Dachsternwarte mit Kuppel - Erfahrungen?

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Herwig_Diessner

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Hallo zusammen,
vor kurzem bin ich auf die Idee gekommen, ich könnte doch auf dem Dach meines Hauses eine Kuppel aufbauen, um dort mein 10" SC dauerhaft aufzustellen.
Diskussion mit dem lokalen Bauamt ist auch schon im Gange und sieht soweit ganz gut aus :-)
Durchmesser der Kuppel soll zwischen 2 und 2,5m liegen, mehr Platz werde ich nicht haben.
Bevor ich jedoch in die Detailplanung gehe und womöglich im Frühjahr mein Dach aufreiße, die Frage ans Forum hier:
Hat jemand von Euch bereits Erfahrung beim Bau einer Kuppel auf dem Dach?

Bin für jeden Tipp dankbar!
 
Hallo Herwig,

neben einer vom Boden entkoppelten Säule musst Du auch das durch das Haus erzeugte Seeing bei diesem Vorhaben bedenken.
Ich stelle mir das bei einem beheiztem Wohnhaus durchaus schwierig vor.
 
Danke für Eure Antworten, ich sehe schon, unmöglich ist es nicht.
Das Seeing wird wohl das geringere Übel sein, als eine Gartensternwarte, auf die eine Straßenlaterne direkt draufleuchtet - leider alles nicht ganz so günstige Bedingungen...
Falls Ihr noch weitere Tipps habt, gerne her damit :-)
 
Hallo Herwig,

neben den schon hier bennanten Aspekten wie Baugenehmigung, Seeing und Statik, muss man bei so einer Umbauaktion auch weitere Punkte beachten. Hierzu zählen u. a. Wärmeschutz (winterlicher / sommerlicher), Luftdichtheit der Gebäudehülle, Feuchteschutz, Schallschutz, Abdichtung, Windlasten, Schneelasten ...

Bei unsachgemäßer Umsetzung kann man sich z. B. erhebliche Wärmebrücke einhandeln, die zu Feuchteschäden und Schimmel in der Konstruktion führen. Je nach dem, wie alt dein Haus ist und welchen Dämmstandard es aufweist, sind diese Probleme nicht zu unterschätzen und können im Sanierungsfall sehr konstenintensiv werden. Daneben kann die Landesbauordnung auch die Erstellung eines Wärmschutznachweises fordern, der ggf. durch eine Kuppel nicht mehr erfüllt sein kann.

Ich rate dir von einer Do-It-Yourself-Lösung ab: es gibt einfach zu viele Fehlerquellen. Ich würde dir empfehlen das Projekt vorab mit einem bauvorlageberechtigten Bauingenieur / Architekten / Sachverständigen zu besprechen und diesen untersuchen zu lassen, ob das Projekt unter den vor Ort vorhandenen Randbedingungen überhaupt umsetzbar ist. Das ist sehr sehr gut angelegtes Geld und erspart nachträglichen Ärger.

Möglicherweise kommt auch eine Dachterrasse in Kombination mit einer Gaube oder einem Dachreiter in Frage. Die Terrasse kann man dann auch für nicht-astro Zwecke nutzen ... dabei sollte man auch nicht den "Fraufaktor" vergessen ;)

Grüße,
Stefan

 
Danke für all Eure Tipps und Beispiele, ich werde die Idee weiter verfolgen und mir passende Profihilfe suchen, was Statik, Isolierung und Entkopplung angeht.
Hoffentlich kann ich dann irgendwann mal von der Realisierung positiv berichten... :-)
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Liebe Freunde der Nacht, der Anfang ist gemacht!

Inzwischen sind eineinhalb Jahre vergangen, in denen ich gelesen, geforscht und geredet habe. Mit Profis, anderen Besitzern von Dachsternwarten, mit dem Bauamt, Zimmermann, etc.

Die Baugenehmigung liegt vor, der Zimmermann wird in den nächsten 2 Tagen kommen, die Kuppel ist bestellt.

Zeit, dass es losgeht - und das hab ich gerade eben gemacht!

Link zur Grafik: http://forum.astronomie.de/phpapps/ubbthreads/gallery/58/medium/36706.jpg

Link zur Grafik: http://forum.astronomie.de/phpapps/ubbthreads/gallery/58/medium/36707.jpg

Die Isolierung ist raus, morgen oder übermorgen wird alles ausgemessen. Dann geht es mit der Dachöffnung und dem Bau der Gaube weiter, geplant Anfang September.
 
