Der nächste, bitte...

#3
Hallo zusammen,

wenn man sich die App wegdenkt, bleibt ein C6 mit einer Orion StarShoot SolarSystem 5 MP Color übrig.

cs
Jürgen
 
#4
:D Die Montierung... ich muss nur ein mal gegen pupsen und das wars dann mit den Fotos die sie so bewerben. Man sieht, dass das Marketingkonzept nicht auf die Hobby/Amateur Astronomen abzielt...
 
#5
Hallo Stefan,

wenn ich mir so überlege, was die Kameratechnik kontinuierlich an Fortschritten erzielt, frage ich mich, wie schnell so eine voll integrierte Konstruktion veraltet ist. Scheint mir mehr ein funkionsfähiges Design-Objekt zu werden. Vom Gefühl her kann ich mir das in einer peinlich sauberen Penthouse-Wohnung vorstellen und nicht, wie das im Münsterland aus meinem Kofferraum käme...
Der Ansatz dürfte wirklich gut sein, für jemand ganz anderes, und davon sollte es auch eine ganze Menge geben.

Clear Skies
Sven
 
#6
hallo,

aha: "...alerts to upcoming astrological events Hiuni can automatically align itself to."

Beobachte deinen Solaraszendenten in Quadratur zur Uranus-Radix, und entdecke die geheime Kraft der Solarplaneten in den Eckfelderspitzen des Konzeptionshoroskopes!

hat es auch eine wissenschaftliche Verbindung zu SETI und kann man damit Ausserirdische entdecken wie bei dem anderen Ding, wie hieß das nochmal?

lg Tommy
 
#7
Hallo Leute,


nett ist auch das Lagerfeuer im Hintergrund...dabei sieht der Gerät schon fast wie mein Wasserkocher aus. Wozu Taukappe, Lagerfeuer ist doch viel schöner :biggrin: und Dunkeladaption braucht es dank fortgeschrittener Technologier ja auch nicht.


Viele Grüße Felix


P.s.: "Technologier" ist eigentlich ein Tippfehler find's aber witzig... :/

P.p.s.: die Dobsonähnliche Lagerung ist super!
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
#8
Hi Sven,

Zitat von Sven_Wienstein:
...und nicht, wie das im Münsterland aus meinem Kofferraum käme...
Wie jetzt.... transportieren? wie auf den bildern ersichtlich, ist das Stativ anscheinend aus dem vollen Block gefräst. Das wird aber sehr sperrig im Auto.

Jepp, ich glaube, Du hast recht, Penthouse, Dachterasse und nen Typen mit Geld. Das Ding heißt dann auch nicht Telescope, sondern Gadget.

Doch genuch geflappt, auch wenn ich mir so ein Teil nicht kaufen würde, ich begrüße es ja grundsätzlich, wenn es Entwicklung gibt. Auf jeden Fall wäre ich mal gespannt zu sehen, wie sich dieses Stacking in der Praxis schlägt, vor allem in Punkto azimutaler Aufstellung und Rückrechnung der Bildfelddrehnung. Soll ja anscheinend funktionieren.
 
#9
Zitat von Felix42:
Hallo Leute,


nett ist auch das Lagerfeuer im Hintergrund...dabei sieht der Gerät schon fast wie mein Wasserkocher aus. Wozu Taukappe, Lagerfeuer ist doch viel schöner :biggrin: und Dunkeladaption braucht es dank fortgeschrittener Technologier ja auch nicht.


Viele Grüße Felix


P.s.: "Technologier" ist eigentlich ein Tippfehler find's aber witzig... :/

P.p.s.: die Dobsonähnliche Lagerung ist super!
Hallo Felix,
ich hab jetzt nich nachgeschaut. Ist das Lagerfeuer echt oder ist das ein Bildschirmschoner?
CS,
Gerrit
 
#11
Hallo Leute,
es ist schon bemerkenswert, was da heutzutage alles auf den Markt
geworfen wird.....
Dieses „Automatische Fernrohr“ wird es bestimmt nicht über
die Bezeichnung „Gadget“ bringen, und wird unter halbwegs ernsthaften
Hobbyastronomen maximal ein gequältes, eher mitleidiges Lächeln
hervorrufen.

Doch kann man sich auch mal Gedanken machen, was passiert, wenn
tatsächlich Jemand in einer lauen Sommernacht so ein Spielzeug
auf den Terrassen-Party-Tisch stellt. Es wird damit gespielt.
Es macht bestimmt auch Spaß, zumal der Anspruch bei solchen Gelegenheiten eher gering ist.

Und später, wenn der Kater verflogen ist, könnte sich doch der Eine oder
Andere daran erinnern, wie schön es war, mit dem Spielzeug in den Himmel zu schauen.
Der ist dann vielleicht infiziert.

