Celestron NexStar SLT - Stabilität Stativ

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vichman

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Hallo zusammen,

seit knapp einem Monat bin ich stolzer Besitzer eines Celestron NexStar 127 SLT.
Mit der Optik und der Steuerung bin ich sehr zufrieden, ich glaube, die Qualität ist dem Preis von unter 500EUR angemessen.
Nicht ganz so sicher bin ich aber, was die Stabilität der Montierung und des Stativs angeht. Nach meinem Eindruck packt die Monti die OTA noch recht gut, ist aber an der Grenze. Mir ist auch klar, dass eine einarmige Gabel nicht mit einer HEQ-5 o.ä. vergleichbar ist...

Ich wollte hier aber mal meine Erfahrung mitteilen, was die Stabilität des mitgelieferten Stahlrohrstativs angeht. Das könnte nach meinem Eindruck doch deutlich stabiler sein.
Das Bild ist sehr unruhig, wenn man gegen das Teleskop stößt schwingt das Bild sehr lange nach (10 Sekunden?).

Nach längerer Recherche in v.a. englischsprachigen Foren habe ich folgende Verbesserungsmaßnahmen gemacht:
1.) Alle Schrauben kräftig anziehen. Ist eigentlich selbstverständlich, habe ich aber nicht immer 100%ig gemacht. Das bringt einiges!
2.) Alle Spalte zw. Metallrohren und Kunststoffhülsen mit Epoxy-Kleber auffüllen. Brachte nach meinem Eindruck gar nichts.
3.) Beine nur kurz ausziehen. Bringt hier nicht wirklich was, allerdings ist die Folge, dass man trotz Zenitspiegel auf dem Boden "herumkriecht" bzw. fast auf dem Boden sitzt.
4.) Teleskop beschweren. Dazu habe ich einen Stativbeutel aus dem Fotobedarf am Stativ befestigt und dort ein 5kg Gewicht reingelegt. Bringt ein bisschen was, v.a. wenn man gegen die Beine stößt ist es stabiler.
5.) Ich habe mir im Baumarkt Schock-Absorber aus Gummi besorgt, wie sie normalerweise zur Dämpfung unter den Füßen von Waschmaschinen verwendet werden. Das wirkte Wunder! Das Bild wackelte nur noch minimal nach und war sehr stabil. Dazu muss ich sagen, dass das Teleskop auf Steinfliesen oder auf Kies steht.
6.) Austausch der Stativbeine gegen ein EQ-3 Stativ aus Aluminium. Den Stativkopf des Celestron-Stativs habe ich an die Beine adaptiert.
Ergebnis war vergleichbar mit dem Celestron-Stativ mit Schock-Absorbern und Beschwerung. Aber das Handling war jetzt nicht mehr so gut (Auf- und Abbau vergleichsweise aufwändig). Deswegen bin ich beim Stahlrohrstativ geblieben.

Das wär's. Ich hoffe, dass das dem einen oder anderen hilft.
In Summe bin ich recht zufrieden, die Verbesserungen bringen einiges, sind aber leider noch nicht optimal.

Hat jemand ähnliche/andere Erfahrungen gemacht?
Kennt jemand Möglichkeiten, ein stabiles Stativ hier zu verwenden? Durch den sehr spezifischen Celestron-Stativkopf ist man leider hier sehr eingeschränkt, denn der ist leider alles andere als ein Standard.

Viele Grüße
Stefan
 
Hi Stefan,
es gibt den Trick, die Stativbeine mit Quarzsand zu befüllen.
Ob das wg. Gewicht bei Dir praktikabel ist, weiß ich nicht - es bringt aber wirklich was.

Eine andere Alternative wären Holzbeine für Deine Monti, z.B. Buche oder Esche.
 
