Cloudy day on Jupiter? Kooperation Andy Bender & Nico Gärtner

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AndyBender

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Aufnahme mit dem 14" SCT MEADE von der Volkssternwarte Meckesheimmit 7m Brennweite und ASI 462 vom 06-07.10.22
 

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Hallo,

habt Ihr irgendwelche Angaben zur Erstellung dieses Bildes von Jupiter?
In der Nacht hatten wir in ganz Deutschland schlechtes bis mittleres Seeing durch einen westliche Wind bis in hohe Höhen.
Wenn man Euer Bild mit den besten Bildern bei ALPO Japan (Jupiter section) vergleicht, hat keines mit 14´´ diese Auflösung.
Bei Euch fällt zudem auf, dass diese Schärfe ausschließlich im zentralen Bereich (Fläche ca 50 %) auftritt. Ein breiter Rand außen
herum ist absolut unscharf.
Das bedarf einer Erklärung.

Gruß Michael
 
Hallo Michael, mit dem Wetter hast du absolut brecht, es waren von 3h Jupiterbeobachtung nur ca. 5min dieses Seeing wo 2000 Bilder bei 30fps möglich waren. Die Unscharfe Vignette ist nach dem stacken entstanden und wir haben diese auch nicht mehr eliminieren können. Die Bildbearbeitung wurde final von Nico Gärtner mit Topas AL sharpen und Gigapixel AL durchgeführt. Optik war ein SCT 14" mit 2x Powermate und der ASI 462 und IR cut filter. Das ist alles und Glück des kurzen aber guten seeing. Näheres siehe www.sternwarte-meckesheim.de

Gruß Andy
 
Hallo Andy,
dem Bild ist sofort anzusehen, das künstliche Intelligenz im Spiel ist, die jede Menge Artefakte erzeugt. Diese feinen Strukturen sind leider Fantasie. Ich habe selbst zum Testen Sharpen Topaz ausprobiert und war anfangs begeistert, musste aber erkennen, dass dies nichts Reales ist und veröffentliche nichts was mit AI geschärft ist.
CS Mike
 
Hallo Mike,

genau das ist auch meine Erfahrung. TopazAL kommt ganz gut bei DeepSky zum Entrauschen des Hintergrundes,
aber an Mond und Planeten klappt es gar nicht.
Ich halte das auch für Artefakte, eventuell duch das jetstreamartige Seeing in dieser Nacht bedingt. Der breite unscharfe
Rand zeigt auch, dass das Summenbild schon davon schwer beeinträchtigt ist.
Gruß Michael
 
Hallo Mike und Michael, es ist natürlich jedem seine Sache wie er sein Bild bearbeitet und wir haben hier mal andere Filter probiert wo die KI ein richtig gutes Bild produziert hat. Und wenn das Rohmaterial nicht gut gewesen wäre hätte man dieses Endergebnis auch nicht kitzeln können! Im Anhang seht Ihr das Bild vor der KI

Rest siehe hier:
23_46_07_pipp_Jupiter7m2.jpg
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Andy,

das ist leider ein .jpg
Ich habe mal versucht, es mit Topaz Denoise zu entrauschen und dann mit Fitswork nachzuschärfen.
Verkleinert auf 70 % und im Histogramm etwas kontrastreicher eingestellt.
Mit einem .tif oder .png könnte man es auch nochmal versuchen.
rechts unterhalb des GRF sieht man schon so streifenförmige Artefakte.
Ich hoffe, Du verzeihst den Versuch :)
Das Ergebnis ist das hier:

23_46_07_pipp_Jupiter7m2Bender-DeNoiseAI-severe-noise_4.jpg

das entspricht in etwa dem, was in dieser Nacht mit 14´´ zu erwarten war - meiner unmassgeblichen Meinung nach.
Und immer noch ein gutes, detailreiches Bild
Viele Grüße Michael
 
Zuletzt bearbeitet:
Und ich habe mal nachgemessen:
Auf meinem Bildschirm hat das Bild von Jupiter 455 mm Durchmesser am Äquator, also 1 cm ungefähr 1``.
Die feinsten "Details" einen halben mm. Das entspräche einer Auflösung von ca. 0,1 Bogensekunden.
Das schafft ein 14´´ Gerät nicht, da liegt die Auflösung bei ca. 0,34´´, je nachdem, welches Kriterium man
ansetzt (Dawes oder Raleigh).

Also, so leid es mir für Euch tut, ich halte die Strukturen für nicht real. Interessant an Eurem ausgearbeiteten Bild
ist aber die bogenförmige rechte Hälfte der mittleren Zone. Da sieht man eine Menge Details, die ich für real halte.

Also, nichts für ungut und viele Grüße Michael
 
Hallo Andy,

das ist leider ein .jpg
Ich habe mal versucht, es mit Topaz Denoise zu entrauschen und dann mit Fitswork nachzuschärfen.
Verkleinert auf 70 % und im Histogramm etwas kontrastreicher eingestellt.
Mit einem .tif oder .png könnte man es auch nochmal versuchen.
rechts unterhalb des GRF sieht man schon so streifenförmige Artefakte.
Ich hoffe, Du verzeihst den Versuch :)
Das Ergebnis ist das hier:

Den Anhang 284693 betrachten
das entspricht in etwa dem, was in dieser Nacht mit 14´´ zu erwarten war - meiner unmassgeblichen Meinung nach.
Und immer noch ein gutes, detailreiches Bild
Viele Grüße Michael
Halli Michael,ich kann dir auch das TIFF senden wenn du möchtes?
 
