Hallo Felix,
nun, der Restfarbfehler des Megrez ist rot und stört vermutlich gerade Mars und Jupiter empfindlich. Insofern glaube ich nicht, dass auch größere Obstruktion den 130er Spiegel soweit drückt, dass der Megrez da punkten würde.
Dazu auch mal Gedanken, die ich mal in einer Art Denkschrift von Ronald Christen gefunden habe. Er erinnerte daran, dass ein relativ weitläufiger Farbfehler durch nur geringe Flächenhelligkeit weit weniger Einfluss auf feine Details haben kann, als ein konzentrierter Farbfehler. Das bedeutet nicht, dass der Farbwerfer auf einmal wirklich im Vorteil wäre, weil bei diesem die Summe der defokussierten Brennweiten doch zu groß ist. Aber beim ED, der zum Ende des roten und blauen Spektrums stark abkippt, kann quasi diese Verteilung auf z.B. nur anderthalb oder zwei Beugungsscheibchen-Durchmesser viel störender sein, als beispielsweise der größere und dunkel violette Farbfehler eines 80mm f/15 FH. Das ist beim Megrez definitiv der Fall. Ich bin nicht der richtige, um da die Möglichkeiten des Optikdesigns zu diskutieren. Gerd Düring hat allerdings einmal einen FCD-1 127/950 Triplett gerechnet und kam auf eine deutlich andere und bessere Farbkorrektur, als eine offizielle Kurve dieser vielfach verbauten Objektive zeigte. Da gibt es ja gerade bei Serienproduktion ggf. ein paar Gesichtspunkte, das Design lieber auf Toleranz auszulegen, als auf Präzision. Schweift aber ab...
Jedenfalls der Vorteil eines Refraktors ist, dass gute Ausleuchtung einfach durch entsprechende Auslegung von Okularauszug und Zenitspiegel zu erreichen ist. Der 2,5" Auszug am Megrez ist da wirklich sinnvoll. Ein ED macht auch Sinn, aber der aktuelle Markt an China-Objektiven nutzt entweder Tripletts mit f/7 oder f/7,5 oder kann bei schnellen ED-Dubletts nicht den Korrekturgrad erreichen, den japanische Objektivbauer schon vor Jahren vorgelegt haben.
Beim Spiegel muss man hingegen den Spagat aus Obstruktion und Ausleuchtung hinbekommen. Ein Vorteil ist dabei, dass man visuell einen sanften Gradienten gar nicht so sehr mitbekommt und wer weiß, wie viele Leute mit 30% Ausleuchtung am Rand beobachten und das gar nicht wissen. Fragt sich aber, was da subtil an Detail verlorengeht.
Also so ein Schlüsselanblick ist mit hartem OIII der Zirrus "rundrum". Da kommt in den Megrez ein 40mm und dann steht der da, wie in der Karte, nur detaillierter. Ob das nun der Newton schafft? Der Zirrus ist empfindlich bei zu großer AP und der kleine Newton schafft bei gleicher Brennweite nicht dasselbe Feld, weil es kein Okular mit 46mm Feldblende und für f/5 taugliche Okularbrennweite unter 35mm gibt. Außer man schafft es, das 30mm 100° von ES zu adaptieren. Wenn die das Design in 2" gepackt und im Feld etwas beschnitten hätten - selbst wenn es nominell 84° wären! Einfach an der Praxis vorbei...
Clear Skies
Sven