Das 100 Jahre alte Reinfelder&Hertel Objektiv sieht den Mond......

Michael Aaron

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Hallo liebe Klassiker-Freunde.......

keine Angst, dies soll sicher kein Astro-Foto Beitrag im ambitionierten Sinne sein.

Der Beitrag drückt eher die schon fast kindliche Freude eines bald 60jährigen, visuellen Mondbeobachters aus , der nach wohl 3 Jahren Hobby-Pause endlich mal wieder durchs Fernrohr gucken konnte.

Ich war ja stets nur ein einfacher Genuss-Spechtler und Mondfreund. Selbst die Bezeichnung "Hobby-Astronom" wäre viel zu hoch für mich gegriffen. Die Bezeichnung "Stern- und Mondfreund" frei nach Bruno Bürgel träfe es wohl am ehesten.

Richtige Astro-Fotografen werden sich schütteln vor Lachen, aber für mich war es schon erstaunlich, was heute mit primitivster "Technik" geht !

Die Aufnahmen entstanden mit einem frei Hand vors Okular gehaltenem S24 Handy......schon cool. Da überlegt man schon fast ( auch als eigentlicher NICHT-Fotograf ) evtl. mal eine Handyhalterung anzuschaffen.;)

Technisch hatte ich beim gelegentlichen reinzoomen dann auch Probleme, weil das S24 immer wieder mal schnell auf ein anderes Objektiv umschaltete und statt des Okulareinblickes meinte, auf den Terrassenboden fokussieren zu müssen:ROFLMAO:

Vielleicht gibt es in den S24 Einstellungen ja noch die Möglichkeit, dieses Umswitchen zu unterbinden ?? Aber ich alter Stoffel bin auch mit dem Handy noch nicht so firm...

Natürlich hatte ich auch keine Augenmuschel am Okular um Streulicht besser ausschalten zu können und durch die Freihand-Methode kam es gelegentlich zu Farbrändern durch Verkippung der optischen Achse....

Aber genug der "Entschuldigungen"...ein Astrofotograf werde ich nie; dennoch habe ich mich auch an diesen einfachen Bildchen sehr erfreut !

So, Micha...was willst du uns jetzt eigentlich sagen ??:unsure:

Den Butenschön-Reinfelder-Hertel Refraktor habe ich ja nun schon etwas länger und er ist ( neben dem Tasco 15k ) quasi der "Übrig-Gebliebene" aus einer einst größeren Sammlung.

Gestern Abend war so schönes Wetter, dass ich ihn aufbaute um das gut 100 Jahre alte und noch unvergütete Objektiv einmal an Gevatter Mond zu testen.

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Dazu schnallte ich den 80/1200 mm Refraktor auf die "große" Tasco Montierung mit dem Tasco Nachführ-Motor in RA. Eines vorweg: obgleich meiner relativ schlampig nach Norden ausgerichteten Montierung, führte der gute alte Tasco Motor 1A nach !

Natürlich muss man den relativ schweren Tubus ( im Vergleich zum Tasco 10k 4,9 kg zu 2,8 kg ) sauber ausbalancieren, aber es schnurrte und ich musste nur gelegentlich in Dek mit der biegsamen Welle nachjustieren. Im Vergleich zum Tasco 15k war aber ein zweites Gegengewicht erforderlich ( und ich hatte die Schiene mit dem Laufgewicht schon vom Tubus abgenommen ! ).

Es war eine reine Freude nach so langer Zeit endlich mal wieder durch ein Röhrchen zu schauen ! Ich war schon relativ früh draußen, weil ich heute Morgen auch wieder sehr früh raus musste ), aber habe die kurze Zeit sehr genossen.

Nach einem stressigen Arbeitstag ist das doch wirklich Entspannung pur und ich werde sehen, dass ich neben dem "Restaurieren" auch mal wieder öfters zum Spechteln komme.

Das alte R&H Objektiv liefert visuell ein nahezu farbreines Bild - natürlich hat es am strahlend hellen Mond zuweilen mit Streulicht zu kämpfen, wegen der fehlenden Vergütung. Mit der langen Taukappe kann man das jedoch ziemlich gut ausgleichen.