Hi Ralf,

das mit dem Sand in den Beinen hatte ich auch schon gelesen.
Gestaltet sich aber wahrscheinlich leider nicht so einfach, da die Beine vernietet sind und sich nicht so einfach öffnen lassen. Auch fürchte ich, dass das im Laufe der Zeit eine ziemliche Sauerei werden könnte, wenn die Beine nicht dicht sind… :-)

Ein Holzstativ hatte ich auch schon überlegt.
Leider bin ich handwerklich völlig unbegabt, um so etwas selbst zu bauen.
Kennst du da zufälligerweise etwas Passendes für die SLT-Montierung? Ich bin hier leider noch nirgends fündig geworden.

Grüße, CS
Stefan
 
Hmmm, ich glaub für die SLT bleibt wirklich nur der Selbstbau, da kenne ich nix fertiges aus Holz.
Ev. mal einen Tischler fragen, wenn Du es selber nicht machen magst. Kann eigentlich nicht so teuer werden.
 
Hallo Stefan,

ich habe das gleiche Teleskop seit zwei Jahren und mich mit dem Schwingen und Wackeln arrangiert.

Danke für den Bericht über die Schockabsorber. Das scheint sich ja zu lohnen; probier ich auch mal aus.

Beste Grüße,

Achim
 
Lieber Stefan,

die einfachste Möglichkeit wäre wohl wirklich, die metallenen Stativbeine gegen solche aus Holz auszutauschen. Ich kenne die Montierung nur von Fotos, es sieht aber so aus, als könnten die Beine eines normalen Holzstatives angepaßt werden.

Ich habe so etwas bei Wolf Meßtechnik für einen Vixen-GP-Stativkopf machen lassen. In meinem Fall habe ich nach Rücksprache den Stativkopf hingeschickt und hatte ihn samt Holzbeinen nach einer Woche zurück. Das Ganze hat ca. 100 Euro gekostet.

Schönen Gruß

Hans
 
Hallo zusammen,

Hans, danke für den Tipp mit der Fa. Wolf. Das ist diese hier, oder? www. holzstative.de

Alternativ überlege ich mir, (gleich deutlich mehr) Geld in die Hand zu nehmen, und auf eine andere, stabilere Montierung zu gehen.
Im Auge habe ich da die NexStar SE (große Version), oder dann eine Celestron Advanced. Da sind doch sicher noch deutlich mehr Reserven drin, was das Gewicht und die Stabilität angeht, oder?
Der MAK 127 müsste passen, oder?
Wichtiges Kriterium ist bei mir die Portabilität, weil das ganze ins Auto muss und dann 30km aus Stuttgart rauskutschiert wird…


Grüße, CS
Stefan
 
Hallo Stefan,

für den 127 MAK ist eine AVX überdimensioniert. Wenn Du aber aufrüsten willst kann das ein nächster Schritt sein. Dann solltest Du aber auch wissen welche Optik Dein nächstes Ziel ist damit das ein stimmiges System ergibt.

Wenn Du Dir eine AVX überlegst solltest Du Dir den Thread zur AVX etwas weiter unten in diesem Forum durchlesen: Thread: erste Erfahrungen mit der AVX

Ich selbst habe sowohl eine SLT als auch eine AVX. Beide haben durchaus ihren eigenen Einsatzbereich, ihre Stärken und Schwächen. Je nachdem was gerade wichtiger ist kommt mal die Eine oder die Andere zum Einsatz. Mit den jeweiligen Schwächen muss man dann halt leben. Bei Wind z.B. schwingt die SLT wie ja schon diskutiert und so kommt dann die AVX zum Einsatz. Die ist nicht so transportabel und kostet auch mehr Zeit beim Aufbau. Soll es mal schnell gehen ist die SLT die erste Wahl aber dann wackelt es halt. Einen Frosch muss man halt schlucken.

Ach ja noch ein Wort der Warnung zur SLT. Die Schrauben der Stativbeine zwar fest aber mit Gefühl anziehen. Die Gewindehülsen sind in Kunststoff gelagert und das ist nicht unendlich stabil. Ich habe schon von Fällen gelesen in denen diese ausgerissen sind.

Gruss und cs,
Bernd
 
Zitat von vichman:
Alternativ überlege ich mir, (gleich deutlich mehr) Geld in die Hand zu nehmen, und auf eine andere, stabilere Montierung zu gehen.