Mein Interesse an der Astronomie wurde auch durch ein „Gadget“ geweckt,
in Form eines ETX im Schaufenster eines Verkäufers von Sehhilfen.
(Das ist schon sehr lange her...... )
Die Dinger wurden Anfangs auch belächelt, genau wie „Go-To“ überhaupt.

Gadgets können regelrechte Türöffner sein, wenn Sie zum richtigen
Zeitpunkt am richtigen Ort stehen.
Auch wenn der Ambitionierte darin nur eine Kleinmenge Müll sieht.........

Grüße aus der Wetterau

Dietmar




 
#13
Noch ein Aspekt:
Wir Hobbyastronomen-"Freaks" mit den ach so tollen, "ernsthaften" Instrumenten ;) sollten über jedes verkaufte Instrument / Gadget froh sein, weil mit jedem Verkauf wieder mindestens ein Mensch bei der Suche nach Galaxien die Lichtverschmutzung wahrnimmt / kennenlernt...
 
#14
:)

ich schließe mich allen Meinungen an (ja, das geht ;) ), besonders aber der letzten, weil das wirklich wichtig wäre...

Im Übrigen glaube ich, dass sich in 10 Jahren viele Montierungen von selbst ausrichten werden (Celestron/Synta ist ja schon heute dabei) und die Knierei vor dem Polsucher endlich ein Ende findet. Abgesehen davon, dass das eigentlich schon längst machbar und fällig wäre (für mehr Geld, klar), wird das Marketing sowieso immer wieder verlässlich dafür sorgen, dass wir wieder was Neues, Besseres kaufen dürfen...

Im Moment ist die Welt qualititiv ein wenig gespalten:
- China hat sich das Know-How eingekauft und dann erst mal (bis heute) geschaut, dass alles noch billiger hergestellt werden kann. Verdrängungs-Wettberwerb halt. Fegt alles, was ein bissl teurer ist, dann meistens vom Markt, weil wir dann natürlich dann das billigste haben wollen, das noch brauchbar ist.

- 10 Micron & Co machen brav High-End Qualität, die sich allerdings nur ein paar Leute leisten können und wollen.

- Und dazwischen ist eigentlich nichts mehr. Kennen wir das nicht irgendwie auch von der sozialen Schere und dem Absacken des Mittelstandes? Und für diese Zielgruppen muss dann produziert werden. Das ist Marktwirtschaft. ;) Und die scheinbaren Mittelstands-Produkte sind auch aus China und Taiwan, nur steht hat was anderes drauf.

Irgendwann werden wir vielleicht vom "geht-eigentlich-im-Prinzip- eh-auch-damit"-EQ3-Fieber erlöst und die Chinesen geben sich einen Ruck und machen alles einen Tick besser, und nicht nur billiger. Sie sind ja dabei. Und erstaunlich ist doch, dass wir eh alle zufrieden sein können mit den heutigen Linsen und Spiegeln. Das können die Chinesen schon gut! Nur die mechanischen Dinge rundherum sind nicht dort, wo man sein kann, wenn man es richtig gut machen will.

Trotzdem gilt für mich auch hier: je mehr sich eine EQ 3,5,8 oder was immer leisten können, umso mehr Menschen sehen in die Sterne. Und kommen vielleicht drauf, welche Relation zwischen uns allen hier auf der kleinen Kugel und der Unendlichkeit des Raums liegt...

lg
Niki
 
#15
Hallo zusammen,

es ist schon recht lustig zu lesen wie hartnäckig hier technologiefeindliche Krämerselen gegen Innovationen wettern welche die Zukunft im Teleskopbau einläuten.
Auch wenn es viele heute noch nicht nicht war haben wollen aber Automatik Teleskope mit den Funktionen der hier noch belächelten Kandidaten werden in 10 bis spätestens 20 Jahren der Standard sein.
Vielleicht nicht alle immer so stylisch wie die aktuellen Kandidaten.
Es werden wohl eher Teleskope sein die so aussehen wie die die wir heute schon kennen die dann über die neuen Automatikfunktionen verfügen.

Ich könnte mir gut vorstellen das zb. das Stellina https://vaonis.com/telescopes der Zukunft statt eines einfachen ED Doublets eine Optik vom Kaliber eines FSQ hat und einen größeren Sensor aber die innovativen Automatikfunktionen wird es in weiterentwickelter Form auch haben.
Momentan würde sowas dann allerdings preislich eher in der Region eines Kleinwagens zu finden sein und darum wird sowas wohl momentan noch nicht verwirklicht aber die Entwicklung geht ja weiter und es wird der Tag kommen wo sowas dann bezahlbar sein wird.