Hier also meine Elaborate, die ich extra NICHT ( Gott sei Dank ! ) in einem "Foto"-Thread einstelle, sondern einfach mal hier in der Klassiker-Abteilung.
So hat der olle Astro-Virus mich nach langer Auszeit, doch noch mal wieder erwischt:ROFLMAO: und wenn dann noch die liebe Ehefrau durchs Okular schaut und sich freut und unsere Mule als Astrokatze neben der Säule sitzt......was will man mehr ?;)

Liebe Grüße in die Runde !

( leider sehe ich jetzt erst am großen Monitor, dass ich es mit dem Nachschärfen zuweilen doch übertrieben habe....)

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Erstklassig Michael!

Ich bin ein Fan von alten Linsen und konnte einmal ein Mondbeobachtung mit dem 27" Grupp Refraktor der Universitätssternwarte Wien machen, der ist Jahrgang 1878!
War der Knaller!
 
Moin Michael,

jo, welch Zufall, ich war gestern auch "historisch" unterwegs ... mit dem ca. 115 Jahre alten Steinheil 122/1460mm - den Du ja auch kennst. Und ja, es war auch bei mir reichlich der Mond, aber auch Venus/Uranus, und Jupiter (und noch drei DS 52 Ori, omega Leonis und der wunderbare zeta Cnc). Tagesüber gab es Sonne, die sich detailreich im Weisslicht zeigte

Ja und was soll ich sagen: diese Uralt-Linsen bringen wirklich phantastische Ergebnisse zustande. Okay, mein f12er ist nicht ganz so farbrein wie Dein f15er ... so hatte der Jupiter einen kleinen "Klecks" ins Gelbliche. Und auch ich hatte mit Streulicht zu kämpfen ... das war vernachlässigbar. Aber die Bilddefinition und Schärfe, die Abbildungsqualität ansonsten: wie aus dem Lehrbuch für Optik.

In Zeiten mit Schnicki-Schnucki-Bunt-Katzen-x-tuplett-Hyper-Apos und Meiner-ist-der-Dickste-MegaDobsons ... ach da darf man doch gerne mal in die Zeiten unserer "optischen Ahnen" zurückkgehen und ... staunen, was mit den damaligen Mitteln für phantastische Gerätschaften möglich waren.
Und einfach mal ein bischen innehalten, um jeden mm klassischer Öffnung zu geniessen ...


Grüßles Hannes
 

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Hallo Michael AAron,
klasse Aufnahmen! Bin echt platt, wie scharf und detailreich die Bilder sind! Bitte mehr davon!
Müsste meine 3 antiken Teleskope diese Woche auch mal zum Mond richten. SLUGG, Manchester 90/1400 von ca. 1870,
Georg Tremel 125/1800 von ca. 1936 und den M.Manent 110/1600 von ca. 1920.
Gruß
Michael
 
Hola Michael,

ich hab mir das Bild mit dem Buti in der Tasco-Montierung nochmals angesehen ... und möchte meinen: sooo schlecht ist diese Montierung nicht. Was da Schrott ist, ist das Stativ. Du hast Deine aber auf der Säule, sehr gut. Um dann ggf noch einen Wackel in der RA Achse zu reduzieren ... Japanische "Kaufhausteleskope" - die Montierung

Sieht aber richtig gut aus; Deine Kombination ;-)

Grüßles Hannes
 
Vielleicht versuche ich heute nochmal mit dem S24 Videos zu machen, wenn mein Autostakkert 3 damit klar kommt. Vermutlich gibt es AS schon in der Version 27 ? :ROFLMAO::ROFLMAO:
 
Was für ein schöner Faden!

Da liest man gerne mit, wenn einfach Freude geteilt wird. :)

Bei den Handybildern musste ich dran denken, dass ich mal die Sonne so durchs Okular geknipst habe.
Da war ich auch ziemlich beeindruckt, was freihand mit dem Smartphone geht.
Ich weiß nicht mehr genau ob es am Telementor oder einem einfachen 120/1000 Achromaten war.
Ersteres wäre ja quasi auch ein Klassiker…
IMG_2887.jpeg


Freundliche Grüße in die Runde,
Felix
 
Gestern Abend gab es noch einmal einen neuen Versuch mit dem Handy durch den alten Refraktor zu fotografieren.
Am frühen Abend erfolgte der Aufbau der Ausrüstung......unter den kritischen Blicken von unserem Mulchen ! "Was macht der Papa da ???"

moon24h.jpg


Ich muss gleich vorweg sagen, dass ich nicht so zufrieden war......seeeehr optimistisch hatte ich dieses Mal eine 2x Barlow mit in den Strahlengang geschaltet.
Das brachte mir aber eher Frust, denn ich hatte nun noch mehr mit erheblichen Kidney-bean Effekten zu kämpfen und es gelang mir kaum das Handy zentriert ans Okular zu halten. Immer wieder kippte das Bild weg oder es tauchten riesige schwarze Schatten mitten im Gesichtsfeld auf - also alles andere als optimal.

