Der Komet und die Starlink-Autobahn | Astronomie.de - Der Treffpunkt für Astronomie

Der Komet und die Starlink-Autobahn

jeanc

Mitglied
Hallo Eine Animation vom 18. Dezember (16x150 Sekunden mit 12"/4 und QHY600) zeigt den Kometen 398P am 18. Dezember und viele, viele Starlinks. Spaceweather.com Realtime Image Gallery Gruß Michael Jäger
 

Anhänge

  • 398p20201218ut2155.jpg
    398p20201218ut2155.jpg
    1,2 MB · Aufrufe: 232

DocHighCo

Mitglied
Hallo,

Starlink ist bis jetzt ja nur zu einem Bruchteil umgesetzt. Und andere Megakonstellationen sollen folgen. Wer glaubt, daß das keinen Einfluß auf die Astronomie und vor allem auf die Anzahl von Weltraumschrott im LEO hat, der träumt.
Aber das Thema wurde ja schon zu Genüge diskutiert hier im Forum.

Gruß

Heiko
 

jeanc

Mitglied
Stellt sich doch die Frage, wer entwickelt die beste Software, um Starlink & Co. zu entschärfen. Gruß Michael
 

DocHighCo

Mitglied
Hallo Michael,

schöne Hobbybilder sind eine Sache. Die meisten sind ja sowieso schon so überprozessiert, da kommt es auf ein bißchen mehr nicht an (sorry wenn ich das so sage, aber ich mache ja auch mit meinen bescheidenen Mitteln und Fähigkeiten Bilder und bearbeite die, um sie für mich gut hinzubekommen).
Wissenschaft ist etwas anderes. Nimmt man zuviel weg aus Daten um Satelliten zu entfernen, dann entgehen einem am Ende Dinge die nur wie "Satelliten" aussehen für die Software. Nimmt eine Software zuwenig weg und interpretiert den Rest als Daten, dann verfälscht man die Daten am Ende mit fehlinterpretierten Satelliten. Ich stelle mir das nicht so trivial vor, obwohl da sicher auch viel möglich ist. Gegen das erhöhte Risiko von Zusammenstößen toter Satelliten und dem schlimmstenfalls exponentiellen Anwachsen von Weltraumschrott hilft das aber dann auch nicht.

Gruß

Heiko
 

joetaiga

Mitglied
Starlinks sind allerdings viel zu schnell, als dass man sie bei 150s durchhuschen sehen kann. Da fliegen die über den halben Himmel.

Daher habe ich mal geschaut, wo der Komet gerade ist. Der in der Nähe des Hexenkopfs. Daher würde ich hier eher auf geostationäre Satelliten tippen. Die drehen sich nur mit dem Himmel weg, d.h. 15° pro Stunde am Himmelsäquator. Da gibt es auch Unmenge. Viel mehr als Starlinks. Das würde doch eher passen oder?

CS Joachim
 

joetaiga

Mitglied
Hallo Michael,

schöne Hobbybilder sind eine Sache. Die meisten sind ja sowieso schon so überprozessiert, da kommt es auf ein bißchen mehr nicht an (sorry wenn ich das so sage, aber ich mache ja auch mit meinen bescheidenen Mitteln und Fähigkeiten Bilder und bearbeite die, um sie für mich gut hinzubekommen).
Wissenschaft ist etwas anderes. Nimmt man zuviel weg aus Daten um Satelliten zu entfernen, dann entgehen einem am Ende Dinge die nur wie "Satelliten" aussehen für die Software. Nimmt eine Software zuwenig weg und interpretiert den Rest als Daten, dann verfälscht man die Daten am Ende mit fehlinterpretierten Satelliten. Ich stelle mir das nicht so trivial vor, obwohl da sicher auch viel möglich ist. Gegen das erhöhte Risiko von Zusammenstößen toter Satelliten und dem schlimmstenfalls exponentiellen Anwachsen von Weltraumschrott hilft das aber dann auch nicht.

Gruß

Heiko

Hallo Heiko,

ich glaube nicht, dass es schwer ist auch größere Mengen an Satelliten herauszufiltern. Bei den geostationären Satelliten klappt das ja auch. Selbst wenn auf allen Bildern Satelliten sind, laufen selten mehr als über den selben Pixel und wenn das ist es extrem unwahrscheinlich, dass es mehr als zweimal ist. Und selbst wenn es öfter ist, sollte man über einen Median Algorithmus sehr leicht die schlechten Pixelversionen erkennen können. Die Average Algorithmen scheinen irgendwo Probleme zu haben bei sehr hellen Satelliten bzw. meistens bei Flugzeugen. Das verstehe ich zwar nicht, da man den Average nach der Rejection nochmal berechnen muss, aber offenbar funktioniert das in der Praxis nicht immer.

Probleme macht das am meisten bei Durchmusterungen, wo nur ein Bild gemacht wird. Wenn da Satelliten drin sind, ist es nicht so einfach. Aber die sind sicher schon dabei KI zu trainieren, die das zuverlässig erkennen...hoffe ich zumindest. Wenn die KI dir sagen können, ob eine Katze auf einem Bild ist, werden sie Satelliten sicher auch erkennen können.

