das beste 10x50?

  • Ersteller des Themas Ersteller des Themas Kay
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Sehr geehrter Hr. Korth,

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Da unsere 10x50 FMTR-SX-Gläser aber nun einmal zumeist als FERN-Glas benutzt werden (ehrlich gesagt: Für Gartenvögel nehmen die mittenfokussierenden Beobachter ein 10x50, sondern eher meist ein 8x42 oder gar nur 8x32), kann man auch diese so scharfstellen, dass man (selbst bei meiner Kurzsichtigkeit von -4.75 Dioptrien) ein scharfes Bild von ~15m bis Unendlich hinbekommt - und zwar ohne Kopfschmerzen.

Ihre Kurzsichtigkeit spielt in diesem Zusammenhang keine Rolle. Entscheidend ist vielmehr die Akkomodationsfähigkeit des Auges. In jungen Jahren ist die Linse des Auges noch elastisch und so kann ein jugendlicher Beobachter auch ein relativ nahes Objekt durch Akkomodieren scharf sehen, selbst wenn das Fernglas auf unendlich eingestellt ist. Mit zunehmendem Alter nimmt diese Fähigkeit jedoch rapide ab und der ältere Beobachter kann dann nur Objekte scharf sehen, deren Entfernung er halbwegs genau eingestellt hat.

Insofern kann ein Glas mit Einzelokularverstellung und großer Schärfentiefe ( z.B. 7x50 ) für einen jungen Beobachter durchaus noch als Naturbeobachtungsglas brauchbar sein, wenn er auf den interessanten Nahbereich unter ca. 6 m ( Schmetterlinge, kleine Singvögel im Gebüsch usw. ) verzichten will. Ein älterer Fernglasnutzer wird ein 10x50 mit Einzelokularverstellung kaum als Naturbeobachtungsglas gebrauchen können, es sei denn, er beschränkt sich auf die Betrachtung der Landschaft.

Beste Grüße

Manfred Müllers
 
Ich liebe mein Fujinon 10x50 FMT-SX2 ... es ist wahnsinnig schwer und es hat Einzelfokussierung - aber das Bild ist gigantisch und ich nehme alles auf mich, um diesen Großbild-FERNseher verwenden zu können.

Danke Fujinon!
Adson
 
Hallo Adson,

schön, dass Du mit Deinem Fujinon so zufrieden bist ;) .

Ich hatte selbst Gelegenheit, durch dieses Porroglas zu schauen, optisch ist es sehr gut. Die Frage ist halt nur, welche Beobachtungssituationen mit diesm Glas zu meistern sind. In der Landschaftsbetrachtung, auf See ( obwohl da ein 7x50 wegen des schwankende Untergrunds besser wäre ), beim Militär oder zum Betrachten des Sternhimmels bei ruhiger Hand ist das Glas sicherlich hervorragend. Der Naturfreund mit schwerem Rucksack, der Vogelkundler, der auf den schnellen Mitteltrieb angewiesen ist oder der Schmetterlingsfreund wird mit dem Fujinon hingegen überhaupt nicht klarkommen. Das Glas ist schlichtweg zu groß, zu schwer und durch die Einzelokularverstellung zu langsam.

Als Sterngucker und Hobbyornithologe habe ich mich nicht für ein 10x50, sondern für ein Zeiss Victory FL 7x42 entschieden.
Dieses Fernglas wiegt nur etwa 800g, ist brillenträgertauglich, wasserdicht, kann bis unter 3m scharf gestellt werden, hat ein großes Sehfeld von 150m, ist in Sachen Transmission und Achsschärfe wohl unübertroffen, hat nur extrem wenig Probleme mit Streulicht und läßt sich durch den leichtgängigen und präzisen Mitteltrieb blitzschnell scharfstellen.

Ich kann also auch nicht meckern und mein Hals ist selbst nach einer vielstündigen Wanderung mit dem Glas nicht wundgescheuert :biggrin: .

Vielen Dank Zeiss!

Manfred
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Leute,
es ist schon interessant, wie weit so ein Thread bisweilen vom Thema abkommt - naja, typisch Germanist.