Ich bin dann irgendwann zur rein visuellen Beobachtung gewechselt und habe einfach die diversen aufleuchtenden Bergspitzen, Rillen, Täler und Schattenwürfe direkt am Okular genossen.

Die gewonnenen Bildchen sind eher mau, daher die meisten nur als Anhang....wer es sich antun will, kann ja drauf klicken....

Ich hatte auch Videos mit dem Samsung S24 aufgenommen und wollte diese mit AS3! stacken. Leider streikte das Programm obwohl ich die Videos schon mit PIPP in unkomprimierte AVI konvertiert hatte.

In der Schublade habe ich irgendwo noch eine uralte Fuji Finepix Kompaktkamera mit 10MP, deren AVI Videos hat AS3 immer direkt verarbeitet...hmmm

Mal schauen, spaßeshalber kann ich mir ja mal eine Handyhalterung kaufen.....aber bis auf gelegentliche Schnappschüsse, bleibe ich wohl ein Visueller.

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Moin Micha,
wie trägt denn die olle Tasco-Montierung den Buti auf der Säule ?
Kidney-Bean-Effekt, ja der nervt schon im Visuellen sehr, beim Knipsen erstrecht. Was für Okis hast Du denn genutzt?

Ja, ich war gestern auch wieder draussen, mit einem - im Vergleich zum 115 Jahre alten Opa von Vorgestern - "Jungspund": dem 152/2250mm Canale Grande mit dem 40 oder 50 Jahre alten Jaegers-Objektiv. Und da dachte ich an Dich als alten Mond-Gucker ... S O W A S wäre was für Dich. Da merkt man eben doch das mehr an Auflösung gegenüber schon dem 122er oder erstrecht dem 80er ... Ist natürlich n dickerer Brummer. Das "Innenleben" von Kratern, feine Rillen, die Schattenwürfe der Gebirge am Alpental gestern ... echt plastisch in 3-D. Mt.Pitons langgezogener Schatten, da konnte man richtig den Sonnenaufgang auf dem Mond nachvollziehen. Aber was der so auch am Jupiter zeigt .. schon g**il ...
Und ich hab noch ein 150/2250er LK -FH Objektiv hier liegen ... wie auch ein 122/1320er Steinheil ... was sich so ansammelt ;-)

Heute abend gehts dann wieder an den Mond, Kleinkrater in dann hoffentlich erreichbarem Plato mit 6 Zoll .. wenn das Seeing so mitspielt, wie die letzten Tage, müsste da echt was gehen ;-)

Grüßles Hannes
 
Hallo Hannes!
verkaufst Du die Objektive auch einzeln? hätte noch einen antiken schweren , massiven Messing Okularauszug hier ungenutzt liegen.
Damit könnte man sich ja ein passendes Teleskop bauen......
Gruß
Micha
 
Hier noch mal der unbekannte Messing Okularauszug. Könnte evtl. von Gustav Heyde, Dresden sein. Anschlussgewinde ist M44.
 

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@hasebergen : die Tasco 15k Montierung trägt den Butenschön für visuellen Gebrauch ausreichend gut. Bei 2 Gegengewichten setzen ich prophylaktisch aber lieber die Polhöhenstütze ein. Schwachpunkt ist eher die Deklinstionsachse.

