Hi Thomas,
Ich habe eine Montierung EQ3. Den Motor muss ich nach kaufen.
1 Motor für die EQ3 (ist es überhaupt eine echte EQ-3, also die mit dem Loch für nen Polsucher?) reicht nicht, wenn Du mit welcher Kamera auch immer durch Dein Teleskop (114/900er Newton?) Galaxien oder Nebel fotografieren möchtest. Denn dann
muß geguidet werden. Weil dann Belichtungszeiten von 2, 3 oder mehr Minuten angesagt sind pro Einzelbild.
Entweder ganz klassisch und sehr anstrengend mit dem Auge am Fadenkreuzokular eines langbrennweitigen Sucherrohrs huckepack auf dem Aufnahmenewton und den Fingern auf den Richtungstasten der Motorsteuerung :smiley60:
oder
bequehm aber teurer per Guidingcam im Sucher. :smiley61:
Die Guidingcam kann eine günstige Planetenkamera wie die ALCCD5L-IIc sein oder ein etwas teureres Teil wie der MGEN. Hauptsache die Kamera hat einen
ST-4 Ausgang. In beiden Fällen muß jedoch die Montierung Motoren an beiden Achsen haben und die
Motorsteuerung einen ST-4 Eingang. Über diesen Eingang kommen die Guidingsignale für beide Achsen zur Montierung.
Ich habe eine echte EQ-3. Mit Motoren an beiden Achsen sowie Guidingeingang und Polsucherfernrohr im "Loch". Aber meine EQ-3 wäre fotografisch sowol mit einem zusätzlichen langen Leitrohr und dem 90 cm langen Newton als auch dem Newton alleine hoffnungslos überfordert.
Zudem hat Dein Newton nur einen 1 1/4" Okularauszug. Dafür gibt es keinen Komakorrektor. Dafür produziert der Minidurchlass massive Vignettierung auf einem APS-C Chip. Auch wenn Du es nicht gerne hörst, dieses Teleskop ist alles andere als Fototauglich für Galaxien oder Nebel. :mauer:
Nimms mir bitte nicht übel, aber Du bist noch so grün hinter den Ohren was Astronomie (die Orientierung mit dem Teleskop auf einer parallaktischen Montierung am Himmel, die Bedeutung der einzelnen Bestandteile Deines Teleskops, was ist Öffnung/Brennweite, welche Okulare, welche Filter, die Bedienung des Teleskops und der Montierung ...) daß Du Dir zum jetzigen Zeitpunkt noch keine Gedanken um Galaxien- oder Nebelfotografie machen solltest.
Bitte, geh es langsam an. Lern erstmal mit dem jetzt vorhandenen Krempel umzugehen. Mach Dir den rein visuellen Genuß des Himmels nicht durch überbordende eigene Erwartungen in Richtung Fotografie kaputt. :smiley65:
Lern parallel zum Spechteln am Himmel unseren Fachjargon. Ließ ein paar Bücher zum Thema. Geh zu Sternwarten, Astrostammtischen, Spechtelgruppen. Schau Dir bei den alten Haasen ein paar Kniffe ab und wenn Du die Bedeutung unserer Fachwörter kennst, selber alle Wunschobjekte am Himmel mit Deinem eigenen Teleskop findest, dann frag rum, ob Du bei erfahrenen Fotografen über die Schulter gucken kannst. :super:
Geniese jetzt den Merkurtransit visuell, sofern Du Zeit hast und der Himmel klar ist. 2019 gibt es den nächsten Merkurtransit, bis dahin könntest Du soweit sein, daß es dann auch mit dem Fotografieren klappt. :Trost: