Der MGEN Einstellungs Thread

#1
Hallo an alle Lacerta MGEN User,

ich dachte mir, das es eventuell hilfreich ist hier ne Art Übersicht zu starten, welche Parameter ihr am MGEN eingestellt habt in Verbindung mit welcher Aufnahmeoptik und Montierung, Leitrohr,Sucher,OAG.

Gedacht ist das ganze natürlich NUR als Orientierung
da sich ja die Parameter des einen nicht zu 100% auf den anderen User, selbst wenns das gleiche Equipment ist übertragen lassen!
Also ich dachte in etwa so.

Aufnahmeoptik: Vixen ED80sf 80/600
Montierung: Skywatcher NEQ6
Leitrohr/Sucher/OAG: 8x50 Sucher









Vieleicht hilft es ja dem einen oder anderen sein Guiding mit dem MGEN zu verbessern.

Gruß

Franz :)



 
#2
Hmm, also meine Erfahrung zeigt, dass viele der Einstellungen nicht nur von der Aufnahmekombination abhängen sondern vor allem auch von den aktuellen Seeing und Transparenz Umständen in der Nacht (und sich selbst da ändern).

Ich persönlich habe i.d.R.

InED 70/420 als Leitrohr für 80/600 Aufnahmeoptik. Das ganze sitzt auf einer CGEM mit Betonsäule

Ich starte mit

Gain: 5
Exposure: 1000
Thresh.: 10%

Für beide Achsen beginne ich mit

NUM : 1
Tol.: 0,95
Agg.: 95%
Mode: 2


Bei eine anschließenden Kalibrierung die ich IMMER nach eine Änderung der Werte durchführe (auch wenn das Aufnahmeobjekt das selbe bleibt) lege ich Wert auf min 97%, eher 98/99%.

Ist dieser Wert nicht erreicht, ändere ich meine Einstellungswerte entsprechend nach Erfahrung (Seeing- und Transparenz-abhängig).

Gruß
T.E.
 
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#3
Hallo Ernie,

ist es denn wirklich so, dass die Parameter der RA und DEC Achsen beim kalibrieren schon Anwendung finden?

Ich dachte immer, dass die erst nach AG START aktiv sind und die Kalibrierung nur Gain, Zeit, Threshhold und die Brennweite berücksichtigt.

CS
Uli
 
#4
Hmm, das würde aber ja bedeuten, dass sich, wenn ich die Einstellungen der DE und RA Achse ändere, die Kalibrierung gleich bleiben würde. Das tut sie aber nicht. Ich kann mit den Achsen-Einstellungen das Ergebnis der Kalibrierung beinflussen.

Kann natürlich sein, dass der M-GEN die Einstellungen für die beiden Achsen für die Kalibrierung berücksichtigt, dann aber nicht mehr bis AG START aktiv ist.

Werde ich gleich mal versuchen aus dem Handbuch herauszulesen...

Gruß
Ernie
 
#5
hmm, im Handbuch kann ich nicht genau herauslesen ob die DE und RA Achsen Einstellung auf die Kalibrierung wirkt.

M.E. nach ist dies aber so, denn wenn ich eine zu "schlechte" Kalibrierung (z.B. 85%) habe, ich die Achseneinstellungen ändere, ich dann auf andere Kalibrierungswerte komme. Dies mache ich so lange, bis die Achseinstellungen und Klaibrierung zusammen über 95% liegen.

Tommy oder Lajos könnten das sicher beantworten...

Gruß
T.E.
 
#6
Hallo Franz,
eine sehr gute Idee. Das spart jede Menge Zeit, auch wenn es nur Anhaltspunkte sind bzw. sein sollen.
Ich will mir den MGEN auch zulegen, da ich sowohl stationär
als auch im Feld unterwegs bin.

Danke und lG
Jochen
 

TSZ_Tommy

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#7
hallo,

an sich eine gute Idee, einen Thread mit Einstellungen zu machen, nur werden nach einiger Zeit sich so viele unterschiedliche Einstellungen sammeln dass erst wieder niemand sich daran orientieren kann - so fürchte ich ;-)

Bei den Achsen kann man Num Tol Agg und Mode einstellen, all das beeinflusst die Kalibrierung nicht. Bei der Kalibrierung holt er sich IMHO (Achtung, nur meine inoffizielle Meinung) die Werte wie gross (lang) die Impulse sein müssen damit der Stern sich so bewegt wie der Guider es für nötig hält. Die Orthogonalität gibt dann einen Wert für die Genauigkeit des errechneten Modells. Die Achsen-Einstellung sollte also keinen Einfluss auf die Kalibrierung haben. Da werde ich sicherheitshalber beim Entwickler nachfragen -> Antwort ist nein, kein Einfluss! Ein Neukalibrieren nach dem Ändern der Werte macht also keinen Sinn.