20260425_151315.jpg
 
Die Tasco 15k Montierung wird zukünftig bestimmungsgemäss für den leichteren Tasco OTA verwendet. Für den Butenschön wird fürs reine visuelle Spechteln die Kosmos/Wachter Orion1 zum Standarduntersatz werden oder eben die Butenschön Astronom III.
Butenschön Achskreuz 6,3 kg
Wachter Orion 1 Achskreuz 5,1 kg20260425_164113.jpg
20260425_161708.jpg
 
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Moin Micha und Loidds ;-)
So komme gerade von ner Session rein ... und - ja: hab heute - Micha - sehr ausgiebig den Mond beobachtet. Mit dem 152/2250er und .. ich muss allen Mond- (aber auch anderes)-Guckern sagen, die sowas noch nicht haben: Besorgt Euch ne Bino-Ansatz. Ich hab den heute mal rangebaut und bin da mit Vergrößerungen zwischen ca.90fach, 150fach und 250fach über den Mond "gesegelt" und ... es war ein purer Genuss. Ich weiss nicht, wann - oder ob überhaupt - ich so lange auf den Mond unterwegs war. Krater zählen in Plato, versuch (aber wohl gescheitert) die Rille im Alpental zu sehen, ausgiebig die kleinen Krater um Mt.Piton abgefahren .... es hat einfach nur Spass gemacht und war - wie gesagt - ein echter Genuss.
Micha ... alter "Mondi" - ich kann es Dir auch für Deinen Buti und/oder Tasco nur ans Herz legen ... so einen Ansatz ein Päärchen 20er Eudias, 11er und 7er WW (ES 82°) und Du wirst Stunden am Mond unterwegs sein. Bei Deinen 1200mm BrW hast mit letzteren ja eine ca.172fache V das macht bei einigermaßen brauchbarem Seeing e c h t Spass - und no panic vor (da juckt es hier bestimmt einigen in den Fingern ;-) ) "Übervergrößerung": da arbeitet dann Dein Rechner hinter den Augen einiges weg.

Kann es nur empfehlen und würde auch jetzt noch mondeln, wenn ich nicht so besch*ssen müde wäre ...

Euch noch schöne Stunden vor den Geräten,
Grüßles Hannes
 
Jaja...Jungs.....kaum ist man wieder im Hobby drin, da kommt er wieder: der Öffnungswahn und die Erinnerungen "wie war das damals im C8..?"😁 na...ich komme erst mal wieder ganz bescheiden rein. Für was größeres fehlt mir auch schlicht die Montierung. Damals alles verkauft..Man muss ja auch mal loslassen können. Meiner Meade LXD 650 Montierung trauere ich aber heute noch nach. Ich hatte ein gutes Exemplar und die war göttlich....
Gestern bin ich leider nicht mehr draußen gewesen; ich hatte extreme Probleme wegen meines Heuschnupfens,der mich dieses Jahr so quält wie schon nicht mehr. Hing komplett in den Seilen und die Augen jucken wie bekloppt, trotz Medis...😏
 
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Hola Micha,
dann erstmal alles Gute wg. Heuschnupfen. Ist ja auch gerade die "Hochpollenflugzeit" ...
Ja Öffnung klar ... aber es ist eben auch die Fragen "was für ne Öffnung". Und welche Montierung?
Bei letzterer kann ich aus eigener Erfahrung sagen: bis zum längeren (f15) 110mm Refri reicht die azimutale Giro-III voll und ganz. Auf der Gegenseite ne nackte Achse. Gegengewicht (oder einen Büdel mit Steinen, ca 5/7 Kilo) ran und - funzt. Ich hab so auf der sogar mal einen 125/2000er - in gestreckter Version - den mit dem Mega-Hebel - genutzt, das ging sogar auch. Aber das dann grenzwertig.
Also Basis wäre da aber eine Säule zu empfehlen ... gibt bei ebay Metallrohre 100er Durchmesser, 1500 lang 3 oder 4mm Wandstärke. Da kannst Du dann die Füße von Deiner kürzeren Säule ranbauen und bis im Rennen. Ich hab das mal gemacht und ging. Hab das Eisenrohr mit eben den Füßen, die an Deiner Säule sind, damit genutzt.
Aber alles laaangsam angehen lassen, erstmal den Mond mit den beiden 80ern geniessen. Und brauchbare Binos finden sich ja immer mal in den Kleinanzeigen oder auch in die Astroforen.
Das war gestern e c h t genial Refri & Bino am Mond (aber auch Jupiter etc.) ... ich kanns nur nochmals erwähnen ;-)

Grüßles Hannes (der gleich ins Stadion geht: Stuttgart - Werder und auf das schier unmögliche hofft: drei Punkte gegen den drohenden Abstieg für Werder. Wird bei den starken Stuttgartern aber gaaaaanz schwer ..

