Mario_II
Aktives Mitglied
Versuch einer provokativen Standortbestimmung. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />
Ohne große Vorrede (wird eh' lang...):
Voraussetzungen
Der NM hat nach nüchternem Nachdenken letztendlich einen praktischen und einen technischen Vorteil
gegenüber dem herkömmlichen Newton:
1) Sphärische Oberflächen (Durchmesser < 20cm) sind verglichen mit parabolischen
Oberflächen günstiger herzustellen (bei vergleichbarer Qualität). Das hängt mit der Tatsache
zusammen, daß erstens eine sphärische Oberfläche sowieso die unumgängliche Vorstufe einer
Parabolisierung eines Newton-Spiegels ist. Die Herstellung einer sphärischen Oberfläche ist
maschinell mit hoher Qualität durchführbar, der letzte Schritte der Parabolisierung kann jedoch nur
sehr schwer in maschineller Serienfertigung durchgeführt werden, ohne Abstriche
in Hinblick auf Flächenrauhigkeit (durch zu schnelles Vorgehen) oder Zonenfehler in Kauf zu nehmen.
Handretouchierte Parabolspiegel guter Qualität dagegen erfordern ein sehr erfahrenes Personal und
sind daher nur in geringer Stückzahl zu einem relativ hohen Preis verfügbar.
2) Der wirkliche konzeptionelle Vorteil eines NMs gegenüber dem herkömmlichen Newton
ist das Fehlen von Koma.
Deepsky:
Aus 2) folgt, daß dieser Teleskoptyp rein technisch für extrem kurzbrennweitige Reflektoren großer
Öffnung ideal wäre. Damit wären NMs von der Anlage her gute Deepsky-Spezialisten,
sowohl visuell, wie besonders auch fotografisch.
visuell:
Leider braucht visuelle Deepsky-Beobachtung aber eben auch sehr viel Licht und daher führen meist nur
Öffnungen > 7-8" zu wirklich befriedigenden Ergebnissen. Leider fällt in dieser Größenklasse der
Kostenvorteil der Serienproduzierbarkeit der NMs weitgehend weg, da Meniskus + sphärischer
Spiegel > 20cm schnell wesentlich teurer als vergleichbare Parabolspiegel werden.
Daher sind "visuelle Deepsky-NMs" großer Öffnung vom Konzept her viel zu teuer.
Dazu kommt, daß das wesentlich höhere Gewicht der NMs in so einer Kalliberklasse (>8")
Montierungen der ~20-30kg Klasse benötigen - auch das ist nicht gerade billig. Den Aufwand die relativ
schwere Kombination Meniskuslinse + sphärischen Spiegel in ein leichtes Dobsonsystem zu packen
lohnt in der Regel den Aufwand nicht: Denn der Komavorteil ist bei F6 bei visueller Beobachtung
verglichen zum Koma eines Newtons bei F6 noch nicht wesentlich. Zusätzlich benötigt bei wirklich
großen Öffnungen die Meniskuslinse bei steigender Öffnung eine immer höhere Brechkraft. Dadurch wird
wie auch bei großen SC-Systemen der Farbfehler des Systems irgendwann bemerkbar.
Daher sind NMs zur visuellen Deepsky Beobachtung letztendlich nicht kosteneffektiv und auch technisch
anderen Systemen wie dem Newton nicht wesentlich überlegen.
fotografisch:
Fotografisch für Deepsky wären diese Geräte mit F6, besser sogar mit F4, allerdings sehr interessant,
da ja kein Komakorrektor benötigt wird und auch die Spikes der Spinne vermieden werden. Dieser
Präferenz als Astrokamera steht der zu kleine Fangspiegel im Wege, der das Bildfeld für die Fotografie
nicht ausreichend ausleuchtet.