Im Ernst, ich hatte bewusst auf ein 10x50 für Astronomie abgezielt, wie bei Teleskopen auch gibt es keine eierlegende Wollmilchsau; und so, wie ich einen kleinen Refraktor und bald einen größeren Dobson besitzen werde, nutze ich auch verschiedene FGs für Natur (8x30 Deltrintem), Freihandastronomie (10x50 Jenoptem) und Stativbeobachtung (früher viele 80mm-Gläser probiert, z.Zt. gar keins im Haus).

Wenn ich die meisten richtig verstehe, ist also das Fujinon nach wie vor eine Referenz. Und das finde ich gut.
 
Hallo Kay,

als Astroglas ist das Fujinon 10x50 nach wie vor Referenz, nur das viel teurere Zeiss Victory 10x56 FL kann es in Teilbereichen übertreffen.

Ich habe lediglich meine Bedenken darüber geäußert, dass einige Leute hier das 10x50 mit Einzelokularverstellung als Glas zur Naturbeobachtung empfohlen haben.

Gruß

Manfred
 
Hallo Manfred und Kay,

ich möchte doch vorsichtig widersprechen, das Fujinon als Referenz zu bezeichnen. Die Spitzenferngläser der großen Drei sind in der Summe ihrer Eigenschaften, auch für Astro, noch eine Klasse besser. Das kommt eigentlich in den meisten ordentlichen Vergleichstests so heraus. Es ist bekannt, dass das Fujinon einen leichten Gelbstich hat, den man bei SwaLeiZei nicht findet.

Da Fujinon eifrig mit einer Militärvergütung wirbt und wohl diesen für diesen Markt entwickelt, worauf Du mich ja noch aufmerksam gemacht hast Manfred, verwundert der Gelbstich nicht, er könnte nämlich gewollt sein, was bei Militärgläsern nicht unüblich wäre. Der fehlende Mitteltrieb ist vielleicht ebenfalls in diesem Zusammenhang unter den Stichworten Kosteneinsparung und einfachere Abdichtung zu sehen. Das Glas ist zwar gut, aber weit weg von der Spitze. Da es deutlich weniger als diese Spitzengläser kostet, sollte man mit dieser Einsortierung sehr gut leben können.

Ich würde das Fujinon 10x70 als Referenzgerät bezeichenen, als reines Astroglas ist es qualitativ ohne Konkurrenz.

Viele Grüße
Andreas
 
Hallo Andreas,

wie komme ich dazu, das die optische Qualität des Fujinon 10x50 so gut zu bewerten?

Zum einen gab es mal in der Sterne und Weltraum einen Vergleichstest zwischen einem Leica Trinovid 10x50 BA ( oder BN ) und dem Fujinon. Hier bekam das deutlich preiswertere Japanglas eine gleichgute Bewertung wie das Leica, die Randschärfe wurde sogar als besser bezeichnet.
Außerdem hatte ich vor einigen Jahren anlässlich der ATT die Möglichkeit, am ICS-Stand diese beiden Gläser zu vergleichen und mir gefiel das Bild im Fujinon sogar etwas besser.

Nun ist das Leica Trinovid nicht mehr so ganz der Stand der Technik, Leica bietet mit dem Ultravid HD schon den zweiten, verbesserten Nachfolger an. Tatsache ist m. E. jedoch, dass das Fujinon - rein von der optischen Leistung als Astroglas her gesehen - schon zur Spitzenklasse zu zählen ist. Die gegenüber den europ. Spitzengläsern etwas geringere Transmission wird nämlich durch eine bessere Randschärfe ausgeglichen, was für den astronomischen Gebrauch besonders wichtig ist. Den leichten Gelbstich dürfte man - es sei denn, man betrachtet den Mond - beim Sternegucken nicht bemerken, verzerrte Sternabbildungen im Randbereich aber schon.

Allerdings halte ich das Fujinon - wie bereits mehrmals geschrieben - für einen ausgesprochenen Spezialisten, als "Mädchen für Alles" taugt es nicht.

Beste Grüße

Manfred
 
Betreff Militärvergütung:

Hatte vor kurzem ein Zusammenttreffen mit einer Person die Milliarden Euros für beschafffung beim Militär verwaltet. Dieser sagt mir aufgrund einiger Machthaber werden hier viele Milliarden für überteuerte und gleichzeitig veraltete Normen zum Fenster rausgeworfen.