Meine Einstellungen mit denen ich starte (10" Newton auf EQ6Pro):

Liveview:
Gain 7
xp 900ms
thresh 1

Guide:
Gain 7
xp 900
wait 0
thresh 10

Achsen:
Num 1
Tol 0,1
aggr 60%
mode 2

RD enable
uniform square
width 6px (Achtung, das sind die px der GuideCam!)

Man soll die Aggressivität nicht zu hoch setzen, damit dem Seeing nicht nachgejagt wird. Die xp Zeit setze ich nie über 1000ms um die Unterperiode meiner EQ6 wegzuguiden (die ist etwa 10 Sekunden).

Die Einstellungen ändern sich je nach Himmelsgegend und Fernrohr/Montierung ziemlich stark. Im der Driftanzeige sieht man sehr schön was der Leitstern macht, es gilt mit den Achsen-Parametern die Driften zu minimieren. Wenn man da ein paar Minuten vor der Aufnahme spendiert, das kann sich sehr lohnen. Hie und da kontrollieren und auch die Parameter während der Aufnahme nachregeln zahlt sich auch aus.

Bei der EQ3 habe ich aber die Aggressivität auf 80% gesetzt, wenn man mit Sucher guidet senkt man die Toleranz, es hängt alles vom Setup ab -> MITDENKEN ;-)))

Schöne Grüsse von Zoltan, er arbeitet gerade am Binning!

Runde Sterne euch allen!

lg Tommy
 
#8
Hi Tommy,

wie gesagt, es soll ja nur ne Orientireung sein,liegt man mit seinen Parametern total daneben oder ist man auf dem richtigen weg.Natürlich muss man das in erster Linie selbst in der Praxis entscheiden,dennoch kann man sich wenigstens etwas orientieren und ggbf. austauschen.

Ich kann mir z.b aus den paar Antworten von Ernie und dir schon wieder ein besseres Bild machen und dies in der nächsten Session mit Sicherheit umsetzten.

Gruß

Franz :)
 
#9
Hallo Ernie,

ich konnte jetzt 3 Nächte mit dem Sucher guiden.

Hier hatte ich immer zwischen 97 und 100 (meistens sogar) Orthogonalität.

Hier gab es also keinen Grund, mal die Kalibrierung zu wiederholen.

Vorher, mit dem OAG war das anders. Hier hatte ich schon mal nur 40% beim ersten mal. Habs dann (ohne Werte zu ändern) wiederholt, bis ich an die 90 kam. 100% habe ich mit dem OAG nie erreicht.

Im moment habe ich etwa gleiche Werte wie Franz. Nur komme ich jetzt mit dem Sucher auf Zeiten unter 1s, so 500 bis 900 ms. Seltsamerweise kam ich mit 1 Jahr OAG-Guiding nie unter 2s...

Habe allerdings noch eine leichte Drift, wobei das bisher nur 600s-Aufnahmen mit OIII-Filter waren

CS
Uli
 
#10
Hi Uli,

super, diese Werte sind doch toll.
Glaubst Du die Drift kommt vom Guider oder von der Leitrohr-Hauptrohr Besefstigung?

Ich kann bei 1200mm und ner Canon 20min Belichten, ohne Drift...

Da ist bestimmt noch irgendwo ein mechanisches "Problemchen".

Das mit der Klaibrierung muss ich noch mal im Detail studieren, aber solange es so funktioniert... never touch a running system :) :)

Gruß und viel Spaß.

T.E.
 

TSZ_Tommy

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#11
hallo,

die Drift liegt sicher nicht am Guider - wenn der MGEN spinnt, dann komplett ;-) Banale Rechenfehler sind eigentlich ausgeschlossen.

Deine Werte Ernie
NUM : 1
Tol.: 0,95
Agg.: 95%
Mode: 2

sind für mich nicht ganz logisch, denn du erlaubst fast ein Pixel Drift, aber das dafür mit beinharten 95% Aggressivität. Ein ganzes Pixel ist etwas viel bei so kleiner Brennweite, sind deine Sterne nicht etwas fett?