Damit ist fotografischer Deepsky leider ebenfalls vom Tisch (eventuell CCD) da der Fangspiegel leider
zu klein ist. Das der MN trotz seiner hohen Eignung nicht für die Deepsky-Fotografie vermarktet wird
macht eigentlich nur aus wirtschaftlicher Sicht einen Sinn:
Denn obwohl ein größerer Fangspiegel den NM zwar als Astrokamera für Deepsky tauglich machen würde,
hätte das Bauprinzip dann aber keine wesentlichen Vorteile gegenüber den etablierten
Konkurenten die diese fotografische Nische des Amateur-Astromarktes bereits erfolgreich besetzten: Dem
kurzbrennweitigen Maksutov Cassegrain oder den excellenten ED- und Flourit-Apos und auch, allerdings
mit Abstrichen, den komakorregierten "schnellen" Newtons.
All diese Alternativen bieten zum Unglück des NM leider auch noch den Vorteil leichter und somit
kosteneffektiver montierbar zu sein, was bei den relativ hohen Anforderungen der Langzeitfotografie
an die Montierung ein ausschlaggebender Faktor für die Wahl des Rohrs werden kann. Dies ist relativ Schade,
denn als kurzbrennweitige Astrokamera könnte der NM seine konzeptionellen Vorteile tatsächlich auch
ausspielen, aber der Markt der Astrokameras ist für ein weiteres Konzept wohl schon zu abgesättigt.
Planeten:
Daher hat man darauf verzichtet den NM für Deepskykamera zu positionieren und deshalb den Fangspiegel
verkleinert, um den NM als "planetenoptimiertes" Gerät zu verkaufen, sozusagen der "APO des kleinen Mannes".
Leider nutzt diese Anwendung am Planeten die Komafreiheit des NM unverdienter Weise gar nicht aus, jedoch
verschaffen in der Tat das Fehlen der Fangspiegelspinne und eine Obstruktion ~20% dem NM einen kleinen
bauartbedingten Vorteil verglichen zum Wald-und-Wiesen-Newton.
Seltsamer Weise hört die Optimierung zum "Planetenspezialisten" da unkonsequenter Weise aber auch schon auf:
Ein "Planetenspezialist" sollte sicher nicht F6 als Öffnungsverhältnis haben, alleine schon wegen den teuren
kurzbrennweitigen Okularen, die bei den gängigen MN-Brennweiten dann fällig werden, um die erforderlichen hohen
Vergrößerungen zu erzielen.
Um z.B. bei 8"F6 285x oder 300x (AP 0,66mm) zu erreichen, liegt die erforderliche Okularbrennweite bereits zwischen
4 - 4,5mm. Die exzellenten "klassischen" vierlinsigen Planetenokulare, wie z.B. die Abbe-Orthos sind bei
diesen Brennweiten auf Grund ihres Einblickverhaltens leider nur etwas für sehr hartgesottene Beobachter.
Alternativ müssen relativ aufwendige und daher teure kurzbrennweitige Mehrlinser bemüht werden, oder die
Brennweiteweite des NMs muß mit Barlow-Linsen verlängert werden, was jedoch auf Grund der optischen
Fehler der gängigen Barlows in der Regel nicht ohne Abstriche möglich ist.
Würde man allerdings längere Brennweiten realisieren und den MN somit tatsächlich mehr in Richtung
"Planetenspezialisten" rücken, dann wäre er erstens tatsächlich der "Spezialist" als der er verkauft würde
und stünde zweitens vor dem Problem, daß auch diese Nische bereits von zwei anderen erfolgreichen
Newtonalternativen besetzt ist: dem langbrennweitigen MK und dem SC.
Die haben zwar vergleichsweise mehr Obstruktion als der NM (oder auch ein Newton), wären aber auf Grund
ihrer kürzeren Bauweise wesentlich kosteneffektiver zu montieren als ein F10 MN mit vergleichbarer
Brennweite (ein Achtzoller wäre ja ein ~2m Brummer jenseits der 25kg Grenze), lassen außerdem im Gegensatz
zum MN die Kleinbildfotografie zu und sind einfach 30-50% billiger. Außerdem trennt den NM dann konzeptionell
nur noch der Vorteil keine Fangspiegelspinne zu haben vom "langen" planetenoptimierten Newton, was als
einzige Existenzberechtigung für ein solch kleines Marktsegment dann eher umstritten sein dürfte. Denn auch der
Obstruktionshardliner endet dann recht schnell bei der Frage, ob man nicht in dem Brennweitenbereich dann eher zu
einem völlig unobstruierten System greifen sollte, nämlich dem guten alten langen Frauenhofer der ab ~F12
eine wirklich exzellente Abbildung liefert.