Ich denke die hier anzutreffende Aversion gegen Automatik Teleskope rührt daher das das beobachten damit nach dem Geschmack einiger zu einfach wird.
Wo kommen wir denn da hin wenn jeder kleine Junge der vom Papa ein Automatik Teleskope geschenkt bekommen hat per Knopfdruck bzw. einem Wisch auf dem Smartphone das gleiche Beobachtungsergebnis erreichen kann wie so mancher sogenannte ernsthafte Hobbyastronom heute in mühseliger Kleinarbeit und wo er zum Teil Jahre gebracht hat um überhaupt erst einmal dahin zu kommen wo er heute ist.

Automatik Teleskope sind da wohl für den sogenannten ernsthaften Hobbyastronom das was Seilbahnen für den Bergsteiger sind.
Eine Seilbahn ermöglicht ja auch jedem Rentner mit Gehhilfe ein Gipfelglück das frühere nur Bergsteigern die einen stundenlangen schweißtreibendem Aufstieg hinter sich gebracht haben vorbehalten war.

Dennoch bringt eine Seilbahnen wenn sie denn erst einmal gebaut ist weit mehr Leute zum neu erschlossenen Berggipfel als früher zu Fuß dorthin unterwegs waren.

Und genauso wird es mit den Automatik Teleskopen sein.
Sie werden Leuten Astronomie ermöglichen die keine Lust auf die heutige Mühsal haben und damit wenn sie denn einmal zu moderraten Preisen verfügbar sein werden breite Käuferschichten ansprächen.

Grüße Gerd
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
#16
Gerd,

Du sprichst mir aus der Seele.

Ich habe vor über 20 Jahren bereits Grafik gemacht, mit Photoshop, Quark XPress (da gabs kein InDesign), Freehand (auch keinen Illustrator), und es war Knochenarbeit mit den langsamen Apple-Maschinen - im Vergleich zu heute. Damals war ich Weltmeister, weil kaum Leute außerhalb der Branche wussten, was DTP ist, was ein Layoutprogramm ist, und was ein Scanner ist. Oder Farbseparation in 4c. PDF gabs auch keines. ;)

Heute hat jeder seinen PC und zieht sich 10.000 frames vom Himmel oder 30 Minuten Deep Sky mit dem MGEN, die Bilder sehen aus wie von Hubbles Nichte... Wer hatte früher beim Kodak-Film einen Wavelet-Filter? Eben. Der Fortschritt is ja schon da - und wir leben heute im Mittelalter von morgen, wir denken nur immer, wir wären grad am Zenit. :)

Könnten wir Galilei ein 500 Euro Setup in die Vergangenheit schicken, wäre er ohnmächtig geworden und hätte dann damit vermutlich den Rest des Universums berechnet.

Wir alle werden unsere Fähigkeiten von vor 20 Jahren mal nicht mehr brauchen. Eines Tages. Ich brauche heute all das Wissen um Windows 98, XPress, FreeHand nicht mehr, obwohl die Grundstuktur des Denkens bleibt, aber das alles ist Geschichte und gibt es nicht mehr.

Gerd hat natürlich recht, die Zukunft wird anders.
Ist ja heute schon anders als vor 20 Jahren ohne Autoguider... oder? ;)

Und ja, ich fühle mit allen mit, die ihr "Handwerk" schätzen und hochhalten. Und sich fragen, ob jeder Fortschritt einer ist. Das ist immer eine gute Frage.

lg
Niki
 
#17
Hallo Niki,

Ist ja heute schon anders als vor 20 Jahren ohne Autoguider... oder?
ja ja die gute alte Handarbeit.
Wenn ich da an meine Anfänge im Bereich Astro Foto zurückdenke da hatte ich nicht mal ne motorisierte Montierung geschweige denn einen Autoguider und fotografiert wurde natürlich chemisch in SW und dann Zuhause entwickelt.

Die Nachführung bewerkstelligte ich damals mit einer selbstgebauten Barndoor-Montierung.

https://de.wikipedia.org/wiki/Nachführung_(Astronomie)

Natürlich ohne Motor wie es die bequemen dann hatten sondern von Hand.
Da war ne M6 Schraube drin. M6 hat 1mm Steigung und der Abstand von der RA Achse war so gewählt das genau 1 Umdrehung/ Minute zur Nachführen nötig war.
Also saß ich dann während der Aufnahmen an meiner Barndoor-Montierung den Sekundenzeiger meiner Uhr immer fest im Blick und hab meine M6 Schraube schön brav im Gleichlauf mit dem Sekundenzeiger gedreht um den Fotoapparat nachzuführen.
Ja Ja das war noch echte Handwerkskunst. :schwitz:
Was waren das für bequeme Leute die sich eine richtige motorisierte Montierung leisten konnten und dann am Leitrohr saßen und nur gelegentlich mal ein Knöpfchen drückten bzw. am Rädchen drehten. ;)

