Das neue Skywatcher 100k Kletsov Teleskop - unter die Lupe genommen

Schwastian Beinsteiger

Aktives Mitglied
Hallo ihr Forumianer und Himmelsmenschen des Forums,

Wer mich schon ab und an irgendwo gelesen hat weiß das ich auf verschiedene Optische Teleskopdesigns anspringe, und da mir einfach kein Tal 150K zufallen wollte war der Skywatcher ein spontaner Lichtblick.
Allerdings vorerst nur mit Goto Montierungen auf die ich keinen bock hatte, neuerdings endlich auch als OTA.

Gesehen, gekauft und erstmal Oberflächlich begutachtet.

Vorweg, das einzige was mich am 100k an Skywatcher erinnert ist der Tubus Lack und die Prismen Schiene.
Der Rest ist dann irgendwo so bei Amazon Billo Massenware und Mutige Experimentierfreude in Design und Mechanik.

Selbst das Metall besteht hier übrigens aus Plastik, ähnlich wie man es auch bei neueren Bresser Teleskopen kennt.
Es wird dadurch leichter, aber eben auch leichter zu brechen wenn man die Wortgruppe vervollständigen mag.
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Der Sucher

Normalerweise erwarte ich von SW einen normalen Sucherschuh und wahlweise einen Optischen 6x30/9x50 oder winen Leuchtpunktsucher.
Hier hab ich allerdings eine sehr eigene Schienenlösung welche sofern erstmal mit nichts weiteren aus meiner eigendlich ziemlich großen Sammlung kompatibel ist.
Der Sucher ist einer dieser Typischen Einlinser mit 25mm die auf 10mm abgeblendet werden damit man überhaupt was durch erkennt, natürlich alles aus Plastik.
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Der Okularauszug

Wenn ihr das Teleskop bereits irgendwo mal in nem Shop gesehen habt dann mit Sicherheit auch diesen sehr eigenartigen Okular Auszug.
Dabei handelt es sich um wine Innenfokussierung im Crayford Stil, statt einem Okularrubus schiebt man den Spiegel so hin und her.
An der Seite hat man eine Skala, statt mm sind hier entfernungen von 8m bis Unendlich angegeben wie bei einem Kameraobjektiv, nur macht es an einem Teleskop wenig sinn wenn sich das ohnehin mit dem verwendeten Zubehör ändert wo man letztlich stehen bleibt.

Vorteile:
-wenig bis kein shifting (hat mein 4" mak allerdings auch nicht)
-ist mal was neues, finde die idee interessant

Nachteile:
-deutlich größer als herkömmliche innenfokussierung (FS muss zeitgleich größer werden)

-leider keine Möglichkeit für Feintrieb obwohl es sich mehr denn je anbieten würde
-Ein Formteil = 1,25" ja, aber keine Möglichkeit zum abschrauben, kein Gewinde, nichtmal Ringklemmung, sehr undurchdacht.
-Nicht rotierbar, während es bei herkömmlicher Innenfokussierung egal ist wo der knauf zum drehen ist, ist es bei "normalen" Okular Auszügen je nach Montierung umständlich wenn es nicht rotierbar ist, so wie jetzt bei meinem Fotostativ wo es 90° nach Links gerichtet ist.

Alles in Allem hätte ich mir lieber das Heck wie bei meinem 4" mak gewünscht oder zumindest eine Möglichkeit die 1,25" klemmung abzuschrauben um auf eine kürzere/andere Adaption über z.b. t2 zugreifen zu können.
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Das Zubehör

Preis aufsteigend bei Amazon und das erste in den Warenkorb nehme ich an.
Den Zenitspiegel musste ich festhalten beim Einstecken sonst hätte ich mir gedanken machen müssen wie ich jetzt bis zur decke hoch komme.
Kein Filtergewinde selbstvernichtständlich, Die Okulare haben ein recht großes Gesichtsfeld, könnten was taugen auch wenn sie nach überhaupt nichts aussehen und auch wieder aus Vollplastik sind.
Natürlich sind nicht nur einer sondern gleich 2 Handyhalter dabei...
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Die Optik

meine Spezialität, natürlich bleibt ein neues Teleskop bei mir nicht lange zusammen.
Also erstmal vorne und hinten die großteile vom Tubus abgeschraubt.
Der Tubus selbst ist Stahlblech wie man es von Newtons kennt, Dünn, Leicht, Recht stabil, ob es eine bessere Entscheidung ist die anstelle der Alutuben zu nehmen muss wohl jeder für sich selbst entscheiden, ich mag Alu persönlich lieber.

Zum Hinteren Teil ist mit dem OAZ schon vieles gesagt worden, natürlich Großteils Plastik. Der Spiegel misst 106mm, hat eine umlaufende Fase von 1mm also 104mm Verfügbar, schonmal nicht verkehrt wenn man 100mm Offiziell beschreibt (geht leider auch anders)
Das Blendeohr hat 2 deutlich spiegelnde stellen (Okularstutzen ausgerechnet)

Der Vordere Teile ist ebenfalls aus Plastik, die Eingangsöffnung liegt bei Glatt 100mm, die Spinne besteht aus 3 gebogenen Armen welche 2,7mm Breite haben ähnlich wie bei meinem Vixen VMC 95L, nur das es bei diesem noch aus Metall war.
Aus Metall und grade mit 0,5-1mm wie bei gutem Newtons oder den Mewlons wären mir an der Stelle lieben gewesen.
Die spikes wären dann auch nur sehr sehr schwach aber der Erste Beugungsring nicht so Überladen durch das mehr an Obstruktion.

Sprichwort Obstruktion, Messschieber sagt 52mm am Blendkragen, das sind 52%, mehr als ein RC mit f8... Respekt.

Unter der Schutzkappe vom Fangspiegel liegen 3 Zug und 3 Druck Schrauben, etwas komplizierter als es sein muss aber besser als nichts.

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Alles wieder zusammen gebaut, 5mm HR Okular rein und auf Unendlich fokussiert, wieder rein, Taschenlampe auf Okular und rückwärts raytracing gegen die Wand.
Jetzt zeigt das Teleskop was es wirklich kann, und zu meiner Überraschung Blieb sowohl die Obstruktion bei 52mm als auch die Öffnung bei 100mm, die Angaben stimmen (wäre auch ganz schön enttäuscht wenn nicht bei so viel obstuktion)
Die Optische Leistung schien für den Moment am Strommast auch ganz okay, 200x und halbwegs scharf trotz 52%, möglicherweise das einzige was mich nicht grade daran stört das immerhin die Optik ihren Job erfüllt xD
Am blendkragen kann man leicht vorbeisehen, muss kein Nachteil sein, kann aber, das werden beobachtungen am Mond und in der Weltgeschichte dann zeigen.
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Ausklang

Das Zubehör bekommt vermutlich ein Freund von mir, normaler sucherschuh wird nachgerüstet, gegen die Reflexe kann ich auch etwas unternehmen und mit dem Rest muss ich dann einfach Leben, für mich war die Überzeugung ein Klevtsov mein eigen nennen zu können, und das tu ich nun auch, mit dem bonus das dieser auch okay zu performen scheint, bin also im großen und ganzen trotz meiner Kritikpunkte zufrieden.

Der oaz mag unpraktisch sein, aber ich mag die Mechanik dahinter trotzdem ^^

Bin gespannt was ihr dazu sagt, das war jetzt eine ganz schöne Reise bis hier ;)

mit freundlichen Grüßen
Florian
 
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