Bleibt also die Frage:
Was ist denn ein NM nun eigentlich?
Verkauft wird er jedenfalls als Alternative zum APO als "Planetenspezialist". Kurzbrennweitige APOs mit F6-F7
leiten allerdings ihre Existenzberechtigung nicht zuletzt von ihrer perfekten Eignung als Astrokamera ab und
erst dann von ihrem Ruf ansonsten auch ein "Hans Dampf in allen Gassen" zu sein, der auch mal eine hohe Vergrößerung
verträgt.
Da diese F6-F7 APOs also eher klare Allrounder+Kamera sind, ist es um so erstaunlicher, daß der F6 MN bei gleicher
Brennweite und seinem Ruf APO-artige Bilder zu ermöglichen, dann primär als "Planetenspezialist" positioniert wird.
Anscheinend liegt also unter dem Label des "Planetenspezialisten" das dem NM angeheftet wurde, dann in der Tat
eher das ursprüngliche Konzept eines qualitativ hochwertigen F6 Allrounders mittlerer Öffnung verborgen, dem aus
Marketinggründen leider ein für die Fotografie zu kleiner Fangspiegel verpaßt wurde, um ihn von der ebenso
erfolgreichen wie auch vor allen Dingen preiswerteren Alternative "Newton" etwas abzusetzten. Das dabei die
Fotografietauglichkeit geopfert wurde, für die der NM eigentlich besser geeignet wäre als der Newton, kann man für
das Bauprinzip aus technischer Sicht leider nur als tragisch bezeichenen.
In seiner jetzigen From besetzt der MN sozusagen die Marktlücke, die zu seiner Existenzberechtigung erst
erfunden werden mußte: Der edle, kurzbrennweitige(!), planetenoptimierte Reflektor.
Das dies letztendlich ein Gegensatz in sich ist, hindert ihn auf Grund seiner sehr hohen Fertigungsqualität
nicht daran, dieser seltsamen Rolle hervorragend gerecht zu werden.
MfG
Mario
Ohne große Vorrede (wird eh' lang...):
Voraussetzungen
Der NM hat nach nüchternem Nachdenken letztendlich einen praktischen und einen technischen Vorteil
gegenüber dem herkömmlichen Newton:
1) Sphärische Oberflächen (Durchmesser < 20cm) sind verglichen mit parabolischen
Oberflächen günstiger herzustellen (bei vergleichbarer Qualität). Das hängt mit der Tatsache
zusammen, daß erstens eine sphärische Oberfläche sowieso die unumgängliche Vorstufe einer
Parabolisierung eines Newton-Spiegels ist. Die Herstellung einer sphärischen Oberfläche ist
maschinell mit hoher Qualität durchführbar, der letzte Schritte der Parabolisierung kann jedoch nur
sehr schwer in maschineller Serienfertigung durchgeführt werden, ohne Abstriche
in Hinblick auf Flächenrauhigkeit (durch zu schnelles Vorgehen) oder Zonenfehler in Kauf zu nehmen.
Handretouchierte Parabolspiegel guter Qualität dagegen erfordern ein sehr erfahrenes Personal und
sind daher nur in geringer Stückzahl zu einem relativ hohen Preis verfügbar.
2) Der wirkliche konzeptionelle Vorteil eines NMs gegenüber dem herkömmlichen Newton
ist das Fehlen von Koma.
Deepsky:
Aus 2) folgt, daß dieser Teleskoptyp rein technisch für extrem kurzbrennweitige Reflektoren großer
Öffnung ideal wäre. Damit wären NMs von der Anlage her gute Deepsky-Spezialisten,
sowohl visuell, wie besonders auch fotografisch.
visuell:
Leider braucht visuelle Deepsky-Beobachtung aber eben auch sehr viel Licht und daher führen meist nur
Öffnungen > 7-8" zu wirklich befriedigenden Ergebnissen. Leider fällt in dieser Größenklasse der
Kostenvorteil der Serienproduzierbarkeit der NMs weitgehend weg, da Meniskus + sphärischer
Spiegel > 20cm schnell wesentlich teurer als vergleichbare Parabolspiegel werden.