Na ja und von den ganz bequemen die heutzutage lediglich den Autoguider tickern lassen will ich mal gar nicht erst reden. ;)
Nein Spaß beiseite die Leute mit Autoguider sind nicht faul sondern lediglich auf der Höhe der Zeit und nur weil ich vor 40 Jahren noch von Hand am Rad gedreht habe heißt das nicht das man das heute noch genauso machen muss und das alles was einem diese Arbeit abnimmt nun Spielerei wäre.
Und genau so ist es mit den Automatik Teleskope in der Zukunft.
Diese und die Nutzung der Funktionen die sie bieten wird in Zukunft so selbstverständlich werden wie man heute einen Autoguider nutzt und wir werden uns köstlich amüsieren wenn wir in 10 bis 20 Jahren mal in den jetzigen Diskussionen über solche Teleskope die Beiträge der ganzen Unkenrufer lesen.

Grüße Gerd
 
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#18
Ist doch genauso mit der Digitalfotografie. Wie wurde die anfangs belächelt, 2 MP-Auflösung usw... reicht knapp für ein 9x13 Bild. Kodak hat das Belächeln mit der Pleite bezahlt. Heute ist die analoge Fotografie nur noch eine Nische.

Gruß Helmut
 
#19
Hallo,

ich glaube der Vorwurf "Technikfeindlichkeit", nur weil man ein neues Produkt kritisch ins Auge nimmt, geht am Ziel vorbei. Es geht ja nicht darum, sich der Technik in den Weg zu stellen, ich glaube wer Astrofotografie als Hobby hat, ist da eh auf der Höhe der Zeit, sondern einfach zu beurteilen, ob das was da auf uns losgelassen wird auch was taugt.
Es ist ja ein altbewährter Marketingtingtrick, den Leuten weiszumachen, sie würden in die Produkte der Zukunft einsteigen, nur um ihnen irgeneinen Mist anzudrehen - Föns mit Ionisationstufe und sauerstoffaktiviertes Mineralwasser lassen grüßen.
Die Technik geht weiter und wird vieles noch einfacher machen - auch in der Hobbyastronomie, das steht nicht zur Debatte. Aber ob eVscope, Vaonis etc. ihr Geld wert sind, müßen die erst noch beweisen. Warten wir es ab. Und wenn es Mist ist, bleibt es Mist - auch wenn es zukunftsweisender Mist ist.

Viele Grüße

Heiko



 
#20
Hallo Heiko,


Technikfeindlichkeit ist aber geeignet um pauschal alles ab zu qualifizieren was an kritischen Gedanken kommt. Dann kann man sich selber als den einzigen mit Durchblick hinstellen wie es von einigen hier gerne zelebriert wird.

Schön Dein Hinweis auf Föns mit Ionisationsstufe und Sauerstoff aus'm Glas - das ist genau das Niveau der Seiten auf denen diese ungeheuren Neuerungen angepriesen werden - schon deswegen ist gesunde Skepsis anzuraten.

Ich habe wiederholt die Erfahrung gemacht das bei solchen fortschrittlichen Produkten Qualität als Produkteigenschaft komplett fehlt und durch mehr oder minder geschicktes Marketing und ein stylisches äußeres ersetzt wurde. Einige Hersteller besitzen den Mut da auf einige Zentimeter Kantenschutzband und ein Stückchen buntes Klebeband außen am Tubus zu setzen.

Aus diesem Grund - und nicht aus Krämerseelenbedingter Technikfeindlichkeit heraus - neige ich nicht mehr dazu bei Neuerscheinungen direkt in Jubelgeschrei auszubrechen. Ich erinnere mal an den Universalteleskop-Thread dessen Threadersteller auf genauso ein innovatives 250,- Euro ED-Teleskop hereingefallen ist. Da wurde ausgerechnet ein Teleskop als Beispiel herangezerrt das durch die ganze Serie (heißt f4,5 bis f13) wenig bis nix taugt. Schön dazu der Bericht in der Lagune XXXXXXX 102/1350 vs. Vixen 102/1300 Pulsar - erwartungsgemäß hat der olle Vixen Pulsar den ach so innovativen Plasterefraktor versägt.


Nöö - da bleib ich lieber ganz Höhlenmensch* als daß ich mir Sachen antue die nach Weichmacherverlust zerbröseln nachdem sie monatelang die Bude vollgemüffelt haben...