Hallo Horst,
das ist genau die Frage, weshalb ich fast eineinhalb Jahre auf Informationssuche war. Ja, ich möchte wenn möglich auch fotografieren und ja, es ist eine Holzbalkenkonstruktion.
Um dennoch möglichst wenig Erschütterung am Setup zu haben, wird folgendes getan:
- in der Sternwarte wird ein doppelter Boden eingezogen
- zusätzlich werden separate Leimbinder Balken eingezogen, die nicht mit dem bisherigen Boden direkt verbunden sind und nur die Säule mit Montierung und Teleskop(e) tragen werden. Tragfähigkeit ca. 500 kg; Leimbinder, weil stärker schwingungsdämpfend als Stahlträger
- natürlich ist der Doppelboden auch damit nicht verbunden, um Trittschwingungen zu vermeiden.
- Die Kuppel und die Montierung werden remote steuerfähig, falls es doch zu Schwingungen kommen sollte, während ich in der Sternwarte bin. Dann kann ich von unten das Setup steuern.

Ich hoffe, damit Erschütterungen weitestgehend vom Teleskop fernhalten zu können. Falls das nicht der Fall sein sollte, werde ich wohl mit weiteren Dämpfungsmaßnahmen experimentieren müssen, hoffe aber sehr, das vermeiden zu können.

Ich bin selbst höchst gespannt...
 
Hallo Herwig,

Mein Gedanke dazu ist, den (Fuß)- Boden ( Baugrund ) möglichst stabil, aber Massearm zu machen. Darauf durch Schwingungsdämpfer entkoppelt möglichst viel Masse für die Montierung und das Teleskop.
Musst mal den Statiker fragen, mit wieviel kg Du die Balkenkonstruktion belasten kannst.

Um eine große Masse ( vielleicht 300 kg ) zu beschleunigen und zu bewegen wird eine Energie benötigt, die aber nur schwer über Schwingungsdämpfer übertragen werden kann.

Schau mal bei google unter dem Begriff Schwingmetalle.

Gruß
Horst
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Horst,

genau an solche Dämpfer hab ich gedacht beim Stichwort experimentieren. Ich hatte einiges von den Contitech Produkten gelesen, bin aber von der Vielfalt der Dämpferkonstruktionen so überwältigt, dass ich nicht wüsste, welcher einzusetzen wäre.
Bisher habe ich auch niemanden gefunden, der mir hier einschlägig weiterhelfen könnte. Hast Du da evtl. Tipps für mich?
 
Danke Euch beiden, heute wurden die exakten Maße genommen und der Aufriss bis morgen Abend erstellt. Dann werden wir sehen, ob die Maße der Leimbinderbalken ausreichen werden, um Schwingungen zu vermeiden oder ob zusätzliche Dämpfer nötig werden...
 
Hallo zusammen,
ich verfolge mit Spannung Euren Thread - ähnliches habe ich auch noch vor.
 
na gut, ausnahmsweise.............. :)

Alle unsere Anlagenkomponenten wie Dach,- oder Gebäudezentralgeräte auf bauseitiger Unterkonstruktion, intern verbaute Motor-Ventilator Einheiten (bis ND 2000mm) oder auch große Verdichtereinheiten etc. werden körperschallentkoppelt.

Ein zuverlässiger Partner hinsichtlich Auslegung und umfangreichen projektorientieren Sortiment ist:

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Hallo Herwig,

woher sollen die Schwingungen kommen, die du befürchtest?

Ist neben dem Raum weiterer genutzter (Wohn)Raum in dem sich ständig Leute bewegen/aufhalten?

Bevor du Geld in die Hand nimmst, würde ich erstmal kucken, ob die Schwingungen wirklich so arg sind und woher die kommen.
Du fotographierst in der Nacht, und da sollte es doch eigentlich eher ruhiger im Gebäude sein.

Versuch doch einfach mal ein paar Langzeitbelichtungen durch das Fenster zu machen und teste wie sich Gehen in Nachbarräumen und sonstige mögliche Schwingungsquellen auf die Montierung bzw. das Bild verhalten.

Ich habe zeitweise auf meinem Holzbalkon fotographiert, da sind die Träger praktisch verlängerte Balken der Decke.
Wenn sich jemand im Wohnzimmer aufgehalten hat, war kein vernünftiges Bild zu machen.
Da ich aber spät Nachts fotographiere, war in dem Raum und Nachbarraum auch keiner mehr und schon hats funktioniert.

Derzeit steht meine Montierung auf der Terasse/Betonbalkon im Erdgeschoss. Die Betonplatte ist zum Haus hin komplett, an den beiden Seiten zur Hälfte eingespannt.
Wenn ich während des fotographierens auch nur den Stuhl verrücke, dann wirken sich die Schwingungen unmittelbar aufs Bild aus.
Dann habe ich mir bei TS so Schwingungsdämpfer besorgt, und nun merkt man das Stuhlrücken nicht mehr.
 