Daher sind "visuelle Deepsky-NMs" großer Öffnung vom Konzept her viel zu teuer.
Dazu kommt, daß das wesentlich höhere Gewicht der NMs in so einer Kalliberklasse (>8")
Montierungen der ~20-30kg Klasse benötigen - auch das ist nicht gerade billig. Den Aufwand die relativ
schwere Kombination Meniskuslinse + sphärischen Spiegel in ein leichtes Dobsonsystem zu packen
lohnt in der Regel den Aufwand nicht: Denn der Komavorteil ist bei F6 bei visueller Beobachtung
verglichen zum Koma eines Newtons bei F6 noch nicht wesentlich. Zusätzlich benötigt bei wirklich
großen Öffnungen die Meniskuslinse bei steigender Öffnung eine immer höhere Brechkraft. Dadurch wird
wie auch bei großen SC-Systemen der Farbfehler des Systems irgendwann bemerkbar.
Daher sind NMs zur visuellen Deepsky Beobachtung letztendlich nicht kosteneffektiv und auch technisch
anderen Systemen wie dem Newton nicht wesentlich überlegen.
fotografisch:
Fotografisch für Deepsky wären diese Geräte mit F6, besser sogar mit F4, allerdings sehr interessant,
da ja kein Komakorrektor benötigt wird und auch die Spikes der Spinne vermieden werden. Dieser
Präferenz als Astrokamera steht der zu kleine Fangspiegel im Wege, der das Bildfeld für die Fotografie
nicht ausreichend ausleuchtet.
Damit ist fotografischer Deepsky leider ebenfalls vom Tisch (eventuell CCD) da der Fangspiegel leider
zu klein ist. Das der MN trotz seiner hohen Eignung nicht für die Deepsky-Fotografie vermarktet wird
macht eigentlich nur aus wirtschaftlicher Sicht einen Sinn:
Denn obwohl ein größerer Fangspiegel den NM zwar als Astrokamera für Deepsky tauglich machen würde,
hätte das Bauprinzip dann aber keine wesentlichen Vorteile gegenüber den etablierten
Konkurenten die diese fotografische Nische des Amateur-Astromarktes bereits erfolgreich besetzten: Dem
kurzbrennweitigen Maksutov Cassegrain oder den excellenten ED- und Flourit-Apos und auch, allerdings
mit Abstrichen, den komakorregierten "schnellen" Newtons.
All diese Alternativen bieten zum Unglück des NM leider auch noch den Vorteil leichter und somit
kosteneffektiver montierbar zu sein, was bei den relativ hohen Anforderungen der Langzeitfotografie
an die Montierung ein ausschlaggebender Faktor für die Wahl des Rohrs werden kann. Dies ist relativ Schade,
denn als kurzbrennweitige Astrokamera könnte der NM seine konzeptionellen Vorteile tatsächlich auch
ausspielen, aber der Markt der Astrokameras ist für ein weiteres Konzept wohl schon zu abgesättigt.
Planeten:
Daher hat man darauf verzichtet den NM für Deepskykamera zu positionieren und deshalb den Fangspiegel
verkleinert, um den NM als "planetenoptimiertes" Gerät zu verkaufen, sozusagen der "APO des kleinen Mannes".
Leider nutzt diese Anwendung am Planeten die Komafreiheit des NM unverdienter Weise gar nicht aus, jedoch
verschaffen in der Tat das Fehlen der Fangspiegelspinne und eine Obstruktion ~20% dem NM einen kleinen
bauartbedingten Vorteil verglichen zum Wald-und-Wiesen-Newton.
Seltsamer Weise hört die Optimierung zum "Planetenspezialisten" da unkonsequenter Weise aber auch schon auf:
Ein "Planetenspezialist" sollte sicher nicht F6 als Öffnungsverhältnis haben, alleine schon wegen den teuren
kurzbrennweitigen Okularen, die bei den gängigen MN-Brennweiten dann fällig werden, um die erforderlichen hohen
Vergrößerungen zu erzielen.