Viele Grüße Felix


p.s.: *Lagerfeuer scheint ja der Bewerbung des innovativen Produktes nach zu urteilen mindestens zeitgemäß wenn nicht sogar stylisch zu sein... :smiley47:
 
#21
Hallo Felix,

ja, Du hast leider recht. Eigentlich leistungsfähige Optik und Elektronik sitzt oft in billiger Plastikmechanik und macht damit alles wieder zunichte. Das freut dann nur Bastler, die das Produkt selbst verbessern dürfen.

Aber selbst wenn wir nur bei den Spezifikationen des Hiuni-Teleskops bleiben:
Sensor: 1280x1080, 5.3 ym
Brennweite: vermutlich 1500 mm, F/10

Für was ist das geeignet? Geworben wird mit Planeten. Die sind aber mit den großen Pixeln mit F/10 deutlich im Undersampling. Hier wird also Auflösungspotential verschenkt.
Und Deep-Sky? Abgesehen davon, daß F/10 für Deep-Sky-Aufnahmen ziemlich langsam ist, erlaubt das kleine Blickfeld nur Objekte kleiner als etwa M51. Selbst helle Sternhaufen wie M13 passen nicht ganz aufs Bild. Und Orion, der Eyecatcher für die Massen per se, passt erst recht nicht ins Bild, außer man schaut ihn im eingebauten Suchersensor an.
Bei dem Preis würde ich auch keine hochwertige Mechanik vermuten. Deshalb frage ich mich, ob man das kleine Blickfeld überhaupt damit so ausrichten und nachführen kann, ohne daß ein schwaches kleines Objekt (außer Planeten) bei F/10 damit total verschwommen aufgenommen wird - Livestacking hin oder her.
Für mich ist das Gerät wieder so ein App-getriebenes Gadget, was bei dem was es eigentlich liefern soll, also Bilder von Himmelsobjekten, nix Halbes und nix Ganzes bringt.

Gruß

Heiko


 
#22
Wenn ich die Beiträge nochmals durchgehe, lese ich eigentlich weniger eine "Technikfeindlichkeit" heraus, als die Sorge, dass Menschen, die nicht viel von Teleskopen verstehen, auf falsche Versprechungen hereinfallen.

Wenn ich es so lese, dann macht es Sinn. Weil wenn in gutem Glauben etwas gekauft wird, weil man sich das iPad-Himmels-Erlebnis megatoll vorstellt, und dann nur ein "hmmmm...najaaa" bekommt, ist es nicht ehrlich. Aber wann ist Werbung je ehrlich...

Andererseits weiß ich nicht, wie viele NICHT-Amateurastonomen trotzdem begeister sein können? Die haben ja nicht einen 130er APO oder die gekühlte Moravian zum Vergleich. Die gucken vielleicht aufs iPad und staunen? :)

Bei Führungen in der Kuffner-Sternwarte in Wien sind oft junge Menschen dabei, was uns freut. Bei Jupiter zeigen uns manche der jungen Leut am iPhone ein Jupiter-Bild von Wikipedia und meinen: "soooo sieht das im Fernrohr jetzt aber nicht aus!"

Und das ist ein 27cm Refraktor, Leute!

Andere gucken ins Okular und sagen nur "oaaaaahhhhh..."

Tja, hat bitte jemand eine passende Meinung für mich? Ich hab grad keine, die immer gut passt, nur die Erfahrung, dass Menschen, Vorstellungen und Wissensstände immer sehr verschieden sind und sein werden. ;)

lg
Niki
 
#23
Hallo Gerd,


daß Du hier anderen Krämerseelentum unterstellst ist schon irgendwie witzig...ich erinnere mal an einen Thread in dem ein sehr innovativer Dobson vorgestellt wurde - da hattest Du außer dem Preis gar nichts gegen anzuführen...und da ging es um ein Gerät das in Deutschland in Einzelanfertigung auf Kundenwunsch gebaut wird, mechanisch so gut und schön gemacht wie nur möglich und trotzdem kaum "teurer" als so manch altbackener Mitbewerber. Den zeitgleich vorgestellten deutlich kleineren APO Made in Germany hast Du dagegen gefeiert.


Um den Thread (versuchsweise) auf die Sachebene zu bringen und weg von Unterstellungen zu kommen könnte man ja mal schauen was man für's Geld bekommt - und da sehe ich nicht nur das Produkt dessen Qualität sich anhand vollmundiger Ankündigungen im Netz ja nicht mal erraten läßt - sondern auch das drumherum: Sven sprach es an:

- wie schnell ist das Dingen nicht mehr zeitgemäß bei der heutigen Geschwindigkeit des Fortschritts?

- was wenn sich das Smartphone nach einem Update weigert mit dem Teleskop zu kommunizieren oder eine APP nicht mehr läuft?

