Celestron C8 vs. Takahashi Mewlon 180c

gibeon

Aktives Mitglied
Hallo zusammen,

der Titel des Threads hat ja schon etwas Zündstoff. Ich habe in den letzten Wochen so ziemlich jeden Beitrag dazu (vor allem bei CN) gelesen. Die Meinungen und Erfahrungen sind vielfältig. Von "kein Vergleich...klar der Mewlon!" bis "auf jeden Fall das C8!" ist alles dabei...

Nun bin ich seit etwa einer Woche selbst stolzer Besitzer eines Mewlon 180c, welches sich zu meinem (umfangreich optimierten) C8 gesellt hat. Das Firstlight fand gleich am übernächsten Tag in den Morgenstunden an Jupiter und Mond statt und ich würde die Community gern an den Erfahrungen teilhaben lassen.

Neben den beiden Teleskopen kam folgende Ausrüstung zum Einsatz:
  • Player One Neptune C II (IMX 464 Chip) Farbkamera
  • Baader UV/IR Cut Filter
  • ADC von Astro Systems Holland
  • SharpCap 4.0
  • Autostakkert!
  • AstraImage für die Schärfung und Kontrastanpassung
Aufnahmedaten:
  • Celestron C8 bei 2000 mm (f10), Tak Mewlon bei 2160 mm (f12)
  • je 90 Sekunden, 7ms, Gain: 200, ca. 13.000 frames, ´20 % gestackt (Drizzle: 1,50)
  • ich habe bei sehr gutem Seeing mehrere Serien aufgenommen und die jeweils beste dann gestackt
Hier nun die Ergebnisse:

C8:

C8 AstraImage.jpg


Mewlon 180c:

Mewlon 180c AstraImage.jpg


Bei der Bildbearbeitung habe ich bei beiden Rohbildern dieselben Einstellungen verwendet.

Falls jemand Lust hat, hier könnt ihr die Summenbilder herunterladen:

Summenbilder C8 vs. Mewlon

Was mich beim Durchsehen der Summenbilder des Mewlon total geflasht hat war, dass auf einem auf Ganymed Details zu erahnen waren! Das hätte ich bei 180 mm Öffnung nicht erwartet:

Ganymed Details.jpg


Ich will hier bewusst kein Fazit ziehen, vielleicht wird aus dem Thema eine Serie.

Jetzt bin ich auf Eure Meinungen gespannt!

Viele Grüße.

Peter
 
Hallo!
Jetzt bin ich auf Eure Meinungen gespannt!
Wenn Du schon danach fragst :p Photographisch fällt dieser Vergleich eindeutig zu Gunsten des Mewlon aus. Mehr Details und wegen der längeren Brennweite auch ein größeres Bild, also mehr belichtete Pixel. Ob man am C8 durch noch genauere Kollimation noch etwas mehr herausholen könnte weiß ich nicht, jedenfalls habe ich im Netz schon feiner aufgelöste Jupiterfotos mit dem C8 gesehen. Da kann natürlich auch eine Barlowlinse oder Okularprojektion im Spiel gewesen sein.

Natürlich wäre es auch verwunderlich, wenn das deutlich teurere Instrument nicht auch die besseren Bilder liefern würde. Noch dazu von einem anerkannten Qualitätshersteller im Vergleich zum Feld-Wald-und-Wiesen C8.

Visuell müsste ich selber durchschauen um mich davon überzeugen zu lassen, mein C8 zu verkaufen und für mindestens 1500 Euro Zuzahlung ein Mewlon zu nehmen. Leider kenne ich hier niemanden, der eines hat.

Grüße
Maximilian
 
Hallo Peter, wenn ich mir die Region bei Delta und BA ansehe, finde ich die Mewlon Aufnahme besser, das muß aber nicht am Instrument liegen, könnte auch Fokussierung,Justierung oder Seeing sein.
CS Mike
 
Hallo Peter,

das ist ein sehr interessanter Vergleich, bitte mehr davon zeigen. Mit gefällt auch der Jupiter mit dem Mewlon-180 besser.

Ich versuche derzeit auch mein Mewlon-210 mit meinem C11 zu vergleichen. Hier geht es aber nicht darum, welches Gerät mehr zeigt, sondern wie der groß oder klein der Unterschied ausfällt. Aufgrund der Bauweise hat das Tak aber schon einige Vorteile (offen, Gewicht) und ich habe überhaupt keine Tau-Probleme mehr!

CS Frank
 
Hallo Frank (und natürlich alle anderen),

ich stehe gern mit praktischen Erfahrungen zur Verfügung. Vielleicht verfasse ich auch noch ein Review mit allem "für und wieder", wenn ich etwas mehr Gelegenheit zum Testen hatte.