So sagte er mir die Militärnorm seit bereits über 30 jahre alt und entspricht nicht mehr dem Stand der heutigen Zeit , um ans Milität verkaufen zu können, benötigt man jedoch diese Militärnorm .

Er sagt auch heute bekommt man Optiken extrem viel Preiswerter und Besser als die Militärnorm fordert , jedoch ohne das die alten Bedingungen der Militärnorm erfüllt sind, da die Erfüllung dieser ein Rückschritt bedeuten würde.

 
Was sagt uns das über die geistige Beweglichkeit und die Evolutionshöhe derer, die uns verteidigen?

vielleicht ist ein klarerer Blick aus strategischen Wünschen gar nicht gewünscht?
 
Hallo,

war einige Tage nicht im Lande.

Ich denke, wir (die das Fujinon 10x50 kennen) sind uns einig, dass es in dieser Preisklasse für Astro das beste 10x50 am Markt sein dürfte. Natürlich gibt es noch besseres und es gibt wesentlich universellere Gläser. Aber die kosten eben auch "etwas" mehr.

Für unterwegs (Reisen und Wandern mit Naturbeobachtung am Tage) nehme ich lieber mein Docter 8x42 Dachkant mit. Kleiner, leichter, handlicher ...

Und grundsätzlich: 600 EUR für ein gutes Glas halte ich für vertretbar und habe auch keine Angst, meine Kinder durchschauen zu lassen. Bei einem Glas der "teuren 3" habe ich doch gewisse Hemmungen ;)

Ob ein Glas irgendeiner Militärnorm entspricht, ist mir ehrlich gesagt wurscht.

Gruß
Adson


 
> Bei einem Glas der "teuren 3" habe ich doch gewisse Hemmungen

Der Fotohändler, bei dem ich am Wochenende Ferngläser angesehen habe, hatte kein Problem damit, meine Kinder die Leica- und Zeiss-Ferngläser ausprobieren zu lassen. Meinem Eindruck nach ist es neben der geringfügig aber erkennbar besseren Bildqualität vor allem deren mechanische Robustheit, die sie so teuer macht.
 
Hallo,

nett von Deinem Fotohändler ...

Zwischen ausprobieren und benutzen ist immer noch ein kleiner aber feiner Unterschied. Ich bin mit meinen Ferngläsern zwischen 500 und 800 EUR sehr zufrieden. Die mechanische Ausführung von Fujinon oder Docter ist über jeden Zweifel erhaben und ich glaube nicht an Vorteile in Sachen "Robustheit". Die Edelmarken sind vermutlich immer noch etwas leichter und optisch noch einen Tick besser. Das letzten 5 % Leistung kosten immer nochmal 100 % Aufschlag, und das ist mir das Risiko (und auch die Kosten) nicht wert.

Das muss aber jeder für sich entscheiden. Ich habe lieber 4 "gute" Ferngläser (600 - 800 EUR Klasse) verfügbar (für jeden in der Familie eins), als nur 1 "sehr gutes" (1500 EUR + X), welches wir uns dann teilen müssen, herumreichen müssen usw.

Was für ein Fernglas hast Du denn bei dem freundlichen Fotohändler gekauft?

Viele Grüße
Adson


PS: Bisher habe ich mich in Sachen Edelmarken-Gläser beherrschen können und beschränke mich auf ausleihen (kostet nichts und nach ein paar Wochen kann man sich auch ein sehr gutes Bild von den Gläsern machen - und man hat mehr Abwechslung). Geliehene Gläser würde ich aber nicht meinen Kindern gehen und auch nicht damit quer durch Europa reisen ...
 
> Was für ein Fernglas hast Du denn bei dem freundlichen Fotohändler gekauft?

Noch gar keines, da ich mich noch nicht entschieden habe. Ich will zwei kaufen. Ein kompaktes 8x20 oder 8x24, das auch wasserdicht sein muss für die Jackentasche und ein größeres mit 5 mm AP und weitem Sehfeld. Ich schwanke noch zwischen 8x40(42) und 10x50, sowie zwischen Porro und Dachkant. Die "Edelmarken" scheinen die Porro-Bauweise aufgegeben zu haben.
 