- welcher Hersteller/Händler hilft im Falle eines Defektes? Gerade bei Produkten "aus dem Nichts" nicht zu vernachlässigen außer man kann es sich leisten Elektronikschrott für >2 Kiloeuro rumliegen zu haben.

Das Automatik-Teleskop hat ja noch nicht mal einen Tubus mit OAZ der sich visuell nutzen ließe...was bleibt ist ein 80mmf5 ED-Objektiv unbekannter Leistung.


Ich sehe es so: in einer Zeit in der alteingesessene Hersteller noch plötzlicher vom Markt gefegt werden als es noch vor 20...30 Jahren der Fall war setze ich im Hobby soweit möglich und sinnvoll auf Produkte bei denen ich nicht auf Herstellersupport angewiesen bin. Sprich: solide, hochwertige Mechanik + Optik und so wenig elektronischen Firlefanz wie möglich.


Im Modellbau scheint es bei einigen Herstellern fast schon Strategie zu sein sich mit Innovationen selbst zu überholen und eigene Produkte vom Vorjahr völlig zu ignorieren - genau das mache ich mit allen Produkten von "Zivilisations-Müll-Produzenten" die so vorgehen.


Viele Grüße Felix
 
#24
Hallo Felix,

man kann das Thema ja wirklich von sehr vielen Seiten betrachten! Haben alle was für sich! Wenn man das aus dem Blickwinkel der Digitalisierung betrachtet, geb ich Dir vollkommen recht.

Zitat von Felix42:
- wie schnell ist das Dingen nicht mehr zeitgemäß bei der heutigen Geschwindigkeit des Fortschritts?

- was wenn sich das Smartphone nach einem Update weigert mit dem Teleskop zu kommunizieren oder eine APP nicht mehr läuft?
Tja. JA!

Wir kaufen laufend den Schrott von morgen. Und wenn ein embedded Linux Betriebssystem in zwei Jahren nicht mehr unterstützt wird, kannst es - richtig! - wegwerfen. Gabs da nicht mal die TV-Werbung "Hau weg den Dreck"? Das ist schon Chutzpe, wenn ein Elektronikriese seinen Kunden sagt, sie sollen "den Dreck" wegwerfen (den sie oft ebendort nach guter Beratung gekauft haben!), und endlich wieder Kohle rausrücken für was Neues...

So ehrlich (und brutal) war Werbung ja selten.

Und trotzdem werden wir genau dort enden, auch bei Teleskopen. Wir müssen jsa heute schon das SynScan Computerchen updaten und brav das Alignment machen, das GPS Modul dazukaufen, den MGEN programmieren, Firecapure und Co bedienen, Terabyte-SSDs kaufen, Pixelberechnungen anstellen und Photoshop lernen... und und und...

Gegenmittel?
Kennst Du eines?
Wollen wir eines? ;)

;)
lg
Niki
 
#25
Hallo,

ich habe mir das Werbevideo dieses Teleskops dreimal angesehen...und Frage mich : wozu ist das Teleskop dabei?
Ich denke,dass man einem unbedarften Interessenten auch eine Röhre ohne Optik und Sensor verkaufen könnte - er würde das nicht bemerken.Im Gegenteil.Er wäre begeistert,wie genau sich dieses Teleskop ausrichtet und alles auf Anhieb findet :biggrin:

Grüße Rainer
 
#26
Hallo Niki,

diese Innovationen rollen nun mal und die Technik wird weiter entwickelt und vieles wird sich durchsetzen......wenn sich die Technik weiter entwickelt und eine ausreichend große Zielgruppe für ein lukratives Marktsegment dafür angesprochen wird.

Mit dieser Erfahrung

Zitat von Niki_61:
......
Bei Führungen in der Kuffner-Sternwarte in Wien sind oft junge Menschen dabei, was uns freut. Bei Jupiter zeigen uns manche der jungen Leut am iPhone ein Jupiter-Bild von Wikipedia und meinen: "soooo sieht das im Fernrohr jetzt aber nicht aus!"

Und das ist ein 27cm Refraktor, Leute!........
wirfst Du schon bei eine gute Frage auf, die hier

Zitat von RaBaeh:
Hallo,

ich habe mir das Werbevideo dieses Teleskops dreimal angesehen...und Frage mich : wozu ist das Teleskop dabei?
Ich denke,dass man einem unbedarften Interessenten auch eine Röhre ohne Optik und Sensor verkaufen könnte - er würde das nicht bemerken.Im Gegenteil.Er wäre begeistert,wie genau sich dieses Teleskop ausrichtet und alles auf Anhieb findet :biggrin:

Grüße Rainer
m.E. schon für 90% der von dir angesprochenen Leute beantwortet wird.

