Das dunkle Seepferdchen im Cepheus – LDN 1082 (Barnard 150)

Dane Vetter

Aktives Mitglied
Hallo zusammen,

ich habe mich in den letzten Wochen einmal an LDN 1082 bzw. Barnard 150, den sogenannten Seepferdchennebel im Cepheus, gemacht.

Die Daten sind zwischen dem 09.07. und 14.08.2026 in insgesamt sieben Nächten entstanden. Zusammengekommen sind 50 h 29 min Gesamtbelichtungszeit, davon 37 h 24 min Luminanz und 13 h 05 min RGB.

Für die Luminanz kam mein APM LZOS 152/1200 mit der ASI 6200MM Pro zum Einsatz, parallel dazu für RGB der TS CF-APO 155 f/8 mit der ASI 2400MC Pro. Beide Setups liefen jeweils auf einer EQ8-R. Das war nebenbei bemerkt auch gleichzeit die Grundlage für den damaligen Test von hier.

Bei der Bearbeitung habe ich diesmal bewusst versucht, den Kontrast etwas milder zu halten. Gerade bei diesem Motiv steckt für mich ein grosser Teil des Reizes nicht nur in den sehr dunklen Filamenten des eigentlichen Seepferdchens, sondern auch in den wesentlich feineren und schwächeren Staubstrukturen im gesamten Umfeld. Bei einer zu kontrastreichen Bearbeitung gehen diese Übergänge meiner Meinung nach recht schnell verloren oder wirken deutlich härter, als sie eigentlich sind. Deshalb habe ich bei der Bearbeitung bewusst darauf verzichtet, die Kontraste zu stark anzuheben, damit die feinen und schwachen Staubstrukturen im Umfeld nicht verloren gehen.

Aufnahmedaten:
Luminanz: 748 × 180 s = 37 h 24 min
RGB: 157 × 300 s = 13 h 05 min
Gesamt: 50 h 29 min

Teleskope: APM LZOS 152/1200 + TS CF-APO 155 f/8
Kameras: ZWO ASI 6200MM Pro + ZWO ASI 2400MC Pro
Montierungen: 2 × Skywatcher EQ8-R
Bearbeitung: PixInsight und Photoshop

Ich bin gespannt, wie euch die etwas weichere Abstimmung bei diesem Motiv gefällt.

LDN1082.jpg


LDN1082_starless.jpg


Annotated und Finding Chart:
LDN1082_annotated.jpg
LDN1082_FindingChart.jpg
 
Hallo Dane, eine fantastische Aufnahme des Seepferdchens ist dir da gelungen und das Ergebnis gibt deinem Ansatz hinsichtlich vermeintlich flacherer Kontraste absolut Recht. Wobei ich die im Seepferdchen an sich überhaupt nicht zu schwach finde, sondern sehr schön differenziert und den Charakter der einzelnen Staub "Globulen" sehr schön betonend! Einzig die Sterne empfinde ich als ein bisschen zu stark zurück genommen. Aber da habe ich auch ein bisschen ne neue Liebe entdeckt zuletzt. Danke fürs zeigen!
Cs Ben
 
Hallo Ben,

vielen lieben Dank für das Feedback. Der Hinweis mit den Sternen ist durchaus hilfreich, da ich genau an denen gegen Ende so lange herumgemacht habe, bis ich irgendwann einfach keine Lust mehr hatte. :)

Ich habe mittlerweile irgendwie vier verschiedene Ebenen mit den Sternen, jeweils mal stärker, mal schwächer ausgeprägt. Ich habe mich damit ehrlich gesagt etwas schwergetan, vermutlich auch aufgrund des relativ hellen und verstaubten Hintergrunds. Irgendwann kamen mir die ursprünglich ganz normal gestreckten Sterne auf dem hellen Hintergrund viel zu hell und zu prägnant vor. Deshalb habe ich dann mit mehreren Abstufungen herumprobiert, bis ich vermutlich selbst nicht mehr wusste, was nun eigentlich richtig oder falsch aussieht.

Ich habe jetzt noch einmal die ursprüngliche erste Variante der Sterne eingeblendet. Dadurch erscheinen sie wieder etwas deutlicher und vor allem die schwächeren Sterne sind nun besser sichtbar. Das gefällt mir wiederrum. Die helleren Sterne wirken dadurch allerdings ebenfalls wieder prägnanter und für mich teilweise fast schon etwas ausgebrannt.

Ich denke aber, dass der Eindruck etwas täuscht. Der helle Kern ist bei beiden Varianten vorhanden, er fällt vermutlich in der helleren Sternversion stärker ins Auge.

Ich habe mal beide Varianten angehängt, damit man im Vollbildmodus mit den Pfeiltasten vergleichen kann.
LDN1082.jpg LDN1082_V1.jpg
 
Hey Dane, also für mich ist ganz klar die Variante 1 mit den "stärkeren" Sternen die harmonischere, natürlichere und auch schönere. Gerade im dunkleren, mittleren Bereich wirkt das Bild so deutlich plausibler, aber auch im Staub gibt es jetzt etwas, das den überhaupt erst zum leuchten bringt. Was die hellen Sterne angeht finde ich es inzwischen nicht schlimm wenn es ein sehr helles Zentrum gibt - letztlich ist das ein natürliches Sternprofil. Die sind ja jetzt noch weit weg von weißen Scheiben ;) sondern haben sehr viel schöne Farbe - die sollten sie auch zeigen.
Viele Grüße Ben
 
Hallo Ben,

deine Einschätzung zu den hellen Sternkernen beruhigt mich tatsächlich etwas. Ich hatte mich daran am Ende ziemlich festgebissen und irgendwann selbst nicht mehr richtig einschätzen können, ob sie schon zu hell wirken. Daher ist es hilfreich zu hören, dass du das eher als natürliches Sternprofil siehst. Viel mehr kann ich an der Stelle vermutlich ohnehin nicht sinnvoll machen. Wenn ich die Kerne noch stärker zurücknehme, leidet relativ schnell das restliche Sternprofil darunter, wie meine Versuche gezeigt haben. Ich denke daher auch, dass ich bei Variante mit den größeren Sternen bleibe. Gerade die schwächeren Sterne gefallen mir dort inzwischen ebenfalls besser, welche dort besser hervortreten.

Ein Punkt, der mich noch gestört hat, war die Positionierung des Seepferdchens. In der Planung lag es natürlich möglichst mittig, bei den Aufnahmen gab es aber wohl leichte Abweichungen. Dadurch war ein etwas stärkerer Beschnitt nötig, besonders am unteren Bildrand, sodass die Schnauze schon fast den Rand küsst. Für die Komposition fand ich das nicht wirklich schön.

Im Nachhinein habe ich mir die Daten noch einmal ohne Autocrop angesehen. Dabei ist mir aufgefallen, dass die L-Aufnahmen eigentlich ideal sitzen, die RGB-Daten aber leicht versetzt sind. Somit hat das Verhältnis vom versetzten RGB zum passenden L wohl zu einem größeren Beschnitt geführt.

masterLight_BIN-1_6072x4042_EXPOSURE-300.00s_FILTER-NoFilter_RGB.jpg


Da mich das nicht in Ruhe gelassen hat, habe ich diese Daten nun ebenfalls bearbeitet und in die ursprüngliche Bearbeitung eingebaut, um am unteren Bildrand etwas mehr Luft zu bekommen. So gefällt mir die Komposition schon deutlich besser.

LDN1082.jpg
 
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