Hi!
Ich habe vor einiger Zeit bewusst das kleinere 7-21x50 genommen, das es vor einiger Zeit noch gab. Ich hatte ein Spektiv zum Papageitaucher-Schauen in Schottland gesucht, das ich freihändig verwenden kann, das mit dem im Gepäck eh vorhandenen Fotostativ auch für mehr Vergrößerung taugt und für Flugreisen weniger wiegt als das 8x42-Fernglas, das ich normalerweise im Auto habe.
Den Anspruch hat es auch voll und ganz erfüllt; das mitgelieferte Zoom-Okular hat kein riesiges Bildfeld, funktioniert aber gut. Mit dem 4,5mm Morpheus kommt es auch in den Fokus, wobei ich mir den Okularwechsel meist spare. Zuhause habe ich für mehr Vergrößerung andere Geräte, die mehr Sinn machen, wenn Transportabilität nicht im Vordergrund steht.
Der 45°-Einblick macht das Aufsuchen natürlich etwas unintuitiver, dafür spart man Höhe beim Stativ. Freihändig ist es kniffliger, weil man es nicht so leicht an den Objektiven fassen und unter den Augen aufliegen lassen kann, um mehr Stabilität zu haben. Das Teil ist schon klein; da würde ich für Astro oder höhere Vergrößerung ein Stativ bevorzugen – deshalb habe ich auch die 7x Vergrößerung genommen. Ob ein Einbein-Stativ praktikabel ist, habe ich nie ausprobiert, und für Astro nutze ich es auch nicht, vom gelegentlichen Blick auf den Mond mal abgesehen. Meine meisten Urlaubsziele haben entweder eher eine geschlossene Wolkendecke oder Polarlicht, und für Astrourlaube kommt mehr Gerätschaft mit. Zuhause ist mein aktuelles Mini-Spielzeug gerade der 60mm Baader VarioFinder, an dem kann ich auch leichter höher vergrößern (in Spektiven sitzen die Okulare satter als in den Okularklemmen von Teleskopen, wegen der Gummiabdichtung gegen Feuchtigkeit, und er hat etwas mehr Brennweite) – dafür wiegt er einiges mehr als das Hummingbird. Wobei ich auch da gerne einen Leuchtpunktsucher nutze... Hier mal der Größenvergleich, am Variofinder ist noch ein Klappspiegel plus Planetenkamera für EAA montiert, wodurch er natürlich noch mächtiger wirkt:
Das Hummingbird ist echt winzig.
Von daher würde ich sagen: Terrestrisch ist es als Fernglas-Ersatz kein Problem, und man kann auch mal kurz höhere Vergrößerungen nutzen, ohne gleich zum Stativ greifen zu müssen. Als leichtes Reisestativ habe ich ein leichtes Cullmann Mundo 522CT, wobei das für Astro im Stehen etwas niedrig ist – sieht sehr nach deinem Rollei aus.
Für Astro würde ich es nur mit Stativ nutzen wollen, wobei da schon ein leichtes langt, und bevorzugt mit Leuchtpunktsucher – ich nutze den Baader SkySurfer III, da liegt auch ein Adapter bei, um den mit Spektiven nutzen zu können. Ohne sucht man halt ggf. länger – die Kombination Kugelkopf (der auch zur Seite kippen kann) und Schrägeinblick mag ich nicht; mit "Pistolengriff" komme ich da besser zurecht (da nutze ich für die Kamera zwei von Manfrotto, damit kann ich sie leicht im Gleichgewicht und horizontal halten). Ein weitwinkligeres Übersichtsokular könnte reizvoll sein, wobei ich da nichts in dem Brennweitenbereich in 1,25" habe. Keine Ahnung, wie viel das Prisma ausleuchtet. Ich habe spaßeshalber gerade mal ein altes 25mm Eudiaskopisches Okular (45°) reingesteckt und freihand Richtung unbeleuchtete Dorfkirche geschaut – das Bildfeld kommt mir größer und das Bild heller und kontrastreicher vor als im wohl 8-24mm Zoomokular. Dürfte sich also lohnen, deine vorhandenen Okulare am Nachthimmel auszuprobieren.
Beste Grüße,
Alex