Das um so mehr weil wir, so denke ich, noch weitere Aspekte für diese Zukunft und für Weiterentwicklungen die unser Hobby betreffen, berücksichtigen müssen.

Die Luft- und Lichtverschmutzung wird gleichrangig mit der technichen Weiterentwicklung Schritt halten, sodass an immer mehr Standorten weltweit mit heftigen Einschränkungen der Sichtbarkeiten astronomischer Objekte gerechnet werden muss.
Dabei sitzt die Masse der Zielgruppe genau da wo es am schlimmsten wird.

Das bedeutet zunächst Kompensation durch immer größere Öffnungen und immer mehr Technikaufwand, fotografisch wie visuell.
Eventuell geht dann mit einem vollautomatisierten 20 Zoll "Dobson" am Auflösungslimit noch M51 bei mir noch so wie heute mit nem 4 Zöller. Vollautomatisch weil Starhopping ohne Sterne irgendwie sinnfrei ist.

Langfristig wird man möglicher Weise eher Batterien von Remoteteleskopen an geeigneten Standorten (La Palma, Atakama pp) bauen, wo sich Privatleute Beobachtungszeit mieten können.

Auch da wird man aber weniger die derzeit üblichen 3-4 Zöller mit teilweise problematischer optischer Qualität in mehr oder weniger ansprechender Verpackung sehen (müssen) sondern solide Lösungen auch mit deutlich größeren Optiken.


Es wird also werden wie immer.
Nach der spielerischen Designphase mit dem Etikett "erkenne die Möglichkeiten" dauert es eine ganze Weile bis Möglichkeiten und Ansprüche der Vermakter die tatsächliche Zielgruppen und deren Möglichkeiten und Ansprüche so ansprechen, dass man die Frage beantworten kann, was es bringt und ob es sich rechnet.

Wer viel ernstahftes Interesse am Hobby aber wenig Geld zu verschenken hat, muss eigentlich hoffen, dass diese derzeitigen Marketing-Starterpakete großen Umsatz bei den Design- und "Nice to have, dont know for what"-Freaks generieren.

Immerhin kenne ich einen Haufen Leute die Aldi- und Lidl-Spielzeugtelekope nach zwei untauglichen Beobachtungsversuchen (wenn überhaupt) auf dem Dachboden lagern und mir stolz sagen, dass sie auch ein Teleskop haben.

Gruß
Günther
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
#27
Hallo Niki,


Gegenmittel?
Kennst Du eines?
Wollen wir eines?
Als visueller Beobachter steckt man die Kohle halt in immer bessere Okulare, immer bessere größere Teleskope...ist die Frage: geht ein Planeten-Teleskop Sammel Fetisch in Verbindung mit Strehlomanie und Öffnungswahn als Gegenmittel durch? :D

Ich sehe die Automatik-Teleskope als einen Weg von vielen sein Geld zu versenken - aber nicht als soo große Innovation schließlich ist da Stand der Technik verbaut nur etwas anders als sonst in der Gesamtfunktion und vor allem Bedienung und schön (?) verpackt. Was mich stört ist die Halbwertszeit der untrennbaren Elektronik die solche Produkte schneller zum Schrott von morgen werden lassen kann als was vergleichsweise "primitives" oder ein variableres weniger integriertes Konzept.


Viele Grüße Felix
 
#28
Zitat von MootzGMS:
Langfristig wird man möglicher Weise eher Batterien von Remoteteleskopen an geeigneten Standorten (La Palma, Atakama pp) bauen, wo sich Privatleute Beobachtungszeit mieten können.
Hallo Günther,

Ja, wir werden in einer Mietgesellschaft enden... :(
Adobe CC: monatlich zahlen für Fotoshop und Co.
UPC: monatlich zahlen fürs Fernsehen
Amazon: monatlich zahlen für Prime
Wohnen: ... genau.
Spechtln: Remote-Abo in den Anden.

Wär natürlich traurig.
Unser Verein hat wie viele Andere immer auch für den Nachthimmel gekämpft, auch die Sarlight-Oasen sind eine gute Idee, und wir haben eine Befliegung Wiens gemacht (Helikopter) und die Lichtabstahlung gemessen. Mitarbeit und Beratung bei der kommunalen Beleuchtungsplanung wär dringend vonnöten. Überall. Wird halt ein langer Kampf... LED lässt grüßen, dann können wir auch die Skyglow Filter verheizen. ;)

Leider ist für die Lichtverschmutzung keiner wirklich zuständig. Weil wir alle zuständig sind, Private, Kommunen, Geschäftsleute mit ihren Beamern, Industrie...

Schmunzel muss ich über "Nice to have, dont know for what" :)
Stimmt schon...