Prüf erst mal in Ruhe deine Bilder, überlege, und erst dann und wenn nötig "touch a runnung system" ;-) Probier dann mal mit Tol 0,2 und Agg 60% damit er nicht dem Seeing nachläuft. Bist ja eh Regeltechniker, oder?

lg Tommy

 
#12
Ja, bin ich :) Ich habe den Sc..ß sogar studiert :) Was es aber ja bekanntermaßen nicht besser macht...

Probleme mit der Sternabbildung hatte ich m.E. aber nicht und auch die Montierung läuft super und korrigiert nur minimalst (sehe ich an den Richtungs LED) (siehe mein M8, z.B. in der Deepsky Ecke)

Ich muss mir aber die Theorie noch mal genauer anschauen.
Du hattest mir ja toll weiter oben die Bedeutung von TOL und AGG erklärt.

Vielleicht reißt es ja nächste Woche auf - dann werde ich mich mal in der Toleranz nach unten "wagen".

Hat jemand von Euch mit einem 400mm Leitrohr den MGEN am laufen? Welche Werte nehmt Ihr?

Danke Tommy, für Deine Tipps!!

Gruß
T.E.




 

TSZ_Tommy

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#13
hallo Ernie,

das ist klar dass der MGEN nur minimalst korrigiert bei den Freiheiten die du ihm lässt ;-)

Meine Werte oben sind für das 80/400 Leitrohr den ich am 10" fix drauf habe. Wenn ich durch den Sucher guide, senke ich noch die Toleranz - ja nach Aufnahmebrennweite.

lg Tommy
 

TSZ_Tommy

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#15
hallö,

weil ich möglichst feine Sterne haben möchte :))) Was du am Aufnahmechip an Toleranz erlaubst, kannst du gleich der FWHM dazuaddieren...

Beim 10" habe ich ein Brennweitenverhältnis von 1:3 - also 0,1 Pixel am MGEN sind 0,3 Pixel auf der Aufnahme (etwa gleiche Pixelgrösse von Eos und GuideCam). Mehr mag i net. Die Aggressivität stell ich auf 60%, damit er nicht das Seeing nachführt.

lg Tommy
 
#17
Hallo,

nun, dann hab ich wohl auch etwas zuviel Toleranz zugelassen.

Bei 750 mm Brennweite und dem Sucher (8x50 von TS, denke der hat dann auch 180mm) habe ich ein Verhältnis von 1:4.

Somit lasse ich bei - Einstellung bisher - 0,25 = 1 ganzes Pixel auf der Aufnahme zu.

Wenn ich nun aber auch net mehr mag als 0,3 Pixel, dann darf ich nur noch eine Toleranz von 0,07 erlauben.

Sehe ich das jetzt richtig so?

Du meinst wohl auch sicher die dreistelligen EOS, wenn Du von etwa gleicher Pixelgröße sprichst.

CS
Uli
 

TSZ_Tommy

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#18
hallo Uli,

na klar, das siehst du richtig! Der MGEN hat dann mehr zu tun, aber dazu isser ja da. Die Sterne sollten entsprechend feiner, mehr feine Sterne sichtbar, und Objekte schärfer abgebildet werden. Die Guidingfehler addieren sich ja zum Seeing dazu, und verschmieren das Bild über mehr Pixel was die Empfindlichkeit senkt.

Bei der Andromeda letztens mit 498mm Brennweite hatte ich 0,07 für Toleranz für den 9x50 Sucher eingestellt, und ich hatte dann schon rechteckige Sterne auf der Eos 450 - an der Grenze zum Undersampling, feiner gehts nicht ;-) Der WO als kurzer ED macht leichte rote Halos um Sterne, die hab ich dann rum "abrunden" benutzt...

http://lh6.ggpht.com/_BEYVUto1COg/TI6awmFVABI/AAAAAAAABZE/o4l1uQaUhgA/M31_20100912_88-498WO.jpg

Der MGEN kann derzeit Abweichungen ab 0,03 Pixel auf der GuideCam erkennen (4,7µ Pixel). Da ist noch "headroom"!

lg Tommy
 
#19
Hallo Thommy,

na, das nenn ich feine Sterne!

Somit ist dann wohl deren Geheimnis auch gelüftet. mal sehen beim nächsten CS, was die Monti dazu sagt.

Und, wenn ich grad dabei bin, hast Du eine Erklärung für folgendes Phänomen:

Immer wieder habe ich bei Aufnahmeserien Bilder dabei, bei welchen die Sterne dopptelt sind. Einmal "normal" und einmal dicht daneben. So, als würde hier für einige Zeit auf falsche Position nachgeführt werden. Leider konnte ich das problem noch nicht lösen und es tritt bei allen möglichen Einstellungen auf.