Stefan,

das ist sicherlich nicht der schlechteste Plan. Dann achte aber auch darauf, daß der Unterbau der Montierung stimmt. Entgegen der verbreiteten Vorgehensweise, sich zuerst um ein Teleskop zu kümmern und dann mit dem Restgeld nach einer Montierung zu suchen, sieht meine Reihenfolge so aus:
1. Das Stativ. Wenn der Unterbau nicht stimmt, kannst Du den Rest vergessen. Nach den üblichen Umwegen setze ich auf Holz. Es muß im transportablen Bereich kein Berlebach Planet sein, ein UNI 18 oder 28 tut es auch. Mit Doppelklemmung, Spreizsicherung und Ablageplatte ist das preislich nicht mehr so weit weg vom Planet, aber beim Transport angenehmer.
2. Dann die Moniterung. Eine gebrauchte Montierung von Vixen, also eine GP oder GP-DX oder eine Sphinx würde ich auf jeden Fall in die Betrachtung einbeziehen.
3. Dann kann der Tubus kommen...

Da Du schreibst, Du müßtest ca. 30 km zu einem guten Beobachtungsort fahren, solltest Du die Transportabilität nie aus dem Auge verlieren. Uni 28 und GP/GP-DX o. ä. geht gut, das trägt man auch dann noch gerne zum Auto, wenn die Anfangsbegeisterung abgeklungen ist. Wenn immer möglich, schau Die Deine Auswahl im Laden an. In Fellbach wäre ein guter Händler. Falls dort nichts zu sehen ist, kann ich Dir anbieten, meine Ausrüstung anzusehen und hochzuheben, ich wohne zwei Dörfer hinter Fellbach.

Gruß

Hans


 
Hallo zusammen,

danke für eure Tipps und Hinweise.

Zitat von Bernd_E_Hoffmann:
für den 127 MAK ist eine AVX überdimensioniert. Wenn Du aber aufrüsten willst kann das ein nächster Schritt sein. Dann solltest Du aber auch wissen welche Optik Dein nächstes Ziel ist damit das ein stimmiges System ergibt.

Ich überlege eher, nach einer gebrauchten AS-GT Ausschau zu halten. Da es jetzt ja deren Nachfolger gibt, hoffe ich hier auf ein gebrauchtes Schnäppchen. :blush:
Mein Kindheitstraum ist ein C8, Budget permitting, und da sollte eine AS-GT eigentlich reichen (nur visuell, keine Fotografie).

Zitat von hans_schneider:
Uni 28 und GP/GP-DX o. ä. geht gut, das trägt man auch dann noch gerne zum Auto, wenn die Anfangsbegeisterung abgeklungen ist.

Danke für den Tipp.
Ich habe mir die Uni 28 und die Vixen GP mal genauer angeschaut. Du hast recht, das würde sicherlich die Anforderungen sowohl an Stabilität und Portabilität erfüllen. Leider aber bei weitem nicht an das Budget… :(

Danke euch nochmals,

Grüße
Stefan
 
Hallo Stefan,

ja, ein C8 für visuell auf der AS-GT ist eine durchaus vernünftige Kombination. Auch die vorher erwähnte AVX würde hier passen. Zweite Kombination benutze ich und komme damit gut klar. Bei beiden könnte man auch noch mit photographieren wenn das mal interesant wird.

Wenn Du eine Goto-Montierung suchst sind die beiden sicher gute Kandidaten. Ich persönlich will auf den Komfort von Goto nicht mehr verzichten. Mit einem C8 ist schon eine Menge der deep sky Objekte sichtbar und da sucht man eben ohne Computer manchmal etwas bis man ein bestimmtes Objekt gefunden hat.
Wenn es auch ohne Goto geht gibt es leichtere, stabilere, billigere und insgesamt mehr Auswahl.
Was aber auch immer Du wählst für Stativ und Montierung nimm etwas stabiles! Dann macht auch das geplante C8 darauf eine gute Figur.

Gruss und cs,
Bernd
 
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