deepsky Fotografie mit Dobson

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Hallo Simon,

sehr schöne Aufnahme. Es kommen sogar andeutungsweise die Dunkelwolken in der Umgebung zum Vorschein. Das funktioniert offensichtlich ziemlich gut mit deinem Dobson. Ich wüsste tatsächlich keinen anderen, der mit einer DSLR und einem Dobson erfolgreich aufnimmt. Was hat dich denn das ganze eigentlich gekostet, bis du solche Aufnahmen machen konntest? Also ohne die Sachen, die du eh schon hattest.

Daneben sitzen wollte ich jetzt auch nicht stundenlang. So grob eine Stunde Integrationszeit ist da für mich die Schallmauer. Da ist dann die Plattform auch einmal durchgelaufen. Ich schaue nebenbei auch meistens mit meinem Fernglas. Allerdings muss ich bei mir regelmäßig nach der Drift schauen, da der Motor nicht so homogen läuft. Den wollte ich eigentlich über Winter gegen einen Schrittmotor und Arduinosteuerung austauschen. Bisher kam aber immer etwas dazwischen. Visuell ist das nicht so dramatisch, sodass der Leidensdruck natürlich entsprechend gering ist.

AstroNoiseNet ist wohl das kommende Tool von den GraXpert Autoren? Ich habe mir mal das ZIP runter geladen. Allerdings habe ich keine Ahnung wie man das zum Laufen kriegt. Die Ergebnisse auf der GitHub Page sehen interessant aus. Wenn das genauso gut wird wie GraXpert, dann lässt das hoffen, dass es endlich eine konkurrenzfähige Freeware Lösung fürs Entrauschen gibt.

Grüße,
Joachim
 
Hallo Joachim, danke auch an dich für die lobenden Worte. In der Tat läuft die Plattform ganz ordentlich, und das einzige was noch längeren Belichtungszeiten entgegensteht ist das Wetter und die Tatsache das unter der Woche um 6 der Wecker klingelt.

Manchmal leg ich mich auch auf die Couch während das Teil arbeitet, und schau nur jede Stunde zum zurückstellen raus. Richtig geil wärs schon das ganze komplett zu automatisieren. Mit zwei zusätzlichen Motoren an der Rockerbox, und einem Spezial-Rotator der die Bildfeldrotation beim zurückstellen ausgleicht.

Die Aufnahme ist „für den PC Monitor optimiert“ wie man so schön sagt, auf meinem Mobiltelefon ist sie deutlich dunkler. Wenn ich es noch stärker Strecke sieht man tatsächlich einiges mehr von den Dunkelwolke, und es wirkt auf dem kleinen Display auch noch sehr gut. An meinem PC sieht es dann allerdings nicht mehr gut aus, deswegen hab ich es etwas dunkler gelassen.

Im Anhang die „Smartphone-optimierte“ Version. Wobei ich das jetzt nur schnell mit den Foto-Bearbeitungsschiebern vom Iphone am Endergebnis gemacht habe, die Sterne sind dadurch etwas überbelichtet.

Aber so erkennt man am Handy besser wie viel von dem Staub sich um den Nebel befindet, und zwar nicht nur in der Richtung wo der „Schlauch“ von Barnard 168 hinläuft. Da war ich schon etwas überrascht, weil ich auf anderen Aufnahmen nicht so viel davon gesehen habe.

Die Kosten halten sich für ein 10“ Foto-Setup meiner Meinung nach noch gut im Rahmen.

Der größte Einzelposten war das Material für die Plattform, was komplett 671,90€ ausgemacht hat. Da war auch etwas „Verschnitt“ dabei, aber die Preise waren noch von 2021.

Erscheint erst mal vielleicht mehr als man denkt für eine Eigenbau EQ Plattform. Allerdings ist das Teil komplett aus Aluminium und Stahl, und entspricht von Design und Funktion weitgehend der dual-axis Plattform von Tom Osypowski (die Teile kosten ca. 3500 USD soviel ich weiß).
Arbeitszeit für Entwicklung & Bau sind natürlich nicht eingerechnet. Ist ja mein Hobby :)

Die übrigen Teile:

- EOS 550D gebraucht 205€

- MGEN Autoguider gebraucht 254,99€

- Explore Scientific HR Komakorrektor gebraucht 257,99€

- Fadenkreuzokular beleuchtet gebraucht 39,99€

- Astronomik CLS CCD Filter gebraucht 52,50€

- Isomatte für Eigenbau-Tauschutzkappe neu 13,71€

- Astronomik MC-Klarglas für Canon EOS Umbau neu 75,47€

- Lacerta OAG für Canon EOS TSOAG11-X 54,99€ (den gabs günstiger als b-Ware mit einer kleinen Delle am Bajonett, die ich rausfeilen konnte)

Also 1626,54€ für die komplette Fotoausrüstung, ohne den bereits vorhandenen Dobson.
Wobei ich Plattform, Komakorrektor und Taukappe ja auch bei der visuellen Beobachtung benutze.

AstroNoiseNet ist von den GraXpert-Leuten wie du schreibst, und auf deren discord channel ist auch erklärt wie es geht.https://forum.astronomie.de/threads/denoisenet.351543/post-1839376

Im Prinzip ist es ganz einfach: die Dateien entpacken (pridnet_wrapper.exe, weights_G_RGB.h5 und weights_D_RGB.h5), das zu entrauschende Bild in Siril öffnen und unter dem Namen „noisy.fits“ (32 bit Fließkomma und wichtig: .fits mit „s“, bei noisy.fit funktioniert es nicht) in das entpackt Verzeichnis speichern.

Dann die pridnet_wrapper.exe starten. Es kann etwas dauern bis sich ein Fenster öffnet und das Programm zu laufen beginnt. Man muss aber sowieso nichts mehr machen, das Endergebnis wird als „denoised.fits“ im selben Verzeichnis gespeichert.

Ich hoffe ich darf das hier verraten :eek:

Aber die Software funktioniert jetzt schon genial, und ich denke das wird noch mehr einschlagen als GraXpert.

Das einzige woran man erkennt das die Software noch in Entwicklung ist sind kleine helle Artefakte, die entstehen können wenn man das Bild vorher geschärft hat (z.B. durch die Dekonvolution in Siril).

Es kann in diesen Fällen gut funktionieren das geschärfte Bild mit erhöhter Transparenz in Gimp über das entrauschte zu legen.

Gruß

Simon
 

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