Und ich habe mal nachgemessen:
Auf meinem Bildschirm hat das Bild von Jupiter 455 mm Durchmesser am Äquator, also 1 cm ungefähr 1``.
Die feinsten "Details" einen halben mm. Das entspräche einer Auflösung von ca. 0,1 Bogensekunden.
Das schafft ein 14´´ Gerät nicht, da liegt die Auflösung bei ca. 0,34´´, je nachdem, welches Kriterium man
ansetzt (Dawes oder Raleigh).

Also, so leid es mir für Euch tut, ich halte die Strukturen für nicht real. Interessant an Eurem ausgearbeiteten Bild
ist aber die bogenförmige rechte Hälfte der mittleren Zone. Da sieht man eine Menge Details, die ich für real halte.

Also, nichts für ungut und viele Grüße Michael
Hallo Michael, jepp da hast Du recht ein 14" bei deinem kalkulierten Wert, laut Kamera käme ich bei 7m Brennweite auf min. 0,09" Auflösung / Pixel. Wir haben sogar mal bei der Sonne festgestellt das sogar ein ganz normaler Stack die Realität schon zum Teil verzerrt. Bei den besten Einzelbildern hatten wir mehr Infos als beim Stack. Narürlich hat die Sonne ein klein wenig besseres Signal Rausch Verhältnis als der nicht ganz so helle Jupiter... kleiner Scherz am Rande. Gruß Andy
 
Beim betrachten dachte ich auch sofort an KI Bildoptimierung, da hier eine faserige Struktur in den Wolkenformationen Sichtbar ist. Diese sind an Jupiter aber rotierend und nicht faserig langezogen sichtbar. Ich denke hier wurde mir Maskentechnik gearbeitet und die Ränder entsprechen eher dem wahren Bildergebnis.
Schön zu sehen aber leider unrealistisch.
VG Frank
 
Moin.
Schließe mich dem meiner Vorredner an. KI sollte beim Bildbearbeiten grundsätzlich draußen bleiben. Das Rohbild kommt mir sehr vertraut vor, so sahen die Bilder an dem Abend bei vielen Beobachtern mit großen Öffnungen ebenfalls aus. Aus solchem Ausgangsmaterial dann noch mehr rausholen zu wollen wie im eingangs gezeigten Bild ist einfach jenseits der Grenzen. Es sieht eher aus, wie hochgerechnete Unruheschlieren.
CS
Rudolf
 
Erinnert mich an die Tour der france!

Im letzten Jahr habe ich ein Jupiterbild mit meinem 6 Zoll Maksutov mit KI verschönert und hier provokant eingestellt. Enorm die künstliche Auflösung! Habe aber nur den Screenshot veröffentlicht, sonst wären sicher einige eh vom Glauben angefallen! KI ist Murks!

 
Wir haben sogar mal bei der Sonne festgestellt das sogar ein ganz normaler Stack die Realität schon zum Teil verzerrt. Bei den besten Einzelbildern hatten wir mehr Infos als beim Stack.
Hallo Andy,
Das ist doch ganz normal! Das schärfste Einzelbild ist einfach das Beste! Beim stacken werden alle schlechteren danach gemittelt um das Rauschen zu bändigen. Das Summenbild schwächelt immer. Kann dann aber, wie hier mit KI Flügel bekommen.
VG Frank
 
Hallo Mike und Michael, es ist natürlich jedem seine Sache wie er sein Bild bearbeitet und wir haben hier mal andere Filter probiert wo die KI ein richtig gutes Bild produziert hat. Und wenn das Rohmaterial nicht gut gewesen wäre hätte man dieses Endergebnis auch nicht kitzeln können! Im Anhang seht Ihr das Bild vor der KI
Hallo Andy,

wenn man seine Bilder ausschließlich mit den KI Tools schärft, bekommt man keine vernünftigen Ergebnisse. Was man erhält sind Unmengen von Artefakten, die in die größeren realen Strukturen eingebettet sind und eine nicht vorhandene Auflösung suggerieren. Jeder der einmal mit diesen Tools gearbeitet hat, sieht sofort wo der Hase läuft.

Das Problem an den Tools ist, dass diese nicht an Mond und Planeten trainiert werden, sondern an Landschaften, Tieren, Gesichtern und Gegenständen/Gebäuden. Wo die Teile immer versagen, sind schwache längliche Kontrastübergänge. Das wird meiner Meinung immer als Haare interpretiert und führt je nach Aggressivität zu diesen haarartigen Artefakten, die keiner realen Struktur zuordenbar sind. Auch nicht wirklich klar kommen die Tools mit den extrem hohen SNR von gestacken Bildern im Rohzustand. Da greift die Schärfung nicht mehr richtig. Die Wolkenbändern von Jupiter sind ein Beispiel, genau wie die Saturnringe, Staubwolken in Galaxien bei der Deepskyfotografie ein anderes.

Vermeiden kann man das, in dem man den Denoise Regler möglichst bei 0 lässt oder das Bild 200-300% größer skaliert. Dann ist der Schärfungsalgorithmus dem der klassischen Tools wie Registax oder Fitswork allerdings deutlich unterlegen. Was man machen kann, ist mit Fitswork oder Registax so vorzuschärfen, dass noch keine Rauschartefakte entstehen und dann erst das KI Tool mit sehr niedrigen Einstellungen dran lässt. Am Mond funktioniert das ganz gut, an Planeten ist das Ergebnis solala. Planeten bearbeite ich deshalb eigentlich nie mit KI Tools und Mond nur zum Feinschliff mit den niedrigst möglichen Einstellungen.

Grüße,
Joachim
 
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