Um z.B. bei 8"F6 285x oder 300x (AP 0,66mm) zu erreichen, liegt die erforderliche Okularbrennweite bereits zwischen
4 - 4,5mm. Die exzellenten "klassischen" vierlinsigen Planetenokulare, wie z.B. die Abbe-Orthos sind bei
diesen Brennweiten auf Grund ihres Einblickverhaltens leider nur etwas für sehr hartgesottene Beobachter.
Alternativ müssen relativ aufwendige und daher teure kurzbrennweitige Mehrlinser bemüht werden, oder die
Brennweiteweite des NMs muß mit Barlow-Linsen verlängert werden, was jedoch auf Grund der optischen
Fehler der gängigen Barlows in der Regel nicht ohne Abstriche möglich ist.
Würde man allerdings längere Brennweiten realisieren und den MN somit tatsächlich mehr in Richtung
"Planetenspezialisten" rücken, dann wäre er erstens tatsächlich der "Spezialist" als der er verkauft würde
und stünde zweitens vor dem Problem, daß auch diese Nische bereits von zwei anderen erfolgreichen
Newtonalternativen besetzt ist: dem langbrennweitigen MK und dem SC.
Die haben zwar vergleichsweise mehr Obstruktion als der NM (oder auch ein Newton), wären aber auf Grund
ihrer kürzeren Bauweise wesentlich kosteneffektiver zu montieren als ein F10 MN mit vergleichbarer
Brennweite (ein Achtzoller wäre ja ein ~2m Brummer jenseits der 25kg Grenze), lassen außerdem im Gegensatz
zum MN die Kleinbildfotografie zu und sind einfach 30-50% billiger. Außerdem trennt den NM dann konzeptionell
nur noch der Vorteil keine Fangspiegelspinne zu haben vom "langen" planetenoptimierten Newton, was als
einzige Existenzberechtigung für ein solch kleines Marktsegment dann eher umstritten sein dürfte. Denn auch der
Obstruktionshardliner endet dann recht schnell bei der Frage, ob man nicht in dem Brennweitenbereich dann eher zu
einem völlig unobstruierten System greifen sollte, nämlich dem guten alten langen Frauenhofer der ab ~F12
eine wirklich exzellente Abbildung liefert.
Bleibt also die Frage:
Was ist denn ein NM nun eigentlich?
Verkauft wird er jedenfalls als Alternative zum APO als "Planetenspezialist". Kurzbrennweitige APOs mit F6-F7
leiten allerdings ihre Existenzberechtigung nicht zuletzt von ihrer perfekten Eignung als Astrokamera ab und
erst dann von ihrem Ruf ansonsten auch ein "Hans Dampf in allen Gassen" zu sein, der auch mal eine hohe Vergrößerung
verträgt.
Da diese F6-F7 APOs also eher klare Allrounder+Kamera sind, ist es um so erstaunlicher, daß der F6 MN bei gleicher
Brennweite und seinem Ruf APO-artige Bilder zu ermöglichen, dann primär als "Planetenspezialist" positioniert wird.
Anscheinend liegt also unter dem Label des "Planetenspezialisten" das dem NM angeheftet wurde, dann in der Tat
eher das ursprüngliche Konzept eines qualitativ hochwertigen F6 Allrounders mittlerer Öffnung verborgen, dem aus
Marketinggründen leider ein für die Fotografie zu kleiner Fangspiegel verpaßt wurde, um ihn von der ebenso
erfolgreichen wie auch vor allen Dingen preiswerteren Alternative "Newton" etwas abzusetzten. Das dabei die
Fotografietauglichkeit geopfert wurde, für die der NM eigentlich besser geeignet wäre als der Newton, kann man für
das Bauprinzip aus technischer Sicht leider nur als tragisch bezeichenen.
In seiner jetzigen From besetzt der MN sozusagen die Marktlücke, die zu seiner Existenzberechtigung erst
erfunden werden mußte: Der edle, kurzbrennweitige(!), planetenoptimierte Reflektor.
Das dies letztendlich ein Gegensatz in sich ist, hindert ihn auf Grund seiner sehr hohen Fertigungsqualität
nicht daran, dieser seltsamen Rolle hervorragend gerecht zu werden.
MfG
Mario