Grüßles Hannes

EDIT gerade auf den Klaz n Binoansatz gefunden Carl-Zeiss Jena Binokular-Ansatz 1,25" für Teleskop (kann man vllt noch runterhandeln, ich denke mal für 90 sollte der machbar sein ;-)
 
Für etwas mehr Öffnung hätte ich ja noch den JSO 128 mm Newton liegen. Den muss ich aber erst mal bzgl. der Okularhalter-Adaption wieder flott machen ( das seltsame Anschlussgewinde ). Bei lose dran gehaltenem Okular, wohl die beste Optik, die ich in dieser Öffnungsklasse bei Newtons je gesehen habe. Man sagte JSO eine optische und mechanische Qualtät nach, die absolut auf Takahashi Niveau lag und die Geräte waren selten und teuer. Vom PN-126 sind nicht viele gebaut worden.

JSONP126.jpg



Aber die Geschichte dieses fast vergessenen japanischen Edelherstellers und seiner Geräte, wäre an anderer Stelle besser aufgehoben und ich will hier nicht abschweifen.

Schönes Rest-Wochenende !
 
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Hallo Kollegen,

mit meinen bisherigen Mondbeobachtungen war ich ja sehr zufrieden und auch die Schnappschüsse durch/mit dem Reinfelder&Hertel Objektiv haben mir durchaus Spaß bereitet.

Was mich jedoch störte, war ein kleiner ominöser, weisser Fleck auf dem Objektiv, den ich mir deshalb heute einmal genauer anschauen wollte.

Dazu tat ich etwas, was sonst jeder Amateur-Astronom vermeiden sollte, denn es wird ihm für den Rest seiner Tage stets den Seelenfrieden rauben......;)

Ich leuchtete das Objektiv mit einer Taschenlampe an !

Lieber junger Linsen- oder auch Spiegelfreund : tue das nie ! Aus deiner zuvor heiss geliebten/gelobten Optik, wird ein Monster, welches dir im Schein der Taschenlampe höhnisch entgegen grinst !
Jedes Staubkörnchen, jede Mikroschramme von der Du zuvor nichts wusstest, grinst dich jetzt mit einer hässlichen Fratze an ! Zerstört ist dein Traum von deiner schönen Optik und unruhig wälzt Du dich des Nachts, weil böse Optik-Träume dich quälen........

Spaß beiseite :

Was ich sah macht mir doch etwas Sorgen und ich frage mich nun, wie ich am besten weiter vorgehe....
All das was man auf den Bildern sieht, spielt sich natürlich zwischen den Linsen ab.

Sorgen machen mir die "Krakeelen", die mir wie Pilzfäden vorkommen. Dazwischen Tausende von Staubpartikeln, Blütenstäuben (??). Das Objektiv stammt aus den 1920er Jahren hat also wohl 100 Jahre auf dem Buckel.

Ich könnte das Objektiv bei mir im Labor mit UV-Licht bestrahlen, in der Hoffnung, den Pilz (?) zu töten.....

Effektiver wäre wohl in der Tat, das Luftspalt-Objektiv zu zerlegen und die Linsen z.B. mit Isopropanol zu spülen.

Würde ich mir schon zutrauen, da ich als Metallograph mit ähnlichen Arbeiten gut vertraut bin.
Besser wäre wohl eine fachmännische Reinigung...den Kontakt zu Wolfgang Grzybowski habe ich in den letzten Jahren leider etwas verloren....vielleicht frage ich trotzdem mal, ob er Zeit hätte und wie sein Preis wäre.

Schaut euch mal die Bilder an......:unsure:

LG Micha
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Hallo Freunde,

da es eine unvergütete Optik ist, hatte ich mich selbst an die Reinigung gewagt und bin mit dem Resultat recht zufrieden.
Zur Erinnerung :
siehe die Bilder im vorigen Beitrag.......

Also ab mit dem Objektiv auf den Seziertisch..
Oc.jpg


Vorsichtig den Sicherungsring ausschrauben und das Linsenpaket befreien...

auseinander.jpg


Oe.jpg


Wie man sieht, waren die Linsenränder schon ab Werk (?) geschwärzt. Im Laufe der Jahrzehnte war auch dieser schwarze, sehr dünne Lack brüchig geworden und z.T. abgeplatzt. Dabei fanden kleine Lackpartikel auch den Weg zwischen die Linsen.

Ich wollte die Linsenposition ursprünglich mit einem Bleistift markieren, entschied mich dann aber für 2 simple Punkte mit weißem, wasser- und alkoholfesten Labormarker.