PS: bei schlechtem Wetter schau ich selbst manchmal Stellarium oder meinen "analogen" Weltraum auf Papier... ;) dort ist Dauerschönwetter. Da bin ich dann, wie Rainser so schön sagt: ohne echtes Rohr und doch im All. ;)

lg
Niki


 
#29
Hallo Felix!

geht ein Planeten-Teleskop Sammel Fetisch in Verbindung mit Strehlomanie und Öffnungswahn als Gegenmittel durch? :D
Klar ;)

Was mich stört ist die Halbwertszeit der untrennbaren Elektronik die solche Produkte schneller zum Schrott von morgen werden lassen kann als was vergleichsweise "primitives" oder ein variableres weniger integriertes Konzept.
Darunter leide ich auch. Auch wenn ich hier groß über den unabänderlichen Fortschritt schreibe, auch ich leide unter dem, was dabei verloren geht. Das ist wohl so, seit es das Universum gibt.

Ohne den Platz zu verlassen, an dem man eben noch war, gibt es keinen Fort-Schritt. ;)

Ja, bei allem was mich unmündig und von abhängig macht, fühl ich mich nicht wohl. Die Elektronik, EDV und Software gehören dazu. Meine G-11 ohne Goto begreif ich noch, und das alte Kastl mit der Elektronik hat Scott wohl sein Erscheinen kaum geändert. Das beruhigt. ;)

Nichts desto Trotz verfalle auch ich dem Wahn und eine gekühlte 20 MP Kamera steckt hinten am Rohr, wenn ich das möchte. Ruhiger ist es aber allemal, ein Okular zu nehmen, und einfach zu genießen, was man sieht. Muss ich dazusagen.
Und als gelernter Maschinenbauer wird mir die Haptik einer guten Mechanik immer wichtiger und erfreulicher sein, als jedwede Elektronik. ;)

lg
Niki

 
#30
Hallo Felix,

Technikfeindlichkeit ist aber geeignet um pauschal alles ab zu qualifizieren was an kritischen Gedanken kommt. Dann kann man sich selber als den einzigen mit Durchblick hinstellen wie es von einigen hier gerne zelebriert wird.
ach so und was machst du und Heiko gerade?
Ihr tut so als wenn Automatik Teleskope irgendein Esoterischer hokos-pokus währen und nur ihr habt den Durchblick und erkennt das auch und alle anderen sind dann dumm weil sie darauf reinfallen.

Nee mein lieber, im Gegensatz zu „Föns mit Ionisationsstufe und Sauerstoff aus'm Glas“ haben Automatik Teleskope bereits bewiesen das sie alles andere als solcher hokos-pokus sind und handfeste überprüfbare Ergebnisse hervorbringen.
eVscope


Stellina


Und das wisst ihr auch ganz genau, insofern ist es schon ziemlich dreist von Euch sie mit Esoterischem hokos-pokus gleichzusetzen und so zu tun als sei das Zitat.
Und wenn es Mist ist, bleibt es Mist - auch wenn es zukunftsweisender Mist ist.
Ich denke für solche Äußerungen mit Bezug auf oben genannte Automatik Teleskope die bereits beweisen haben das sie was können (siehe Bilder) ist der Begriff Technikfeindlichkeit genau der Richtige.

- wie schnell ist das Dingen nicht mehr zeitgemäß bei der heutigen Geschwindigkeit des Fortschritts?

- was wenn sich das Smartphone nach einem Update weigert mit dem Teleskop zu kommunizieren oder eine APP nicht mehr läuft?
Also wer heutzutage über die Holzkisten zum schubsen hinausgekommen ist der steht mit seiner „Astro- Elektronik „ so oder so vor dieser Frage und selbst die Holzkistenschubser bauen sich mittlerweile Encoder an ihre Holzkiste und verbinden diese via Wlan oder Bluetooth mit Smartphone oder Laptop und stehen damit genauso vor den oben zitierten Fragen
http://al.hinstr.com/bdsc.htm

Wer diesen Problemen entgehen will der muss wirklich konsequent in der Steinzeit bleiben und jegliche Elektronik verbannen.
Und da ist sie wieder die Technikfeindlichkeit.

Oder ist das hier vielleicht nur so das eure Technikfeindlichkeit nur sehr selektiv auf Prudukte die euch einfach nicht passen greift und bei Produkten die ihr gut findet bestehen oben zitierte Vorbehalte dann plötzlich nicht mehr?
Dann wäre das aber der Beweis das diese Vorbehalte lediglich zum Schein vorgebracht werden um selektiv bestimmte Produkte madig machen zu können.

Grüße Gerd
 

Neustes Astronomie Foto

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