Das bessere thermische Verhalten kann ich bestätigen. Einmal ausgekühlt, zeigt der Tak keinerlei Tubusseeing. Keinerlei! Das klingt nicht so bedeutend, wie es ist. Bei meinem C8 hatte ich trotz kühler Lagerung, Isolierung / aktiver Belüftung eigentlich immer mit Turbulenzen zu tun. Die Ursache scheint beim C8 generell in der geschlossenen Bauweise begründet zu sein. Selbes gilt auch für die Tauproblematik. Der Tak ist einfach immun dagegen. Trotzdem hat er eine (abnehmbare) Isolierung mit Taukappenfunktion spendiert bekommen, die gleichzeitig die Lackierung schützt.

IMG_20230910_193552.jpg


IMG_20230910_193459.jpg


IMG_20230910_193438.jpg


Ich bleibe am Ball.

Viele Grüße.

Peter
 
Hallo Michael,

die Leistung des Mewlon am Mond und an den Planeten würde ich (der Öffnungsklasse entsprechend) als sehr gut beurteilen. Soll heißen, was das Gerät theoretisch leisten kann, bekommt man auch zu sehen, bzw. auf den Sensor.

Was darüber hinaus sehr positiv auffällt, ist, die geringe Anfälligkeit gegenüber Tubusseeing, ob der offenen Bauweise. Auch die Auskühlung ist erheblich beschleunigt, wenn man es mit einem geschlossenen SC vergleicht. Auch taut keiner der Spiegel zu, sodass Heizmaßnahmen obsolet sind.

2025-02-04-2000_3-Jupiter_lapl6_ap459_AI_Registax.jpg

04.02.2025, Player One Neptune C II, F12

Mondausschnitt Mare Imbrium in Farbe.jpg

08.02.2025, Player One Neptune C II, F12


Viele Grüße

Peter
 
Hallo Fbrand ( Frank) !
kannst Du bitte etwas zu Deinen Erfahrungen zum Mewlon 210 schreiben? auch im Vergleich zum C11 ?
Vielen Dank!
Michael
 
Hallo @Astrofan61

Sorry für die verspätete Antwort, bin erst jetzt wieder auf dieses Thema aufmerksam geworden.

Ich besitze das M-210 jetzt seit zwei Jahren. Im Vergleich zum C11 schneidet das kleinere Mewlon gar nicht so schlecht ab und ich ziehe es dem C11 mittlerweile vor. Hauptgrund ist die einfachere Handhabung (geringeres Gewicht) und das bessere Auskühlverhalten aufgrund der offenen Bauweise. Dadurch, dass keine Schmidt-Platte verbaut ist, gibt es auch kein Tau-Probleme und ich benötige keine Heizung. Die Kollimation ist etwas unterschiedlich zum C11, obwohl das gleiche Prinzip. Die Kollimationsschrauben sind entweder "ganz locker" oder "bombenfest". Ich habe am Anfang dann diversucht die festen Schrauben noch fester zu derhen, was natürlich falsch ist. Man muss daher erst immer zwei Schräubchen etwas lösen und dann erst die gegenüberliegende Schraube etwas anziehen. Zum Schluss alle drei Schrauben etwas festziehen und die Kollimation ist sehr stabil. Der Hauptspiegel hat auch etwas Shifting und keine Arretierung. Ich habe mir einen Starlight Feathertouch gekauft. Ebenfalls habe ich Trotzdem noch eine Taukappe gekauft (nur zur Sicherheit) und den Tubus mit Isolierung umhüllt. Dadurch erfolgt die Auskühlung nochmal homogener.

Wenn das Gerät kollimiert und ausgekühlt ist, ist die optische Performance ausgezeichnet.

Jupiter mit Mewlon bei gutem Seeing: https://astrob.in/9vjm2y/0/
Saturn mit Mewlon: https://astrob.in/x9ggkz/0/
Saturn mit Mewlon bei geringerer Ringöffnung: https://astrob.in/zbacas/0/
Saturn mit C11 zum Vergleich: https://astrob.in/67a1fq/0/
Jupiter etwas aktueller mit Sturmsystem am Mewlon: https://astrob.in/tidhbi/0/
Mars mit Mewlon: https://astrob.in/zaoeva/0/

Nachteil: der Hauptspiegel muss wahrscheinlich öfter mal gereinigt werden wegen der offenen Bauweise, war bei mir aber bisher noch nicht nötig.

Fazit: Das C11 hat eine höhere Auflösung, aber kann sein Potenzial aufgrund einiger bauartbedingten Nachteile nicht immer voll ausspielen. Das Mewlon ist kleiner aber saugut :)

CS
Frank
 
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