Andreas-TAL
Aktives Mitglied
Hallo Miteinander!
Ich wage mich mal "aus der Deckung", möchte aber gleich vorweg schicken, dass die obigen Fragezeichen wirklich ernst gemeint sind. Es ist nach wie vor schwer die aktuelle Situation zu beurteilen und ich möchte keine unhaltbaren Gerüchte verbreiten. Deswegen habe ich die letzten 14 Tage damit verbracht Fakten zu recherchieren und versucht bei anderen Kontakten nachzufragen.
Zur Ausgangssituation:
Vor kurzem erreichte mich beunruhigende Nachrichten aus Russland, die (faktisch) das Ende der Teleskop-Sparte von NPZ-Optics ("TAL") verkündeten. Zeitgleich begann im russischen Forum "astronomy.ru" an mehreren Stellen eine lebhafte Diskussion über NPZ und seine Teleskopsparte. Mittlerweile sind alle Diskussionen darüber durch die Mods geschlossen.
Die "Fakten":
Auf meine Nachfrage schreibt mir NPZ-Optics, dass sich nichts (außer der Name und der Status der Firma, des Bereichs) verändert hat und die Teleskopsparte normal weiterläuft. Konkretere Nachfragen blieben unbeantwortet.
Russische Amateurastronomen schreiben und sind mehrheitlich der Meinung, dass das Ende der TAL-Teleskope ist/sein wird.
Der Hintergrund:
Der Staatsbetrieb „NPZ-Optics FSUE“ wurde seit 2 Jahren schrittweise zu einer Aktiengesellschaft „NPZ-Optics JSC“ umgewandelt. Seit März 2013 wird ein Teil der Teleskope nicht mehr gefertigt und nur noch die Lagerbestände abverkauft (TAL-M-120, TAL-150P-8, TAL-150K).
Seit Dezember 2013 ist offenbar die Teleskopsparte aus der Holding ausgegliedert, ein Großteil der Mitarbeiter die die Klevtsov und die Apolar-Reihe fertigten sind nicht mehr im Betrieb.
Es steht zu befürchten, dass durch diese Art „Spin-Off“ von der NPZ-Holding die Teleskopabteilung abgewickelt wird. Offenbar ist momentan die Herstellung von Teleskopen beendet. Der Absatz ist sehr gering, der Aufwand und die nötige Präzision für Teleskope aber sehr hoch und es gibt keine Mitarbeiter mehr.
Möglicherweise werden noch das TAL-75R (75mm FH) und der TAL-1M (110mm Newton) gefertigt. Diese Infos stammen von einem NPZ-Insider, eine Nachfrage bei NPZ genau dazu blieb ohne Antwort.
Das sind die Umstände:
Bei NPZ (wie in Russland allgemein) herrscht ein eklatanter Fachkräftemangel. Hochqualifizierte Mitarbeiter für die optische Fertigung sind gar nicht/kaum zu finden (in Novosibrisk schon gleich nicht).
Die NPZ-Holding ist zum ersten Mal seit 10 Jahren vollständig durch Aufträge aus dem Militär- und Sicherheitsbereich ausgelastet und wächst weiter (+20% in 2013 - wahrscheinlich ist die Produktion gemeint).
Gleichzeitig ist die Zahl der Arbeitskräfte gesunken (-10%).
Im Bereich der Jagdausrüstung und Waffentechnik (Nachtsichtgeräte, Restlichtverstärker, Zielfernrohre) hat NPZ einen großen und stark ansteigenden Umsatz. Solche optischen Artikel bestehen, im Vergleich zu Teleskopen, aus weniger optomechanischen Teilen und kleineren Linsendurchmessern, die zudem eine geringere Präzision benötigen. Die Gewinnmarge in diesem Segment ist – ob der großen Nachfrage lässt sich ein hoher Preis darstellen - deutlich größer als bei Teleskopen.
Ein weiterer Insider hat das an ein paar Zieleinrichtungen für Jagdgewehre durchexeriert und kam zum Ergebnis, dass sich bei Teleskopen mit Montierungen trotz größeren Aufwand und höherer Genauigkeit nur die Hälfte des obigen Preises erzielen lässt.
Letztlich ist es noch unklar, welche Konsequenzen das für die Teleskopsparte von NPZ hat.
Im "worst case" Szenario ist das wohl das Ende der "TAL"-Teleskope, so wie wir sie kennen. :Trost:
Wie schon oben geschrieben, will ich das nicht herbei reden und kann das auch nicht bestätigen, aber leider sieht das alles nicht gut aus.
