da kann man defakto alle alten (günstigen) Foto-Objektive von Canon FD, Minolta MD, Konica, usw. problemlos dran adaptieren, während man bei Canon EOS DSLRs leider nur auf Canon EF (Original-Objektive), Contax/Yashica, M42 und Leica R beschränkt ist.



 
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