Hallo Alex,
genau das ist meine Hoffnung, dass es eben in der Nacht nicht groß schwingt. Ich habe einen ähnlichen Balkon wie Du, auf dem darf ich mich während des Fotografierens gar nicht bewegen, unter anderem ziehe ich deshalb hoch aufs Dach.
An sich sollte aber nachts alles ruhig sein, deshalb versuche ich es erstmal ohne zusätzliche Dämpfung und werde mich notfalls damit beschäftigen, wenn so kein vernünftiges Bild zustande kommt.
 
Heute in einem Monat!!!

Da wird es losgehen und das Dach geöffnet werden...
Alles ist jetzt ausgemessen und der Aufriss gezeichnet.
Bis 2. Oktober soll die Unterkonstruktion stehen und wenn es klappt, kommt die Kuppel dann direkt in der Folgewoche drauf.

Ich kanns kaum noch erwarten :-)
 
Ich weiß nicht, ob hier noch jemand mitliest, aber ich schreib erstmal trotzdem wieder was:

Denn die Vorbereitungen sind abgeschlossen!

- Ich habe im Dachdreieck FI-freien Baustrom sowie Gigabit Ethernet.
- Das Baugerüst steht stabil und wackelfrei.
- Die Webcam für den Baufortschritt und das geplante Timelapse Video ist scharf geschaltet.
- Das Fenster für die Dachgaube steht bereit.
- Nachbarn sind über die morgen startende Bauaktion informiert.
- Das Auto ist aus der Garage weggeparkt, damit vor der Garage der Baukran aufgestellt werden kann.
- Das Bauamt ist über den Baustart am 29.09.2014 informiert und der "rote Punkt" (die Baugenehmigung) hängt gut sichtbar am Fenster des Gäste-WC.

Morgen um 7:30 Uhr rückt der Zimmermann mit Material und Kran an!

Hab ich noch was vergessen?
 
Hallo Herwig,

viel Glück mit Zimmermann und Kran!

Grüße

fquadrat
 
Hallo fquadrat, hallo Horst,

danke für Eure Wünsche.

Kurzer Zwischenbericht von der Mittagspause: es läuft!
Kran steht, Dach offen, Unterkonstruktion für die Säule eingebaut, separater Doppelboden für die Gaube ist drin.

Es geht mit Riesenschritten vorwärts und 4 Webcams schauen zu :-)

...irgendwie klappt der Fotoupload vom iPad nicht, dann gibts Bilder eben später...
 
Am heutigen Montag wurde die Baustelle für die Dachgaube mit Kuppelunterkonstruktion eingerichtet.
Um 7:30 kam der Zimmereibetrieb und zuerst wurde vor der Garageneinfahrt der Baukran aufgestellt und eingerichtet.
Danach ging es unters Dach:

- Ausbau des vorhandenen Velux Fensters
- Abdecken des Daches und entfernen der Unterkonstruktion
- Absägen der Dachsparren und damit vollständige Öffnung des Daches
- Einfügen neuer Dachsparren am Ende der Öffnung, damit das übrige Dach stabil abgefangen wird.
- Entfernen des Fußbodens und Öffnen der Holzdecke des Dachgeschosses, um Platz für einen neuen Zugang zum Dachdreieck zu schaffen.
- Danach wurde die bisherige Dachboden-Klapp-Treppe entfernt.
- Somit war der Platz geschaffen, um 3 Holzbalken 6x28 einzuziehen, die später die Teleskopsäule tragen sollen. Diese waren um 10:00 bereits eingebaut.
- Installation von 7 Bodenbalken für die Unterkonstruktion der neuen Gaube.
- Aufsetzen einer quadratischen Schwellenkonstruktion als Basis für die senkrechten Balken der Gaube.

Um 12:30 erstmal eine Stunde Mittagspause.

- Montage von 4 quadratischen Eckbalken sowie pro Seite jeweils 4 weitere senkrechte Balken.
- Aufsetzen der quadratischen Dachkonstruktion mit der aufgesetzten runden Basis für den Flachdachadapter der Kuppel.

Nachdem wir feststellen mussten, dass die Oberkante der Gesamtkonstruktion in etwa gleich hoch wie der Dachfirst ist, musste die Dachkonstruktion nochmals angehoben und alle senkrechten Balken um 10 cm gekürzt werden.
Danach wurde die Dachkonstruktion fest montiert und das heutige Werk mit einer Plane gegen Regen geschützt.

Um 16:00 Uhr war der erste Tag zu Ende.

Auf jeden Fall ist bereits schon jetzt zu sagen: Es wird eine phantastische Horizontsicht in alle Richtungen geben! Der Ausblick von der Oberkante der neuen Gaube ist sagenhaft.
 

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