Die Argumente "pro Porro" sind ja i.d.R. folgende:

- einfacher in der Herstellung (wirklich gute Dachkantprismen verlangen mehr Präzision)
- daher bessere Qualität bei gleichem Preis (oder niedrigerer Preis im Vergleich zu einem "gleich guten" Dachkantglas)
- "plastischeres" Bild

Bei den "Edelmarken" ist die Präzision sichergestellt und der Preis ist auch kein wirkliches Kriterium mehr. Deshalb wird man dort wohl den Schwerpunkt auf Dachkant legen. "Schlank" und "leicht" sind nun einmal keine Attribute, die man mit einem Porro-Glas verbindet.

Ich persönlich kann kein 10x wirklich nutzbringend freihand verwenden, deshalb habe ich mir ein 8x42 als "Universalglas" gekauft. 10x50 nutze ich meist auf Einbein-Stativ.

Gruß
Adson
 
Ich habe allerdings den Eindruck, man findet darüberhinaus leichter ein Porro mit großem Sehfeld als ein Dachkant. Möchte man ein weitwinkliges Dachkant, bei dem der angegebene Wert für das Sehfeld auch wirklich stimmt, scheint man an den teuren nicht vorbeizukommen.
 
Hallo!

Vielleicht solltest Du Dir auch mal die Fujinon HCF anschauen, gibts zB auch in 8x25. Ich werde jedenfalls demnächst mal versuchen, so ein Glas zu testen, da ich selbst unbedingt noch ein Jackentaschenglas brauche.

Die HCF sind zumindest wasserdicht und ziemlich preiswert.
Hat jemand schon Erfahrung mit diesen Gläsern?

Gruß

Tim
 
Hallo,

dass man bei den guten Dachkantgläsern nicht an etwas höheren Preisen vorbeikommt, ist richtig.

Erfreulich weitwinklig ist z.B. das Docter 8x42 BCF, welches auch sonst - meiner Meinung nach - ein ausgezeichnetes Preis-/Leistungs-Verhältnis hat.

Auch im billigen Segment bekommt man interessante Gläser, die dann aber logischerweise in optischer Güte und Qualität der Verarbeitung in einer anderen Liga spielen. Das Nikon 8x25 EX ist zwar nicht wasserdicht (bei mir steht "Water resistant" drauf, sollte also einen kleinen Regen auch überstehen), aber ist sehr weitwinklig.

Die Auswahl ist sehr groß, die Prioritäten muss jeder selbst setzen und dann gibts nur eins: testen, testen, testen ...

Gruß
Adson
 
Hallo,

ich habe verschiedene Einbeinstative, teilweise schon "alter Kram". Das Einbeinstativ dient bei mir zum Stabilisieren und Abstützen. Da ich nicht im Stehen beobachte, sondern meist im Sitzen, klemmt das Einbeinstativ i.d.R. zwischen meinen Beinen in mehr oder weniger großer Schräglage. Unten dran ein ordentlicher Spike und schon kann man 10x sehr ruhig und dennoch flexibel ("Wandern zwischen den Sternen ...") beobachten.

Mein billigstes Einbeinstativ besteht aus einem Besenstiel (Baumarkt Angebot 0,50 EUR), einem großen Nagel (ca. 4 mm dick, beim Zimmermann geschenkt bekommen) und einem Standard-Stativadapter aus einer Wühlkiste (Hama? habe 3,00 EUR dafür bezahlt). Die Teile sind mit Duct-Tape verbunden: Unten der Nagel mit ca. 20 mm Überstand der Spitze am Stiel befestigt; oben der Adapter, so dass man das Glas noch anschrauben kann. Mein 1,4 kg Fujinon 10x50 hält damit "bombenfest", mehr würde ich nicht draufschrauben.

Duct-Tape (ich verwende das Original oder alternativ den Nachbau von UHU Pattex; es sollte aber jedes bessere "Panzerband" gehen) ist für Astro-Basteleien unglaublich vielseitig einsetzbar :)

Viel Spass beim Ausprobieren wünscht
Adson
 
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