Ebenso versuchte ich, die Linsenkanten neu zu schwärzen, da sich dabei aber bei Berührung noch mehr alte Lackpartikel lösten, habe ich letztendllich ( zunächst ) darauf verzichtet und mich auf die Linsenreinigung konzentriert.

Verschmutzt war eigentllich hauptsächlich die Rückseite der Frontlinse; die rückwärtige Linse war erstaunlicher Weise kaum betroffen.

Die Rücklinse brauchte ich nur mit einem Hochleistungsfön auf kalter Stufe staubfrei pusten.

Die vordere Linse spülte ich zunächst in einem lauwarmen Wasserbad, in das ich ein paar Tropfen Spüli gegeben hatte. Ich vermied dabei, die Linsenoberflächen mit irgendwelchen Pinseln, Läppchen oder ähnlichem zu berühren, sondern schwenkte die Linse nur kräftig im Wasserbad und liess die Wasserverwirbelung die Arbeit tun.

So konnte ich wohl 99% der Verschmutzungen schon lösen. Lediglich der eine größere, weisse Fleck ( Pilzfleck ?) wiederstand dem Wasserbad.

Hier benetzte ich nun ein Wattestäbchen mit Isopropanol und konnte den Pilzfleck vorichtig wegtupfen.

Anschließend wurde die Linse vollflächig mit Isopropanol abgespült und sofort mit kräftiger Warmluft abgetrocknet, so dass keine Ablaufspuren oder Trocknungsränder entstehen konnten.

Abschließend legte ich die Linse 1h unter UV-Licht.
Das Ergebnis ist für eine "amateurhafte" Reinigung ( für mich ) vollkommen zufriedenstellend.

vorher:

Ob.jpg


nachher :

fertig0.jpg


fertig1.jpg


Nun erfolgte der vorsichtige Wiedereinbau in die Fassung und der Butenschön-Reinfelder&Hertel Refraktor kann wieder frisch Mond- und Sternenlicht schnuppern.

sauber.jpg


und auch der erste Dachziegel-Test ergab tatsächlich schon ein deutlich klareres Bild.....hat sich also gelohnt !

ziegel.jpg
 
Eine heutige Inspektion unter dem Stereomikroskop zeigte noch leichte Flusen und sonstige Partikel. Diese lassen sich quasi nie vermeiden - insgesamt kann ich mit dem Reinigungsergebnis zufrieden sein und werde das Objektiv deswegen nicht noch einmal öffnen.

Ein "Eintritts-Tor" für Keime waren früher oft die Abstands-Plättchen - es war nicht ungewöhnlich, dass diese zuweilen mit etwas "Spucke" fixiert wurden;)

Hier mal ein bildlicher Eindruck ....

pilz4.jpg
pilz5.jpg



Da ich das Objektiv aber jetzt nochmal unter UV-Licht hatte, sollten zumindest noch verbliebene Pilz-Sporen und sonstige Keime abgetötet sein.

Man sollte sich natürlich darüber im Klaren sein, dass man mit UV-Licht zwar den Pilz abtöten , aber nicht entfernen kann .
Bei stärker verpilzten Optiken ist es daher leider unerlässlich, die Objektive zu zerlegen und möglichst alle Flächen zu reinigen.
 
Nur damit man es mal gesehen hat - eine kleine Impression vom UV-Stand . Hier wird das/ein Objektiv z.T. über mehrere Stunden bestrahlt ( richtet sich nach Abstand und Typ des Strahlers ) und Pilze, aber auch Bakterien, Viren und sonstige Keime abgetötet.

In diesem Fall entstehen Temperaturen von ca. 66 - max. 70 °C.

Die dunkelgelben senkrechten Streifen im Bild entstehen durch die Pulsfrequenz des Strahlers. Im Vordergrund die Spitze eines Temperaturfühlers. Allgemein herrscht oft der Irr-Glaube, UV-Licht müsse blau/violett sein , dem ist nicht so.


uvkammer.jpg
 
..nachdem ich einmal in "Wasch-Laune" war habe ich vorgestern auch gleich nochmal den 130 mm Spiegel meines JSO PN-126 gereinigt.
Aber der JSO verdient vlt. nochmal eine gesonderte Vorstellung...

mirrorfirst.jpg
mirrorafter.jpg
 
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