Anbei mal ein Ausschnitt eines Rohbildes (mit OIII Filter), 600s bei ISO 1600. Tritt aber auch ohne Filter und 300s / ISO 800 auf.

CS
Uli
 

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TSZ_Tommy

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#20
hallo Uli,

da wackelt etwas in deinem Setup würde ich sagen. Gehe alle mechanischen Verbindungen durch, ob alles schön fest ist. Wenn zB die Guidecam in einem 1,25" OAZ steckt der nur mit 1 Schraube geklemmt ist kann das die Ursache sein. Oder der OAZ ist ein Zahnstangen-OAZ wo das Auszugrohr trotz Klemmung etwas Spiel hat - der hängt mal auf der einen dann auf der anderen Seite. Das Resultat würde so aussehen wie du es beschreibst. Dann tut der MGEN seine Arbeit und führt brav auf die falsche Position nach.

lg Tommy
 
#22
Hallo Uli

Das mit denn doppelten Sternen hatte ich auch.
Nachdem ich das Gegengewicht etwas verschoben hatte war es weg.
Das passiert gern beim Meridiandurchgang.

Gruss Daniel
 
#24
Hi Jochen,

das sagt die Bedienungsanleitung:

1.2 Stromversorgung
Normal-Gebrauch: (während des Guidens)
Das Gerät benötigt nominal 12V Gleichstrom (Spitze positiv), damit die Kamera arbeiten
kann. Ein Bereich von 9-15V ist zulässig, aber keinesfalls über 15V! Die Stromquelle muss
eine Leistung von 2,4W liefern (12V, max. 200mA), meistens genügen 2W.
Ein Netzteil muss stabilisiert sein, oder eine sonstige konstante Quelle verwendet werden
(Batterie). Ansonsten kann es zu plötzlichen Resets oder Abschaltungen des Gerätes kommen.

Gruß

Franz :)
 
#25
Hallo Franz,
danke für den Hinweis.
Ich hatte als beipack zum MGEN eine Anleitung 1.09.
Inzwischen habe ich mir über den anderen Thread die
neueste Version beschafft.

LG Jochen
 
#27
Hallo Ralf,

bei Werten ab 90% war die Nachführung astrein. Wenn ich mal Probleme hatte, dann lags an der CAM.

Auch hatte ich immer das Gefühl, den Fokus nicht richtig getroffen zu haben im OAG - und das ist ja eine Fummelei den einzustellen.

Ausserdem ist meine Abbildung trotz MPCC nicht absolut komafrei. Das macht sich natürlich im OAG bemerkbar.

Jetzt mit dem Sucher ist das kein Thema mehr und würde das jedem empfehlen. Und der MGEN macht das perfekt.

CS
Uli

 
#28
Hallo Uli,

danke für deine Antwort! Die Fummelei scharf zu stellen ist sicher unschön, aber eigentlich ja nur einmal durchzuführen.

Ein Leitrohr möchte ich nicht verwenden, das habe ich schon vor 20 Jahren abgeschafft, weil es immer zu differentiellen Biegungen kam. Außerdem belichte ich meist so um 10 min pro Einzelbelichtung.

Bei meiner Ausrüstung (30cm/f5,3 Newton) verwende ich einen RCC1 Komakorrektor plus OAG.

Ich scanne momentan die Foren hier und stehe kurz vor dem Kauf; aber irgendwie verwenden offensichtlich nur sehr wenige den MGEN plus OAG.

Daher würden mich natürlich auch mal die Einstellungen für einen Off-Axis-Guider interessieren.

Vielleicht melden sich ja doch noch einige, die sowas im Einsatz haben.
 
#29
Hallo Ralf,
Also ich verwende den MGen am TSOAG9 .
Optik ist ein 80er Triplett.
Das geht ganz einwandfrei. Ich hab bisher noch nie längere Belichtungszeiten am Guide als 1000ms gehabt.
Da war bisher immer ein einwandfreies Guidingergebmis zu erzielen.
Bei Belichtungszeiten der CCD von bis zu 20min pro Kanal hab ich quasi keine Nachfuhrfehler mehr.
Für CCD Aufnahmen kommt mir kein Leitrohr mehr ins Haus

Gruß Chris
 
#30
Hallo Chris,

na das klingt ja sehr vielversprechend, da du ja selbst an einer 80er Optik offensichtlich keine größeren Probleme hast einen Leitstern zu finden. Dann müsste es mit einer 30cm Optik erst recht keine geben.

Dann rückt der Kaufentscheid doch recht nahe... :super:

Danke für die Info!
 

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