Ich bin daher eher optimistisch. Was willste sonst auch machen...

CS Joachim
 

DocHighCo

Mitglied
Hallo Joachim,

sag ich ja. Für unsere Hobbybilder sehe ich da Möglichkeiten. Da kommt es nicht so drauf an, wenn eine KI oder ein Algorithmus nicht immer ganz perfekt ist.
Eine trainierte KI erkennt aber nur das auf was sie trainiert wurde. Ob man sich da in der Wissenschaft immer drauf verlassen kann, wenn man das Unbekannte sucht? Ich finde da die Topaz-KI ganz lustig. Die ist sicher mit Alltagsbildern trainiert. Was ich so sehe, bekommt man damit filamentähnliche Strukturen superscharf hin. Ich vermute mal, die KI ist an Fell und Haaren trainiert. Deswegen werden ähnliche Strukturen in Astrobildern auch so behandelt. Das kann dann eindrucksvoll aussehen. Aber ob das wissenschaftlich belastbar ist?

Gruß

Heiko
 

Demokrat

Aktives Mitglied
Aber ob das wissenschaftlich belastbar ist?
natürlich nicht - das sah man ja an einigen "Super-Mars"-Bildern hier. Dort waren Landschaften zu sehen, die es auf dem Planeten gar nicht gibt... die KI "(er)findet" halt Strukturen aus einigen Anhaltspunkten und erzeugt ein mögliches Bild, und das kann - und wird - natürlich nicht mit der Realität übereinstimmen. Imposanter Kitsch in meinen Augen. :coffee:

Ich seh schon das neue Forum am Horizont: "Das beste KI-Bild"... mit Mars, den es so nicht gibt und Venus, die nicht so aussieht, einem Jupiter der teilweise von Algorithmen frei erfunden ist und einem Saturn mit einstellbarer Ringöffnung.

lg
Niki
 

jeanc

Mitglied
Hm Joachim dürfte richtig liegen. Am Grundproblem ändert das nichts. Die Zahl der Strichspuren hat in den wenigen Jahren deutlich zugenommen. Wenn sie nahe am Kometenzentrum vorbei laufen, scheide ich die Bilder bei Astrometrie und Fotometrie aus. Welche Software ist aktuell der beste Satellitenkiller? Gruß Michael
 

bernhardhubl

Mitglied
Hallo Michael,

Das sind eindeutig geostationäre Satelliten. Ich bin mir nicht sicher, ob sich die Situation bei den geostationären Satelliten in den letzten Jahren wirklich so massiv verschärft hat. Hier eine mittlerweile historische Aufnahme vom Hexenkopfnebel von mir aus dem Jahr 2004:

http://www.astrophoton.com/images/I2118-2_sat.jpg

Das Thema Starlink ist ein komplett anderes Kaliber.

lg
Bernhard
 

joetaiga

Mitglied
Bei den geostationären Satelliten wird die Situation auch nicht besser. Die Satelliten gehen entweder kaputt oder werden nicht mehr gebraucht, weil sie technisch nicht mehr auf der Höhe der Zeit sind. Abstürzen lassen klappt da leider nicht. Deshalb werden die ausgedienten Satelliten auf Friedhofsbahnen verschoben. D.h. für unsere Bilder sind sie immer noch da. Auf den Friedhofsbahnen ist leider viel mehr Platz als auf der geostationären...

natürlich nicht - das sah man ja an einigen "Super-Mars"-Bildern hier. Dort waren Landschaften zu sehen, die es auf dem Planeten gar nicht gibt... die KI "(er)findet" halt Strukturen aus einigen Anhaltspunkten und erzeugt ein mögliches Bild, und das kann - und wird - natürlich nicht mit der Realität übereinstimmen. Imposanter Kitsch in meinen Augen. :coffee:

Ich seh schon das neue Forum am Horizont: "Das beste KI-Bild"... mit Mars, den es so nicht gibt und Venus, die nicht so aussieht, einem Jupiter der teilweise von Algorithmen frei erfunden ist und einem Saturn mit einstellbarer Ringöffnung.
In der Kategorie macht sicher keiner mit. Lustig finde ich, wie die meisten es vermeiden zu sagen, dass sie ein KI Tool verwendet haben. Da wird dann einfach Photoshop erwähnt, aber vergessen zu sagen, dass Denoise oder Sharpen AI dort drin als Plugin verwendet werden :D

Im Prinzip ist gegen die KI Tools ja nix zu sagen. Das sind tolle Werkzeuge. Ich verwende auch Denoise AI. Als einziges kommerzielles Programm übrigens, weil ich keine konkurrenzfähige Möglichkeit gefunden habe mit Freeware vernünftig zu entrauschen. Man darf nur nicht der Versuchung erliegen, aus einem guten Bild eine Sensation machen zu wollen, die es aber leider nicht ist.

CS Joachim
 
Oben