Grüße, Andreas
Ich wage mich mal "aus der Deckung", möchte aber gleich vorweg schicken, dass die obigen Fragezeichen wirklich ernst gemeint sind. Es ist nach wie vor schwer die aktuelle Situation zu beurteilen und ich möchte keine unhaltbaren Gerüchte verbreiten. Deswegen habe ich die letzten 14 Tage damit verbracht Fakten zu recherchieren und versucht bei anderen Kontakten nachzufragen.
Zur Ausgangssituation:
Vor kurzem erreichte mich beunruhigende Nachrichten aus Russland, die (faktisch) das Ende der Teleskop-Sparte von NPZ-Optics ("TAL") verkündeten. Zeitgleich begann im russischen Forum "astronomy.ru" an mehreren Stellen eine lebhafte Diskussion über NPZ und seine Teleskopsparte. Mittlerweile sind alle Diskussionen darüber durch die Mods geschlossen.
Die "Fakten":
Auf meine Nachfrage schreibt mir NPZ-Optics, dass sich nichts (außer der Name und der Status der Firma, des Bereichs) verändert hat und die Teleskopsparte normal weiterläuft. Konkretere Nachfragen blieben unbeantwortet.
Russische Amateurastronomen schreiben und sind mehrheitlich der Meinung, dass das Ende der TAL-Teleskope ist/sein wird.
Der Hintergrund:
Der Staatsbetrieb „NPZ-Optics FSUE“ wurde seit 2 Jahren schrittweise zu einer Aktiengesellschaft „NPZ-Optics JSC“ umgewandelt. Seit März 2013 wird ein Teil der Teleskope nicht mehr gefertigt und nur noch die Lagerbestände abverkauft (TAL-M-120, TAL-150P-8, TAL-150K).
Seit Dezember 2013 ist offenbar die Teleskopsparte aus der Holding ausgegliedert, ein Großteil der Mitarbeiter die die Klevtsov und die Apolar-Reihe fertigten sind nicht mehr im Betrieb.
Es steht zu befürchten, dass durch diese Art „Spin-Off“ von der NPZ-Holding die Teleskopabteilung abgewickelt wird. Offenbar ist momentan die Herstellung von Teleskopen beendet. Der Absatz ist sehr gering, der Aufwand und die nötige Präzision für Teleskope aber sehr hoch und es gibt keine Mitarbeiter mehr.
Möglicherweise werden noch das TAL-75R (75mm FH) und der TAL-1M (110mm Newton) gefertigt. Diese Infos stammen von einem NPZ-Insider, eine Nachfrage bei NPZ genau dazu blieb ohne Antwort.
Das sind die Umstände:
Bei NPZ (wie in Russland allgemein) herrscht ein eklatanter Fachkräftemangel. Hochqualifizierte Mitarbeiter für die optische Fertigung sind gar nicht/kaum zu finden (in Novosibrisk schon gleich nicht).
Die NPZ-Holding ist zum ersten Mal seit 10 Jahren vollständig durch Aufträge aus dem Militär- und Sicherheitsbereich ausgelastet und wächst weiter (+20% in 2013 - wahrscheinlich ist die Produktion gemeint).
Gleichzeitig ist die Zahl der Arbeitskräfte gesunken (-10%).
Im Bereich der Jagdausrüstung und Waffentechnik (Nachtsichtgeräte, Restlichtverstärker, Zielfernrohre) hat NPZ einen großen und stark ansteigenden Umsatz. Solche optischen Artikel bestehen, im Vergleich zu Teleskopen, aus weniger optomechanischen Teilen und kleineren Linsendurchmessern, die zudem eine geringere Präzision benötigen. Die Gewinnmarge in diesem Segment ist – ob der großen Nachfrage lässt sich ein hoher Preis darstellen - deutlich größer als bei Teleskopen.
Ein weiterer Insider hat das an ein paar Zieleinrichtungen für Jagdgewehre durchexeriert und kam zum Ergebnis, dass sich bei Teleskopen mit Montierungen trotz größeren Aufwand und höherer Genauigkeit nur die Hälfte des obigen Preises erzielen lässt.
Letztlich ist es noch unklar, welche Konsequenzen das für die Teleskopsparte von NPZ hat.
Im "worst case" Szenario ist das wohl das Ende der "TAL"-Teleskope, so wie wir sie kennen. :Trost:
Wie schon oben geschrieben, will ich das nicht herbei reden und kann das auch nicht bestätigen, aber leider sieht das alles nicht gut aus.
Grüße, Andreas
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