Matula81
Aktives Mitglied
Hallo liebe Community,
inspiriert durch den Thread "Der Tilt-Terminator" von Franz, habe ich mich gefragt ob es möglich wäre einen automatischen Kollimator für Newton Teleskope zu entwickeln bzw. entwickeln zu lassen.
Meine Gedanken dazu:
Im ersten und vermutlich einfachsten Schritt sollte der Hauptspiegel elektronisch verstellbar sein. Also konkret die (in vielen Fällen) 3 Schrauben des HS sollten elektronisch verstellbar sein. Auch die Konterschrauben könnte man elektronisch steuerbar machen oder ggf. auf die Konterschrauben verzichten, wenn die Haltekraft der Stellmotoren für die 3 Justageschrauben groß genug ist, dass die Position in jedem Fall gehalten wird. (Bildlich gesprochen: An den 3 HS Schrauben sind 3 EAF montiert)
Der Fangspiegel ist da schon komplizierter, da es mehr Freiheitsgrade gibt:
- 3 Schrauben für die Kippung
- die mittlere Schraube hätte dann noch 2 Freiheitsgrade, und zwar Rotation des FS sowie die Höhe
Während die Verstelleinheiten beim Hauptspiegel nahzu keine Platzprobleme hätten, ist der Platz für die Verstelleinheit des FS deutlich begrenzt.
Die Verstelleinheit dürfte demnach nicht mehr Obstruktion erzeugen als der Fangspiegel. Denkbar wäre eine Lösung, die bspw. mit samt gefräster Spinne gefertigt/angeboten wird. Die Steuer- und Stromkabel wären dann als Flachbandkabel an der Spinne ausgeführt und die Verstelleinheit würde auf der FS Spinne sitzen - quasi wie die Kamera an einem RASA.
Welchen Einsatzzweck hätte so eine elektronische Verstelleinheit für HS und FS?
Wenn ich an meinen Einsatzbereich denke, würde es die Justage am Stern deutlich vereinfachen. Man müsste nicht wie heute, sich hinter das Teleskop knien, etwas verstellen, neue Aufnahme machen, vergleichen usw. sondern könnte feinfühlig im Livebild die Änderung vornehmen. Und man hätte noch den Vorteil, dass man wieder in den definierten Ausgangszustand zurückkehren könnte.
Mir ist bewusst, dass dies natürlich schon ein sehr fortgeschrittener Anwendungszweck ist. Und gerade die Justage am Stern ist mit HS- UND FS Verstellung kein Leichtes.
Spitze wäre natürlich eine Kopplung mit NINA oder ASTAP unter zur Hilfenahme des Abberation Inspector.
Mit trainierten "Fehlabbildungen" von Sternen in den Ecken könnte man vermutlich sogar eine vollautomatisierte Kollimation durchführen lassen.
Letzteres wäre dann auch mit dem OCAL möglich, wenn man nicht am Stern kollimieren möchte oder kann.
Und klar, für Remote Sternwarte wäre dies auch eine Einsatzmöglichkeit, wenn sich doch mal etwas am Newton verstellt haben sollte.
Mir sind die vielen Fallstricke bewusst. Und vermutlich gibt es gar nicht so viele Interessenten an so einer Lösung.
Ich habe selbst nicht die Möglichkeiten hierfür einen Prototypen zu entwickeln, maximal noch einen entsprechenden Treiber. Bei Bauteilen und Mechanik hört es dann aber auf.
Ich habe auch schon überlegt, ob ich mich mit der Idee mal an eine Hochschule oder Uni wende. Für eine Bachlorarbeit ist das ein denkbares Projekt für mehrere Stundenten.
Wie denkt ihr darüber?
Viele Grüße,
Tobias
inspiriert durch den Thread "Der Tilt-Terminator" von Franz, habe ich mich gefragt ob es möglich wäre einen automatischen Kollimator für Newton Teleskope zu entwickeln bzw. entwickeln zu lassen.
Meine Gedanken dazu:
Im ersten und vermutlich einfachsten Schritt sollte der Hauptspiegel elektronisch verstellbar sein. Also konkret die (in vielen Fällen) 3 Schrauben des HS sollten elektronisch verstellbar sein. Auch die Konterschrauben könnte man elektronisch steuerbar machen oder ggf. auf die Konterschrauben verzichten, wenn die Haltekraft der Stellmotoren für die 3 Justageschrauben groß genug ist, dass die Position in jedem Fall gehalten wird. (Bildlich gesprochen: An den 3 HS Schrauben sind 3 EAF montiert)
Der Fangspiegel ist da schon komplizierter, da es mehr Freiheitsgrade gibt:
- 3 Schrauben für die Kippung
- die mittlere Schraube hätte dann noch 2 Freiheitsgrade, und zwar Rotation des FS sowie die Höhe
Während die Verstelleinheiten beim Hauptspiegel nahzu keine Platzprobleme hätten, ist der Platz für die Verstelleinheit des FS deutlich begrenzt.
Die Verstelleinheit dürfte demnach nicht mehr Obstruktion erzeugen als der Fangspiegel. Denkbar wäre eine Lösung, die bspw. mit samt gefräster Spinne gefertigt/angeboten wird. Die Steuer- und Stromkabel wären dann als Flachbandkabel an der Spinne ausgeführt und die Verstelleinheit würde auf der FS Spinne sitzen - quasi wie die Kamera an einem RASA.
Welchen Einsatzzweck hätte so eine elektronische Verstelleinheit für HS und FS?
Wenn ich an meinen Einsatzbereich denke, würde es die Justage am Stern deutlich vereinfachen. Man müsste nicht wie heute, sich hinter das Teleskop knien, etwas verstellen, neue Aufnahme machen, vergleichen usw. sondern könnte feinfühlig im Livebild die Änderung vornehmen. Und man hätte noch den Vorteil, dass man wieder in den definierten Ausgangszustand zurückkehren könnte.
Mir ist bewusst, dass dies natürlich schon ein sehr fortgeschrittener Anwendungszweck ist. Und gerade die Justage am Stern ist mit HS- UND FS Verstellung kein Leichtes.
Spitze wäre natürlich eine Kopplung mit NINA oder ASTAP unter zur Hilfenahme des Abberation Inspector.
Mit trainierten "Fehlabbildungen" von Sternen in den Ecken könnte man vermutlich sogar eine vollautomatisierte Kollimation durchführen lassen.
Letzteres wäre dann auch mit dem OCAL möglich, wenn man nicht am Stern kollimieren möchte oder kann.
Und klar, für Remote Sternwarte wäre dies auch eine Einsatzmöglichkeit, wenn sich doch mal etwas am Newton verstellt haben sollte.
Mir sind die vielen Fallstricke bewusst. Und vermutlich gibt es gar nicht so viele Interessenten an so einer Lösung.
Ich habe selbst nicht die Möglichkeiten hierfür einen Prototypen zu entwickeln, maximal noch einen entsprechenden Treiber. Bei Bauteilen und Mechanik hört es dann aber auf.
Ich habe auch schon überlegt, ob ich mich mit der Idee mal an eine Hochschule oder Uni wende. Für eine Bachlorarbeit ist das ein denkbares Projekt für mehrere Stundenten.
Wie denkt ihr darüber?
Viele Grüße,
Tobias
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