Hallo Martin,
leider kann ich erst heute schreiben.
Ich finde die von Dir angestoßene Diskussion sehr wichtig und hilfreich, da offenbar auch andere ähnliche Schwierigkeiten kennen. Ich z.B. suche für meinen Refraktor 130/1200 eine tragfähige Montierung. Obwohl mein Problem "einige Kilo leichter" ist, übersehe ich nicht die durch die Tubuslänge verursachte "Hebelwirkung" auf die Montierung.
Ernüchternd finde ich Deine Feststellung:
"Das gleiche Verhalten in Bezug auf Überforderung mit 6" Refraktoren ist mit der Losmandy G11 zu beobachten, weder mein Tak FS 152 noch der AP 160 werden mit ausreichender Lockerheit rein visuell !!! getragen."
Eine Erklärung für Deine Beobachtung könnte sein, dass die Achsen der beiden Losmandymontierungen G8 und G11 mit D=36mm Durchmesser gleich dimensioniert sind und schon deshalb ihre Tragfähigkeit nicht so unterschiedlich sein sollte:
(Fundstelle, z.B.
http://www.apm-telescopes.net/de/Mo...risierte-Montierungen/G11-Montierung-651.html)
Bei der G8 sind die Achsen aus Alu und bei der G11 zwar aus Stahl; das Widerstandsmoment der Achsen hängt jedoch mit der dritten Potenz vom Durchmesser ab. Folglich ist aus dieser Sicht die Tragkraft der G11 nicht sehr viel größer wie die der G8. Da ich keine Angaben über die Lagerabmessungen der beiden Achsen bei den beiden Montierungen habe, kann ich deren Einfluss hier nicht abschätzen.
Vielleicht noch folgendes: Hans Oberndorfer stellte grundsätzlich zum Bau einer schweren Montierung fest: "Eine alte Regel sagt, daß die Achsenstärke einer Montierung mindestens 1/4 der verwendeten Fernrohröffnung betragen soll. ... Erfahrungsgemäß kann man hier jedoch von einer unteren Grenze sprechen, ... Die Zunahme der Festigkeit steigt bei Achsen in der 3.Potenz, eine Achse mit 50mm Durchmesser ist nicht um 25% sondern um 100% stabiler als eine solche mit 40mm Durchmesser. ...[Oberndorfer, Fernrohr-Selbstbau, S.71; Mannheim 1964].
Bedenkt man den heutigen Trend zur Montage von photografischem Equipment, so wird deutlich, dass die "bombenfeste" Montierung ohne entsprechend groß dimensionierte Achsen nicht realisierbar ist.
Dieser besonderen Bedeutung des Achsendurchmessers werden nicht alle Auflistungen der "Technischen Daten" in den Online-Katalogen gerecht. Statt diese Zahl hinzuschreiben, werden ...
Nun, die ungarische Firma Gemini Telescope Design hat für die neue G42 veröffentlicht, dass die RA 60mm und die DA 17,5mm im Durchmesser betragen. Die Dimensionierung der Stundenachse ließe zwar hoffen, dass diese Montierung einen Sechszöller tragen könnte, andererseit ist die "spacke" Deklinationsachse wenig vertrauenserweckend. Hier wird der Zwang zur Gewichtsverringerung deutlich, die Montierungen sollen transportabel bleiben.
Vielleicht gibt es bald einige Berichte über diese Montierung. Ich wünsche Dir ein glückliches Händchen bei der Wahl einer Montierung für Deine Sechszöller. Bin sehr an Deiner Entscheidung interessiert!
Hoffentlich konnte ich Dir ein wenig behilich sein!
Gruß
Bernd